{"id":1585,"date":"2020-10-28T22:56:10","date_gmt":"2020-10-28T20:56:10","guid":{"rendered":"http:\/\/hojas.co.at\/blog\/?p=1585"},"modified":"2020-10-28T22:56:10","modified_gmt":"2020-10-28T20:56:10","slug":"ballonfahren-im-muehlviertel-am-20-10-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hojas.co.at\/blog\/ballonfahren-im-muehlviertel-am-20-10-2020\/","title":{"rendered":"Ballonfahren im M\u00fchlviertel am 20.10.2020"},"content":{"rendered":"<h3>Blinde und Sehbehinderte kommen hoch hinaus. Ballonfahren im M\u00fchlviertel.<\/h3>\n<p>Der Start des Hei\u00dfluftballons wurde wegen Corona und wegen widriger Wetterverh\u00e4ltnisse (Wind, wenig bis keine Sicht etc.) bereits sechs Mal verschoben.\u00a0 Am Dienstag, 20.10.2020 war es dann aber doch soweit und der Hei\u00dfluftballon konnte abheben.<\/p>\n<p>Das Abenteuer Ballonfahrt begann f\u00fcr einige Blinde und Sehbehinderte mit der Zugfahrt von Linz nach Schwertberg.<\/p>\n<p>Beim Startplatz des Hei\u00dfluftballons in Wartberg ob der Aist war bereits alles vorbereitet und aufger\u00fcstet. Mit der Ballonh\u00fclle, Brenner, Gebl\u00e4se, Korb, Verfolgerfahrzeugen und Anh\u00e4ngern kommt ein entsprechendes Equipment zusammen. Der Ballon mit Brenner und Korb f\u00fcr 16 Passagiere hat einen Wert von 100.000,&#8211; Euro.<\/p>\n<p>Der geflochtene, rechteckige Korb mit Propan-Gasbrenner lag auf der Seite. Die Ballonh\u00fclle war auf der Wiese in ganzer L\u00e4nge ausgelegt. Wir bekamen eine kleine F\u00fchrung und konnten alles angreifen und abtasten. So konnten wir feststellen, dass die Ballonh\u00fclle aus verschiedenen Materialien besteht. Au\u00dferdem konnten wir auch die Seile, die den Ballon am Korb halten, anfassen. W\u00e4hrend wir die H\u00fclle abschritten, konnten wir uns deren Ausma\u00dfe vorstellen. Die Gr\u00fc\u00dfe des Ballons ist beeindruckend. Er hat eine H\u00f6he von 33 Metern. Er ist der gr\u00f6\u00dfte Hei\u00dfluftballon in \u00d6sterreich. Der Korb ist innen vollst\u00e4ndig gepolstert und mit Haltegriffen ausgestattet. Diese werden bei der Landung noch sehr wichtig sein.<\/p>\n<p>Freiwillige halfen beim Aufrichten des Ballons. Sie hielten die \u00d6ffnung des Ballons, w\u00e4hrend ein lautes Gebl\u00e4se Luft in den Ballon blies. Durch die eingeblasene Luft richtete sich der Ballon immer weiter auf und zum Schluss wurde der Korb automatisch aufgestell.<\/p>\n<p>Jetzt war es Zeit zum Einsteigen. Da der Korb sehr stabil gebaut ist, gibt es logischerweise keine T\u00fcren zum Ein- und Aussteigen. Man muss in den Korb klettern. Mit der fachkundigen Anweisung und Hilfe der Balloncrew meisterten wir auch dieses Hindernis. Der Korb war in Vierer-, Dreier- und Zweierabteilen aufgeteilt.