{"id":1811,"date":"2022-09-28T17:16:02","date_gmt":"2022-09-28T15:16:02","guid":{"rendered":"http:\/\/hojas.co.at\/blog\/?p=1811"},"modified":"2022-09-28T17:16:02","modified_gmt":"2022-09-28T15:16:02","slug":"blinde-und-sehbehinderte-aus-oberoesterreich-im-haus-ingruene-in-vorarlberg-03-09-2022-bis-10-09-2022","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/hojas.co.at\/blog\/blinde-und-sehbehinderte-aus-oberoesterreich-im-haus-ingruene-in-vorarlberg-03-09-2022-bis-10-09-2022\/","title":{"rendered":"Blinde und Sehbehinderte aus Ober\u00f6sterreich im \u201eHaus Ingr\u00fcne\u201c in Vorarlberg (03.09.2022 bis 10.09.2022)."},"content":{"rendered":"<p>Auch 2022 war es am 03. September wieder soweit. Eine Gruppe Blinder, Sehbehinderter und deren Begleitpersonen aus Ober\u00f6sterreich fuhren ins \u201eHaus Ingr\u00fcne\u201c des Blinden- und \u201aSehbehindertenverbandes Vorarlberg nach Schwarzach. Das &#8222;Haus Ingr\u00fcne&#8220; steht als Erholungszentrum und Ferienhotel f\u00fcr Blinde, Sehbehinderte und deren Angeh\u00f6rige, sowie Begleitpersonen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Die Teilnehmer waren Alfons, Andrea, Anni, Erika, Fleur, Gerhard, Hermine, Johanna, Maria, Monika und Veronika. Einige von dieser Gruppe waren diesmal schon das f\u00fcnfte Mal in Schwarzach. Als Gast war Gabi \u00f6fters bei den Unternehmungen dabei.<\/p>\n<h4>Samstag, 03.09.2022 \u2013 Von Linz ins L\u00e4ndle.<\/h4>\n<p>Die Anreise nach Dornbirn erfolgte diesmal problemlos und wir kamen alle gemeinsam beim Zielbahnhof Dornbirn an. Wichtig war, die Sitzpl\u00e4tze im Zug schon lange vorher zu reservieren. Die Z\u00fcge waren fast bis zum letzten Platz besetzt und ohne Reservierung h\u00e4tten wir sicher ein gr\u00f6\u00dferes Problem gehabt.<\/p>\n<p>Der Shuttledienst des BSV V funktionierte auch wieder hervorragend und so wurden wir von Tobi und Dominik am Bahnhof Dornbirn abgeholt und nach Schwarzach chauffiert. Da wir die Br\u00e4uche im \u201eHaus Ingr\u00fcne\u201c bereits sehr gut kennen und von Monika bereits vorher alles eingeteilt wurde konnten wir die Zimmer sofort beziehen und es uns anschlie\u00dfend bei einem Begr\u00fc\u00dfungskaffee und Kuchen gem\u00fctlich machen und ankommen. \u00a0Dabei informierte uns Elias, der Leiter vom \u201eHaus Ingr\u00fcne\u201c, \u00fcber unser Programm f\u00fcr die kommende Woche.<\/p>\n<p>Nach dem Abendessen marschierten wir nach Bildstein, um von dort oben den Sonnenuntergang \u00fcber dem Rheintal zu genie\u00dfen. Bildstein liegt im Bezirk Bregenz s\u00fcdlich des Bodensees auf 659 Metern H\u00f6he. \u00dcberregional bekannt ist die Gemeinde f\u00fcr die im Ortszentrum befindliche und weithin \u00fcber das ganze Rheintal sichtbare Wallfahrtskirche Bildstein. Bis zum Jahr 1857 lautete der amtliche Name der Gemeinde \u201eSteu\u00dfberg\u201c, erst danach wurde der heutige Gemeindename Bildstein offiziell eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p>So wie im Jahr 2021 fand auch dieses Mal ein Fest im Veranstaltungssaal im Ferienhotel statt. Diesmal war eine \u201eT\u00fcrkisch-Bosnische\u201c Hochzeit angesagt. Unsere blinden Frauen unserer Gruppe konnten dann abends das Brautkleid anfassen und ertasten. Da diese Feierlichkeiten schon Nachmittags begannen und alle Frauen in tollster Garderobe auftraten, konnte man annehmen, dass auch die Braut darunter