{"id":224,"date":"2014-05-18T11:46:59","date_gmt":"2014-05-18T09:46:59","guid":{"rendered":"http:\/\/hojas.co.at\/blog\/?p=224"},"modified":"2014-05-18T11:46:59","modified_gmt":"2014-05-18T09:46:59","slug":"geschichte-die-steiermark-ist-das-vampirland","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/hojas.co.at\/blog\/geschichte-die-steiermark-ist-das-vampirland\/","title":{"rendered":"Geschichte &#8211; Die Steiermark ist das Vampirland"},"content":{"rendered":"<h3>Die Steiermark ist das Vampirland<\/h3>\n<p>Wusstest Du, dass Carmilla, Ur-Vampir der Schauerliteratur, in der Steiermark zu Hause war? Auch Dracula w\u00e4re Steirer geworden &#8211; h\u00e4tte Bram Stoker nicht Transsylvanien entdeckt.<\/p>\n<p><strong>Literarische Vorlage<\/strong><\/p>\n<p><strong>Carmilla <\/strong>ist eine 1872 erschienene <strong>Novelle des irischen Schriftstellers <\/strong>Sheridan LeFanu, in der die Begegnung einer jungen Steirerin mit dem weiblichen Vampir Carmilla geschildert wird. Die Titelfigur gilt als Prototyp einer langen Reihe weiblicher, auch lesbischer Vampire, auch wenn LeFanu &#8211; der viktorianischen Moral entsprechend &#8211; Sexualit\u00e4t nie deutlich macht.<\/p>\n<p><em>&#8222;Du hast bestimmt schon von dem gr\u00e4sslichen Aberglauben geh\u00f6rt, der in der Steiermark, in M\u00e4hren, Schlesien, im t\u00fcrkischen Serbien, in Polen und sogar in Russland grassiert, dem Aberglauben &#8211; denn so m\u00fcssen wir es nennen -, dass es Vampire gibt?&#8220;<\/em>, fragt Laura, die Erz\u00e4hlerin der Vampir-Geschichte &#8222;Carmilla&#8220; (1872) des irischen Autors Sheridan LeFanu. Das M\u00e4dchen residiert mit ihrem Vater in einem Schloss <em>&#8222;30 Meilen von Graz&#8220;<\/em> und erlebt Schauriges mit einer sch\u00f6nen jungen Frau, die sie im Schloss besucht.<\/p>\n<p><strong>Vampirland. <\/strong>Doch wie kommt die Steiermark in den zweifelhaften Ruf eines Vampirlandes? Warum gehen gerade hier die Untoten um &#8211; literarisch wenigstens? Dieser Frage ging Peter Krenn, ehemaliger Leiter des Zeughauses Graz, in einem Aufsatz nach &#8211; und stie\u00df auf Schloss Hainfeld bei Feldbach, das gr\u00f6\u00dfte Wasserschloss des Landes, und dessen aus Schottland stammende Besitzerin, die Gr\u00e4fin Johanna Anna von Purgstall, eine geb\u00fcrtige Cranstoun.<\/p>\n<p><strong>Buch. <\/strong>Diese edle Dame tr\u00e4gt die Schuld, dass die Steiermark literarisch zum Vampirland wurde. Denn die alte, kranke Gr\u00e4fin w\u00fcnschte Besuch aus ihrer Heimat. Und wirklich, der schottische Kapit\u00e4n Basil Hall machte nach einer Italienreise Station auf ihrem Schloss &#8211; und schrieb dar\u00fcber einen Reisebericht &#8222;Schloss Hainfeld oder: Ein Winter in der Steiermark&#8220;, der 1836 erschien und unsere Heimat erstmals im englischen Sprachraum bekannt machte. <em>&#8222;Noch weniger h\u00e4tten wir es getr\u00e4umt, sechs Monate auf ihrem Schlosse in der Steiermark zuzubringen, einem so entlegenen Lande, von dem wir nichts wussten&#8220;, <\/em>schreibt er und berichtet von &#8222;<em>den schwer zug\u00e4nglichen, von dumpfen Bauernv\u00f6lkern besiedelten Gebieten, in denen ein z\u00fcgelloser Aberglaube den verschiedensten \u00c4ngsten und Schrecken Gestalt verleiht<\/em>&#8222;.<\/p>\n<p><strong>Die unheimliche Steiermark. <\/strong>Kein Wunder also, dass der irische Autor LeFanu auf der Suche nach dem idealen Schauplatz seiner Vampirgeschichte auf dieses Land zur\u00fcckgriff. Sogar die Grundidee \u00fcbernahm er einer &#8222;wilden Erz\u00e4hlung&#8220; aus Kapit\u00e4n Halls Bericht: Eines Tages bittet eine alte Frau in Begleitung eines jungen, h\u00fcbschen M\u00e4dchens einen Steirer um Aufnahme, da sie so ersch\u00f6pft sei. Die Alte verschwindet und der Mann hat die junge Frau im wahrsten Sinne des Wortes am Hals. Auch lautet der Familienname des Vampirs Carmilla Karnstein &#8211; eine eingedeutschte Verballhornung von Cranstoun, dem M\u00e4dchennamen der edlen Gr\u00e4fin von Purgstall.<\/p>\n<p><strong>Noch unheimlicher. <\/strong>Fast w\u00e4re es aber noch unheimlicher geworden in der Steiermark: Der wie LeFanu in Dublin geborene Bram Stoker, Autor von &#8222;Dracula&#8220; (1897), war von &#8222;Carmilla&#8220; stark beeinflusst und wollte die Handlung seines Romans ebenfalls in der Steiermark ansiedeln. Im ersten Kapitel (das sp\u00e4ter gestrichen wurde und dann als Kurzgeschichte erschien) trifft sein Held in einer schaurigen Walpurgisnacht im dunklen Wald nahe M\u00fcnchen auf ein Grabmal mit der Inschrift: &#8222;Gr\u00e4fin Dolingen zu Graz in der Steiermark, gesucht und tot aufgefunden 1801&#8220;. Doch dann stie\u00df Stoker auf die historische Figur des transsylvanischen F\u00fcrsten Vlad III. Draculea &#8211; und der Rest ist Geschichte.<\/p>\n<p>(Kleine Zeitung, Graz)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Steiermark ist das Vampirland Wusstest Du, dass Carmilla, Ur-Vampir der Schauerliteratur, in der Steiermark zu Hause war? 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