{"id":2088,"date":"2025-08-25T21:08:39","date_gmt":"2025-08-25T19:08:39","guid":{"rendered":"https:\/\/hojas.co.at\/blog\/?p=2088"},"modified":"2025-08-25T21:08:39","modified_gmt":"2025-08-25T19:08:39","slug":"gmunden-und-der-traunsee-ein-ausflug-ins-herz-des-salzkammerguts-20-07-2025","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/hojas.co.at\/blog\/gmunden-und-der-traunsee-ein-ausflug-ins-herz-des-salzkammerguts-20-07-2025\/","title":{"rendered":"Gmunden und der Traunsee: Ein Ausflug ins Herz des Salzkammerguts (20.07.2025)."},"content":{"rendered":"<p>An einem sonnigen Sonntagmorgen starteten wir unseren Tagesausflug von Linz aus mit dem Zug in Richtung Gmunden. Schon die Fahrt durch die sanft h\u00fcgelige Landschaft Ober\u00f6sterreichs stimmte uns auf einen erlebnisreichen Tag am Traunsee ein. Unser Ziel: eine Schifffahrt mit der historischen MS Gisela, die seit \u00fcber einem Jahrhundert G\u00e4ste \u00fcber den glitzernden See tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr die Fahrt von Linz ins ober\u00f6sterreichische Salzkammergut stehen die \u00d6BB und die WESTbahn zur Verf\u00fcgung. Sofern keine der seltenen Direktverbindungen nach Gmunden verf\u00fcgbar ist, erfolgt ein Umstieg in Attnang-Puchheim. Nach der Ankunft in Gmunden wartet bereits die Stra\u00dfenbahn direkt vor dem Bahnhof. Diese bringt einen bequem bis zur Haltestelle Gmunden Rathausplatz (Schiffstation), die sich unmittelbar bei der Schiffanlegestelle befindet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Salzkammergut:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Salzkammergut ist eine malerische Region im Herzen \u00d6sterreichs, die sich \u00fcber Teile der Bundesl\u00e4nder Ober\u00f6sterreich, Salzburg und Steiermark erstreckt. Es ist bekannt f\u00fcr seine beeindruckende Kombination aus Bergen, Seen, Tradition und Geschichte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am Nordrand der Alpen gelegen befinden sich im Salzkammergut \u00fcber 76 Seen, darunter der Wolfgangsee, Mondsee, Attersee, Traunsee und der ber\u00fchmte Hallst\u00e4tter See. Umgeben von markanten Gebirgsz\u00fcgen wie dem Dachstein, Toten Gebirge, Traunstein und H\u00f6llengebirge.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Name stammt vom historischen Salzabbau: \u201eSalzkammergut\u201c war einst ein habsburgischer Besitz, verwaltet vom Salzoberamt in Gmunden. Besonders bekannt ist das Innere Salzkammergut mit Orten wie Bad Ischl und Hallstatt, das heute zum UNESCO-Welterbe z\u00e4hlt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unsere Reise begann um 07:56 Uhr mit der Westbahn ab Linz. P\u00fcnktlich um 09:15 Uhr gingen wir an Bord der MS Gisela und starteten unsere Rundfahrt auf dem Traunsee. Alles verlief reibungslos und genau nach Plan \u2013 in solchen Momenten wei\u00df man das Klimaticket besonders zu sch\u00e4tzen. So konnten wir uns auch sofort in Gmunden in die Stra\u00dfenbahn setzen und losfahren ohne sich um Fahrkarten k\u00fcmmern zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gmunden:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gmunden ist ein echtes Juwel im ober\u00f6sterreichischen Salzkammergut \u2013 direkt am Nordufer des Traunsees gelegen und umgeben von majest\u00e4tischen Bergen. Mit rund 13.000 Einwohnern ist die Stadt nicht nur Verwaltungssitz des Bezirks Gmunden, sondern auch ein kulturelles und historisches Zentrum der Region. So ist die Stadt ber\u00fchmt f\u00fcr ihre handgefertigte Keramik mit dem ikonischen gr\u00fcnen Muster \u2013 ein echtes St\u00fcck \u00f6sterreichischer Tradition.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gmunden liegt auch am Traunsee, dem tiefsten See \u00d6sterreichs. Und der Traunstein, der Hausberg der Gmundner, ist ein Paradies f\u00fcr Wanderer und Kletterer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und wer kennt nicht das Schloss Ort! Das m\u00e4rchenhafte Seeschloss ist nicht nur ein beliebtes Fotomotiv, sondern auch bekannt aus der TV-Serie Schlosshotel Orth.