ist. Bis man uns erkl\u00e4rte, dass bei solchen Feierlichkeiten alle Frauen \u201eBraut\u201c sind. Die Feier verlief sehr ruhig und nach 24 Uhr war es leise im Haus. Da sich im Erholungszentrum ein sehr gro\u00dfer Veranstaltungssaal befindet, wird er gerne f\u00fcr solche Veranstaltungen vermietet. Das bringt dem BSV V nat\u00fcrlich Einnahmen und sie haben auch die kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das auch organisieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4>Sonntag, 04.09.2022 \u2013 Der Tag zum Ankommen und zum Spazieren<\/h4>\n<p>Am Sonntagmorgen konnte man von der anderen Talseite, so wie jedes Jahr davor, Kuhglocken vernehmen. Was diesmal aber fehlte, war das Kr\u00e4hen des Hahns. Er war auch die ganze Woche nicht mehr zu h\u00f6ren. Das kann nat\u00fcrlich viele Gr\u00fcnde haben. Ausgewandert, Halsschmerzen oder er hat eine Arbeit in einer K\u00fcche angenommen.<\/p>\n<p>Da an Sonn- und Feiertagen kein Programm gemacht wird, stellten wir unsere Sonntagsaktivit\u00e4ten selber zusammen. Einige gingen wieder nach Bildstein und besuchten dort in der Basilika Maria Bildstein den Gottesdienst. Die Gehzeit betr\u00e4gt von der Unterkunft bis nach Bildstein ungef\u00e4hr 20 Minuten. Es geht aber stetig bergauf. Durch ihre exponierte Lage mit atemberaubender Aussicht auf das Rheintal, den Bodensee und die benachbarte Schweiz ist die Basilika ein beliebtes Ziel unserer Gruppe. Au\u00dferdem ist sie ein Ort der Ruhe und der Kraft. Auch ein Highlight am Bildstein sind die Zeppeline. In der N\u00e4he befindet sich das Zeppelin Museum in Friedrichshafen, direkt am Bodensee gelegen. Dann kommt es schon vor, dass man die Luftschiffe fahren sieht.<\/p>\n<p>Nachmittags machten sich einige auf dem Weg und wanderten nach Oberbildstein. Auch hier ging es stetig bergauf. Musste man doch von 573 Meter Seeh\u00f6he auf 940 Meter hochmarschieren. Wir wurden aber durch fantastische Ausblicke belohnt. Es \u00f6ffnen sich weite Ausblicke ins Rheintal, nordw\u00e4rts zum Bodensee und in s\u00fcdlicher Richtung bis zur Alviergruppe, wobei dahinter noch die \u00fcber 3000 m hohen Ringelspitzen zu erkennen sind. Beim Farnach-Moos, einer gesch\u00fctzten Hochmoorlandschaft, wanderten wir vorbei an gewaltigen Stieren (Hochlandrindern),\u00a0 die hinter Elektroz\u00e4unen weideten, von uns aber keine Notiz nahmen. Von hier ging es dann gem\u00fctlich aufw\u00e4rts zum Ferienheim Oberbildstein. Nun sieht man auch in den Vorderen Bregenzerwald und bekommt zwischen Hochh\u00e4derich und Hohem Ifen sogar einige Gipfel der Allg\u00e4uer Alpen ins Blickfeld. Nach einer kurzen Rast bei der Kapelle in Oberbildstein ging es zur\u00fcck ins Tal.<\/p>\n<h4>Montag 05.09.2022 \u2013 Die Woche begann s\u00fc\u00df.<\/h4>\n<p>Morgens um 06:00 Uhr gab es ein Gewitter und es sch\u00fcttete gewaltig. Wir f\u00fcrchteten schon, dass wir wieder im Haus bleiben m\u00fcssen. Aber das Wetter beruhigte sich und so marschierten einige vormittags nach Schwarzach. Bei der Kirche in Ort wurde die Gruppe aus Ober\u00f6sterreich sofort vom Pfarrer, der mit einem Besen vor der Kirche sauber machte,\u00a0 erkannt. Schlie\u00dflich zelebrierte er am Vortag in Bildstein die Messe.\u00a0 Bis zum Mittagessen tr\u00f6delten wieder alle so langsam ein. Einige kamen im B\u00fcssli und andere nutzten den Waldweg, der eigens vom \u00f6sterreichischen Bundesheer f\u00fcr Blinde und Sehbehinderte angelegt wurde, um ins \u201eHaus Ingr\u00fcne\u201c zur\u00fcckzukommen.