Unterwegs

Internationale Funkausstellung  IFA Berlin 2016

Von der Hochleistungswaschmaschine bis zum intelligenten Kühlschrank: Auf der internationalen Funkausstellung „IFA“ 2016 in Berlin wurden  reihenweise moderne Gerätschaften vorgestellt. Die Grenze vom Nutzen zur technischen Spielerei ist manchmal fließend. Die Industrie zeigte, dass Geschirrspüler und Herde, Kühlschränke und Wäschetrockner noch sparsamer, schneller, leistungsfähiger und einfacher zu bedienen sind. Doch etwa 1,2 Millionen Menschen in Deutschland oder etwa 320.000 Menschen in Österreich können davon nicht profitieren. So viele Blinde und Sehbehinderte gibt es nämlich, und die haben mit vielen Produkten massive Schwierigkeiten.

Die fortschreitende Digitalisierung elektronischer Geräte, umfangreiche Funktionspakete und der zunehmende Einsatz von Touchscreens schaffen Barrieren, denn sie erfordern in zunehmendem Maße visuelle Kontrolle. Die Bedienbarkeit von z. B. Waschmaschinen, TV-Geräten und Herden in privaten Haushalten ist aber eine Grundvoraussetzung für die selbstbestimmte Alltagsbewältigung.

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO) organisierten auf der IFA 2016 eine Sonderausstellung sowie eine Fachveranstaltung zum Thema „Nutzbarkeit und Barrierefreiheit von Haushalts- und Unterhaltungselektronik“.

Ich war mit meiner Begleitung Julia für freiraum-europa auf der diesjährigen internationalen Funkausstellung in Berlin und wir besuchten die verschiedenen Firmen,an deren Stände man „barrierefreie Elektrogeräte“ besichtigen und ausprobieren konnten.

Die Produktpalette reichte von aufklebbaren Folien in Brailleschrift für einen Backofen mit Drehreglern von Küppersbuschüber Saugrobotern mit einer Steuerung mit einer App bis hin zu einer Waschmaschine von Miele mit einen optimalen Drehregler und einen Touchscreen mit Sprachausgabe. Dieser Waschvollautomat soll im Frühjahr 2017 auf den Markt kommen. Er wurde von einer blinden Mitarbeiterin von Miele mitentwickelt und wird von ihr noch ständig weiter verbessert. Auf diese Waschmaschine freue ich mich, da sie aus der Produktfamilie W1 Classic kommt und daher mit etwa Euro 800,– auch erschwinglich ist. Weiters gab es noch die Fernseher von Samsung und Panasonic mit einer Menüführung mit Sprachausgabe.

Zu bemerken war, dass die Firmen verschiedene Zugänge zum Thema „barrierefrei“ einschlagen. DeLonghi hat vor einigen Jahren Kaffeeautomaten für Blinde mit Brailleschrift ausgestattet. Ist von dieser Produktpalette aber wieder abgekommen, weil der Markt nicht vorhanden war oder ist. Und ist wieder auf Drehregler und taktile Tasten umgestiegen. Man sieht hier wieder die unterschiedlichen Unternehmensphilosophien. Die Küppersbusch Hausgeräte GmbH will Küchengeräte  mit Brailleschrift kennzeichnen. Es gibt aber nun

Aber es ist schon einmal ein Anfang, dass sich viele Unternehmen Gedanken darüber machen ob ihre Produkte auch von allen bedient und benutzt werden können oder ob bestimmte Gruppen von der Benützung solcher Geräte von vornherein schon ausgeschlossen werden.

Ich bin der Meinung, dass nicht alle Geräte sprechen müssen. Ich brauche keine Kaffeemaschine mit einer Appsteuerung sondern eine Kaffeemaschine mit gut fühlbaren taktilen Tasten und einen optimalen Drehregler. Das Gleiche gilt für Elektroherde und Backöfen. Genauso wenig brauche ich einen sprechenden Kühlschrank. Wenn die Tür offen ist reicht ein akustisches Signal und keine Ansprache.

Es sollte ein „Design for all“ sein, damit niemand sagen muss: „In Deiner Welt bin ICH der Beeinträchtigte“.

freiraum-europa und ich werden die verschiedenen Neuheiten von der IFA in weiteren Berichten genauer vorstellen.

Ich bedanke mich bei meiner tollen Begleitung Julia, die mich durch das U-Bahnsystem von Berlin und die riesengroßen Messehallen geführt hat. Sie ist sich kein einziges Mal verfahren oder vergangen. Und sie war und ist eine tolle Reiseleiterin.

Weiters bedanke ich mich beim deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) für seine schriftliche Unterstützung.

Gerhard Hojas

Einmal Ungarn und retour 2017.

Ein Reisebericht über die Ungarnreise 2017 der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs.

Los ging die Reise nach Ungarn am Sonntag 20.08.2017 um 06:00 Uhr in Wien. Startpunkt war der Franz Jonas Platz. Da stiegen die ersten Reisefreudigen in den Bus. Bis 07:20 waren dann  alle eingesammelt und es ging los Richtung Grenze.

An der Grenze machten wir den ersten Stopp. Erstens, um die WC Anlagen zu inspizieren und zweitens, um Euro in Forint zu verwandeln. Der Wechselkurs ist so grob umgerechnet 1 Euro für 300 Forint. Ich habe nichts umgewandelt und bin sehr gut mit den Euros ausgekommen. Die Ungarn nehmen eben gerne die Euros.

Dann ging es weiter nach Balaton wo wir das Mittagessen einnahmen. Da lernte ich eine besondere Suppe kennen. Eine Erdbeersuppe. Sie hat sehr gut gemundet und hat den Durst gelöscht. Ist so ähnlich wie eine Gurkensuppe. Nur eben rot und ohne Gurkengeschmack. Anschließend machten wir einen Spaziergang entlang des Balaton. Auf der einen Seite des Weges saßen die Fischer und warfen ihre Angeln aus und einige Meter entfernt gab es den üblichen Lärm auf einem Markt. Markt ist untertrieben. Der 20. August ist zu Ehren des Staatsgründers Stefan (István) des Heiligen der offizielle Staatsfeiertag. Und da war am Markt schon einiges los.

Anschließend fuhren  wir Richtung Eger, wo unser Hotel Flora war. Die Fahrt bis Eger verlief ganz ruhig und wir kamen in unserem Zeitrahmen an. Das Einchecken verlief Dank der gemeinsamen Unterstützung auch Problemlos und wir freuten uns schon auf das Abendessen.

Obwohl es beim Abendessen und dem Frühstück ein Buffet gab war es durch die Unterstützung – EIGENTLICH ALLER – kein Problem seinen Magen zu füllen. Das war das Faszinierende und Wunderschöne an dieser Reise: Da hat Jede(r) – Jede(n) unterstützt.

Beim Abendessen fielen uns orange bekleidete Sportler auf. Orange, das können nur Holländer sein. Es waren die amtierenden Europameister im „Unterwasserhockey“. In Eger fand zwischen 21.08.2017 und 27.08.2017 die Europameisterschaft im Unterwasserhockey statt. Bis 20.08.2017, 20:00 Uhr hatte ich noch nie von einer solchen Sportart gehört.

Hier 2 Links zur Erklärung Unterwasserhockey:

Link zu Welt der Hobbys: http://welt-der-hobbys.de/unterwasserhockey/

Link zu einem Youtubevideo über Unterwasserhockey: https://www.youtube.com/watch?v=eCv9Ux-HF0o

Und zum Abschluss des ersten Tages gab es auch noch ein tolles Feuerwerk zu hören.

Der 2. Tag

Beim Frühstück um 07:30 Uhr wirkten wir Alle schon frisch und munter. Da auch das Frühstücksbuffet wieder sehr reichlich und sehr gut war werde ich von den einzelnen Speisen nichts mehr erzählen. Die ungarische Küche ist hervorragend und unsere Verköstigung während unseres Aufenthaltes war einfach super und mehr als ausreichend.

Im Hotel stieß dann unsere Reiseleiterin für die nächsten 3 Tage zu uns. Ihr Name ist Tünde und sie hat den richtigen tollen ungarischen Akzent. Unser Ziel war die Hortobagy-Puszta.  Bis zu unserer Ankunft um 11:30 Uhr in Mata erfuhren wir durch Tünde sehr viel über die ungarische Geschichte. Das es auch in Ungarn Lipizzaner gibt und zwar im Bük Gebirge und gehört zum Bük Nationalpark.

Link zum Bük Nationalpark: http://www.urlaub-ungarn.at/sightseeing/nationalparks-und-naturschutzgebiete-ungarn/nationalpark-buekk.html

Und wir zogen am Mátra Gebirge vorbei. Dieses Gebirge ist die höchste Erhebung in Ungarn. Der höchste Punkt: Kékestetö (1014m).

Link zum Mátra Gebirge: http://www.urlaub-ungarn.at/regionen/gebirge-ungarn/matra-gebirge.html

Im Mata Gestüt bekamen wir eine Führung durch die großen Pferdeställe und konnten die Riesenrösser hautnah erleben. Und was in Ställen sofort auffällt ist das Gezwitscher der Schwalben. Und Schwalben habe ich schon lange keine mehr gehört.

Link zum Mata Gestüt: http://at.gotohungary.com/reiten1/-/netaview/49434/%7B0%7D

Anschließend ging es zur Kutschenfahrt (offener Planwagen) in die Weite der Puszta. Wir fuhren an Hütten vorbei, die bis zum Boden mit Stroh eingedeckt waren, vorbei an den für diese Gegend typischen Brunnen und vorbei an Ställen mit den Zackelschafen. Die Hortobágy ist die größte, zusammenhängende, natürliche Grasheide Europas. Das zähe, anspruchslose Zackelschaf und das Graurind gibt es in dieser Gegend. Das Graurind hat extrem große Hörner. Und sie werden als Zugtiere eingesetzt.

Wir wurden von den Cowboys des Ostens erwartet. Den ungarischen Schafhirten auf ihren Pferden. Sie zeigten ihre Reitkunst und den Umgang mit der Peitsche. Die Pferde spielten dabei eine große Rolle. Sie legten sich auf den Boden und die Hirten stellten sich auf sie und ließen die Peitschen knallen. Dann zog noch ein Graurindergespann mit Wagen gemächlich an uns vorbei. Man kann sich vorstellen, weit und breit keine Abgase, kein Dünger. Hier ist alles Natur und reinstes BIO.

Dieser Teil der Puszta besteht aus einem Salzboden. Das heißt, wenn es regnet kann das Wasser nicht so schnell versickern und dann gibt es keine Ausflüge. Die Saison geht nur über den Sommer. Im Winter hat es bis zu Minus 20 Grad und im Sommer kann es bis zu 40 Grad Plus werden.