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Traunseetram:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die neue Stra\u00dfenbahn in Gmunden, bekannt als Traunseetram, wurde am 1. September 2018 offiziell in Betrieb genommen. Die urspr\u00fcngliche Stra\u00dfenbahn Gmunden wurde bereits 1894 er\u00f6ffnet und \u00fcber viele Jahrzehnte war sie mit nur etwa 2,3 km L\u00e4nge die kleinste Stra\u00dfenbahn der Welt. Sie verbindet Gmunden mit Vorchdorf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die aktuelle Gesamtl\u00e4nge der Strecke betr\u00e4gt etwa 18 km. Eine Besonderheit der Strecke ist, dass sie teils eingleisig mit Ausweichen gef\u00fchrt wird und z\u00e4hlt zu den steilsten Adh\u00e4sionsbahnen weltweit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine Adh\u00e4sionsbahn, auch als Reibungsbahn bekannt, ist ein Eisenbahnsystem, bei dem die Fortbewegung allein durch die Haftreibung zwischen den R\u00e4dern des Fahrzeugs und den Schienen erfolgt. Dieses Prinzip ist das Standardverfahren bei den meisten Eisenbahnen weltweit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcbrigens &#8211; Die steilste Adh\u00e4sionsbahn der Welt ist die P\u00f6stlingbergbahn in Linz. Sie kommt ohne Zahnradantrieb aus und funktioniert allein durch die Haftreibung der R\u00e4der auf den Schienen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bevor wir es uns auf dem Deck der MS Gisela gem\u00fctlich machten, besorgten wir zun\u00e4chst unsere Fahrkarten. Menschen mit Behinderung sowie deren Begleitpersonen erhalten hier eine Erm\u00e4\u00dfigung auf den Fahrpreis. Der Zugang zum Schiff ist auch f\u00fcr mobilit\u00e4tseingeschr\u00e4nkte Personen \u2013 etwa mit Rollstuhl oder Rollator \u2013 problemlos m\u00f6glich. Zudem stehen die Matrosen jederzeit hilfsbereit zur Seite. Unser Ausflug, vom Start am Hauptbahnhof Linz bis zum Betreten der MS Gisela, war durchgehend barrierefrei gestaltet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die MS Gisela:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die MS Gisela ist ein echtes Juwel auf dem Traunsee \u2013 und nicht irgendein Schiff, sondern einer der \u00e4ltesten Raddampfer der Welt! Sie wurde nach der \u00e4ltesten Tochter von Kaiser Franz Joseph I benannt. Die MS Gisela wurde urspr\u00fcnglich in Floridsdorf gebaut und in Einzelteilen zum Traunsee transportiert.<\/p>\n<p>In ihrer langen Zeit am Traunsee hat sie mehrere technische Umbauten und Restaurierungen erlebt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Einige Technische Details zur MS Gisela:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Baujahr: 1871;<\/p>\n<p>L\u00e4nge: ca. 52 Meter;<\/p>\n<p>Maschine: Oszillierende Verbunddampfmaschine, die man vom Deck aus beobachten kann;<\/p>\n<p>Geschwindigkeit: Bis zu 22 km\/h;<\/p>\n<p>Kapazit\u00e4t: Bis zu 250 Personen;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nachdem die Dampfmaschine auf Touren gekommen war legte die MS Gisela vom Anlegesteg ab und es begann die gro\u00dfe Panoramatour \u00fcber den Traunsee&#8230; Die Ger\u00e4usche der Dampfmaschine, der man vom Deck bei ihrer Arbeit zusehen kann, waren am ganzen Deck h\u00f6rbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Traunsee \u2013 Das tiefblaue Herz des Salzkammerguts:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Traunsee, eingebettet in die majest\u00e4tische Kulisse des ober\u00f6sterreichischen Salzkammerguts, z\u00e4hlt zu den eindrucksvollsten Naturjuwelen \u00d6sterreichs. Mit einer Fl\u00e4che von 24,35 km\u00b2 ist er der viertgr\u00f6\u00dfte See des Landes \u2013 und mit einer Tiefe von 191 Metern zugleich der tiefste. Auf 422 Metern Seeh\u00f6he gelegen, schmiegt sich der See an den Nordrand