<\/p>\n<p>Nachmittags war es wieder soweit und wir fuhren nach Hohenems in \u201eunsere\u201c Schokolademanufaktur. Ausgew\u00e4hlte Edelkakaos aus Kleinkooperativen werden in dieser Manufaktur in Hohenems schonend ger\u00f6stet. Der \u201eMaitre Chocolatier\u201c produziert mit seinem kreativen Team edle Schokoladen von der Bohne bis zur fertigen Schokolade \u2013 also \u201eBean to Bar\u201c. Gunther Fenkart erz\u00e4hlte den Werdegang vom Kakaoanbau bis zur fertigen Schokolade und wir hatten die entsprechenden Kostproben vor uns stehen. Jedenfalls wurde auch ein Umbau angek\u00fcndigt und man kann in Zukunft auch Einblicke in die Herstellung der Schokolade bekommen. Da sind wir schon auf 2023 gespannt.<\/p>\n<p>Abends war wieder unser allj\u00e4hrliches Kegeln angesagt. Dazu kamen auch wieder Manfred, Herta und Moni zur Gruppe und erg\u00e4nzte die gesellige Runde. Und so wie jedes Jahr hatten wir unserem Spa\u00df, besonders die, die gleich in die Vollen trafen. Jedenfalls kamen auch der \u201eJ\u00e4ger und Fuchs\u201c nicht zu kurz. Nach der Kegelpartie machten wir es uns wieder beim ovalen Tisch gem\u00fctlich und lie\u00dfen den Abend ausklingen.<\/p>\n<h4>Dienstag, 06.09.2022 &#8211; Wasserwanderweg und die Schwerflh\u00fctte.<\/h4>\n<p>Dienstag war das Wetter angenehm, deshalb zogen wir outdooraktivit\u00e4ten vor. Wir fuhren nach Hittisau in den Bregenzerwald und begaben uns auf dem\u00a0 Wasserwanderweg. Angenehm k\u00fchl war es auf dieser Strecke. Er f\u00fchrt zum gro\u00dfen Teil am Wasser entlang und durch einen lichten Wald. St\u00e4ndig h\u00f6rte man das gewaltige Rauschen der Bolgenach.<\/p>\n<p>Der Ausgangspunkt unserer Wanderung war bei der Kirche in der Ortsmitte von Hittisau und wir wandern Richtung der 300 Jahre alten Kommabr\u00fccke, der \u00e4ltesten gedeckten Holzbr\u00fccke des Landes. Das Wort &#8222;Kumma&#8220; bedeutet &#8222;Einkerbung, Schlucht&#8220; und diese trennt die Gemeinde Hittisau von der 1938 eingemeindeten Ortschaft Bolgenach. Bolgenach hei\u00dft auch der Fluss, dem wir weiter folgen.<\/p>\n<p>Die heutige Kommabr\u00fccke wurde im Jahr 1720 errichtet und 1785 f\u00fcr das Befahren mit Fuhrwerken verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>2010 wurde die Kommabr\u00fccke im Auftrag der Gemeinde Hittisau einer Generalsanierung unterzogen. Dazu wurde die Br\u00fccke komplett abgetragen und von einem lokalen Bregenzerw\u00e4lder Zimmermannsbetrieb fachkundig restauriert. Bei der Restaurierung wurden ausschlie\u00dflich historische Zimmermannstechniken angewendet und weder N\u00e4gel noch Schrauben verwendet. F\u00fcr die zu ersetzenden Teile wurde das Holz von zehn wintergeschlagenen Wei\u00dftannen verbaut. Insgesamt wurden 55.000 Euro investiert.[1] Danach wurde die Br\u00fccke unter Denkmalschutz gestellt.<\/p>\n<p>Die Br\u00fccke hat eine Spannweite von 12,4 Metern und eine H\u00f6he von 5,5 Metern und liegt rund 15 Meter \u00fcber dem mittleren Wasserspiegel der Bolgenach. Das macht sie zum hochwassersichersten \u00dcbergang \u00fcber die Bolgenach. Heute wird die Kommabr\u00fccke nur noch von Wanderern und Spazierg\u00e4ngern im Zuge des Wanderwegs entlang der Kommaschlucht verwendet.