{"id":1895,"date":"2023-07-10T08:58:17","date_gmt":"2023-07-10T06:58:17","guid":{"rendered":"http:\/\/hojas.co.at\/blog\/?p=1895"},"modified":"2023-07-10T08:58:17","modified_gmt":"2023-07-10T06:58:17","slug":"austausch-ueber-barrierefreiheit-in-graz-und-linz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/hojas.co.at\/blog\/austausch-ueber-barrierefreiheit-in-graz-und-linz\/","title":{"rendered":"Austausch \u00fcber Barrierefreiheit in Graz und Linz."},"content":{"rendered":"<p>Am Mittwoch, 28.06.2023 ging es mit der \u00d6BB von Linz nach Graz. Menschen im Elektrorollstuhl, Blinde und die entsprechende Assistenz wollten die Barrierefreiheit in der steirischen Landeshauptstadt kennenlernen. Referenten und Behindertenvertreter von freiraum-europa und von der IVMB (Vereinigung der Interessenvertretungen der Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen in O\u00d6) machten sich auf der S\u00fcdbahnstrecke auf dem Weg in einer der s\u00fcdlichsten Landeshauptst\u00e4dte \u00d6sterreichs.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anmerkung: Die IVMB ist die gew\u00e4hlte Vertretung der Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen in Ober\u00f6sterreich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Deshalb geh\u00f6rte das Einsteigen mit der Ein- und Umstiegshilfe der \u00d6BB am HBF Linz schon zum Projekt \u201eErfahrungsaustausch in Graz\u201c. Das funktionierte auch Problemlos und wir sa\u00dfen in einen komfortablen Abteil. Mit dem \u00fcblichen Bordservice wardie Fahrt kurzweilig und nach 3 Stunden waren wir in Graz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch hier funktionierte das Aussteigen mit Hilfe der \u00d6BB reibungslos und wir betraten Grazer Boden. Eigentlich nichts Besonderes, da ich einige Tage zuvor auch schon in Graz war. Somit kein gro\u00dfer Schritt f\u00fcr die Menschheit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das n\u00e4chste Ziel war der Behindertenparkplatz vor dem Spar. Hier sollte etwas warten, was es in Linz nicht gibt. Eines von mehreren Behindertentaxis. Aber Fehlanzeige, die Behindertenparkpl\u00e4tze waren zwar da, aber kein Taxi. Da es aber die Smartphones gibt war diese Angelegenheit auch sehr schnell geregelt. Der Fahrer stand am falschen Ort. Beim Hotel Daniel, nur einige Minuten Gehzeit entfernt. So war er sofort beim vereinbarten Treffpunkt und ab ging es in die Schlossallee zum Cafe Eggenberg. Das Cafe ist auch mit den \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut erreichbar, aber wir wollten das Behindertentaxi kennenlernen und damit fahren. Dieses Fahrzeug war sehr komfortabel. Da konnten neben Rollst\u00fchlen auch mehrere Personen mitfahren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anmerkung: Wenn in Zukunft in \u00d6sterreich Taxikonzessionen vergeben werden, dann sollte das zus\u00e4tzliche Betreiben von Behindertentaxis eine Voraussetzung zum Erhalt der Lizenz werden. Aber es hindert niemand eine behindertenfreundliche Stadt daran, dass von Taxibetreibern zu verlangen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch das Cafe Eggenberg ist eine Augenweide. Es ist nicht nur gro\u00df, es ist riesengro\u00df. Und hat auch einen riesigen und wundersch\u00f6nen Gastgarten. Sollte es auch sein, schlie\u00dflich ist das bekannte Schloss Eggenberg mit seinem wundersch\u00f6nen Park nicht weit entfernt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hier trafen wir uns mit Robert und seiner Assistenz von SL Steiermark (Selbstbestimmt leben Steiermark) zum Essen. Da man sich in der Steiermark befindet und am Salat kein Kern\u00f6l m\u00f6chte, sollte man das bei der Bestellung bekanntgeben. In der Steiermark ist das Kern\u00f6l Standard.