{"id":2224,"date":"2026-08-02T19:10:05","date_gmt":"2026-08-02T17:10:05","guid":{"rendered":"http:\/\/hojas.co.at\/blog\/?p=2224"},"modified":"2026-08-02T19:10:05","modified_gmt":"2026-08-02T17:10:05","slug":"antwort-der-stadt-linz-nach-einer-anfrage-bezueglich-des-informationsfreiheitsgesetzes-wegen-eigenartiger-akustischer-ampelschaltungen-fuer-blinde-und-sehbehinderte-in-linz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/hojas.co.at\/blog\/antwort-der-stadt-linz-nach-einer-anfrage-bezueglich-des-informationsfreiheitsgesetzes-wegen-eigenartiger-akustischer-ampelschaltungen-fuer-blinde-und-sehbehinderte-in-linz\/","title":{"rendered":"Antwort der Stadt Linz nach einer Anfrage bez\u00fcglich des Informationsfreiheitsgesetzes wegen eigenartiger akustischer Ampelschaltungen f\u00fcr Blinde und Sehbehinderte in Linz."},"content":{"rendered":"<p><strong>Aufgrund sonderbarer und nicht nachvollziehbarer akustischer Ampelschaltungen f\u00fcr Blinde und Sehbehinderte habe ich eine Anfrage <\/strong>gem\u00e4\u00df Informationsfreiheitsgesetzes an die Stadt Linz geschickt. Die Anfrage und die Antworten findet ihr nachfolgend.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Anmerkung: Im Text kann man mit den Navigationstasten von Screenreadern navigieren.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h1>Auskunft gem\u00e4\u00df Informationsfreiheitsgesetz: Steuerung und Signalphasen akustisch-taktiler Signalanlagen (ATAS) f\u00fcr blinde und sehbehinderte Menschen im Stadtgebiet Linz<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Verantwortliche!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz \u2013 IFG) richte ich ein h\u00f6fliches Auskunftsbegehren an die zust\u00e4ndigen Stellen der Stadt Linz. Dieses betrifft die spezifische technische Umsetzung und softwareseitige Steuerung von akustisch-taktilen Signalanlagen (ATAS) an mehreren Kreuzungen im Linzer Stadtgebiet.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Sachverhalt und Problemstellung:<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Zuge der Nutzung des Handfunksenders zur Aktivierung der akustischen und taktilen Signalanlagen an Fu\u00dfg\u00e4ngerampeln l\u00e4sst sich an ausgew\u00e4hlten Kreuzungen eine systemtechnische Besonderheit beobachten. Nach der Aktivierung der Anlage erhalten blinde und sehbehinderte Verkehrsteilnehmer abweichende Signalphasen im Vergleich zu sehenden Fu\u00dfg\u00e4ngern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend f\u00fcr die visuelle Signalisierung regul\u00e4r die Gr\u00fcnphase freigegeben wird \u2013 sodass sehende Personen die Fahrbahn unmittelbar queren k\u00f6nnen \u2013, verbleibt das akustisch-taktile Signal f\u00fcr blinde und sehbehinderte Menschen in der Sperrphase (Rot). Dies f\u00fchrt dazu, dass die betroffene Personengruppe gezwungen ist, einen weiteren Signalumlauf abzuwarten, um ein akustisches Freigabesignal zu erhalten.<\/p>\n<p>Diese zeitlich versetzte bzw. verz\u00f6gerte Freigabe betrifft nachweislich unter anderem folgende Kreuzungsbereiche im Stadtgebiet Linz:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Kreuzung Garnisonstra\u00dfe \u2013 Prinz-Eugen-Stra\u00dfe<\/strong><\/li>\n<li><strong>Kreuzung Bahnhofstra\u00dfe \u2013 Wiener Stra\u00dfe (Bereich Musiktheater)<\/strong><\/li>\n<li><strong>Kreuzung Mozartstra\u00dfe \u2013 Eisenhandstra\u00dfe<\/strong><\/li>\n<li><strong>Kreuzung Gruberstra\u00dfe \u2013 Wei\u00dfenwolfstra\u00dfe (Bereich \u00d6GK \/ SMS)<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die beschriebenen Abweichungen in den Ampelschaltungen wurden dokumentiert und stehen zur Veranschaulichung des Sachverhalts unter der folgenden Webadresse zur Verf\u00fcgung:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anmerkung: Aus Datenschutzgr\u00fcnden sind diese Videos hier nicht abrufbar!