der n\u00f6rdlichen Kalkalpen und wird von steilen Felsw\u00e4nden und sattgr\u00fcnen Bergh\u00e4ngen eingerahmt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Besonders markant erhebt sich der Traunstein, der wie ein steinerner W\u00e4chter \u00fcber dem See thront und Wandernde wie Bergsteiger gleicherma\u00dfen fasziniert. Rund um den See laden charmante Orte wie Gmunden, Altm\u00fcnster, Traunkirchen und Ebensee zum Verweilen ein \u2013 mit historischen Promenaden, traditionellen Bootsh\u00e4usern und einem Hauch kaiserlicher Nostalgie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Traunsee spielte \u00fcber Jahrhunderte eine zentrale Rolle im Salzhandel des Salzkammerguts. Als Transportweg f\u00fcr das \u201ewei\u00dfe Gold\u201c war er wirtschaftlich von gro\u00dfer Bedeutung und pr\u00e4gte die Entwicklung der Region nachhaltig. Heute befindet sich der See im Besitz der \u00d6sterreichischen Bundesforste und wird als wertvolles Natur- und Erholungsgebiet gesch\u00fctzt und gepflegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Fahrt um 09:15 Uhr hat seine besonderen Reize. Mit 2 Stunden ist sie die l\u00e4ngste Rundfahrt am Traunsee und mit der Morgenstimmung sp\u00fcrt man eine besondere und ruhige Atmosph\u00e4re mit spiegelglattem Wasser und klarer Sicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei unserer Panoramafahrt legte die MS Gisela bei mehreren H\u00e4fen an und die Passagiere konnten aus- oder zusteigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die wichtigsten Anlegestellen sind: Altm\u00fcnster, Traunkirchen und Ebensee. Hier wendet die MS Gisela und es geht wieder zur\u00fcck zum Startpunkt in Gmunden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In dieser Morgenstimmung und bei sch\u00f6nem Wetter hatte man die sch\u00f6nsten Ausblicke auf die malerische Landschaft um den Traunsee. Somit erwartete uns bei der Fahrt \u00fcber dem See eine beeindruckende Kulisse aus Natur und Architektur. Eine der landschaftlichen Highlights ist der markante Traunstein, der majest\u00e4tisch \u00fcber dem See thront und als Wahrzeichen der Region gilt. Vom See aus sieht man das charmante St\u00e4dtchen Gmunden mit seinem historischen Rathaus und dem bekannten Schloss Ort, das malerisch auf einer kleinen Insel liegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vom See aus bot sich uns auch ein Blick auf den Baumwipfelweg am Gr\u00fcnberg, sowie auf den Gmundnerberg. Als Draufgabe gab es um 10:00 Uhr noch den Blick auf den abnehmenden Mond \u00fcber Ebensee.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gmundnerberg:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Gmundnerberg liegt in der Marktgemeinde Altm\u00fcnster, nahe Gmunden, und erreicht eine H\u00f6he von 884 m \u00fcber dem Meeresspiegel. Er geh\u00f6rt zu den Traun- und Atterseer Flyschbergen und bietet einen spektakul\u00e4ren Rundblick auf den Traunsee, den Traunstein, das H\u00f6llengebirge und das Alpenvorland.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf dem Plateau findet man eine Kapelle, eine Sternwarte und ein Neurologisches Therapiezentrum, das auf dem Gel\u00e4nde einer ehemaligen Lungenheilanstalt errichtet wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was sind Flyschberge?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Flyschberge sind eine geologische Besonderheit, die vor allem in den Alpen und deren Vorland vorkommt. Der Begriff \u201eFlysch\u201c stammt aus dem Schweizerdeutschen und bedeutet so viel wie \u201eflie\u00dfen\u201c \u2013 ein Hinweis auf die Entstehung dieser Gesteinsschichten durch Ablagerungen in tiefen Meeresbecken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Flyschberge sind H\u00fcgel- und Berglandschaften, die aus sogenannten Flyschgesteinen bestehen. Diese Gesteine sind:<\/p>\n<p>Wechselfolgen von Sandstein, Mergel, Ton und Konglomeraten. Entstanden durch Sedimentation in Tiefseegr\u00e4ben w\u00e4hrend der Alpenbildung.