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das B\u00fcro von SL Steiermark befindet sich nur einige Meter vom Cafe entfernt. Man muss nur \u00fcber einen sch\u00f6nen Innenhof auf die andere Seite wechseln. Besser kann ein B\u00fcro gar nicht liegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hier trafen wir auch die Experten aus Graz, die extra von SL STMK f\u00fcr uns eingeladen wurden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Frau Dr. Jutta Hochstein. Verantwortlich f\u00fcr Servicequalit\u00e4t &amp; Innovation bei der Holding Graz. In Linz ist das die Linz AG.<\/p>\n<p>Frau Dipl. Ing. Constanze Koch-Schmuckerschlag. Zust\u00e4ndig bei der Stadt Graz f\u00fcr das Referat barrierefreies Bauen bei der Stadtbaudirektion.<\/p>\n<p>Herr Mag. Wolfgang Palle, Behindertenbeauftragter der Stadt Graz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und Herr Robert Konegger, Obmannstellvertreter von Selbstbestimmt Leben Steiermark ((SL-Stmk). Er organisierte und moderierte dieses Treffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei den Gespr\u00e4chen stellten sich bald die Unterschiede zwischen Graz und Linz bez\u00fcglich Barrierefreiheit im \u00f6ffentlichen Raum heraus. So gibt es einen Unterschied bei den akustisch taktilen Signalanlagen (ATAS). In Graz, so wie auch in anderen St\u00e4dten in \u00d6sterreich sind die ATAS in einem gewissen Zeitfenster immer aktiv. In Linz kann und muss man die ATAS mit einem Funkhandsender aktivieren. Ich kann mit beiden Systemen leben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn in Graz eine neue Kreuzung errichtet wird oder bestehende Kreuzungen erneuert werden, werden sie automatisch mit ATAS ausger\u00fcstet. Was eigentlich der Sinn von Barrierefreiheit darstellt. In Linz ist das nicht der Fall. In Linz wird der BSV O\u00d6 gefragt, ob etwas f\u00fcr Blinde getan werden muss (Typisches Beispiel: Die Ampel am Pfarrplatz f\u00fcr 70.000 Euro. Sie zeigt die Sekunden f\u00fcr die sehenden Fu\u00dfg\u00e4nger an, wann es Gr\u00fcn wird. Die Akustik f\u00fcr Blinde und Sehbehinderte wird aber nicht installiert. Wird nicht ben\u00f6tigt, obwohl hier der Verein Miteinander ans\u00e4ssig ist). Genauso ist es bei der Errichtung von taktilen Bodeninformationen. Aus Graz kommt auch das bekannte Grazer \u2013 T. Hier k\u00f6nnen bei Kreuzungen Menschen im Rollstuhl, mit Kinderw\u00e4gen oder Rollatoren, sowie Blinde und Sehbehinderte ohne Behinderung durch Kanten, die Stra\u00dfe queren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ebenso erfuhren wir einiges \u00fcber dem \u00f6ffentlichem Verkehr der Holding Graz. Das im Jahr 2022 120 neue Fahrerinnen und Fahrer f\u00fcr die Busse und Stra\u00dfenbahnen eingestellt wurden und \u00fcber die Trainings dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So arbeiten sie mit dem Alterssimulationsanzug \u201eGert\u201c und werden dadurch um 30 Jahre \u00e4lter. Und k\u00f6nnen dadurch ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das \u00e4lter werden bekommen und wie sich solche Menschen in \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln f\u00fchlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anmerkung: Der Alters\u00adsimulations\u00adanzug GERT bietet die M\u00f6glichkeit, die typischen Einschr\u00e4nkungen \u00e4lterer Menschen auch f\u00fcr J\u00fcngere erlebbar zu machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die altersbedingten Einschr\u00e4nkungen sind:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u25a0\u00a0 Eintr\u00fcbung der Augenlinse<\/p>\n<p>\u25a0\u00a0 Einengung des Gesichtsfeldes<\/p>\n<p>\u25a0\u00a0 Hochtonschwerh\u00f6rigkeit<\/p>\n<p>\u25a0\u00a0 Einschr\u00e4nkung der Kopfbeweglichkeit<\/p>\n<p>\u25a0\u00a0 Gelenkversteifung<\/p>\n<p>\u25a0\u00a0 Kraftverlust<\/p>\n<p>\u25a0\u00a0 Einschr\u00e4nkung des Greifverm\u00f6gens<\/p>\n<p>\u25a0\u00a0 Einschr\u00e4nkung des Koordinationsverm\u00f6gens<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Preis f\u00fcr solche Alterssimulationsanz\u00fcge liegt bei