<\/p>\n<p>Wir genossen den Weg entlang der Bolgenach, h\u00f6rten das Rauschen des Wassers, hatten den Geruch des Waldes und den Wiesen in der Nase und sp\u00fcrten die Sonnenstrahlen. Vom Untergrund sp\u00fcrten wir auch sehr viele Variationen unter unseren Sohlen. Konnten wunderbare Landschaften und die typischen Bregenzer H\u00e4user genie\u00dfen und nach einem Anstieg durch einem Hohlweg hatten wir nur mehr Autobahn zum Dorfplatz in Hittisau zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Der Wasserwanderweg ist beeindruckend f\u00fcr alle Sinne und somit f\u00fcr Blinde und Sehbehinderte sicher eine tolle Erfahrung und ein sch\u00f6nes Erlebnis.<\/p>\n<p>Am Nachmittag ging es auf die Schwerflh\u00fctte. Das ist eine kleine, private Almh\u00fctte und liegt auf 909 m Seeh\u00f6he in den Dornbirner Bergen. Nat\u00fcrlich kein elektrischer Strom und ein Wassertrog vor der H\u00fctte, zum K\u00fchlen unserer Getr\u00e4nke. Tief unten im Tal h\u00f6rt man einen Bach rauschen. Die Wiese vor uns hat eine Neigung von etwa 60 Grad. Was man auch als sehr steil bezeichnen kann. Und mittendrin steht eine Heuh\u00fctte. Fr\u00fcher wurden diese steilen Wiesen mit der Sense gem\u00e4ht. Das Heu wurde in den H\u00fctten bis zum Winter gelagert. Und wenn es der Schnee zulie\u00df, wurde das Heu mit Schlitten, die man vorher per Menschenkraft nach oben zog, ins Tal gefahren. Was auch oft eine lebensgef\u00e4hrliche Arbeit war.<\/p>\n<p>Talw\u00e4rts wurde auf dieser Wiese eine neue H\u00fctte errichtet. Demn\u00e4chst sollen hier 4 Alpakas ihr neues zu Hause finden. Das Alpaka, ist eine aus den s\u00fcdamerikanischen Anden (Peru) stammende, domestizierte Kamelart, die vorwiegend wegen ihrer Wolle gez\u00fcchtet wird.<\/p>\n<p>Wir f\u00fchlten uns wie bei einer Schulwanderung, machten es uns auf den vor der H\u00fctte aufgestellten B\u00e4nken bequem \u00a0und packten unsere mitgebrachten Jausenbrote aus. Schlie\u00dflich war sie auch schwer verdient. Die k\u00fchlen Getr\u00e4nke kamen aus\u00a0 dem Wassertrog und so verging ein gem\u00fctlicher Nachmittag. So nebenbei hatten wir noch eine sch\u00f6ne Sicht auf Erhebungen im Bregenzer Wald. Der Karren und der Breitenberg. wer wollte, konnte auch die H\u00fctte erkundigen. Und mit Schwerfl ist der Schwefel gemeint.<\/p>\n<h4>Mittwoch, 07.09.2022 \u2013 Von Bezau nach Schwarzenberg und retour.<\/h4>\n<p>Mittwoch konnte man sich vormittags massieren und es sich gut gehen lassen. Und am Nachmittag kam es zu einer Fahrt mit dem W\u00e4lderb\u00e4hnle, einer\u00a0 Museumsbahn. Das &#8222;W\u00e4lderb\u00e4hnle&#8220; ist eine sorgsam gepflegte Nostalgiebahn, die zwischen dem Bahnhof Schwarzenberg und Bezau f\u00e4hrt. Im Einsatz ist das B\u00e4hnle mit historischen Diesel- oder Dampflokomotiven.<\/p>\n<p>Die Bregenzerwaldbahn, im Volksmund auch W\u00e4lderbahn oder W\u00e4lderb\u00e4hnle genannt, ist eine Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 760 Millimetern, der sogenannten Bosnischen Spurweite. Sie verband von 1902 bis 1983 auf einer 35,302 Kilometer langen Strecke Bregenz am Bodensee mit Bezau im Bregenzerwald. Heute ist nur noch ein 5,01 Kilometer langes Teilst\u00fcck als Museumsbahn in Betrieb.