<\/p>\n<p>Oft stark zerkl\u00fcftet und erosionsanf\u00e4llig, was sie landschaftlich sehr abwechslungsreich macht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Baumwipfelpfad Salzkammergut am Gr\u00fcnberg:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Baumwipfelpfad Salzkammergut am Gr\u00fcnberg in Gmunden ist ein echtes Highlight. Hoch \u00fcber dem Waldboden bietet der Pfad spektakul\u00e4re Panoramablicke auf Gmunden, den Traunsee und die umliegenden Voralpen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der barrierearme Weg schl\u00e4ngelt sich 1.400 Meter durch die Baumkronen und endet in einem 39 Meter hohen Aussichtsturm \u2013 gebaut in Form eines riesigen Salzfasses, als Hommage an die regionale Geschichte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Interaktive Lern- und Spielstationen machen den Pfad zum Outdoor-Klassenzimmer \u2013 mit Infos zu Baumarten, Vogelstimmen und der Geschichte der Pferdeeisenbahn. Und zum Abschluss sorgt die 75 Meter lange Tunnelrutsche im Turm f\u00fcr einen Adrenalinkick.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Pfad ist nur mit der Gr\u00fcnberg-Seilbahn erreichbar!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die MS Gisela gem\u00e4chlich an bewaldeten Ufern, kleinen Buchten und charmanten Villen vorbeiglitt, g\u00f6nnten wir uns eine Pause im gem\u00fctlichen Bordrestaurant \u2013 bei Kaffee und Kuchen. Die ruhige Stimmung wurde jedoch j\u00e4h unterbrochen, als eine gr\u00f6\u00dfere, bunt gemischte Gruppe zustieg und f\u00fcr etwas mehr Trubel sorgte. Das st\u00f6rte uns aber kaum, denn wir befanden uns bereits auf dem R\u00fcckweg und Gmunden war nicht mehr weit entfernt. So nahm auch diese entspannte und sch\u00f6ne Schifffahrt ihr Ende \u2013 genau dort, wo sie begonnen hatte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nachdem die letzten Passagiere das Schiff verlassen hatten, gingen auch wir von Bord. In unmittelbarer N\u00e4he der Anlegestelle fanden wir ein charmantes Restaurant, das uns zum Mittagessen einlud. Im gem\u00fctlichen Gastgarten genossen wir das Flair von Gmunden in vollen Z\u00fcgen \u2013 mit Blick auf den See, umgeben von der entspannten Atmosph\u00e4re des Ortes.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Besonders am\u00fcsant war die mobile Speisekarte, die wir direkt im Blick hatten. Das Mittagsmen\u00fc wechselte \u00fcberraschend schnell von \u201eSchwammerlso\u00dfe und Kn\u00f6del\u201c zu \u201eKn\u00f6del mit Ei und Salat\u201c. Offenbar waren die Pilzsammler an diesem Tag nicht besonders erfolgreich!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gest\u00e4rkt machten wir uns anschlie\u00dfend auf zu einem entspannten Spaziergang entlang der malerischen Esplanade.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese erstreckt sich vom Caf\u00e9 Kandur bis zum Yachtclub und bietet einen traumhaften Ausblick auf den Traunsee und die umliegende Bergwelt. Zahlreiche schattige B\u00e4nke laden zum Verweilen und Genie\u00dfen ein \u2013 ein perfekter Ort, um die Seele baumeln zu lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unser Ziel war ein Juwel im Salzkammergut, das Schloss Ort. Dieser malerische Ort ist in 20 Minuten zu Fu\u00df von der Esplanade erreichbar. Das Schloss liegt auf einer kleinen Insel im Traunsee und ist \u00fcber einen 123 Meter langen Holzsteg mit dem Festland verbunden und ist somit ein romantischer Zugang zum Schloss.