etwa 1400 Euro. Solche Anz\u00fcge sollten eigentlich alle Verkehrsunternehmen f\u00fcr ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Programm haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Link zu einem Alterssimulationsanzug: <a href=\"https:\/\/www.produktundprojekt.de\/alterssimulationsanzug\/?gclid=CjwKCAjwzJmlBhBBEiwAEJyLu8oO29oDMMok3q3cDTU-BxOlPwrKC7HFwWvluPGCw8vcwBA6mrbyPRoCOnsQAvD_BwE\">https:\/\/www.produktundprojekt.de\/alterssimulationsanzug\/?gclid=CjwKCAjwzJmlBhBBEiwAEJyLu8oO29oDMMok3q3cDTU-BxOlPwrKC7HFwWvluPGCw8vcwBA6mrbyPRoCOnsQAvD_BwE<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als ich von den eigenartigen \u201eselbstdefinierten Linzer Standards\u201c erz\u00e4hlte, l\u00f6ste das einiges Schmunzeln aus. Es gibt die \u201eAustrian Standards\u201c also die sogenannten \u00d6-Normen. Linz h\u00e4lt sich nicht an diese Normen, schlie\u00dflich haben sie dem \u201eStandard Linz\u201c. Wenn also die Lautst\u00e4rke bei akustisch taktilen Signalanlagen nicht der \u00d6-Norm entspricht, greift sofort der \u201eLinzer Standard\u201c und es passt wieder alles. Das ist kein Scherz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend ging es mit Frau Dr. Jutta Hochstein von der Holding Graz zum Praxistest durch ihre Stadt. Hier konnten die Fahrerinnen und Fahrer zeigen was sie bei den Trainings gelernt haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Graz k\u00f6nnen die Aufmerksamkeitsfelder oder Einstiegsfelder von allen Menschen mit Behinderung gen\u00fctzt werden. Bei diesem gro\u00dfen, genoppten Feldern bleiben die \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel mit der ersten T\u00fcr stehen. Wenn nun eine als Beeintr\u00e4chtigt \u00a0erkennbare Person (Rollstuhl, Blindenstock, Rollator, Gehhilfen etc.) auf diesem Feld steht, wird vom Fahrpersonal Hilfe angeboten. In Graz wurden bei unseren Fahrten immer die entsprechenden Unterst\u00fctzungen angeboten. Schlie\u00dflich brauchten wir f\u00fcr den Elektrorollstuhl die Rampe zum Ein- und Aussteigen. Beim Aussteigen war das Fahrpersonal sofort zur Stelle und bot die Unterst\u00fctzung an. In Graz gibt es zwei Arten von Rampen. Eine, die wie in Linz, im Boden eingelassen ist und die zweite Variante befindet sich in einer Seitenwand bei der T\u00fcr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die letzte Fahrt an diesem Tag in Graz f\u00fchrte uns zur\u00fcck zum Hauptbahnhof. Die Stra\u00dfenbahnhaltestelle beim HBF ist sehr gro\u00df und es bleiben sehr oft mehrere Stra\u00dfenbahnz\u00fcge hintereinander stehen. Was passiert, wenn ganz vorne am Noppenfeld eine Person mit Behinderung Steht?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die nachfolgenden Stra\u00dfenbahnen oder Busse m\u00fcssen beim Noppenfeld anhalten, die T\u00fcr \u00f6ffnen und die wartende Person fragen, wohin sie fahren will. Das ist \u00fcbrigens eine Dienstanweisung an das Fahrpersonal. Das k\u00f6nnte man in Linz auch so handhaben. Passiert wahrscheinlich aber nicht. Zumindest habe ich davon noch nichts bemerkt. Bei den Bushaltestellen K\u00e4rntnerstra\u00dfe, Taubenmarkt oder Goethekreuzung w\u00e4re so eine Ma\u00dfnahme sinnvoll.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So wie in Linz, gibt es auch am HBF in Graz einen Sparmarkt. Auch hier gibt es merkliche Unterschiede im Umgang mit Menschen mit Behinderung. Der Umgang in Graz beim Sparmarkt ist um einiges freundlicher und kompetenter als am HBF Linz. Auch wenn viel Betrieb ist, nehmen sich die Angestellten Zeit f\u00fcr dich und f\u00fchren dich durch das Gesch\u00e4ft. Und man merkt, dass hier ein langj\u00e4hriges Personal im Einsatz ist, die schon oft mit Menschen mit Behinderung ihre runden im Gesch\u00e4ft gezogen haben. Mir wurde auch die Bedienung der Selbstbedienungskasse gezeigt und vorgef\u00fchrt. Wenn der Touchscreenmonitor nicht w\u00e4re, w\u00e4re dieses System auch f\u00fcr Blinde und Sehbehinderte zu bedienen. Man w\u00fcrde etwas l\u00e4nger brauchen. Und was mich \u00fcberrascht und gefreut hat, war die Bedienung bei der Fleischtheke. Nachdem ich meine Bestellung erhalten hatte, wurde ich von der Dame hinter der Theke gefragt, ob ich noch etwas brauche und ob sie mich begleiten kann?