Es war ein tolles Erlebnis.

Link zum Hortobagy Nationalpark: http://www.urlaub-ungarn.at/sightseeing/nationalparks-und-naturschutzgebiete-ungarn/nationalpark-hortobagy.html

Anschließend ging es zum Mittagessen in die Hortobagy-Csarda. Da wir nach dem Mittagessen noch Zeit hatten, besuchten wir wieder einen Markt. Das Schöne an diesen Märkten ist, dass jedes Land, jede Region seine spezifischen Märkte hat. Es wäre ja fad wenn Alle das Gleiche hätten. Und so rätseln noch Alle aus der Gruppe wozu ich eine Peitsche gekauft habe. Ich habe schon bei Amazon geschaut. Die Peitsche aus Eurer Fantasie schaut anders aus. (Großes Grinsen).

Dann ging es zurück ins Hotel.

  1. Tag.

Abfahrt um 08:30 nach Tokaj. Bekannt durch das Anbaugebiet von Wein und ganz besonders des Tokajers.

Die Stadt Tokaj, berühmt von seinen Weinen (Tokajer), liegt am Zusammenfluss von Tisza (Theiß) und Bodrog.  Der Theiß hat hier eine Breite von über 150 m und fließt mit einer Geschwindigkeit von ca. 2 km/h. Der Bodrog ist etwa 70 m breit und fließt etwas noch langsamer. Das Gebiet zwischen Bodrog und Tisza, nördlich von Tokaj, ist eine Polderlandschaft: Die Dämme der Flüsse verhindern, dass das Frühjahrhochwasser zu schnell abklingt. Ein ca. 30 km langer und mehrere km breiter Landstrich ist etwa für drei Monate unter Wasser.

Wir machten auf der Theiß eine gemütliche Panoramafahrt und genossen die Aulandschaften. Und auch hier war wieder die Hilfsbereitschaft der Reisemitglieder untereinander bewundernswert!

Durch Tünde erfuhren wir wieder einiges über die Gegend, den Flüssen und den Weinen.

Anschließend ging es zum Mittagessen.

Link zu Tokaj: http://www.urlaub-ungarn.at/regionen/staedte-ungarn/staedte-nordungarn/tokaj.html

Link zu Wikipedia Tokaj: https://de.wikipedia.org/wiki/Tokaj

Nach dem Mittagessen hatten wir Zeit uns Tokaj etwas anzusehen und um 15:00 Uhr gab es eine Weinverkostung in einem urigen Weinkeller. Für mich war es wie ein Besuch in der steirischen Weinstraße. Die Gewölbe, die Akustik, der typische Kellergeruch. Es wurden 6 verschiedene Weine kredenzt. Und das Lachen aus verschiedenen Richtungen wurde immer lauter.

Es wurden zu den Weinen auch verschiedene Käsesorten zum zwischenknabbern angeboten. Da ich keinen Alkohol trinke habe ich mir gleich ein Teller mit Käse gesichert und jetzt bin ich Käsekenner.

Wenn ich also als alter Weinkenner erzähle:

„Mein Importeur hat mir neulich einen rassigen Rotwein vom Balkan empfohlen. Ein einfacher Wein, aber zu Kurzgebratenem gut trinkbar.“

Dann meinte ich:

Ich habe bei Hofer einen billigen mazedonischen Rotwein im Tetrapack um Euro 2,80 für die Grillparty erstanden.

Die Rückfahrt nach Eger verlief in lockerer Stimmung und es machten Witze die Runde die man als über 18 einstuft.

  1. Tag

Am vorletzten Tag unserer Reise ging es um 09:00 Uhr nach Debrecen. Wir hatten mit einer örtlichen Reiseleiterin eine tolle Stadtführung mit anschließenden Besuch der Reformierten Kirche.

Noch dazu ist dieses Wahrzeichen so riesig und beeindruckend, dass es nur schwer übersehbar ist. Es handelt sich hierbei um die Große Reformierte Kirche in Debrecen. Im Ungarischen heißt sie Református Nagytemplom und ist ein nationales Symbol für den protestantischen Glauben in Ungarn. Sie liegt mitten im Stadtzentrum zwischen dem Kossuth Platz und dem Calvin Platz und ist in ganz Ungarn die größte reformierte Kirche des Landes.

Link zu Debrecen: http://www.urlaub-ungarn.at/regionen/staedte-ungarn/staedte-noerdliche-grosse-tiefebene/debrecen.html

Link zur Reformierten Kirche: http://www.urlaub-ungarn.at/sightseeing/sehenswuerdigkeiten-debrecen/grosse-reformierte-kirche.html

Nach dem Mittagessen ging es zurück nach Eger. Da wir diesmal schon früher zurück kamen, hatten wir auch die Gelegenheit uns Eger noch etwas anzusehen.

Es gibt in Ungarn zahlreiche Städte die den Titel „Stadt des Barocks“ verdienen und einige weitere die den Titel „Stadt des Weines“, doch den Titel „Stadt des Barocks und des Weines“ verdient wahrlich nur eine ungarische Stadt, nämlich Eger. Die historische Stadt im Norden des Landes ist seit Jahrzehnten für seine wunderschöne Innenstadt und die vielfältigen Sehenswürdigkeiten bekannt und der hier erzeugte ungarische Wein war schon im Mittelalter an adeligen Tischen eine oft genossene Spezialität. Obwohl Eger nur die zweitgrößte Stadt Nordungarns ist, haben bereits viele Menschen gesagt, dass diese Stadt inmitten der ungarischen Gebirge ein Ambiente besitzt, welches landesweit einzigartig ist.

Link zu Eger: http://www.urlaub-ungarn.at/regionen/staedte-ungarn/staedte-nordungarn/eger.html

  1. und letzter Tag

Wir verluden unser Gepäck noch vor dem Frühstück im Autobus und konnten dann ohne Stress und Hektik das gute Frühstück in Eger genießen. Tünde kam noch vorbei und wir konnten uns nochmals von ihr verabschieden. Sie war für uns für die 3 Tage eine tolle Reiseführerin. Man hat richtig gemerkt wie sie im Umgang mit uns Blinden und Sehbehinderten immer besser und lockerer wurde.

Um 08:30 Uhr ging es Richtung Budapest, wo eine weitere Reiseleiterin zustieg. Es ist wunderbar, wenn man einen Busfahrer wie Fritz hat. Er hat eine 35 jährige Buserfahrung und war in dieser Zeit etwa 500 Mal in Budapest. Der braucht keinen Stadtplan. Dann ging es weiter ins barocke Künstlerstädtchen Szentendre.

Die wunderschöne ungarische Stadt Szentendre liegt etwa 20 Kilometer nördlich von Budapest und 20 Kilometer südlich von Vác. Mit ihren rund 23.000 Einwohnern gehört sie zwar nicht zu den großen Städten Ungarns, aber dafür verzaubert die malerische Stadt seit Jahren die immer häufiger kommenden Touristen. Da Szentendre direkt am Ufer eines Seitenarmes der Donau gegründet wurde, ergibt sich ein harmonisches Bild einer Kleinstadt mit der Natur des Donauufers. Szentendre kann auch als Stadt der Kirchen bezeichnet werden, immerhin entdeckt man 7 Kirchen in den freundlichen Passagen der Stadt.

Bei der Stadtführung durch Szentendre (St. Andrä) ist wieder ein ganz, ganz alter Mythos auferstanden. Die Reiseleiterin erzählt uns etwas, ein Viertel der Golden Girls aus unserer Gruppe entdeckt einen Laden mit Handtaschen und Husch Husch weg waren alle. Die Reiseleiterin und die Männer standen irgendwie verloren herum. Also, wie bringt man eine Gruppe von Frauen am schnellsten in einen Bus? Handtasche hinein werfen!

Das Mittagessen nahmen wir über den Dächern von Szentendre ein. Danach schlenderten wir ganz gemütlich durch die malerischen Gassen zurück zum Bus und fuhren weiter nach Esztergom.

In Esztergom hatten wir noch eine Führung durch den Dom und eine Führung durch die Schatzkammer. Und dann ging es zurück nach Wien.

Wenn es durch eine Baustelle und durch die Kontrollen an der österreichischen Grenze zu keinen Verzögerungen gekommen wäre. Dann wären wir wie angekündigt um 20:00 Uhr in Wien gewesen. So war es eben 21:00 Uhr.

Link zu Szentendre (St. Andrä): http://www.urlaub-ungarn.at/regionen/staedte-ungarn/staedte-mittelungarn/szentendre.html

Link zu Esztergom: http://www.urlaub-ungarn.at/regionen/staedte-ungarn/staedte-mitteltransdanubien/esztergom.html

Link zur Basilika in Esztergom: http://www.urlaub-ungarn.at/sightseeing/weitere-sehenswuerdigkeiten-ungarn/basilika-von-esztergom.html

Da wir auch beim einzigartigen Donauknie vorbeikamen, hier ein Link: http://www.urlaub-ungarn.at/sightseeing/natuerliche-sehenswuerdigkeiten-ungarn/donauknie.html

Der Zug nach Linz ging um 21:55 Uhr vom Hauptbahnhof in Wien ab und so ging eine wunderbare Reise zu Ende.

Ich bedanke mich beim Reiseleiter Gerhard Bruckner von der Hilfsgemeinschaft und seinem Mitorganisator Fritz – unser Busfahrer und Hans Dampf in allen Gassen für die tollen 5 Tage.

Es war wirklich eine kleine Familie. Alle haben zusammengeholfen. Und wenn man nur jemanden angerempelt oder angeschrien hat, nur damit der sich wie zu Hause fühlt. (ggg). Es gab keine Gruppenbildungen wie bei anderen Vereinen.

Gerhard und Fritz brauchen kein Reisebüro um solche Reisen zusammen zu stellen. Fritz hat seine Erfahrung als Busfahrer und Globetrotter und Gerhard weiß als Betroffener was man den Blinden und Sehbehinderten zumuten und zutrauen kann. Die 2 machen diese Reisen für die Blinden und Sehbehinderten schon 18 Jahre. Jetzt, nach 18 Jahren wieder in Ungarn aber ein anderes Gebiet. Die Zeiten waren sehr gut abgestimmt, es gab keine Hetzerei, es waren immer alle dabei und alle hatten ihren Spaß. Wir waren 5 Tage unterwegs und hatten 5 Tage Programm. Hier ging es um die Qualität und nicht um die Quantität. Ich hätte eine sehr gute Reiseleiterin für euch und uns.