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Schloss Ort (bis ins fr\u00fche 20. Jahrhundert auch Orth geschrieben) besteht aus zwei Teilen: dem Seeschloss Ort, das direkt im See liegt, und dem Landschloss Ort, das \u00fcber die Br\u00fccke erreichbar ist. Die Anlage ist eine Mischung aus mittelalterlicher Wasserburg und sp\u00e4teren Umbauten, mit einem dreieckigen Innenhof, Bogeng\u00e4ngen und einer sp\u00e4tgotischen Au\u00dfenstiege. Mit seiner ersten urkundlichen Erw\u00e4hnung im Jahr 909 macht Schloss Ort zu einem der \u00e4ltesten Geb\u00e4ude im Salzkammergut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seit 1995 geh\u00f6rt das Schloss der Stadt Gmunden und dient heute als Museum und Veranstaltungsort. Bekannt wurde Schloss Ort durch die deutsch-\u00f6sterreichische Fernsehserie \u201eSchlosshotel Orth\u201c, die von 1996 bis 2004 hier gedreht wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nachdem wir das Schloss Ort erkundet hatten, traten wir den R\u00fcckweg an. Zwischen der Esplanade und dem Schloss befindet sich eine \u00f6ffentliche WC-Anlage, inklusive barrierefreiem WC, das mit dem Euro-Key zug\u00e4nglich ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein besonders intensiver Duft begleitete uns kurz auf unserem Weg zur\u00fcck. Der rauchige Geruch frisch gegrillter Steckerlfische stieg uns in die Nase. Doch wir widerstanden der Versuchung \u2013 denn f\u00fcr den Abschluss unseres Tages hatten wir noch etwas anderes geplant.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir besuchten eine bedeutende Institution in Gmunden, die unser Programm auf stimmige Weise abrundete. Die Konditorei Baumgartner, direkt bei der Esplanade.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Caf\u00e9 Konditorei Baumgartner in Gmunden ist weit mehr als ein Ort f\u00fcr feine Mehlspeisen \u2013 sie ist ein lebendiges St\u00fcck Familiengeschichte, eingebettet in die malerische Kulisse des Traunsees.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gegr\u00fcndet im Jahr 1962 von Bruno Baumgartner, der nach Jahren in der Schweiz gemeinsam mit seiner Frau Gertrud in seine Heimat zur\u00fcckkehrte, begann alles mit einer kleinen Konditorei am Marktplatz. Seit 1973 verw\u00f6hnt das Caf\u00e9 seine G\u00e4ste an der Esplanade \u2013 mit einem unvergleichlichen Blick auf den majest\u00e4tischen Traunstein und das romantische Schloss Ort.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ber\u00fchmt ist die Familie Baumgartner f\u00fcr das Original Gmundner Schwanenei \u2013 eine edle Praline aus Zartbitterschokolade mit feinem Nuss-Krokant, deren Rezeptur seit beinahe einem Jahrhundert \u00fcberliefert wird. Auch die kreative Marillenkn\u00f6del-Praline, eine raffinierte Hommage an den \u00f6sterreichischen Klassiker, sorgte international f\u00fcr Aufsehen und wurde mehrfach ausgezeichnet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber dieses s\u00fc\u00dfe Kapitel am Traunsee geht wom\u00f6glich zu Ende.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch wer diese K\u00f6stlichkeiten noch einmal genie\u00dfen m\u00f6chte, sollte nicht z\u00f6gern: Nach 65 Jahren voller Hingabe und Handwerkskunst muss die Konditorei Baumgartner vielleicht ihre T\u00fcren schlie\u00dfen. Der Pachtvertrag mit der Stadt Gmunden l\u00e4uft aus \u2013 ab 2027 soll ein neues gastronomisches Konzept am Standort umgesetzt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nachdem wir uns beim Baumgartner mit einigen kulinarischen K\u00f6stlichkeiten verw\u00f6hnt hatten, lie\u00dfen wir den sp\u00e4ten Nachmittag gem\u00fctlich am Ufer des Traunsees ausklingen, bevor es mit der Stra\u00dfenbahn zur\u00fcck zum Bahnhof ging. Von unserem Platz aus bot sich ein traumhafter Blick \u00fcber das stille Wasser, das nun von zahlreichen Segelbooten und kleinen Tretbooten belebt wurde. Schw\u00e4ne glitten elegant \u00fcber die Oberfl\u00e4che und zogen ihre ruhigen Bahnen. In der Ferne erhoben sich majest\u00e4tisch der Traunstein und der Gr\u00fcnberg, und sogar die Gr\u00fcnbergseilbahn war zu erkennen. Dazu geh\u00f6rte auch noch die Felsformation der \u201eSchlafenden Griechin\u201c. Ein Anblick, der zum Verweilen einlud.