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wird mir zur Zeit in Linz am HBF sicher nicht passieren. Jedenfalls sind mir Beschwerden von Blinden und Sehbehinderten bekannt, die mit dem Umgang mit ihnen nicht bis gar nicht zufrieden sind. Das h\u00e4ngt vielleicht auch mit der Fluktuation des Personals zusammen. Vielleicht k\u00f6nnte hier ein geballtes Auftreten von Menschen mit Behinderung ein Umdenken bewirken. Funktioniert ja im Billa bei der Herz Jesu Kirche hervorragend. Durch die N\u00e4he zum RISS und BBRZ haben sie st\u00e4ndig Kontakt mit dieser Personengruppe und das bewirkt automatisch einiges. Nat\u00fcrlich geh\u00f6rt die soziale Kompetenz jeder einzelnen Person auch dazu. Wenn man es nicht drauf hat, dann hilft auch keine Schulung. Ich habe diesbez\u00fcglich keine Probleme beim Einkaufen. Wenn ich zum Beispiel in meinem Stammgesch\u00e4ft Hilfe brauche, dann l\u00e4ute ich bei der Flaschenr\u00fcckgabe und warte auf das Personal.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was am HBF Graz genauso gut funktioniert wie am HBF Linz ist der Umgang mit erkennbaren Blinden und Sehbehinderten. In der Kassenhalle kommt das \u00d6BB-Personal eigentlich schnell auf dich zu und bringt dich zu deiner gew\u00fcnschten Ansprechstelle und begleitet dich wieder raus. Das funktioniert in Linz auch sehr gut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aufgefallen ist mir auch, dass in Graz bei den Haltestellen keine gelbe oder wei\u00dfe Sicherheitsmarkierung angebracht ist. Die Erkl\u00e4rung ist ganz einfach. Den Grund haben die historische Semmeringbahn und die traditionsreiche Grazer Altstadt gemeinsam. Sie sind UNESCO Weltkulturerbe. Und da w\u00e4ren nur sehr helle graue Markierungen erlaubt. Was Sehbehinderte nichts bringt und f\u00fcr Blinde eh sinnlos ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und was noch besonders auff\u00e4llt. In Graz wird ein anderer Umgang mit Menschen mit Behinderung gepflegt. Freundlich, nett und hilfsbereit. Das h\u00e4ngt sicher auch damit zusammen, dass Graz eine sehr alte Universit\u00e4tsstadt, die immer sehr viele junge Menschen in die Stadt bringt, ist. Wogegen Linz eine Arbeiterstadt ist und immer bleiben wird. Was aber nicht hei\u00dfen soll, dass es in Linz keine netten, freundlichen und hilfsbereiten Menschen gibt. Aber es ist ein anderes \u201eAuf dich zukommen\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was es in Graz noch gibt, ist die M\u00f6glichkeit, nicht barrierefreie Gehsteige bei der Stadt Graz zu melden. \u00a0Sollte es in jeder Stadt geben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um 16:56 Uhr ging es dann zur\u00fcck nach Linz. Und jetzt gab es ein Problem. Das Zugabteil mit dem barrierefreien Stellplatz war nicht vorhanden. Trotz Hinweis in der App Scotty. Es wurde ein Wagen der Schweizer Bahn angeh\u00e4ngt. Da es aber nicht unser Problem war, mussten sich die Fahrg\u00e4ste beim breiten Elektrorollstuhl vorbeischieben. Da half auch das Spiel mit den Rangierproblemen am Bahnhof. Wer kann sich noch daran erinnern?