Das war eine Reise, zusammengestellt von Betroffenen für Betroffene!

Ich habe solche Reisen für Blinde und Sehbehinderte auch schon anders erlebt. Die werden von Reisebüros vorgeschlagen und dann bestimmen Sehende, was sich Blinde und Sehbehinderte zum ansehen haben. Die 5 Tage teilen sich auf in 2 Tage An- und Abreise und 3 Tage Hetzerei. Keine Organisation des Mittagessens. Man soll sich als Blinder und Sehbehinderter in einer fremden Umgebung und in möglichst kurzer Zeit zu recht finden. Am letzten Tag  waren viele kaputt. Und was schlimm war, die Gruppenbildungen. Alles wurde und wird unter den Namen Kulturreise verkauft. Obwohl die, die von Kulturreise reden, gar nicht mitfahren. Und da kann die Reiseleiterin auch nichts anderes machen. Sie bekommt das Reiseprogramm vom Reisebüro und wenn sie es nicht einhält hat dann natürlich sie die Probleme. Es gibt natürlich auch Blinde und Sehbehinderte, die laut schreien: „Hallo, ich weiß da etwas, wir haben nicht alles durchgemacht“!

Was ich auch schon erlebt habe und das ist erst 2 Jahre her. Blinde werden Watschen angedroht wenn sie sich vom Platz bewegen. Cholerische Sehbehinderte sollen sich nicht als Begleitpersonen anbieten, nur um sich den Einbettzimmerzuschlag zu ersparen!

Ein Danke an alle Ehrenamtlichen, die Mitgefahren und Mitgeholfen haben und die Linzer und Oberösterreicher sind da in eine kleine Familie hineingekommen. Vielleicht fahren dann bei der nächsten Reise noch mehr Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher mit. Man ist keinen bestimmten Verein verpflichtet. Und bei der Hilfsgemeinschaft zahlt man als Mitglied keinen Mitgliedsbeitrag. und hat ein größeres Angebot an Veranstaltungen. Die Hörbücherei ist auch kostenlos und greift auf die Bücher der Hörbücherei des BSV Ö zu. Und was ganz wichtig ist. Die Beratung ist auch um einiges besser. Ich kann und darf das sagen, weil ich habe es selber erlebt.

Zur Info: Das ist kein offizieller Reisebericht der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen sondern ich habe meine persönlichen Eindrücke niedergeschrieben. Die „Hallo, hallo ich habe da etwas gelesen und das möchte ich gerne melden“ können das Telefon wieder aus der Hand legen!

Ich freue mich auf die nächste Reise mit der Hilfsgemeinschaft und dort klärt sich vielleicht das Rätsel um die Peitsche.

Genusswoche 05.05.2018 bis 12.05.2018 – Ein Genussbericht

Vom Blinden-  und Sehbehindertenverband Vorarlberg (BSV V) wurde vom 05.05.2018 bis 12.05.2018 eine Genusswoche organisiert. Die Teilnehmer dieser Genusswoche, 9 Blinde, Sehbeeinträchtigte und Begleiter aus Oberösterreich, waren im eigenen Ferienhaus „Haus im grüne“ untergebracht.

Es gab für jeden Tag ein Genussprogramm!

Sonntag, nach unserem ersten Frühstück im „Haus im grüne“ spazierten wir zur Wallfahrtskirche Bildstein und nahmen dort am Gottesdienst teil. Anschließend hatten wir die Gelegenheit uns die Kirche erklären zu lassen. Nach dem Mittagessen fuhren wir ins Hopfenmuseum Tettnang in Deutschland. Dort erlebten wir den Hopfen vom Anbau bis zum Bier. Im Hopfengut Museum konnten wir neben der modernen Technik auch eine spannende Reise in die wilde Hopfenbrocker- Zeit der 50er Jahre unternehmen. Und wer wissen will „wer oder was“  die „Hopfensau“ ist, sollte bei der nächsten Genusswoche des BSV V dabei sein.

Montags besuchten wir eine Imkerei & Schaubrennerei in Alberschwende. Nach einen „Begrüßungsschnäpsle“ wurden wir in das großzügig aus Holz und Glas erbaute Bienenhaus geführt. Dort erfuhren wir einiges über die Imkerei und über die Wichtigkeit der Bienen für die menschliche Existenz. Anschließend lernten wir bei der Führung durch die Schaubrennerei den Werdegang der edlen Brände von der Maische bis zur Destillation kennen.

Am Dienstag gab es eine Führung im Weindorf Nonnenhorn am bayrischen Bodensee. Wir erfuhren von der Geschichte des Weinanbaues in dieser Gegend und wurden in eine alte Weinpresse geführt. Während der Unterhaltung wurden uns Käse- und Weinschmankerln gereicht und wir konnten so das Erzählte und das Ambiente der alten Weinpresse auf uns wirken lassen. Wir kennen jetzt auch den Unterschied zwischen Prosecco und Secco.

Mittwochs hatten wir gleich 2 Genussveranstaltungen. Zuerst besuchten wir die Salzgrotte in Lindau und konnten bei Entspannungsmusik und salziger Luft etwas gutes für unsere Atemwege tun. Anschließend besuchten wir in Bregenz einen Wein und Tee Sommelier. Die  Weindegustation war auch für Anwesende, die keinen Wein tranken ein Vergnügen und Geografisch lehrreich.

Da Donnerstag ein Feiertag war wanderten wir am Vormittag nochmals zur Wallfahrtskirche Bildstein. Am Nachmittag waren wir im Bregenzerwälder Käsehaus und konnten beim Schaukäsen dabei sein und mitmachen. Während im Sennkessel die Milch langsam erwärmt wurde, erzählte uns die Sennerin einiges über die Käseproduktion im Bregenzerwald. Es ist ein interessanter und erlebnisreicher Weg von der Milch bis zur „Käsegeburt“. Einige von uns rührten auch im Sennkessel oder arbeiteten mit der Käseharfe. Interessant ist auch, dass Senner oder Sennerin ein Lehrberuf ist.

Mich persönlich erinnerte diese Käseproduktion an die im Freilichtmuseum Stübing bei Graz aufgestellte Alphütte von der Mittelargenalpe (Vorarlberg).Dort wurden täglich 750 Liter Milch zu Käse verarbeitet. Dazu wurden 60 Kühe 2 Mal täglich gemolken.

Am vorletzten Tag der Genusswoche hatten wir den Schokoladegenuss. Wir besuchten eine Schokolademanufaktur in Hohenems. Ausgewählte Edelkakaos aus Kleinkooperativen werden in dieser Manufaktur in Hohenems schonend geröstet. Der „Maitre Chocolatier“ produziert mit seinem kreativen Team edle Schokoladen von der Bohne bis zur fertigen Schokolade – also „Bean to Bar“.

Abends hatten wir unserem Spaß in der Hauseigenen Kegelbahn. Der ehemalige Obmann des BSV V, Manfred Schuler, der seit Mittwoch dabei war, zeigte den Oberösterreichern wie richtig gekegelt wird. Aber irgendwann wird es zur Revanche kommen!

Wir hatten zwischendurch auch schöne Spaziergänge und genossen die Abende entweder vor dem Haus oder in den gemütlichen Aufenthaltsräumen. Ich versuchte mich an der Schießanlage und musste feststellen, es gibt Bessere, viel Bessere. Da beim „Haus im grüne“ eine Kapelle in der Nähe ist, besuchten einige der Gruppe auch die Maiandachten. Und so verging diese Woche wie im Flug!

Wir haben nette, hilfsbereite und tolle Menschen kennen gelernt und wir bedanken uns beim Team von „Haus im grüne“, allen Begleitern, die auch Sonn- und Feiertags für uns da waren und uns gut betreuten. Und ganz besonders bedanken wir uns bei den 2 Buam!

Wir genossen diese Genusswoche bis zur letzten Minute und wir werden sicher wiederkommen!

Gesammelte Links zu den einzelnen Veranstaltungen unter: http://www.hojas.co.at/extern/Freizeit/Genusswoche.htm

Bericht Wallfahrt Stadl Paura am 16.06.2018

Am 16.06.2018 organisierte die Blindenpastoral Linz eine Wallfahrt zur einzigartigen Dreifaltigkeitskirche nach Stadl Paura.

22 Wallfahrer trafen sich am Bahnhof in Linz und fuhren dann gemeinsam mit dem Zug bis nach Lambach. Dort wurden wir vom Blindenseelsorger Mag. Franz Lndorfer erwartet und begrüßt. Wer wollte, konnte mit Franz im Auto nach Stadtl Paura mit fahren. Die anderen marschierten durch stille und kühle Gassen und entlang der Traun bis zur Dreifaltigkeitskirche in Stadl Paura.

Blindenseelsorger Franz zelebrierte in seiner angenehmen, ruhigen und unnachahmlichen Art für uns die Heilige Messe. Unterstützt wurde er von Josef Vorderderfler und an der Orgel faszinierte uns Benedikt Felbermayr mit seinen Klängen.

Nach der Heiligen Messe erfuhren wir von Kaplan Elias einiges über die Geschichte dieser Dreifaltigkeitskirche.

Geschichte der Dreifaltigkeitskirche Stadl Paura.

Im Jahr 1713 herrschte in Österreich eine Pestepidemie. Maximilian Pagl, der in Stadl-Paura geboren war und zu der Zeit Abt von Stift Lambach war, gelobte, er würde eine ganz besondere Kirche bauen lassen, sollte man von dieser Seuche verschont bleiben. Die Barockkirche wurde von 1714 bis 1724 mit dem Linzer Baumeister Johann Michael Prunner auf dem Pauraberg erbaut. Die Kirche wurde mit dem Passauer Fürstbischof Johann Philipp von Lamberg am 29. Juli 1725 geweiht.

Die Drei als Symbol der Dreifaltigkeit beherrscht die Architektur. Die Kirche hat drei Türme, drei Altäre, drei Orgeln, drei Halbkuppeln, drei Marmorportale – und der Grundriss selber ist dreieckig.

Es werden alle drei Altäre genutzt – dreimal im Jahr wechselt die Sitzordnung, das Eingangsportal und die Blickrichtung der Gläubigen. Dies richtet sich nach dem jeweiligen Festkreis.

Auch der Pfarrhof wurde von Prunner erbaut. Die ursprüngliche Nutzung war ein Waisenhaus, dann als Heim für behinderte Kinder und später noch als Internat für Priesterstudenten.

Da wir Nachmittags eine Führung im Benediktinerstift Lambach hatten, gingen wir gemütlich den gleichen Weg zurück nach Lambach. Während des Mittagessens unterhielten wir uns über das bisher gehörte, gesehene und erlebte. Außerdem konnten wir uns bei dieser Gelegenheit besser kennenlernen.