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aus Sicht der Betroffenen ist diese programmierte Verz\u00f6gerung weder verkehrstechnisch nachvollziehbar noch barrierefrei. Sie f\u00fchrt im Alltag zu erheblichen Einschr\u00e4nkungen und Irritationen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Soziale Stigmatisierung und Benachteiligung:<\/strong> Blinde und sehbehinderte Menschen sind gezwungen, grundlos l\u00e4nger am Fahrbahnrand zu verbleiben, w\u00e4hrend der \u00fcbrige Fu\u00dfg\u00e4ngerverkehr (einschlie\u00dflich Personen mit Mobilit\u00e4tshilfen wie Rollatoren oder Rollst\u00fchlen) die Kreuzung bereits quert. Dies erzeugt f\u00e4lschlicherweise den Eindruck von Hilflosigkeit und f\u00fchrt zu wiederholten, gut gemeinten, aber unnotwendigen Interventionsversuchen durch Passanten.<\/li>\n<li><strong>Irritation des Individualverkehrs:<\/strong> Rechtsabbiegende Fahrzeugf\u00fchrer (Pkw, Busse sowie Lkw), welche die visuelle Gr\u00fcnphase der Fu\u00dfg\u00e4nger wahrnehmen, halten korrekterweise an, um Fu\u00dfg\u00e4ngern Vorrang zu gew\u00e4hren. Das Stehenbleiben der blinden Person trotz freier Gegenfahrbahn f\u00fchrt zu Unklarheiten und potenziellen Gefahrensituationen im Kreuzungsbereich.<\/li>\n<li><strong>Fehlannahmen zur Mobilit\u00e4t:<\/strong> Die separate Schaltung impliziert f\u00e4lschlicherweise eine generell verminderte Gehgeschwindigkeit blinder und sehbehinderter Menschen, was einer sachlichen Grundlage entbehrt und als diskriminierend (Ableismus) wahrgenommen wird.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund und zur Kl\u00e4rung der verkehrsplanerischen sowie rechtlichen Grundlagen dieser Schaltungslogik bitte ich im Rahmen des gesetzlichen Auskunftsanspruchs um die Beantwortung der folgenden Fragen:<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df den Bestimmungen des Informationsfreiheitsgesetzes sehe ich einer zeitnahen Erteilung der Auskunft entgegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Entsprechend\u00a0\u00a7 6 Abs. 1 des Allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetzes (AVG) ist jede Beh\u00f6rde verpflichtet bei ihr eingehende Informationen an die zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde (dem zust\u00e4ndigen Magistrat \/ Bezirkshauptmannschaft) zur Bearbeitung weiterzuleiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr Ihre Unterst\u00fctzung und die Bereitstellung der Informationen danke ich Ihnen im Voraus und stehe f\u00fcr R\u00fcckfragen gerne zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Anmerkung: Ab hier findet Ihr die Fragen zu meiner Anfrage und anschlie\u00dfend die jeweilige Antwort der Stadt Linz.<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gerhard Hojas<\/p>\n<h1>Steuerung und Signalphasen akustisch-taktiler Signalanlagen<\/h1>\n<p>f\u00fcr blinde und sehbehinderte Menschen<\/p>\n<p>Informationsbegehren<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Hojas!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir haben den Antrag auf Zugang zu Information zur Steuerung von akustisch-taktilen<\/p>\n<p>Signalanlagen an mehreren Kreuzungen im Stadtgebiet am 22. Juni 2026 erhalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir kommen Ihrem Antrag innerhalb der gesetzlichen Frist von vier Wochen nach (\u00a7 8 Abs. 1 IFG)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Fragen beziehen sich in erster Linie auf die Ampelschaltungen an folgenden Kreuzungen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Prinz-Eugen-Stra\u00dfe \u2013 Garnisonstra\u00dfe, Wiener Stra\u00dfe \u2013 Blumauerstra\u00dfe (Musiktheater),<\/p>\n<p>Mozartstra\u00dfe \u2013 Eisenhandstra\u00dfe und Gruberstra\u00dfe \u2013 Weissenwolffstra\u00dfe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>1. Welche verkehrstechnischen, sicherheitsrelevanten oder softwareseitigen Gr\u00fcnde und Kriterien f\u00fchren dazu, dass an den genannten Kreuzungen die akustisch-taktile Gr\u00fcnphase nicht<\/h2>\n<p>synchron mit der visuellen Gr\u00fcnphase f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger freigegeben wird?