{"id":1678,"date":"2021-07-15T14:18:12","date_gmt":"2021-07-15T12:18:12","guid":{"rendered":"http:\/\/hojas.co.at\/blog\/?p=1678"},"modified":"2021-07-15T14:18:12","modified_gmt":"2021-07-15T12:18:12","slug":"almsommer-am-hochgruendeck-die-fusswallfaht-2021-der-blindenpastoral-linz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hojas.co.at\/blog\/almsommer-am-hochgruendeck-die-fusswallfaht-2021-der-blindenpastoral-linz\/","title":{"rendered":"Almsommer am Hochgr\u00fcndeck. Die Fu\u00dfwallfaht 2021 der Blindenpastoral Linz."},"content":{"rendered":"<p>Nach fast genau 5 Jahren (02.07.2016) war es wieder so weit. Monika Aufreiter, Leiterin der Blindenpastoral in Linz, organisierte zusammen mit tatkr\u00e4ftiger Unterst\u00fctzung von Alfons Aufreiter die Fu\u00dfwallfahrt auf das Hochgr\u00fcndeck in St. Johann im Pongau (Salzburg).<\/p>\n<p>Am Samstag, 10.07.2021 trafen sich 14 gutgelaunte Pilger beim Treffpunkt f\u00fcr Blinde und Sehbehinderte am Hauptbahnhof Linz. Sie fuhren mit dem Zug bis nach Salzburg und stiegen dort in die Zuggarnitur nach St. Johann um. Dort erwartete uns schon eine f\u00fcnfk\u00f6pfige Pilgergruppe aus der Steiermark (Graz und Leoben) die mit auf das Hochgr\u00fcndeck marschierte. Au\u00dferdem erwartete uns Robert und seine Freunde von der Bergrettung St. Johann im Pongau, die uns die 2 Tage kr\u00e4ftigst unterst\u00fctzten.<\/p>\n<p>Es ist die <strong>Fu\u00dfwallfahrt<\/strong> 2016 auf das Hochgr\u00fcndeck noch allen in Erinnerung. Damals attackierte beim Abstieg eine Mutterkuh 5 Teilnehmer der Pilgergruppe und verletzte dem Blindensellsorger Franz.<\/p>\n<p>Nachdem das Gep\u00e4ck f\u00fcr das Heinrich Kiener Haus am Hochgr\u00fcndeck im Fahrzeug der Bergrettung verstaut war und sie uns einige H\u00f6henmeter nach oben fuhren, konnte die Wanderung beginnen. Zwischen St. Johann im Pongau und den Heinrich Kiener Haus besteht doch ein H\u00f6henunterschied von ungef\u00e4hr 1.200 Meter.<\/p>\n<p>Der Wettergott meinte es am Samstag sehr gut mit uns und wir hatten den ganzen Tag Sonnenschein. Die Strecke ist doch sehr anspruchsvoll. Aber auf dem Forststra\u00dfen und sschattenspendenden Waldpassagen war das Marschieren keine so gro\u00dfe Anstrengung.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem wartete Robert immer bei Ausstiegen aus Waldpassagen auf die Gruppe um zu sehen, ob alles in Ordnung ist und ob vielleicht einige ein St\u00fcck des Weges fahren m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Nachdem alle das Heinrich Kiener Haus am Hochgr\u00fcndeck, ein Grasberg, erreicht hatten war eine gem\u00fctliche Rast angesagt. Und man konnte die grandiose Aussicht auf 300 Berggipfel oder in die sehr tief untenliegenden T\u00e4ler genie\u00dfen.<\/p>\n<p>Das Heinrich-Kienerhaus liegt auf 1.800 m Seeh\u00f6he umgeben von Almweiden auf dem Hochgr\u00fcndeck, das zu den am h\u00f6chsten bewaldeten Bergen Europas und den sch\u00f6nsten Aussichtsbergen \u00d6sterreichs z\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Es ist weithin bekannt f\u00fcr seinen \u00fcberw\u00e4ltigenden Panoramarundblick. \u00dcber das Salzachtal mit Hochk\u00f6nig ,Tennengebirge und Berchtesgadener Alpen, den Hohen Tauern mit dem Gro\u00dfglockner,dem Dachsteingebirge bis zu den K\u00e4rntner Gipfeln erfasst das Auge \u00fcber dreihundert Bergspitzen.