Mit großer Erwartung begannen wir dann auch die Führung durch das Benediktinerstift Lambach.

Durch die kompetente Führung erhielt man einen Einblick zu den romanischen Fresken, Sommerrefektorium, Stiftskirche, Stiftsbibliothek und weiteren Räumlichkeiten. Besonders angetan waren wir vom Barocktheater Lambach und der Geschichte dazu. Es ist das einzig erhaltene Klostertheater Österreichs.

Etwas zur Geschichte des  Benediktinerstiftes Lambach

Das Stift und die Stiftskirche wurde im Jahre 1056 von dem Hl. Adalbero, Graf von Wels und Lambach, Bischof von Würzburg gegründet. Die Stiftskirche wurde 1233 nach Zerstörung wieder instandgesetzt und von 1422 bis 1436 als zweischiffige Hallenkirche umgebaut.

Der Kirchenbau in seinem heutigen Bestand geht auf die Bautätigkeit der Äbte Placidus Hieber (1640–1678), Severin Blasz (1678–1705) und Maximilian Pagl (1705–1725) zurück und ist Ausdruck der österreichischen Klosterarchitektur des 17. Jahrhunderts.

In dieser Zeit wurde die Kirche von 1652 bis 1656 nach einem Entwurf von Filiberto Lucchese als einschiffige Anlage mit dreijochigem und zweijochigem, gerade geschlossenem Chor neu eingerichtet.

Die Stuckdekoration von 1655 wird dem Stuckateur Thomas Zaisel aus Linz zugeschrieben.

Von Christoph Abraham Walther aus Regensburg stammen die ein Jahr später entstandenen lebensgroßen Nischenfiguren zwischen den Doppelpilastern.

Der Hochaltar nach einem Entwurf vermutlich von Antonio Beduzzi, 1716–1717 (Vorbild Mariazell von Johann B. Fischer von Erlach), besteht aus Salzburger Marmor.

Zur weiteren Innenausstattung gehören das schmiedeeiserne Abschlussgitter unter der Orgelempore von 1662, der Bildteppich von 1712 (eventuell aus Antwerpen), die Deckplatte des Stiftergrabes von 1659 und die Kanzel von 1756.

So verging der Tag und mit all dies erlangten Wissen traten wir am Abend unsere Heimreise an und wir hatten das Gefühl einen besonderen Tag verbracht und erlebt zu haben.

Gerhard Hojas

Der Baumwipfelpfad auf dem Grünberg in Gmunden. Eröffnung 28. Juli 2018

Die Natur aus einer anderen Perspektive erleben

Eröffnung 28. Juli 2018

Projektbeschreibung

Am 28. Juli 2018 öffnet auf dem Grünberg in Gmunden der Baumwipfelpfad Salzkammergut seine Pforten. Höhepunkt des 1400 Meter langen und mit erlebnis- und lehrreichen Stationen versehenen Pfads ist der 39 Meter hohe, architektonisch einmalige Aussichtsturm mit integrierter Tunnelrutsche (ab Saison 2019). Die barrierearme Gestaltung des Pfads ermöglicht auch Familien mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrern ein unbeschwertes Naturerlebnis!

Auf der obersten Plattform des Turms angekommen bietet sich ein einzigartiger Blick vom Traunsee bis zum Dachstein.

Barrierearm & familienfreundlich.

Baumwipfelpfad und Aussichtsturm sind bei einer maximalen Steigung von 6% auch mit Rollstuhl und Kinderwagen befahrbar. Die Netzkonstruktion des Geländers gewährt hierbei uneingeschränkte Sicht. Rollstühle und Rollatoren können kostenfrei am Eingangsbereich ausgeliehen werden.

Erlebnis- und Spielstationen auf dem Baumwipfelpfad lassen nicht nur kleine Entdeckerherzen höher schlagen.

Grünberg-Seilbahn

Schon seit dem Jahr 1957 befördert die Grünberg-Seilbahn Einheimische wie Gäste auf den Gmundner Hausberg. Seit ihrem Neubau 2014 bieten zwei moderne, barrierefreie Großkabinen jeweils Platz für bis zu 60 Personen. An der Talstation der Grünberg-Seilbahn sind Kombitickets für Bahn und Baumwipfelpfad erhältlich. www.gruenberg.info

Gastronomie

In nächster Nähe zum Baumwipfelpfad befindet sich die Grünbergalm mit gutbürgerlicher Küche auf hohem Niveau. Nach einer Wanderung zum Laudachsee bietet die Ramsaualm ein besonderes Ambiente und kulinarische Köstlichkeiten zum Verweilen und Genießen.

Aufenthaltsdauer & Einlass

Für den Besuch des Pfads sollten Sie etwa eineinhalb Stunden einplanen. Bis eine Stunde vor Ende der Öffnungszeiten können Sie an unserer Kasse Eintrittskarten erwerben.

Zahlen / Daten / Fakten

Turmhöhe: 39 Meter

Pfadhöhe: bis zu 21 Meter

Pfadlänge: 1.400 Meter

max. Steigung: 6%

Tunnelrutsche: 55 Meter Länge (ab Saison 2019)

Link zur Infoseite Baumwipfelweg Gmunden: http://www.baumwipfelpfad-salzkammergut.at/

Reise 2018 der Hilfsgemeinschaft nach Slowenien

Auch im Jahr 2018 gab es bei der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen wieder eine 5 Tagesreise. Diesmal ging es nach Slowenien.

Am Samstag, dem 01.09.2018 war es dann wieder so weit. Ich habe zum ersten Mal den Umsteige- und Begleitservice der ÖBB in Anspruch genommen. Und es hat alles reibungslos funktioniert. Ich fuhr von Linz bis Wien Meidling. Dort  wurde ich bereits  erwartet und zum Taxistand gebracht. Von dort ging es zum Treffpunkt zur Haltestelle U4 Meidling.

Nachdem die letzten Mitreisenden in den Bus zugestiegen sind und „fast“ alle Koffer und Taschen verstaut waren, ging unsere Mehrtagesreise nach Slowenien los.

Beim ersten Halt bei der Raststation Loipersbach genossen wir ein gemeinsames Frühstück. Nach dieser ersten, größeren Begrüßungs – und Kennenlernphase fuhren wir weiter Richtung Süden. Ein ständiger Begleiter an diesem Samstag war der Regen. Wir fuhren an Graz vorbei Richtung Steirisch/Slowenische Grenze. Nachdem hier alle Formalitäten (Maut) erledigt waren ging es zum berühmten Trojani Pass.

Als es noch keine durchgehende Autobahn zwischen Maribor und Ljubljana in Slowenien gab, mühten sich die Urlauberkolonnen Richtung Istrien auf einer Bergstraße über den Trojanepass. Die Mühsal der kurvenreichen Strecke wurde bei einer Rast aber belohnt. Ziemlich üppig sogar. Dieser Pass ist nämlich für seine Krapfen bekannt. Hier werden pro Tag nicht unter 5000 Krapfen verkauft. Im Fasching bis zu 8000 Stück.

Nach dem Mittagessen am Trojani Pass weiterfahrt in die slowenische Hauptstadt Ljubljana (Grüne Hauptstadt Europas 2016). Hier hatten wir eine lehrreiche, informative und besonders regenreiche  Führung durch die Altstadt.

Je näher wir anschließend der slowenischen Adriaküste kamen, desto besser wurde das Wetter. Und beim Eintreffen bei der Hotelanlage in Ankaran schien sogar die Sonne.

Nach einer kreativen und ungewöhnlichen Zimmerverteilung genossen wir unser erstes gemeinsames Abendessen.

Der 2: Tag in Slowenien begrüßte uns mit viel Sonne und angenehmen Temperaturen. Und unsere Reiseleiterin für die nächsten 3 Tage stieß  zu unserer Gruppe. unser Ausflug führte uns in die slowenische Hafenstadt Koper. Auf der Fahrt nach Koper fielen uns die vielen Autos auf riesigen Abstellplätzen auf. Des Rätsels Lösung ist, dass Koper, nach Bremerhaven, der Zweitgrößte Hafen Europas für die Ein- und Ausfuhr von Autos ist.

Koper liegt nur rund 10 km von der Grenze zu Italien entfernt.

Der Spaziergang durch die malerischen, engen Gassen der Altstadt war ein Highlight in Koper. Die zwei wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Koper sind die Kathedrale von Koper und der Prätorenpalast nebenan, direkt am Hauptplatz. Der Hauptplatz trägt den Namen des ehemaligen jugoslawischen Staatschefs Tito ((Titoplatz oder slowenisch Tito Trg)).

Nachmittags ging es ins Karstgebiet und besuchten dort eine Schinkenproduktion. Natürlich konnten wir auch die lokalen kulinarischen Spezialitäten dieser Einrichtung verkosten.

Der Karst, von slowenisch kras, was etwa „steiniger und unfruchtbarer Boden“ bedeutet. Die Landschaft ist namensgebend für das geologische Phänomen Karst, das hier von Wissenschaftlern der Habsburgermonarchie erstmals eingehend erforscht wurde.

Am 3. Tag unserer Reise stand Triest am Programm. Vormittags gab es eine kompetente Stadtführung durch die Hafenstadt mit dem alt-österreichischen Flair.

Die Altstadt von Triest ist eine Mischung aus Wiener Pracht und mediterranem Lebensstil. es gibt große und prächtige Paläste und viele Kirchen. Dennoch besteht die Altstadt aus einer kleinen Anzahl von schmalen Sträßchen und engen Durchgängen. Antikes trifft auf Relikte der KuK Monarchie und der Gegenwart mit modernen Modegeschäften.

Und am Nachmittag fuhren wir zum bekannten Schloss Miramare (ein Traumschloss auf einer Felsenklippe der Bucht von Grignano) und bewunderten die herrlichen Räumlichkeiten und die Parkanlage.

Errichtet wurde es von Kaiser Franz Josephs Bruder Maximilian, der ab 1864 als Kaiser in Mexiko regiert. 1867 wird er dort hingerichtet. Nach dem Tod von Maximilian und der Rückkehr der geistig verwirrten Charlotte nach Belgien wurde das Schloss Castello di Miramare zu einer Sommerresidenz der Habsburger.

Der 4. Tag begann mit Freizeit. Nach dem Frühstück hatten wir den Vormittag zur freien Verfügung. Einige machten einen Strandspaziergang. Andere schlenderten in Ankaran herum und besuchten die Märkte. Und andere wiederrum genossen den Vormittag auf der Terrasse des Hotels.