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Traunstein:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Traunstein ist nicht nur ein markanter Berg in Ober\u00f6sterreich, sondern auch ein echtes Naturdenkmal mit Geschichte, Mythen und spektakul\u00e4rer Aussicht. Er liegt am Ostufer des Traunsees und ragt auf 1.691 Meter empor und f\u00e4llt besonders durch seine steile, fast alpin wirkende Form auf. Und er ist kein Anf\u00e4ngerberg \u2013 seine Routen sind anspruchsvoll und erfordern Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Der es dann doch geschafft hat sieht vom Gipfel aus den gesamten Traunsee, die Stadt Gmunden und die Berge des Salzkammerguts bis hin zum Dachsteinmassiv. Der Traunstein war schon fr\u00fch ein Orientierungspunkt f\u00fcr Schifffahrt und Handel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Gr\u00fcnberg:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Gr\u00fcnberg ist der Hausberg von Gmunden und z\u00e4hlt zu den beliebtesten Ausflugszielen der Region. Auf rund 1.004 Metern H\u00f6he gelegen, bietet er eine atemberaubende Aussicht auf den Traunsee und die umliegende Berglandschaft.<\/p>\n<p>Die barrierefreie Gr\u00fcnberg-Seilbahn bringt die Besucher bequem und schnell auf den Gipfel. Oben angekommen kann man den beeindruckenden Baumwipfelpfad gehen oder man wandert zum idyllischen Laudachsee.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Seilbahn ist besonders benutzerfreundlich: Menschen mit Behinderung und ihre Begleitpersonen profitieren von einem eigenen Tarif. Sie ist sowohl mit der Stra\u00dfenbahn als auch zu Fu\u00df von der Esplanade aus leicht erreichbar \u2013 ideal f\u00fcr einen entspannten Tagesausflug.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die \u201eSchlafende Griechin\u201c:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die \u201eSchlafende Griechin\u201c ist eine markante Felsformation am Erlakogel, einem Berg \u00f6stlich des Traunsees. Von bestimmten Blickwinkeln \u2013 besonders vom gegen\u00fcberliegenden Ufer \u2013 erinnert das Relief des Berges an das Gesicht einer liegenden Frau. Der Gipfel stellt dabei die \u201eNase\u201c dar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es gibt mehrere Sagen und Deutungen zur Entstehung dieser Formation:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Variante 1: Der greise K\u00f6nig Dachstein verbannt den Traunstein wegen Ungehorsams. Eine Frau schleicht sich zu ihm, wird verflucht und als Berg neben den Traunstein verwandelt und der Erlakogel entsteht als Strafe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Variante 2: Der Riese Erla verliebt sich in die Nixe Blondchen vom Laudachsee. Nach ihrem Tod mei\u00dfelt er ihr Gesicht als Denkmal in den Felsen \u2013 die \u201eSchlafende Griechin\u201c ist Ausdruck seiner Trauer und Liebe.<\/p>\n<p>Die Figur ist also sowohl landschaftliches Wahrzeichen als auch mythisches Symbol f\u00fcr Liebe, Verlust und Verwandlung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit diesen Eindr\u00fccken machten wir uns auf den Weg zur Haltestelle der Traunseetram. Besonders positiv fiel uns dabei die barrierefreie Gestaltung f\u00fcr blinde und sehbehinderte Menschen auf. Gmunden verf\u00fcgt \u00fcber akustisch-taktile Signalanlagen (ATAS), die \u2013 wie in Linz und anderen St\u00e4dten Ober\u00f6sterreichs \u2013 mithilfe eines Handfunksenders aktiviert werden k\u00f6nnen. Auch an den Stra\u00dfenbahnhaltestellen sind im Einstiegsbereich der ersten T\u00fcr sogenannte Aufmerksamkeitsfelder angebracht, die die Orientierung erleichtern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die R\u00fcckfahrt nach Linz verlief ebenso reibungslos. Der Zug nach Attnang-Puchheim wartete bereits am Bahnsteig, als wir mit der Stra\u00dfenbahn am Bahnhof ankamen. Auch der Umstieg in den Zug nach Linz klappte dort problemlos. Dank des Klimatickets bestand erneut die Wahlm\u00f6glichkeit zwischen \u00d6BB und WESTbahn.