\u00a0 Laut Homepage des Veranstalters darf\u00a0 eine mitfahrende Person maximal 120 Kg \u00a0haben. Ein Paar sollte nicht nehr als 200 Kg haben. Das muss man bereits beim Buchen der Fahrt angeben. Au\u00dferdem sollten Kinder unter 8 Jahren auch nicht mitfahren. Man sollte doch aus dem Korb sehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nachdem alle 15 Ballonfahrer im Korb verstaut waren wurde vom Piloten der, doch sehr laute, Brenner gez\u00fcndet. Wenn man in der N\u00e4he des Brenners steht, f\u00fchlt man die W\u00e4rme der Flammen und man kann sich in luftiger H\u00f6he die Kopfbedeckung sparen. Man sp\u00fcrt nicht, wenn der Ballon vom Boden abhebt und langsam in die H\u00f6he schwebt. Der Pilot kann den Korb durch Luftd\u00fcsen in der Luft in jede Richtung drehen. Aber auch das kann man nur visuell erkenne. Oder man sp\u00fcrt es durch den Wind.<\/p>\n<p>Interessant war auch die Kommunikation des Piloten mit dem Flughafen H\u00f6rsching. Er musste immer seine Genehmigungen zum Steigen oder Sinken des Ballons einholen. So nebenbei unterhielt er sich auch mit dem Verfolgertross am Boden und beantwortete unsere Fragen. Da diesmal 2 Fallschirmspringeran Bord waren, stiegen wir auf eine H\u00f6he von 7000 Fu\u00df (2130 Meter). Als wir diese H\u00f6he erreicht hatten, stellten sich die 2 Fallschirmspringer auf dem Korb und lie\u00dfen sich r\u00fccklinks vom Korb fallen und waren sehr schnell verschwunden.<\/p>\n<p>In der H\u00f6he von 2100 Metern war die Temperatur angenehmer als in niederen Bereichen. Dort sp\u00fcrte man mehr den Wind. Aber in dieser H\u00f6he gab es eine traumhafte Fernsicht in alle Richtungen. Unter uns zog langsam das herbstliche M\u00fchlviertel vorbei. Man sah die verschiedensten Verf\u00e4rbungen des Laubwaldes. Dann sah man nur die gr\u00fcnen Nadelw\u00e4lder, die Wiesen, die \u00c4cker, die D\u00f6rfer und die feinen Linien, die diese D\u00f6rfer irgendwie verband. Die Traktoren erschienen als Miniaturfahrzeuge.<\/p>\n<p>In der Ferne sah man den Dachstein, den Schneeberg, die Rax, die Windr\u00e4der vom Windpark \u00a0Sp\u00fcrbichl und ironischerweise dahinter die T\u00fcrme vom Kernkraftwerk Temelin in Tschechien.<\/p>\n<p>Dann holte sich der Pilot vom Flughafen H\u00f6rsching die Genehmigung zum Sinken ein und nur vom Wind getrieben schwebten wir der Erde entgegen. Je tiefer wir kamen, desto intensiver vernahmen wir die Umweltger\u00e4usche von dort unten. Insider konnten auch die Pumpe eines Jauchenfasses ausmachen und man hoffte, dass man nicht auf einer frischged\u00fcngten Wiese landet.<\/p>\n<p>Wir wurden instruiert, wie wir uns bei der Landung richtig hinstellen und verhalten m\u00fcssen. Jetzt kamen auch die Haltegriffe zum Einsatz. Die Ballone landen immer, wenn alles gut geht, in Fahrtrichtung. Deshalb kann man die K\u00f6rbe in der Luft in jede Richtung drehen. Der Ballon setzte auf, hob wieder kurz ab, setzte wieder auf, hob noch einmal kurz ab und stand dann still. Das war absichtlich, da der Ballon Schwung hatte und abgebremst werden musste. Wir landeten beim Sportplatz in Neumarkt im M\u00fchlviertel. Die Verfolger am Boden hielten dann den Korb fest, sodass nichts mehr passieren konnte. Es wird darauf geachtet, dass bei der Landung so wenig Flurschaden wie m\u00f6glichentsteht.