<\/p>\n<p>Ein besonderes Erlebnis sind hier die Sonnenauf und -unterg\u00e4nge.<\/p>\n<p>Jetzt hie\u00df es auch Abschied nehmen vom Komfort von zu Hause. Jetzt war kaltes Wasser zum Waschen, Stockbetten und \u00f6kologisches Plumsklo, ohne Herzerl in der T\u00fcr, angesagt. Schlie\u00dflich waren wir ja eine Pilgergruppe und 2 Tage Schlichtheit sollte uns nicht schaden. .<\/p>\n<p>Das Heinrich Kiener Haus z\u00e4hlt zu den \u00f6kologischsten H\u00e4usern in den Alpen.<\/p>\n<p>Der Strom wird nicht, wie zumeist auf Schutzh\u00fctten \u00fcblich, von einem Stromaggregat, sondern mittels Solaranlagen, Fotovoltaikanlagen und einem Windkraftwerk gewonnen. Der so erzeugte Strom wird in Batterien gespeichert. Somit ist auch in Schlechtwetterzeiten die H\u00fctte stets bestens versorgt.<\/p>\n<p>Mittels Solarluftkollektoren wird das Haus stets mit Frischluft versorgt. Im Winter wird so die H\u00fctte vor starkem Ausfrieren gesch\u00fctzt, im Sommer das Raumklima in Gaststube und K\u00fcche verbessert.<\/p>\n<p>Im Dachboden befindet sich ein 500-Liter-Hygienepuffer, der f\u00fcr hygienisches Hei\u00dfwasser sorgt. Eine weitere Energiequelle ist der K\u00fcchenheizungsherd. Die \u00fcbersch\u00fcssige W\u00e4rme, die beim Arbeiten in der K\u00fcche entsteht, wird in den Puffer gespeist. Erreicht der Puffer die H\u00f6chsttemperatur, so geht die W\u00e4rme in den Heizkreislauf. So sind auch die Zimmer und Lager stets beheizt.<\/p>\n<p>Eine bahnbrechende Erfindung des H\u00fcttenwirtes sind die \u201eKomposttoiletten&#8220; in der H\u00fctte und zus\u00e4tzlich im Freien. Die Komposttoilette ist eine Toilettenanlage, die sich im Haus befindet und in der auch K\u00fcchenabf\u00e4lle mitkompostiert werden k\u00f6nnen. Die Rotte, die in der Anlage entsteht, wird als D\u00fcnger f\u00fcr die Forstkulturen verwendet und als Schutz f\u00fcr die B\u00e4ume vor Verbiss von Schafen und Wild. Au\u00dferdem entwickelte der Wirt eine \u201eGrauwasseranlage&#8220;, in der die Abw\u00e4sser aus K\u00fcche und Waschraum in sieben Stufen gereinigt werden.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter versammelten sich alle beim Gipfelkreuz (1.827 m) und der Blindenseelsorger Franz hielt eine Andacht, die zum Nachdenken anregte. Es war ein besonderes Erlebnis am Gipfel zu stehen und Franz zuzuh\u00f6ren. Umgeben von Almweiden auf dem Hochgr\u00fcndeck, das zu den am h\u00f6chsten bewaldeten Bergen Europas und den sch\u00f6nsten Aussichtsbergen \u00d6sterreichs z\u00e4hlt. Dazu kam noch die wunderbare Stille der Alpen.<\/p>\n<p>Abends, in der gem\u00fctlichen und geheizten Stube der Schutzh\u00fctte wurden 3 Sechziger nachgefeiert. 1961 scheint ein guter Jahrgang gewesen zu sein. Bis Jahresende kommen noch weitere Sechziger dazu. Und wer diese Gruppe kennt, der wei\u00df auch, wer das Licht abgedreht hat.<\/p>\n<p>Das Wetter meinte es am Sonntag nicht so gut mit uns. Das merkten schon die Fr\u00fchaufsteher, die den Sonnenaufgang am Gipfel miterleben wollten. Sie marschierten um 04:40 Uhr los und waren nach 15 Minuten schon wieder zur\u00fcck. Jedenfalls konnten sie es sich bis zum Fr\u00fchst\u00fcck um 8 Uhr im Bett noch gem\u00fctlich machen.