<\/p>\n<p>Wir hatten einen eigenen Wagen und so konnten wir es uns auf den harten und engen B\u00e4nken doch etwas bequem machen. Jedenfalls war Bahnfahren fr\u00fcher sicher doch kein so gro\u00dfes Erlebnis. Aber man kannte nichts anderes und man kam so schneller ans Ziel. Wir bekamen eine alte Fahrkarte aus dicken Karton, die vom Schaffner auch ordnungsgem\u00e4\u00df mit seiner Zange gezwickt wurde. Leider fuhr bei unserer Reise keine Dampflok. So bekam man das Rattern der R\u00e4der unter uns in voller Lautst\u00e4rke mit. Was besonders positiv auffiel, der Wagen war barrierefrei und bei uns im Wagen befand sich auch eine Person mit Rollstuhl. Das war ein Waggon mit Hebelift f\u00fcr barrierefreien Einstieg von Rollstuhlfahrern.<\/p>\n<p>Wir fuhren bis Schwarzenberg und konnten dort eine Ausstellung \u00fcber diese Bahn besichtigen und fuhren dann nach Bezau zur\u00fcck. Die Fahrt hin und retour dauerte ungef\u00e4hr 60 Minuten. Man konnte sich einen kleinen Eindruck verschaffen, wie die Menschen fr\u00fcher unterwegs waren und waren doch etwas gl\u00fccklich, heute unterwegs zu sein. Aber das dachten sich die Bewohner unseres Planeten fr\u00fcher sicher auch. Bin ich froh, nicht mehr alles zu Fu\u00df gehen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Zum Abendessen wurde im \u201eHaus Ingr\u00fcne\u201c wieder gegrillt und so konnte der Mittwoch auch mit sch\u00f6nen Erinnerungen ausklingen.<\/p>\n<h4>Donnerstag, 08.09.2022 \u2013 Salzgrotte und die Juppenwerkstatt Riefensberg.<\/h4>\n<p>Auch dieses Jahr besuchten einige von uns die Salzgrotte in Lindau und kamen ganz entspannt ins \u201eHaus Ingr\u00fcne\u201c zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Heute lernten wir etwas kennen, was wir aus Ober\u00f6sterreich so noch nicht Kannten.<\/p>\n<p>Die Juppenwerkstatt Riefensberg im Bregenzer Wald ist eine Manufaktur und ein Museum f\u00fcr die Tracht in Riefensberg. Der Name der Werkstatt leitet sich von der Juppe ab, eine Frauentracht und Kopfbedeckung aus dem Bregenzerwald. Sie ist die einzige Manufaktur, die die Bregenzerw\u00e4lder Frauentracht noch auf traditionelle Weise herstellt.<\/p>\n<p>Die Herstellung und das F\u00e4rben des Stoffes f\u00fcr die Juppe ist ein jahrhundertealtes Handwerk. Zum F\u00e4rben wird Leim, das aus 16 kg Rindsleder besteht, nach einem alten Rezept stundenlang in T\u00f6pfen gekocht. Darin wird der schwarz gef\u00e4rbte Leinenstoff getaucht, leicht gedreht, auf einer Wiese ausgelegt und anschlie\u00dfend von \u00fcber hundert Jahre alten Maschinen gegl\u00e4nzt und plissiert. (Plissieren &#8211; Mit einer gro\u00dfen Anzahl dauerhafter Falten versehen).<\/p>\n<p>In der Juppenwerkstatt wird ein weltweit einzigartiger Juppestoff aus gl\u00e4nzendem Leinen hergestellt (Glanzleinenjuppe). Ganze sechs Monate dauert es, bis das Textil schlie\u00dflich f\u00fcr die Weiterverarbeitung geeignet ist.<\/p>\n<p>Der Besuch der Juppenwerkstatt Riefensberg war wieder einmal ein Eintauchen in die Vergangenheit. Man konnte die Herstellung dieser einmaligen Tracht vom Ursprungsprodukt bis zum fertigen Kleidungst\u00fcck kennenlernen. Wir konnten die alten Maschinen angreifen und so ihre Funktionsweise besser verstehen. Wir hatten den Geruch einer Rauchkuchl in der Nase und schnupperten den Duft von N\u00e4hmaschinen\u00f6l. Mir kam dabei schon der Gedanke, warum man zwar eine so wunderbare und aufwendige Tracht herstellt, dieses Kleidungsst\u00fcck aber beim Tragen mehr als unbequem ist. Durch die steifen L\u00e4ngsfalten kann man sich nicht einmal richtig hinsetzen oder bewegen. Jedenfalls ist diese Tracht nicht billig und es wird penibel darauf geachtet, dass diese Kleidung auch ordnungsgem\u00e4\u00df getragen wird.