Nach dem Mittagessen, dass wir im Hotel einnahmen, ging es in die Stadt des Salzes. Diese Küstenstadt ist auf dem Salz erwachsen. In den Salinen von Piran, wird noch heute nach den alten Verfahren erstklassige Salzblüte gewonnen. Piran ist unumstritten die schönste Stadt an der kurzen Küste von Slowenien. Die Altstadt gehört zu den größten Sehenswürdigkeiten, die Slowenien zu bieten hat.

Piran liegt im Grenzgebiet zu Kroatien. Noch immer ist der genaue Verlauf der Grenze, vor allem in der Bucht von Piran, zwischen den beiden Staaten umstritten.

. Dort besuchten wir eine Weinkellerei und erfuhren einiges über die Weinproduktion in dieser Gegend. Während der Führung  konnten wir die vielen und besonders großen ‚Weinfässer bestaunen. Nach dem Rundgang durch die Kellergewölbe wurden wir zur Weinverkostung geladen.

Danach ging es auf ein Piratenschiff zur Panoramafahrt über das slowenische Meer und wir konnten den schönsten Teil der slowenischen Küste besichtigen.

Wer nach der Schifffahrt und anschließenden Stadtrundgang nicht müde war, suchte noch nach Souvenirs in den kleinen Läden. Zum Rückweg zu unserem Bus machte es sich bezahlt, dass wir eine einheimische Reiseleiterin hatten. Diejenigen, die zum gehen schon zu müde waren, fuhren mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück.

Der 5. Tag begann etwas früher. Es war der Tag der Heimreise. Nachdem alles im Bus verstaut war ging es Richtung Heimat. Die Rückfahrt führte über Krain nach Begungje, wo wir das Avsenik Oberkrainer Museum besuchten.

Begunje liegt im Oberkrainer Oberland mit Blick auf die Julischen Alpen und ist ein beschauliches kleines Dörfchen mit ca. 1000 Einwohnern.

Nach der gemütlichen Mittagsrast ging es über den Loiblpass (1368 hoher Alpenpass über die Karawanken zwischen Kärnten und der Oberkrain) Richtung Norden. In der Nähe von Graz genossen wir noch eine kleine Nachmittagsrast und dann ging es durch bis nach Wien. Dort  trafen wir auch fast genau nach Zeitplan ein.

So vergingen 5 wunderbare Tage wie im Fluge.

Das Schöne bei Reisen und Ausflügen der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen ist, dass immer freiwillige und ehrenamtliche Helfer dabei sind. So können auch Blinde und Sehbehinderte ohne eigener Begleitperson bei solchen Veranstaltungen teilnehmen. Und den Begleitern fällt kein Zacken aus der Krone, auch wenn sie beim Frühstück zum fünften Mal aufstehen und etwas für die Blinden oder Sehbehinderten zum Essen holen. Genauso ist es bei Führungen. Der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft untereinander ist grandios. Das habe ich leider schon anders erleben müssen.

So bedanken wir uns bei Fritz, Petra, Helli und allen anderen freiwilligen Helfern, die für uns da waren. Ohne deren Engagement wären solche Reisen nicht möglich. Und wir warten schon mit Spannung auf das Ziel von Fritz´s zwanzigster Reise für die Hilfsgemeinschaft.

Und ein großes Danke an die Reiseleitung von Gerhard Bruckner von der HG.

Besuch im Haus der Musik

Am Dienstag, 11.09.2018 besuchte ich mit Begleitung das „Haus der Musik“ in Wien.

Wir fuhren mit der Westbahn von Linz bis zum Praterstern in Wien. Von dort mit der U1 bis zum Stephansplatz und dann noch ein gemütlicher Fußweg von 10 Minuten bis zur Seilerstraße 30.

Das Haus der Musik ist ein interaktives Klangmuseum und bietet neue, innovative Zugänge zum Thema Musik.

Über die musikalische Treppe „STAIRPLAY“ begann die Museumstour.

Wir ließen die  Highlights des Neujahrskonzertes Revue passieren und er würfelten einen eigenen Walzer beim Walzerwürfel-Spiel.

Dann konnten wir Nachhören, was man selbst im Mutterleib gehört hat. Und das waren sehr unheimliche Geräusche. Anschließend konnten wir mit außergewöhnlichen Experimenten in die Welt der Klänge eintauchen:

Man hatte verschiedene Monitore mit Steuereinheiten (Drehregler, Joystick, etc) und immer zwei Kopfhörer. Man konnte z. B. in einer virtuellen Umgebung verschiedene Klänge zu- oder abschalten. Bei einer anderen Stadion sprach man in ein Mikrofon und hörte es erst einige Sekunden später im Kopfhörer. In der Zwischenzeit spricht man aber schon wieder etwas anderes. Es kommt alles zeitlich verzögert an. Wir konnten bei zwei Schuhplattlern die Geschwindigkeit ändern und skurrile Klangmuster hören. Und noch  vieles mehr.

In einen anderen Raum konnten wir sehr viele Umweltgeräusche durch Hörmuscheln, oder Rohre hören. (Die Geräusche vom Broadway, die Geräusche in einer japanischen U-Bahn, das innere einer Rakete beim Start, die Geräusche auf einer Raumstation und sehr viel mehr) In dieser Klangstadion ist alles in Braille beschriftet.

In der 3. Etage haben wir die großen Komponisten der klassischen Musikangetroffen. Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Strauss, Mahler sowie die Begründer der Zweiten Wiener Schule sind hier in individuell gestalteten Räumlichkeiten zu sehen.

Am Virtuellen Dirigenten freuen sich hier die Wiener Philharmoniker, von Dir geleitet zu werden! Man kann sich hier als Dirigent probieren. Das Ergebnis deines Versuches wird dir von einer bekannten Person virtuell mitgeteilt. Das schlimmste Ergebnis: Wenn die Aufführung während deines Dirigierens abgebrochen wird.

Das Haus der Musik muss man genießen und sich Zeit lassen. Man kann dieses Museum während des Besuches verlassen und später wiederkehren. Es ist barrierefrei und es gibt auch spezielle Führungen für Blinde und Sehbehinderte.

Ich kann dieses Museum allen Blinden und Sehbehinderten empfehlen. Die Klangeindrücke sind enorm. Außerdem gibt es für IOS und Android eine entsprechende App dazu.

Und wenn man schon in Wien ist, dann darf das Beste Eis der Welt nicht fehlen. (Mein subjektives Empfinden). Das Eis beim „Tichy“ (Erfinder der Eismarillen-Knödel) am Reumannplatz 13. Für das Studieren  der Eiskarte sollte man ein wenig Zeit einplanen, denn der Eissalon bietet mehr als 70 Eiscoups an. Und für die Marillen-Hasser unter Euch ein kleiner Tipp: Auf der Karte gibt es auch Himbeer-Eisknödel mit Mohn.

Was mir in Wien noch aufgefallen ist, sind die vielen aufgeklebten und gut wahrnehmbaren Blindenleitsysteme. Auch über die Fahrbahn. Und die vielen Verkehrslichtsignalanlagen mit Blindenakustik.

Aber davon können wir in Linz nur träumen! Hauptsache wir haben 3D-Zebrastreifen und bekommen 3 gefährliche Kreuzungen. (Rechtsabbiegen bei Rot). Und die meisten Blindenleitsysteme sind auch noch durch Schanigärten zugestellt.

Link zum Haus der Musik: http://www.hausdermusik.com/

Gerhard Hojas

Rund um Kirchschlag am 01.05.2019

Am Mittwoch, 01.05.2019 machte sich eine Gruppe Wanderer von Linz aus auf und fuhr mit Autos nach Kirchschlag. Dort wurden sie schon von weiteren Teilnehmern der Wandergruppe erwartet.

Als alle bereit waren, machten sich 17 Blinde, Sehbehinderte und deren Begleiter, zur Tour, „Rund um Kirchschlag“  im oberen Mühlviertel, auf. Am Beginn der Tour besuchte die Gruppe das Grab von Christian Packler, der in Kirchschlag seine letzte Ruhestätte gefunden hat.

Nach diesen besinnlichen Minuten und bei besonders freundlichen Wetter ging die ‚Wanderung los. Durch die Niederschläge der Vortage konnte man die Natur so richtig riechen und die gute Luft genießen. Die Wanderung führte von Obergeng nach Untergeng. Und es konnten fast alle Bodenbeschaffenheiten unter den Füßen gespürt werden. Asphalt, Wald, Wiese, Schotter, Sand und Stein.

Durch die Regenfälle war eine Waldpassage, die Abwärts führte etwas anstrengend. Glitschige und hohe Wurzeln, herabgefallene Baumwipfel mussten überstiegen werden und man musste unter umgestürzten Bäumen durch oder darübersteigen. Aber durch die tollen Begleiterinnen und Begleiter wurden auch diese Hindernisse gemeistert.

Nach einer Stärkung mit sehr gutem Essen und lustiger Unterhaltung am Wirtshaustisch ging es dann zurück nach Kirchschlag. Auch dieser Teil der Wanderung führte wieder durch Wiese, Wald und Flur bis zum Ausgangspunkt der Wanderung. Die noch nicht „Müden“ bestiegen noch den Aussichtsturm in Kirchschlag.

Ein Danke für die tolle Organisation und Führung der Gruppe geht an Angelika Pachler. Und ein großes Danke geht auch an die tollen Begleiterinnen und Begleiter der Blinden und Sehbehinderten. Ohne deren Unterstützung wären solche Unternehmungen nicht möglich.

Ein Bericht einer Woche im „Haus Imgrüne“ des BSV V 2019

Nachdem eine Gruppe von 9 Blinden, Sehbehinderten und deren Begleitpersonen bereits im Vorjahr die Genusstage, die im Mai 2018, vom Blinden- und Sehbehindertenverband Vorarlberg organisiert und durchgeführt wurde, genießen konnten, machten sie sich auch im Mai 2019 auf dem Weg in den Westen. Diesmal waren wir schon zu Zehnt!

Wir hatten eine Gruppenbuchung und konnten unsere Ausflugsziele selbst festlegen. Diese Gruppenwoche fand vom 18.05.2019 bis 25.05.2019 statt.

Nachdem wir am Samstag pünktlich am Bahnhof Dornbirn angekommen waren, wurden wir von den Zivildienern des BSV V (Marco und Aaron) abgeholt und zum „Haus Imgrüne“ chauffiert. Den Rest des Tages verbrachten wir mit „ankommen“.