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Antwort: Gem\u00e4\u00df \u00d6NORM V 2101 ist das Freigabesignal f\u00fcr akustisch-taktile Gr\u00fcnphasen so zu schalten, dass Fu\u00dfg\u00e4nger die gesamte Fahrbahnbreite mit einer Gehgeschwindigkeit von 1,0 m\/s \u00fcberqueren k\u00f6nnen. Gem\u00e4\u00df RVS 05.04.32 sollte die Mindestfreigabezeit so bemessen sein, dass<\/p>\n<p>w\u00e4hrend der Freigabezeit das \u00dcberschreiten der ganzen Fahrbahn m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zur Ber\u00fccksichtigung dieser Vorgaben und da es sich in Linz bew\u00e4hrt hat, aus Sicherheitsgr\u00fcnden parallel gef\u00fchrte Schutzwege mit gleichen Akustiken zu versehen, werden, falls notwendig, eigene Sonderprogramme geschaltet. In den Sonderprogrammen wird die akustisch-taktile Gr\u00fcnphase synchron mit der visuellen Gr\u00fcnphase freigegeben. Der Umstieg in die Sonderprogramme ist vom jeweiligen Programmablauf abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>2. Liegen dieser asynchronen Schaltung spezifische Richtlinien, Verordnungen oder Richtlinien f\u00fcr den Stra\u00dfenverkehr (RVS) zugrunde, die eine solche Verz\u00f6gerung vorschreiben oder<\/h2>\n<p>begr\u00fcnden?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Antwort: s. Pkt. 1.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anmerkung Gerhard Hojas: RVS steht f\u00fcr Richtlinien und Vorschriften f\u00fcr das Stra\u00dfenwesen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>3. Wurden die Interessenvertretungen der blinden und sehbehinderten Menschen (z. B. der Blinden- und Sehbehindertenverband O\u00d6, die Hilfsgemeinschaft oder freiraum-europa) in die Planung und Programmierung dieser spezifischen Ampelsteuerungen eingebunden? Wenn ja, wie gestaltete sich diese Abstimmung?<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Antwort: In die direkten Ampelsteuerungen werden keine Interessensvertretungen eingebunden. Neuplanungen oder Umplanungen von Blindenakustiken werden in der Regel mit dem BSVO\u00d6 abgestimmt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>4. Wenn der BSVO\u00d6 diesen besonderen Ampelschaltungen zugestimmt hat, mit welchen Begr\u00fcndungen? Wer war f\u00fcr dem BSVO\u00d6 die zust\u00e4ndige und verantwortliche Person bei diesen Projekten?<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Antwort: Ist nicht zu beantworten, da keine Zustimmung seitens der BSVO\u00d6 erfolgte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>5. Wurden bei der Planung und Umsetzung dieser Ampelschaltungen auch Mobilit\u00e4tstrainer f\u00fcr Blinde und Sehbehinderte eingebunden? Wenn nein, warum wurden diese Experten, von denen es in Linz durch das RISS einige gibt nicht eingebunden? Schlie\u00dflich sind das die Experten, die T\u00e4glich mit ihren blinden und sehbehinderten Klienten zu Fu\u00df in Linz Unterwegs sind.<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Antwort: Es wurden keine Mobilit\u00e4tstrainer eingebunden, da dies nicht \u00fcblich ist. Spezifische Anforderungen<\/p>\n<p>k\u00f6nnen \u00fcber den B\u00fcrgerservice eingemeldet werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>6. Gibt es seitens der Stadt Linz beziehungsweise der zust\u00e4ndigen Verkehrsbeh\u00f6rde Pl\u00e4ne, diese Schaltungen zu \u00fcberpr\u00fcfen und eine synchrone Freigabe f\u00fcr alle Fu\u00dfg\u00e4nger \u2013 unabh\u00e4ngig von einer Sehbehinderung \u2013 einzurichten, um eine vollst\u00e4ndige Barrierefreiheit im Sinne des Bundes-Behindertengleichstellungsgesetzes (BGStG) zu gew\u00e4hrleisten? Oder sind weitere Kreuzungen mit derartigen Ampelschaltungen in der Stadt Linz geplant? Falls ja, welche?