<\/p>\n<p>Abends und zur\u00fcck im Erholungsheim konnten wir uns von der Alleinunterhalterin \u201eAlexa\u201c \u00a0musikm\u00e4\u00dfig so alles w\u00fcnschen, was uns gerade einfiel. Dieses kleine Wunderger\u00e4t ist bei mir immer im Koffer dabei.<\/p>\n<h4>Freitag, 09.09.2022 \u2013 Singing in the Rain und K\u00e4seschlemmerei.<\/h4>\n<p>Am vorletzten Tag machten wir vormittags einen Spaziergang entlang der Dornbirner Ach. Zumindest war es so geplant. Aber ein gewaltiger Regenschauer machte uns einen Strich durch unser Vorhaben und so brachen wir es vorzeitig ab und fuhren mit unserem Shuttle zur\u00fcck nach Schwarzach.<\/p>\n<p>Am Nachmittag ging es das letzte Mal in den Bregenzer Wald. Wir besuchten eine K\u00e4sesennerei in Hittisau. Wir bekamen eine F\u00fchrung durch die Produktionsanlagen und dabei wurde uns die Herstellung der verschiedenen K\u00e4sesorten erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Die Sennerei Hittisau ist eine b\u00e4uerliche Genossenschaft und ist zudem Teil der &#8222;K\u00e4seStrasse Bregenzerwald&#8220;. Die Sennerei verarbeitet rund 6,5 Mio. kg Heumilch (Silofreie Milch) pro Jahr. Diese Milch stammt ausschlie\u00dflich von Bregenzerw\u00e4lder Heumilchbauern. 63 Landwirte beliefern den Betrieb mit tagesfrischer Heumilch.<\/p>\n<p>Nach der F\u00fchrung gab es eine Kostprobe von verschiedenen K\u00e4sesorten, nat\u00fcrlich mit Weintrauben und sehr gutem Vorarlberger Brot. Anschlie\u00dfend konnten wir uns im angeschlossenen Verkaufsladen weitere Kostproben nehmen und uns mit K\u00e4se eindecken.<\/p>\n<h4>Samstag, 10.09.2022 \u2013 Der Tag der Abreise.<\/h4>\n<p>Die Woche ist wieder zu schnell vergangen und wir mussten die Zimmer r\u00e4umen, da sich schon eine Gruppe deutscher Tandemfahrer angesagt haben. Die Heimreise nach Linz verlief auch problemlos und auch hier waren wir \u00fcber die Platzreservierungen gl\u00fccklich. Auch dieser Zug war in Dornbirn schon sehr voll und unsere reservierten Pl\u00e4tze waren auch schon belegt. Aber wir hatten ja die Reservierung. Und so erreichten wir am sp\u00e4ten Nachmittag Linz mit der Gewissheit, f\u00fcr 2023 schon wieder f\u00fcr eine Woche im \u201eHaus Ingr\u00fcne\u201c reserviert zu haben.<\/p>\n<p>Ein danke gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vom \u201eHaus Ingr\u00fcne\u201c des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Vorarlberg: Elias, Belinda, Barbara, Katharina, Moni, Tobias, Dominik, Phillip und den beiden K\u00f6chen Mikey und Willi. Sowie Manfred, Herta und Gabi.<\/p>\n<p>Und ganz besonders ein danke f\u00fcr die Begleitpersonen der Blinden und Sehbehinderten in dieser Woche. Ohne deren Unterst\u00fctzung w\u00e4ren solche Unternehmungen f\u00fcr bestimmte Gruppen nicht m\u00f6glich: Andrea, Anni, Maria, Hermine und Johanna.<\/p>\n<p>Wir freuen uns schon auf 2023!<\/p>\n<p>\u00a9 September 2022 by Gerhard Hojas<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch 2022 war es am 03. September wieder soweit. Eine Gruppe Blinder, Sehbehinderter und deren Begleitpersonen aus Ober\u00f6sterreich fuhren ins \u201eHaus Ingr\u00fcne\u201c des Blinden- und \u201aSehbehindertenverbandes Vorarlberg nach Schwarzach. 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