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jedenfalls verlief die R\u00fcckreise nach Linz auch wieder sehr schnell und wir kamen p\u00fcnktlich am HBF Linz an. Wir nahmen viele positive Erkenntnisse aus Graz mit. Besonders, das Graz im Bezug auf Barrierefreiheit gegen\u00fcber Linz um Jahre voraus ist. Das h\u00e4ngt nat\u00fcrlich mit den handelten Personen zusammen. Die hier ihre Ideen, ihre Erfahrungen einbringen. Die den Mut haben etwas neues zu probieren und auch den Mut haben, gegen den Strom zu schwimmen. Und die eine aufgeschlossene und mutige B\u00fcrgermeisterin haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich pers\u00f6nlich bin daf\u00fcr und werde mich daf\u00fcr auch stark machen, dass zum Beispiel der n\u00e4chste Behindertenbeauftragte der Stadt Linz eine \u201eweisungsungebundene\u201c Person sein muss. Ein pragmatisierter Magistratsmitarbeiter ist f\u00fcr solche wichtigen T\u00e4tigkeiten v\u00f6llig ungeeignet. Schlie\u00dflich handelt er wahrscheinlich im Sinne des Arbeitgebers und nicht im Sinne der Behinderten. Und wenn er faul oder inkompetent ist, kann ihm auch nichts passieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir bedanken uns bei Selbstbestimmt Leben Steiermark und den Expertinnen und Experten der Stadt Graz, dass sie sich die Zeit f\u00fcr uns genommen und viele positive Einblicke in ihre Stadt gegeben haben. Die wir auch nach Linz tragen werden. Vielleicht wird es Widerstand geben, auch von Behinderteneinrichtungen, die bis jetzt eine ruhige Kugel geschoben haben. Mut kann man sich halt nicht kaufen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So gibt es f\u00fcr mich keine Aufmerksamkeits- oder Einstiegsfelder, sondern nur mehr Noppenfelder. Und die sind nicht nur f\u00fcr blinde und Sehbehinderte, sondern f\u00fcr alle Menschen, die die entsprechende Hilfe beim Ein- und Aussteigen in die \u00d6ffis ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Idee zu dieser Grazfahrt kam mir, als ich im Internet auf das Handbuch &#8222;Bus und Bim f\u00fcr alle&#8220; der Holding Graz gesto\u00dfen bin. Eine umfangreiche und auch barrierefreie Brosch\u00fcre \u00fcber das \u00f6ffentliche Verkehrsnetz in Graz. So etwas umfangreiches und \u00fcbersichtliches findet man nat\u00fcrlich in Linz auch nicht. Und da war meine Frage: Was k\u00f6nnen die in Graz, was man in Linz nicht kann? \u00a0Die Linz AG und die Stadt Linz k\u00f6nnen mich gerne vom Gegenteil \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jedenfalls geh\u00f6rt die Behindertenarbeit in Linz und in O\u00d6 komplett neu aufgestellt und aufgebaut. Hier wurde in den letzten Jahren nichts weitergebracht. Da muss man sich jetzt ein Beispiel an Graz nehmen. Ich erinnere mich noch an die Zeit, als eine betr\u00fcgerische Dame die SLI O\u00d6 in den Ruin getrieben hat und damit viele positive Ideen und Projekte mitgenommen hat. So wurde damals auch die inklusive . Theatergruppe \u201eESSELLISSIMO\u201c mitgerissen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und das positivste Erlebnis kommt zum Schluss. Es kam zu einem Wiedersehen nach fast 40 Jahren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Beim Essen im Cafe Eggenberg stellte sich heraus, dass Robert Konegger und ich von 1984 bis 1986 im BBRZ Linz die Ausbildung zum B\u00fcrokaufmann absolviert haben. Wir waren im selben Lehrgang, aber in Parallelklassen. So konnten wir uns schon einmal \u00fcber unsere ehemaligen Lehrer austauschen. Jedenfalls haben wir unsere Berufung in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung gefunden. Und man trifft sich im Leben immer zwei Mal.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Link zum Bericht bei SL Steiermark: <a href=\"https:\/\/www.sl-stmk.at\/de\/aktuelles\/meldungen\/2023-06-28-Gaeste-Linz-Barrierefreiheit.php\">https:\/\/www.sl-stmk.at\/de\/aktuelles\/meldungen\/2023-06-28-Gaeste-Linz-Barrierefreiheit.php<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Fotos gibt es auf Facebook: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/hojager\">https:\/\/www.facebook.com\/hojager<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00a9 Juli 2023 by Gerhard Hojas<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Mittwoch, 28.06.2023 ging es mit der \u00d6BB von Linz nach Graz. 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