<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Antwort: Alle Ampelschaltungen in Linz werden in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden \u00fcberpr\u00fcft. Die M\u00f6glichkeit einer direkten, synchronen Freigabe ist abh\u00e4ngig von der jeweiligen Ampelschaltung, die von den \u00f6rtlichen Gegebenheiten abh\u00e4ngt. Die \u00f6rtlichen Gegebenheiten sind auch bei Neuplanungen zu ber\u00fccksichtigen, wodurch jede Ampelschaltung individuell zu planen ist. Derzeit sind keine Neuplanungen von Blindenakustiken bekannt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Freundliche Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n<p>Der Direktor:<\/p>\n<p>Dr. HansXXXXXX<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Mein Res\u00fcmee:<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die bisherigen Antworten lassen nicht erkennen, warum es in Linz diese sonderbaren akustischen Ampelschaltungen f\u00fcr die blinde und sehbehinderte Community \u00fcberhaupt gibt. Es dr\u00e4ngt sich der Eindruck auf, dass hier lebensfremde und lebensferne sehende Ingenieure der Stadt Linz den blinden und sehbehinderten Menschen vorschreiben wollen, wie sie sich im \u00f6ffentlichen Raum zu verhalten haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wohlgemerkt: Dies betrifft <em>nur<\/em> diese eine Gruppe. F\u00fcr mich ist das ein Lehrbeispiel f\u00fcr eine schwere Diskriminierung aufgrund einer Behinderung.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3>Ein Beispiel:<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich \u00fcberquere h\u00e4ufig die Blumauerstra\u00dfe beim Musiktheater, um in Richtung Herz-Jesu-Kirche zu gehen. Ich aktiviere die ATAS mit meinem Handfunksender. Das akustische Signal weist mich an zu warten. Links von mir steht eine Person mit einem Fahrrad, rechts von mir sammeln sich einige Fu\u00dfg\u00e4nger an, darunter auch Kinder. Auch sie haben das visuelle Rotsignal und m\u00fcssen warten.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich bemerke ich, dass sich die Personen um mich herum in Bewegung setzen und die Stra\u00dfe \u00fcberqueren. Die Fu\u00dfg\u00e4ngerampel ist f\u00fcr sie auf Gr\u00fcn gesprungen. Nur ich als blinde bzw. sehbehinderte Person stehe alleine am Ampelmast, weil das akustische Signal noch immer auf Rot geschaltet ist. Von der anderen Seite kommt mir sogar ein Fu\u00dfg\u00e4nger entgegen und ruft mir zu, dass die Ampel bereits gr\u00fcn zeigt und ich doch gehen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach einer weiteren Gr\u00fcnphase an der anderen Querung der Wiener Stra\u00dfe bin schlie\u00dflich auch ich an der Reihe und darf die Bahnhofstra\u00dfe \u00fcberqueren. Von einer l\u00e4ngeren oder speziell angepassten Gr\u00fcnphase ist dabei jedoch nichts zu bemerken. Ich erreiche gerade einmal die Mitte der f\u00fcnfspurigen Stra\u00dfe, als die Ampel bereits zu blinken beginnt \u2013 was ich auch am akustischen Signal feststelle. Mich pers\u00f6nlich st\u00f6rt das zwar nicht allzu sehr, da man ohnehin eine l\u00e4ngere R\u00e4umphase hat und im Zweifelsfall die Autos, Busse und Lkw eben warten m\u00fcssen, aber ideal ist es nicht.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3>Eine weitere Situation:<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich warte an der Wiener Stra\u00dfe. Das akustische Signal zeigt Rot, w\u00e4hrend die visuelle Fu\u00dfg\u00e4ngerampel bereits auf Gr\u00fcn geschaltet hat. Autofahrer aus der Bahnhofstra\u00dfe, die rechts in die Wiener Stra\u00dfe einbiegen, bleiben ordnungsgem\u00e4\u00df stehen, weil ja laut der visuellen Ampel ein Fu\u00dfg\u00e4nger die Stra\u00dfe \u00fcberqueren m\u00f6chte. Die Autofahrer wissen nat\u00fcrlich nicht, dass die blinde oder sehbehinderte Person noch gar keine Gr\u00fcnphase hat. Ich will mir gar nicht ausmalen, was diese Verkehrsteilnehmer \u00fcber jemanden denken, der scheinbar v\u00f6llig orientierungslos am Zebrastreifen stehen bleibt.