<\/p>\n<p>Eine Landung eines Hei\u00dfluftballons ist immer ein kleines Volksfest. Aus Nah und Fern kamen die Leute an und die Kinder hatten ihre Freude. Nachdem alle ausgestiegen waren, kam ein Bauer mit Mostkr\u00fcgen und verteilte sie unter den wagemutigen Ballonfahrern. Bevor es zur Ballonfahrertaufe ging, wurde noch zusammenger\u00e4umt.<\/p>\n<p>Es ist erstaunlich, wie schnell alles eingepackt und verstaut ist. Die H\u00fclle des Ballons wurde zusammengelegt und dann auf einem Wagen aufgerollt. Das kann man sich als motorisierten Schlauchwagen (wie im Garten) vorstellen. Anstelle der R\u00e4der waren, wie bei einem Panzer, Raupen montiert. Damit man im weicheren Gel\u00e4nde fahren kann. Der Ballon war in einigen Minuten aufgerollt und der Wagen fuhr dann auf dem Anh\u00e4nger.<\/p>\n<p>Beim Verladen des Korbes halfen alle zusammen und schoben ihn mit mehreren \u201eHo Rucks\u201c\u00a0 auf dem Anh\u00e4nger. Deshalb sind auch Griffe au\u00dferhalb des Korbes montiert.<\/p>\n<p>Im Anschluss fand die Ballonfahrertaufe statt. Hierbei werden alle Erstfahrer in den Ballonadelstand aufgenommen und erhalten Ihren ganz eigenen Adelstitel. Diesen Titel sollte man sich merken und wenn man andere Ballonfahrer trifft, sollte man sich damit vorstellen. Wenn man seinen Titel nicht kennt, kostet es eine Runde. Genauso muss man eine Runde bezahlen, wenn man vom \u201eFLIEGEN\u201c und nicht vom \u201eFAHREN\u201c spricht.<\/p>\n<p>Nachdem alle Feierlichkeiten beim Landeplatz abgeschlossen waren wurden wir mit dem Verfolgerfahrzeugen zum Ausgangspunkt der Ballonfahrt zur\u00fcckgebracht. Und f\u00fchr uns endete dieser wunderbare Tag bei einem gem\u00fctlichen Abschluss mit dem gr\u00f6\u00dften K\u00e4sekrainern und Bosnern von ganz Ober\u00f6sterreich in Pregarten, bevor es zur\u00fcck nach Linz ging.<\/p>\n<p>Fliegen oder Fahren:<\/p>\n<p>Wer sich \u00fcber Luftfahrtschiffe oder Hei\u00dfluftballons unterh\u00e4lt, tritt schnell ins Fettn\u00e4pfchen. Und zwar dann, wenn es darum geht, wie man die Bewegung bezeichnet. Denn ein Luftschiff f\u00e4hrt. Ein Flugzeug hingegen fliegt. Aber warum? Die Erkl\u00e4rung liegt in der Physik: Das Luftschiff fliegt mit Materialien, die leichter sind als die umgebende Luft (Helium oder hei\u00dfere Luft). Die Physiker haben also definiert, dass alles, was leichter als Luft ist, f\u00e4hrt. Flugzeuge sind schwerer und fliegen daher.<\/p>\n<p>Audioaufnahmen:<\/p>\n<p>Audioaufnahme des Gebl\u00e4ses, mit dem der Ballon aufgeblasen wurde:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.hojas.co.at\/extern\/audio\/Geblaese.MP3\">http:\/\/www.hojas.co.at\/extern\/audio\/Geblaese.MP3<\/a><\/p>\n<p>Audioaufnahme des Brenners: <a href=\"http:\/\/www.hojas.co.at\/extern\/audio\/Brenner.MP3\">http:\/\/www.hojas.co.at\/extern\/audio\/Brenner.MP3<\/a><\/p>\n<p>Ein danke an die Begleitpersonen (Die Scheiti und den Scheiti). Ohne denen w\u00e4re so ein toller Tag nicht m\u00f6glich gewesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blinde und Sehbehinderte kommen hoch hinaus. Ballonfahren im M\u00fchlviertel. 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