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So endete unser erlebnisreicher Sonntag mit einer entspannten Heimkehr nach Linz \u2013 erf\u00fcllt von sch\u00f6nen Momenten und bleibenden Eindr\u00fccken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte meiner wunderbaren Begleitung von Herzen danken. Durch ihre lebendigen Beschreibungen, einf\u00fchlsamen Erkl\u00e4rungen und spannenden Erz\u00e4hlungen sowie ihre souver\u00e4ne F\u00fchrung durfte ich den Tag mit vielen wertvollen Eindr\u00fccken und neuen Perspektiven erleben. Solche Ausfl\u00fcge gewinnen noch an Tiefe, wenn man sich an der Seite einer vertrauten Person sicher und gut aufgehoben f\u00fchlt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Reise von Linz nach Gmunden und zur\u00fcck war rundum barrierefrei. Ob Zugfahrten, Stra\u00dfenbahn, das Ein- und Aussteigen auf der MS Gisela, entspannte Spazierg\u00e4nge entlang des Traunseeufers oder der Zugang zum Schloss Ort \u2013 alles war problemlos und angenehm zug\u00e4nglich gestaltet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ausflugtipp:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da die Z\u00fcge der \u00d6BB und der WESTbahn aus dem Osten und Westen \u00d6sterreichs \u00fcber Attnang-Puchheim auf der Weststrecke verkehren, eignen sich Tagesausfl\u00fcge auch hervorragend f\u00fcr Reisende aus diesen Regionen. Von Attnang-Puchheim aus besteht zudem eine direkte Verbindung zu bekannten und beliebten Ausflugszielen im Salzkammergut wie Ebensee, Bad Ischl, Bad Goisern und Hallstatt. Man braucht in Gmunden nur im Zug sitzen bleiben und weiterfahren!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>H\u00f6rbilder:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zum Abschluss gibt es einige H\u00f6rbilder aus Gmunden:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>H\u00f6rbilder auf der Dampfschiff MS Gisela am Traunsee in Gmunden:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Direkt beim offenen Maschinenraum mit Blick auf den Motor. Hier hat man die volle Ger\u00e4uschkulisse:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hojas.co.at\/extern\/audio\/MS%20Gisela%20Gmunden%20.MP3\">https:\/\/www.hojas.co.at\/extern\/audio\/MS%20Gisela%20Gmunden%20.MP3<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So h\u00f6rt man den Motor, die Glocke und den Dampf am Aussichtsdeck der MS Gisela:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hojas.co.at\/extern\/audio\/MS%20Gisela%20Der%20Motor%20aus%20der%20Ferne\">https:\/\/www.hojas.co.at\/extern\/audio\/MS%20Gisela%20Der%20Motor%20aus%20der%20Ferne<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Horn und Glocke auf der MS Gisela:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hojas.co.at\/extern\/audio\/MS%20Gisela%20Horn%20Traunsee\">https:\/\/www.hojas.co.at\/extern\/audio\/MS%20Gisela%20Horn%20Traunsee<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Ger\u00e4usche des Motors und eine Durchsage des Kapit\u00e4ns auf der MS Gisela:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hojas.co.at\/extern\/audio\/MS%20Gisela%20mit%20Durchsage%20Traunkirchen\">https:\/\/www.hojas.co.at\/extern\/audio\/MS%20Gisela%20mit%20Durchsage%20Traunkirchen<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Brunnen am Rathausplatz in Gmunden:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hojas.co.at\/extern\/audio\/Brunnen%20Gmunden%20Rathausplatz.MP3\">https:\/\/www.hojas.co.at\/extern\/audio\/Brunnen%20Gmunden%20Rathausplatz.MP3<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00a9 August 2025 by Gerhard Hojas, Linz \/ Ebelsberg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An einem sonnigen Sonntagmorgen starteten wir unseren Tagesausflug von Linz aus mit dem Zug in Richtung Gmunden. 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