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3>Fazit:<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was unterscheidet Blinde und Sehbehinderte eigentlich von allen anderen Verkehrsteilnehmern? Bis auf diese Gruppe d\u00fcrfen n\u00e4mlich alle anderen Menschen bei der ersten Gr\u00fcnphase f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger gehen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>die Jungen, die \u00c4lteren, die Dame mit dem Rollator, der Herr mit dem Stock, die Frau mit den zwei Einkaufsw\u00e4gen, der Zuh\u00e4lter mit seinem Dobermann, der Achtj\u00e4hrige auf seinem Scooter, die Person im Rollstuhl, kognitiv eingeschr\u00e4nkte Menschen, schwer Alkoholabh\u00e4ngige oder auch Drogenabh\u00e4ngige. Und auch Mandy, der schwer Gehbehinderte, den ich in der Linzer Landstra\u00dfe immer \u00fcberhole, darf gehen. .<\/p>\n<p>Alle d\u00fcrfen sie die Stra\u00dfe \u00fcberqueren \u2013 nur der blinde und sehbehinderte Mensch muss stehen bleiben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Warum? Sind wir f\u00fcr die f\u00fcr mich vermutlich lebensfernen und lebensfremden aber sehenden \u00a0Verkehrsplaner der Stadt Linz vielleicht die \u201edummen und unm\u00fcndigen Hascherl\u201c, die nichts auf die Reihe bekommen und denen wir sagen m\u00fcssen wann und wie sie im Leben zurechtkommen m\u00fcssen??<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie auf der Homepage des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Ober\u00f6sterreich ersichtlich, ist ihnen diese wahrscheinliche Diskriminierung ihrer Mitglieder auch bekannt. Vermutlich ist ihnen das aber egal.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch bei der auf der Internetseite angegebenen Kreuzung Garnisonstra\u00dfe \u2013 Prinz-Eugen-Stra\u00dfe steht man als blinde und sehbehinderte Person minutenlang herum w\u00e4hrend alle anderen Fu\u00dfg\u00e4nger die Stra\u00dfe queren d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Link zur Verkehrsseite des BSVO\u00d6: <a href=\"https:\/\/www.blindenverband-ooe.at\/aktuelles\/akustische-verkehrsampeln-in-linz\/\">https:\/\/www.blindenverband-ooe.at\/aktuelles\/akustische-verkehrsampeln-in-linz\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Besch\u00e4mend ist f\u00fcr mich auch die Unt\u00e4tigkeit der zweiten Einrichtung f\u00fcr Blinde und Sehbehinderte in Linz. Die haben anscheinend noch gar nichts mitbekommen! Schlie\u00dflich haben sie vermutlich zur Zeit andere Probleme in Linz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Ein Klugschiss zum Schluss:<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Unterschied Lebensfern und lebensfremd<\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Obwohl beide Begriffe den fehlenden Bezug zur Alltagswirklichkeit beschreiben, unterscheiden sie sich in ihrer Intensit\u00e4t.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u201eLebensfern\u201c<\/strong> beschreibt Dinge, die sehr theoretisch oder abstrakt sind und deshalb im praktischen Alltag kaum eine Rolle spielen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u201eLebensfremd\u201c<\/strong> geht einen Schritt weiter und bezeichnet Einstellungen oder Regeln, die den eigentlichen Bed\u00fcrfnissen der Menschen und dem gesunden Menschenverstand v\u00f6llig widersprechen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zusammenfassend fehlt dem Lebensfernen lediglich die praktische Anwendbarkeit, w\u00e4hrend das Lebensfremde die eigentliche Natur des Lebens ignoriert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00a9 August 2026 by Gerhard Hojas, Linz \/ Ebelsberg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufgrund sonderbarer und nicht nachvollziehbarer akustischer Ampelschaltungen f\u00fcr Blinde und Sehbehinderte habe ich eine Anfrage gem\u00e4\u00df Informationsfreiheitsgesetzes an die Stadt Linz geschickt. 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