<\/p>\n<p>Im leichten Regen marschierten wir zur St. Vinzenz Friedenskirche. Sie ist die Privatkapelle des Heinrich-Kiener-Hauses und liegt unweit des Gipfels oberhalb der H\u00fctte auf 1.808 m Seeh\u00f6he. Dort wurde um 10:00 Uhr mit Blindenseelsorger Franz die Eucharistie gefeiert. Dabei wurde auch an die Gedacht, die nicht mehr dabei sein konnten. Anschlie\u00dfend erz\u00e4hlte der Erbauer der Holzkirche, Hermann Hinterh\u00f6lzl sen. Die Geschichte seiner Kirche und man sp\u00fcrte, dass man einen besonderen Menschen vor sich hat.<\/p>\n<p>Die Geschichte der St. Vinzenz Friedenskirche am Hochgr\u00fcndeck.<\/p>\n<p>Gleich oberhalb der H\u00fctte steht auf dem Westgipfel, einem geomantischen Kraftplatz die baulich interessante Friedenskirche. Bis ins Detail symbolisch gestaltet soll diese Kirche die Vision umfassenden Friedens zwischen Menschen aller V\u00f6lker und Religionen in Harmonie mit der Sch\u00f6pfung sichtbar machen.<\/p>\n<p>Im Sommer 2003 begann der H\u00fcttenwirt des Heinrich Kiener Hauses, Hermann Hinterh\u00f6lzl sen. mit dem Bau der Friedenskirche am Hochgr\u00fcndeck. Sie wurde von ihm in Eigenarbeit nach eigenem Entwurf, ganz aus Holz in St\u00e4nderbauweise errichtet. Das Holz, als Symbol der Sch\u00f6pfung, stammt aus der unmittelbaren Umgebung. Der Bau entstand aus einem Miteinander vieler Menschen, die durch Arbeitsleistung oder Spenden zur Errichtung beitrugen.<\/p>\n<p>Am 5. September 2004 wurde die Kirche von Erzbischof Alois Kothgasser im Rahmen einer feierlichen Bergmesse dem heiligen Vinzenz, dem Patron der Forstleute, geweiht.<\/p>\n<p>Die Kirche ist bis ins kleinste Detail der Form und der Ma\u00dfe symbolisch gestaltet. Sie hat den Grundriss in Form eines gleichseitigen Kreuzes. Diese Kreuzesform hat, z\u00e4hlt man Innen- und Au\u00dfenwinkel, zw\u00f6lf Eckpunkte. Die Zahl zw\u00f6lf steht f\u00fcr die zw\u00f6lf Apostel als Fundamentsteine der christlichen Gemeinschaft. Ihre Namen sind in die W\u00e4nde eingeschnitzt. Ebenso steht die Zahl zw\u00f6lf f\u00fcr die zw\u00f6lf St\u00e4mme Israels, deren Namen in die tragenden Au\u00dfens\u00e4ulen der Kirche eingekerbt sind.<\/p>\n<p>Die Mitte des Raumes \u00f6ffnet sich nach oben in den mit einem Kreuz gekr\u00f6nten Turm. Hier h\u00e4ngt eine der gr\u00f6\u00dften Glocken des Salzburger Landes mit einem Gewicht von 1.040 kg.<\/p>\n<p>Der Altar besteht aus einer 365 kg. schweren Granitplatte, die auf drei Granitfindlingen ruht. In den Altar eingelassen ist eine Reliquie der Heiligen Edith Stein.<\/p>\n<p>Die Bestuhlung ist aus f\u00fcnf verschiedenen H\u00f6lzern, als Symbol f\u00fcr die Bewohner der f\u00fcnf Erdteile und Hautfarben, gefertigt. Das r\u00f6tliche Apfelbaumholz f\u00fcr die Ureinwohner Amerikas, die braune Eiche f\u00fcr die Aborigines Australiens, der dunkle Nussbaum f\u00fcr die Afrikaner, die gelbliche Bergulme f\u00fcr die Asiaten, der wei\u00dfe Ahorn f\u00fcr die Europ\u00e4er.<\/p>\n<p>Die Kirche steht an einem Platz mit einem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Panoramarundblick. Sie steht immer offen und wird von vielen G\u00e4sten und Einheimischen besucht. Sie ist Station des St. Rupert Pilgerweges.<\/p>\n<p>Leider ist die Kirche auch Ziel von Menschen, die nichts Gutes im Schilde f\u00fchren. Es wurden schon einige Gegenst\u00e4nde aus der Kirche gestohlen.<\/p>\n<p>Dann begann der gro\u00dfe Aufbruch und die Pilger machten sich auf dem Heimweg. Die guten Marschierer gingen direkt vom Schutzhaus Richtung Vogei H\u00fctte los und die anderen wurden ein St\u00fcck nach unten gefahren. Es kamen alle durchn\u00e4sst aber gl\u00fccklich und zufrieden bei der Vogei H\u00fctte an. Die Vogei H\u00fcttn befindet sich an der Bergstation des ehemaligen Hahnbaum-Sesselliftes auf 1 130 m Seeh\u00f6he.