Sonntag, nach dem Frühstück, spazierten wir zur Wallfahrtskirche  Bildstein. Bei dieser Kirche in der Gemeinde Bildstein hat man einen grandiosen Blick über das Rheintal. Dann spazierten wir Richtung Oberbildstein weiter und am Rückweg besuchten wir die Erscheinungskapelle in Bildstein.

Sonntag Nachmittag ging es nach Bregenz. Und dort zuerst mit der Pfänderbahn  auf den Hausberg der Bregenzer, den Pfänder. Der Pfänder (1064 m) ist mit seiner einzigartigen Aussicht auf den Bodensee und auf 240 Alpengipfel der berühmteste Aussichtspunkt der Region. Bei klarem Wetter reicht der Dreiländer-Blick von den Allgäuer- und Lechtaler Alpen im Osten über den Bregenzerwald, die steilen Gipfel des Arlberggebietes und der Silvretta, weiter über den Rätikon bis zu den Schweizer Bergen und den Ausläufern des Schwarzwaldes im Westen. Zu unseren Füßen liegt der Bodensee, eingerahmt vom Rheintal und dem oberschwäbischen Hügelland.

beim Berghaus Pfänder begannen wir unseren Rundgang durch den Alpenwildpark. Gleich zu Beginn gab es die Lieblinge der Kinder, die Zwergziegen und die Hasen. Etwas weiter konnten wir die Steinböcke beim Klettern bewundern. Weiter ging es zu den Wildschweinen, den Mufflons. Die Mufflonwidder erkennt man an den geschwungenen Hörnern. Das weitläufigste Gehege beherbergt ein stolzes Rothirschrudel.

Im letzten Teil des Rundgangs beobachteten wir die Murmeltiere. In ihrem weitverzweigtem Höhlensystem halten sie von Mitte Oktober bis Mitte März ihren Winterschlaf.

Nachdem wir mit der Pfänderbahn wieder im Tal angekommen waren, machten wir einen gemütlichen Spaziergang entlang des Bodensees. Er hat sein eigenes Flair. Das Highlight dieses Spazierganges war der Besuch der Seebühne der Festspiele Bregenz. Rigoletto von Giuseppe Verdi mit der bekannten Arie „La donna è mobile“ ist kommenden Sommer erstmals auf der Seebühne zu sehen und hören.

Den Abschluss des Tages genossen wir in einen gemütlichen Gastgarten.

Der Montag begann verregnet. Und das wird bis Mittwoch so bleiben. Daher mussten auch wir unsere Outdoor-Aktivitäten einschränken und unser Programm entsprechend ändern.

Montag Vormittag fanden wir uns in der Hauseigenen Kegelbahn ein und versuchten „verzweifelt“ eine „Sau“ zu scheiben. Das Mittagessen erlöste uns.

Nachmitttags besuchten wir, wie bereits im Vorjahr, die Salzgrotte in Lindau und konnten bei Entspannungsmusik und salziger Luft etwas gutes für unsere Atemwege tun.

Am Dienstag regnete es noch immer und daher besuchten wir die inatura. Die Innatura ist eine Erlebnisausstellung in Dornbirn. Denn im Mittelpunkt stehen das Ausprobieren, Spielen, Erleben und Begreifen. Vom Elch bis zum Frosch, verschiedene Waldböden und vieles mehr konnte man in der Innatura Ertasten und Begreifen. Die Ausstellung verließen wir durch den menschlichen Körper.

Dienstag Nachmittag hatten wir die Gelegenheit uns mit Vorarlberger Köstlichkeiten einzudecken. Andere aus unserer Gruppe genossen den Wellnessbereich im „Haus Imgrüne“ und besuchten die Sauna.

Auch am Mittwoch regnete es noch immer. Daher besuchten wir eine Ölmühle in Lochau. Hier hatten wir die Gelegenheit, verschiedene Öle zu kosten. Pistazienöl, Haselnussöl, Mandelöl, Leindotteröl, Kokusöl, Erdnussöl, Hanföl, Borretschöl, Schwarzkümmeöl, Sesamöl, Walnussöl… .

Wir verputzten auch die „Presslinge“, also das, was beim Ölpressen übrig bleibt. Da auch die Presslinge noch sehr viele gesunde Inhaltsstoffe enthalten und fein schmecken, macht die Ölmühle  daraus Mehle, die als Mehlersatz zum Kuchen backen etc. verwendet werden können.

Mittwoch Nachmittags war es endlich mit dem Regen vorbei.  Und bevor wir einen Hofladen in Lauterach besuchten um deren regionale und kleinbetriebliche Produktion  kennenzulernen, machten wir noch einen Spaziergang in Lauterach.

Den Abend ließen wir wieder im „Haus Imgrüne“ gemütlich ausklingen.

Donnerstag Vormittag war wieder ein Spaziergang nach Bildstein angesagt und nach dem Mittagessen ging es zur Insel Mainau. Tulpen im Frühling, Rosen im Sommer und Dahlien im Herbst. Diese Blumeninsel ist ein Meer an Blumen, Gerüchen, Geräuschen und anderen Einflüssen, denen man sich nicht entziehen kann. Man könnte sich auf dieser Insel tagelang aufhalten.

Und auch am Donnerstag genossen wir den Tagesausklang nach einen stätem Abendessen am gemütlichen Stammtisch im „Haus Imgrüne“.

Am Freitag war im „Haus Imgrüne“ einiges los. Die Vorbereitungen für das Familienfest- anlässlich 30 Jahre „sehsam“ (Pädagogische Sehfrühförderstelle) fingen bereits sehr früh an. Man sieht, was man mit Ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sowie Sponsoren alles machen kann.

Für uns ging es nicht zur Feier sondern in die Rappenlochschlucht.

Vom Gütle aus erreicht man in 10 Minuten den Einstieg zur Rappenlochschlucht. Die Schlucht ist eine der größten Schluchten Mitteleuropas. Seit einem Felssturz im Mai 2011 ist der alte Weg nicht mehr begehbar. Ein neuer führt am Rande der Rappenlochschlucht entlang. Wir genossen  atemberaubende Ausblicke in die Schlucht und auf den Felssturz. Das Getöse der Wasserfälle und das Rauschen des Wildbaches waren einmalig. Wir marschierten über viele Stufen und Stege und das Wasser schoss unter und neben uns vorbei. Am Ende der Schlucht liegt der Staufensee der umrundet werden kann.

Abends nahmen wir dann wieder am Stammtisch platz und waren doch ein wenig traurig, dass diese Woche schon wieder vorbei war.

Samstags traten wir die Rückreise nach Linz an. Marco und Aaron brachten uns zum Bahnhof Dornbirn und so ging eine schöne und erlebnisreiche Woche zu Ende

Das „Haus Imgrüne“ des BSV V kann man allen Blinden und Sehbehinderten empfehlen. Man kann auch ohne Begleitung hier seinen Urlaub oder einfach nur entspannte Tage verbringen. Das Haus ist renoviert und Blindengerecht adaptiert. Es gibt eine Sauna, eine Kegelanlage, einen Fitness- und Entspannungsraum, eine Schießanlage für Blinde, eine Bibliothek und ganz wichtig, einen großen Pool. Der Kaffee- und der Getränkeautomat sind mit Braille beschriftet.

Ein großes Danke an das Team vom „Haus Imgrüne“ für die tolle Unterstützung und Bewirtung in dieser Woche.

Ein Reisebericht über die 5 Tagesreise  2019 der Hilfsgemeinschaft der Blinden und ‚Sehschwachen Österreichs.

Zu den Franken und zurück!

Am Dienstag, 20.08.2019, ab 06:00 wurden die ersten Mitreisenden in Wien beim Franz Jonas Platz eingesammelt. Als um 07:15 Uhr bei der U4 Bushaltestelle Meidling die Letzten zugestiegen waren, fehlten nur noch drei aus Oberösterreich. Aber da es zu den Bayern ins Land der Franken ging, wurden sie in Ansfelden bei Linz abgeholt.

Dann ging es rasche weiter nach Passau, in die drei Flüsse Stadt. Die Stadt liegt am Zusammenfluss der drei Flüsse Donau, Inn und Ilz. Das Dreiflüsseeck ist weltweit die einzige Stelle, wo drei Flüsse aus drei Himmelsrichtungen kommend sich vereinen und gemeinsam in die vierte weiterfließen: von Norden die Ilz, von Westen die Donau und von Süden der Inn, als Donaustrom ziehen sie gegen Osten weiter.

Das Wasser des aus den Alpen kommenden Inns ist grün, die Donau, durch Bodensubstanzen aus Äckern und Feldern, erscheint braun und die Ilz, die aus einem Moorgebiet kommt, ist schwarz, so dass die Donau ein längeres Stück nach dem Zusammenfluss drei Wasserfarben (grün/braun/schwarz) aufweist. Auffallend ist dabei, wie stark das grüne Wasser des Inns das Wasser der Donau beiseite drängt.

(In den Monaten Mai und Juni 2013 kam es in der Stadt zu den schwersten Überschwemmungen seit fünfhundert Jahren, als am Pegel Passau/Donau die historische Marke von 12,89 m erreicht wurde. Die Trinkwasserversorgung musste vorübergehend eingestellt werden, an Schulen und der Universität setzte der Lehrbetrieb aus).

Nach einem verspäteten Mittagessen, da wir eine falsche Adresse bekommen hatten, ging es mit einer sehr interessanten Stadtführung in Passau weiter. Während wir durch die engen Gassen von Passau schlenderten erfuhren wir sehr viel von der Geschichte dieser Stadt. Und im Dom St. Stephan konnten wir die größte Domorgel der Welt bewundern. (17.974 Pfeifen und 233 Register erklingen zur Ehre Gottes).

Der prunkvolle Dom steht am höchsten Punkt der Passauer Altstadt. Nach dem verheerenden Stadtbrand im Jahre 1662, als er fast völlig abgebrannt war, fand der Dom in dem berühmten Architekten C. Lurago seine Wiederauferstehung.

Während der Stadtführung erwischte uns noch der Ausläufer des Schlechtwetters und wir kamen in den Regen. Aber das nahmen wir alle nicht so tragisch. Anschließend fuhren wir zu unserem Zielort „Rothenburg ob der Tauber“ weiter, wo wir so gegen 19:30 Uhr ankamen. Da es schon spät war, nahmen wir zuerst das Abendessen ein und bezogen anschließend die Zimmer.

Der zweite Tag.

Nach dem Frühstück ging es in zwei Gruppen zur Stadtführung durch Rothenburg ob der Tauber. (Die Gruppen gelb und grün wurden bereits während der Busfahrt festgelegt und diese Gruppen blieben die ganze Zeit gleich. Somit kam es zu keinen unnötigen Diskussionen!).