<\/p>\n<p>Bei der Vogei H\u00fctte wartete bereits Robert und nach einer kleinen Rast wurden die Pilger zur\u00fcck zum Bahnhof in St. Johann im Pongau gefahren. Die Fu\u00dfwallfahrt endete am Sonntag mit der Ankunft am Linzer Hauptbahnhof um 19:28 Uhr.<\/p>\n<p>Ein ganz gro\u00dfes Lob geb\u00fchrt Elisabeth aus Graz. Die mit 84 Lebensjahren diese Wallfahrt mitgemacht und sehr viel positives in die Gruppe gebracht hat.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Danke an die Begleitpersonen, ohne denen ein solches Unternehmen nicht m\u00f6glich w\u00e4re.<\/p>\n<p>Weiters ein gro\u00dfes Danke an Robert und seinen Freunden von der Bergrettung St. Johann im Pongau. Ohne deren Unterst\u00fctzung w\u00e4re eine solche Wallfahrt f\u00fcr einige nicht m\u00f6glich gewesen. Sie hatten immer ein Auge auf uns.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Danke an das tolle Team vom Heinrich-Kiener-Haus mit Hermann Hinterh\u00f6lzl jun. als Chef.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich auch an Monika und Alfons ein gro\u00dfes Danke. Ohne deren Engagement w\u00e4re ein solches Unternehmen nicht zustande gekommen.<\/p>\n<p>Die Pilger freuen sich schon auf ein Wiedersehen am Hochgr\u00fcndeck. Schlie\u00dflich wollen sie das H\u00fcttenfeeling genie\u00dfen und einige haben die Hoffnung nicht aufgegeben, doch noch den Sonnenaufgang am Hochgr\u00fcndeck zu erleben.<\/p>\n<p>\u00a9 Juli 2021 Gerhard Hojas<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach fast genau 5 Jahren (02.07.2016) war es wieder so weit. Monika Aufreiter, Leiterin der Blindenpastoral in Linz, organisierte zusammen mit tatkr\u00e4ftiger Unterst\u00fctzung von Alfons Aufreiter die Fu\u00dfwallfahrt auf das&#8230; <a class=\"read-more-button\" href=\"https:\/\/hojas.co.at\/blog\/almsommer-am-hochgruendeck-die-fusswallfaht-2021-der-blindenpastoral-linz\/\">Lesen Sie mehr &gt;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","jetpack_publicize_message":""},"categories":[21,27],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/pawkJb-r4","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hojas.co.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1678"}],"collection":[{"href":"https:\/\/hojas.co.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hojas.co.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hojas.co.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hojas.co.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1678"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hojas.co.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1678\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1679,"href":"https:\/\/hojas.co.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1678\/revisions\/1679"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hojas.co.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1678"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hojas.co.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1678"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hojas.co.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1678"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}