Wenn man in Rothenburg ob der Tauber angekommen ist, dann ist man auch im Mittelalter angekommen. Hier ist die Zeit stehen geblieben. Rothenburg ob der Tauber liegt im romantischen Franken, am Rande des Taubertals. Es hat eine gut erhaltene Altstadt aus dem Mittelalter und gilt als eine der romantischsten Städte Deutschlands.

Unsere Stadtführung führte uns über die mit Steinen gepflasterten Straßen  zu den bekanntesten Punkten in Rothenburg. Der historische Stadtkern ist von einer begehbaren Stadtbefestigung umgeben und in die weitgehend unverbaute Landschaft des Flusstals der Tauber eingebettet. Wir konnten die Fachwerkshäuser mit dem steilen Dächern, die engen Gassen, die Geschäfte und die Ursprünglichkeit dieser Stadt bewundern. Der Stadtführer erzählte uns vom leben im Mittelalter, das kein sehr angenehmes war. Vom leben auf der Straße und wenn in der Nacht der Inhalt des Nachtopfes auf die Gasse geflogen kam. Wir erfuhren auch von vielen Redewendungen, die aus dem Mittelalter kommen. Vom Pechvogel, Lockvogel, den Galgenvögeln, warum die Dächer der Häuser so steil waren und noch vieles mehr.

Außerdem gibt es Rothenburg auch zum Anfassen und Befühlen. Die Stadt hat ein bronzenes Blindenstadtmodell der Rothenburger Altstadt, das vom Künstler Egbert Broerken gestaltet wurde.

Die großen und kleinen Strukturen, dicht bebaute Straßenzüge und offene Flächen dahinter, die Größenverhältnisse der Gebäude zueinander, all das kann mit Hilfe des Stadtmodells rasch erfasst werden. Durch die Beschriftung, auch in Blindenschrift und die anschmiegsame und doch detaillierte Gestaltung des Stadtmodells bietet es besonders für uns Blinde und Sehbehinderte eine neue Möglichkeit, die Altstadt Rothenburgs kennenzulernen und sich zu orientieren.

Nach dem Mittagessen, dass wir im Hotel einnahmen ging es nach Creglingen. Dort besuchten wir das Fingerhutmuseum. Dieses kleine Privatmuseum beherbergt über 3500 Exponate. Die „Fingerhüter“ vergangener Zeiten haben unglaubliche Kunstwerke im Miniaturbereich hergestellt.

In anschaulicher Weise werden Fingerhüte, Werkzeuge und Nähutensilien (wie Nähzeuge, Nadelbehälter, Fingerhutbehälter, Maßbänder und vieles um die Handarbeiten) aus allen Erdteilen; vom Altertum bis zur Neuzeit, gezeigt. Vom einfachen Gebrauchs- bis zum wertvollen Zierfingerhut, in vielfältigsten Formen und unterschiedlichsten Materialien, wird für den Betrachter eine eigene Welt offenbart.

In der Nachbarschaft zum Fingerhutmuseum gibt es eine weitere einmalige Sehenswürdigkeit. Die Herrgottskirche, im fränkisch gotischen Stil erbaut, mit dem berühmten Riemenschneideraltar. Einige von uns gingen zu Fuß und die anderen fuhren mit dem Bus zur Kirche. Das letzte Stück, bis zur Kirche, mussten aber alle zu Fuß zurücklegen.

Der Marienaltar steht mitten im Schiff der Herrgottskirche von Creglingen und ist der Jungfrau Maria gewidmet. Es ist eines der bekanntesten Werke von Tilman Riemenschneider. Der Stil der figürlichen Ausführung spricht für eine Ausführung in den Jahren nach der Fertigstellung des Rothenburger Heiligblut-Retabels um 1505 bis 1508.

Der Altar ist 9,20 Meter hoch und 3,68 Meter breit. Er besteht aus der Predella, dem Mittelschrein, zwei Seitenflügeln und dem Gesprenge.

In der Predella sind in drei gleich großen Nischen die Anbetung der Weisen, das Reliquienfach (die Monstranz mit der Hostie ging verloren) und die außerbiblische Erzählung, wie der fünfjährige Jesus von einer Kanzel aus vor Erwachsenen eine Rede hält, zu sehen.

Im Altaraufsatz ist die Himmelfahrt Mariens dargestellt. Links und rechts finden sich die zwölf Apostel. Das Gesprenge in der Höhe des Altars zeigt die Krönung Mariens. Links sitzt Gottvater und rechts der Sohn auf seinem Thron. Im linken Seitenflügel sieht man oben die Heimsuchung, unten die Verkündigung an Maria und im rechten Flügel oben die Geburt Jesu, unten die Darstellung Jesu im Tempel.

Jedes Jahr am 25. August fällt das Licht durch die Westrosette so auf den Altar, dass der Betrachter die Himmelfahrt Mariens mit eigenen Augen nachvollziehen kann. Ursprünglich war dieses Datum der 15. August: Das Fest Maria Himmelfahrt. Durch die Kalenderreform Ende des 16. Jahrhunderts hat sich dieser Tag nach hinten verschoben.

Nach diesen beiden interessanten Besichtigungen ding es zurück nach Rothenburg, wo wir um 20:00 Uhr eine Führung mit dem Nachtwächter hatten. In seinem wallenden Umhang, den Hut, der Laterne und der Hellebarde machte er seinem Berufsstand alle Ehre. Mit erhabenen Schritt führte er uns durch das mittelalterliche Rothenburg und nach seinen Erzählungen aus dem Mittelalter waren wir froh, heute zu leben. . Und um 21:00 Uhr konnten wir den mechanischen Meistertrunk bei der Ratstrinkstube erleben.

Zwischen 10:00  und 22:00 Uhr kommt immer zur vollen Stunde die Kunstuhr an der Fassade mit General Tilly und Altbürgermeiter Nusch zum Vorschein.

Der dritte Tag.

Heute, Donnerstag, fuhren wir in die zweitgrößte Stadt Bayerns, nach Nürnberg. Die Stadt liegt im Norden des Bundeslandes. Nachdem wir uns wieder auf die gelben und grünen Gruppen aufgeteilt hatten, konnten wir mit der Stadtführung beginnen.

Das Stadtbild ist von mittelalterlicher Architektur wie den Festungsmauern und Türmen der Altstadt geprägt. Am Nordrand der Altstadt erhebt sich über den roten Ziegeldächern die Kaiserburg (Wahrzeichen). Auf dem Hauptmarkt im Stadtzentrum befinden sich der teilweise vergoldete, mehrstufige Schöne Brunnen und die gotische Frauenkirche aus dem 14. Jahrhundert. Auch das geschichtsträchtige Gebäude wie das Albrecht-Dürer-Haus standen bei uns am Programm.

Wie wir alle wissen, sind die bekanntesten Produkte von Nürnberg Lebkuchen, handgefertigtes Spielzeug und die Bratwürstel. In der Weihnachtszeit werden sie auf dem Christkindlesmarkt (auf dem Hauptmarkt) oder ganzjährig im Handwerkerhof angeboten, wo sich verschiedene Kunsthandwerksstätten in historischem Ambiente angesiedelt haben.

Das Mittagessen nahmen wir auf der Kaiserburg ein. Den Anstieg bis dorthin schafften wir fast alle zu Fuß und hatten uns somit das Essen redlich verdient. Den Nachmittag hatten wir zur freien Verfügung und konnten durch Nürnberg spazieren und das eine oder andere in den Einkaufskorb legen.

Auch die Nürnberger Altstadt können Blinde und Sehbehinderte ertasten und fühlen. Das Bronzemodell steht am Fuße des Burgbergs auf dem Rathausplatz. Hier ist die Altstadt als Relief nachgebildet – mit maßstabsgetreuen Strukturen, wie zum Beispiel Höhe und Lage der Gebäude. Zudem sind sämtliche Straßennamen in Brailleschrift vorhanden. Das Modell wurde vom Künstler Egbert Broerken geschaffen und hat die Abmessungen von ca. 170 x 110 cm. Der Maßstab: 1:700.

Der vierte Tag.

Am Freitag, 23.08.2019 stand die Kaiser- und Bischofstadt Bamberg am Programm. Nachdem wir uns wider in Gelb und Grün aufgeteilt hatten konnten wir mit unseren Stadtführern die Tour durch Bamberg starten. Natürlich gehören die entsprechenden Infos zur Stadt dazu.

Die Stadt Bamberg im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken hat ungefähr 73.000 Einwohner. Da Bamberg auch noch eine große Universitätsstadt ist, kommen nochmal knapp 13.000 Studenten dazu. Pro Jahr besuchen über 2 Millionen Touristen aus aller Welt die Weltkulturerbestadt. Bamberg liegt 262 m über dem Meeresspiegel und hat eine Fläche von 54,58 km². Bamberg liegt am Main-Donaukanal auf dem immer mehr Flusskreuzfahrtschiffe verkehren.

Bamberg wurde wie Rom auf sieben Hügeln erbaut und wird daher auch als das Fränkische Rom bezeichnet. Die Regnitz teilt sich in der Stadt auf zwei Seitenarme auf, dazwischen liegt eine Insel, die die Altstadt von Bamberg bildet

Die Altstadt Bambergs wurde 1993 als der größte unversehrt erhaltene historische Stadtkern Deutschlands als Weltkulturerbe in die Liste der UNESCO aufgenommen. In der historischen Altstadt gibt es zahlreiche Monumentalbauten aus dem 11. bis 18. Jahrhundert, aber auch unzählige barocke Bürgerhäuser sowie Fachwerkhäusern in engen Kopfsteinpflaster-Gässchen. Zu den sehenswertesten Gebäuden zählen der Bamberger Dom, die neue Residenz, das Kloster Michelsberg sowie das alte Rathaus. Eine Augenweite ist auch Klein-Venedig, eine ehemalige Fischersiedlung direkt an der Regnitz.

Wie der Name schon vermuten lässt, liegt Klein Venedig direkt an der Regnitz, die in den Main mündet. Ein kleines Häuschen reiht sich am Ufer an das andere und in der Tat hat man das Gefühl, als würde dieser Teil Bambergs Venedig entsprungen sein. Die Häuser sind Pfahlbauten und stehen unter Denkmalschutz.

‚Wir hatten Glück und konnten auch das  bekannte Bamberger Sommerfest, der beliebten Sandkerwa kurz kennenlernen. Dabei findet auf der Regnitz das Fischerstechen statt. Ähnlich einem Rittertournier. Nur halt mit Wasser. Die Stadt war dementsprechend abgesperrt und es gab überall Umleitungen!

Nachdem wir die Stadtführung beendet hatten und die Eindrücke noch frisch waren fuhren wir zum Mittagessen. Dort kosteten einige das Historisches Schlenkerla Rauchbier. Es soll angeblich so schmecken wie es heißt. Angeblich nach „Geselchtem“. Bamberg bezeichnet sich selbst als heimliche Hauptstadt des Bieres. Der erste Bierausschank ist für das Jahr 1093 urkundlich belegt. Insgesamt soll es über 50 Bierspezialitäten in Bamberg geben, die aus den 11 Brauereien in der Stadt kommen. Rund 60 Brauereien soll es im Umland geben. Na, dann Prost!

Noch etwas über die Zwiebeltreter von Bamberg.

Die Einwohner Bambergs tragen den Spitznamen „Bamberger Zwiebeltreter“. Das kam daher dass die Gärtner das Zwiebelkraut umtreten mussten, damit das Kraut nicht zu weit in die Höhe schoss und die Nährstoffe für die Zwiebeln erhalten blieben.

Anschließend fuhren wir  noch Rothenburg zurück und ließen den letzten Tag in dieser schönen Stadt gemütlich ausklingen.

Der fünfte Tag.

Der fünfte Tag unserer Reise war der Tag der Heimfahrt. Um 09:00 Uhr fuhren wir los Richtung Regensburg, wo wir um 12:00 Uhr eine Stadtrundfahrt mit dem Bummelzug gehabt hätten. Da wir aber auf der Autobahn in einem Stau kamen, vertauschten wir Mittagessen und die Fahrt mit dem Cityzug und widmeten uns zuerst der Kulinarik von Regensburg.

Anschließend gab es die Stadtrundfahrt durch die einzigartige Geschichte der UNESCO Welterbestadt Regensburg.

Vom Dom über das alte Rathaus vorbei an der Steinerne Brücke bis zum Schloss von Thurn und Taxis, von den Patriziertürmen über die Donau bis zur historischen Wurstkuchl, kann man alles bequem von der Bahn aus bestaunen. So nebenbei erfuhren wir Witziges und Wissenswertes, Altertümliches und Aktuelles, Glanzvolles und Grausames, Romantisches und Rasantes von Regensburg und seinen Bewohnern.

Regensburg liegt am nördlichsten Punkt der Donau und an den Mündungen der linken Nebenflüsse Naab und Regen. Im Stadtgebiet liegen zwei Donauinseln, der Obere Wöhrd (mit dem östlichen Zipfel Jahninsel unterhalb der Steinernen Brücke) und der Untere Wöhrd. Der Stadtteil Stadtamhof gehörte ursprünglich zum nördlichen Uferbereich der Donau, er wurde durch den Bau des Europakanals, einer Schifffahrtsumgehung der Altstadt, ebenfalls zu einer Insel. Im Stadtgebiet stoßen vier sehr unterschiedliche Natur-Großräume aneinander:

Die Oberpfälzer Bezirkshauptstadt bietet eine mittelalterliche Altstadt und eine besonders reichhaltige Denkmallandschaft aus der Zeit des Königreichs Bayern. Neben der Steinernen Brücke und dem gotischen Dom gibt es eine einzigartige mittelalterliche Kirchenlandschaft. Bedeutend ist zudem die über die Jahrhunderte erhaltene Bausubstanz eines politischen Machtzentrums: der Immerwährende Reichstag, zwei Kaiserpfalzen, der Bischofshof Sankt Emmeram sowie das Goldene Kreuz als Kaiserherberge.

Auch Regensburg ist eine drei Flüsse Stadt (Donau, Regen und Naab). Und wer kennt sie nicht, die von Wolfgang von Regensburg gegründeten Regensburger Domspatzen.

Nach diesem schönen Eindrücken ging es nach Hause. Diesmal ließen wir Passau links liegen und ohne Unterbrechung ging es bis nach Ansfelden bei Linz, wo drei Oberösterreicher ausgeladen wurden. Nach einer Rast in St. Valentin erreichte die Reisegruppe der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs pünktlich das Ziel in Wien.

Natürlich gab es auch die „Pleiten, Pech und Pannen“. Ohne die kommt keine größere Gruppe aus. Aber Gemeinsam wurden, wie immer, alle Hindernisse überwunden.

Dafür bedanke ich mich bei Gerhard Bruckner (Reiseleiter der HG).,Bei  Fritz, der wie schon seit 20 Jahren, den Bus mit Blinden, Sehbehinderten und Begleitpersonen sicher durch Europa chauffiert. Außerdem ist Fritz eine sehr große Stütze und Hilfe für uns Blinde und Sehbehinderte. Mit seiner ruhigen Natur meistert er „eigentlich“ alles. Wenn er mit uns Unterwegs ist, bekommt er selten ein warmes Essen! Auch ohne Helli (Helene) und Petra wären wir nur eine halbe Partie. Sie waren immer die Nachhut und passten auf, dass niemand verlorenging.

Ich habe wieder sehr nette Menschen kennergelernt und freue mich schon auf die Reise 2020. Und es waren diesmal schon 4 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Oberösterreich dabei.

(Quellen: Wikipedia, Wikivojager)

Wanderung zum Lukawirt und zurück. Eine Wanderung im Mühlviertel

Am Samstag, 23.11.2019 machten sich Blinde, Sehbehinderte und deren Begleitpersonen zu einer kleinen  Wanderung im Mühlviertel auf.

Ingrid, Annemarie, Karl, Martin und ich trafen uns im Busterminal beim HBF Linz. Von dort fuhren wir um 09:05 Uhr mit dem Postbus 311 in Richtung Freistadt Böhmertor. Die Fahrt ging bis zum Busterminal Freistadt (Stifterstraße). Dort stiegen wir in den Postbus 758 Richtung Gmünd um.

(Das Busterminal Freistadt wurde neu gestaltet und ist mit Blindenleitsystemen ausgestattet. Leider mussten wir aber feststellen, das die Busfahrer der Postbusse nicht wussten, wofür das „Aufmerksamkeitsfeld“ beim Blindenleitsystem gut ist!).

Bei der Ankunft bei der Bushaltestelle Oberrauchennödt wurden wir bereits von Maria und Alfons erwartet. Somit war unsere siebenköpfige Wandergruppe komplett und wir machten uns auf dem Weg zum ersten Etappenziel, den Forellenwirt in Grunbach. Nach einen leichten Anstieg kamen wir zur Kirche St. Michael.

Die gotische Kirche St. Michael wird gerne von Kunstliebhabern besucht –ihre Umgebung gilt als besonderer Ort der Kraft und bietet herrliche Ausblickebis ins Alpenvorland.

In der gotischen Kirche St. Michael ob Rauchenödt gibt es den um 1517 geschaffenen Flügelaltar zu bewundern. Im Schrein stehen die Figuren des Hl. Michael , Hl. Nikolaus und des Hl. Stephan. Im Laufe der Zeit wurden an dem Altar keine Änderungen vorgenommen und macht ihn deshalb für Kunstliebhaber besonders interessant.

An der Kirche vorbei ging es durch das herbstliche Mühlviertel. Es war ein schöner und angenehmer sonniger Herbsttag. Abgesehen vom kühlen Wind, der aber auch nur Stellenweise auftrat, war die Temperatur wanderfreundlich. Wir marschierten über Wiesen, entlang von Feld- und Waldwegen und erreichten den Forellenwirt nach etwa 1 ¼ Stunden. Bei dieser Wanderung kehrten wir nicht beim Forellenwirt ein, sondern wanderten weiter Richtung Windpark Spörbichl. Auch dieser Teil der Wanderung ist von der Umgebung ein Blickfang.

Der Windpark Spörbichl liegt auf etwa 950 m Seehöhe und man kann die 2 Windräder schon aus einiger Entfernung  sehen. Und man kann sie auch hören.

Etwas zum Windpark Spörbichl:

Projektbetreiber ist die Neue Energie GmbH.

Der Windpark Spörbichl ist ein Bürgerbeteiligungsprojekt mit 100 atypisch stillen Gesellschaftern.

Standort: Spörbichl, Gemeinde Windhaag bei Freistadt, in ca. 950 m Seehöhe

Errichtung: Oktober 1999

Daten:

Narbenhöhe 65 m

Rotordurchmesser 47 m

Leistung 660 KW je Anlage

Produkte / Angebote / Dienstleistungen

Strom für 550 Haushalte, 2 Windkraftanlagen zu je 660 kW

Wir konnten bei unserer Wanderroute auch den ersten Schnee berühren. Stellenweise gab es weiße Flecken. Aber auf 950 m Seehöhe ist das nicht unmöglich.

Nachdem wir durch Spörbichl durch waren, kamen wir wieder in ein romantisches Waldgebiet. Hier nimmt man die Stille richtig in sich auf und man hört jedes Geräusch. So nimmt man auch die 2 Wasserläufe sehr intensiv und aus einiger Entfernung wahr. (Einige von uns haben diese Strecke auch schon im tiefverschneiden Winter hinter sich gebracht.) Als wir dann aus den Wald herauskamen, konnten wir auf der Anhöhe schon unser Ziel, den Lukawirt sehen. Um 13:00 Uhr erreichten wir unser Ziel und wir genossen das erste Getränk.

Der Lukawirt in Sandl ist noch ein altes und uriges Landgasthaus. Mit der alten Wirtsstub´n, den kleinen Fenstern und einem alten Ofen zum Einheizen. Und der entsprechenden Gemütlichkeit, wo am Nebentisch fleißig Karten gespielt wird.

Voriges Jahr hing ein Schild an der Tür „Wegen Heuernte geschlossen“! Aber so ist es am Land. Am Land muss man mit dem ‚Wetter arbeiten.

Der Lukawirt war auch Schauplatz der Landkrimis rund um Windhag mit Josef Hader.

Nachdem wir uns mit dem berühmten Schweinsbraten vom Lukawirt gestärkt hatten, machten wir uns auf den Rückweg. Wir gingen die gleiche Route zurück bis nach Spörbichl. Ließen die Windräder links liegen und machten uns bergab zum gemütlichen Wanderausklang in privater Runde.

Um 21:18 Uhr ging es vom ‚Bahnhof Freistadt nach Linz zurück wo wir um 22:07 Uhr ankamen. Wir waren zwar Müde aber doch zufrieden und glücklich.

Spörbichl bei Windhag – Eisstockschießen für und mit Blinden und Sehbehinderten. (Sonntag, 26.01.2020)

Am Sonntag, 26.01.2020 wurde in Spörbüchl bei Windhag ein Eisstockschießen für Blinde und Sehbehinderte organisiert. Der Initiator dieses Zusammenkommens war Alfons A.. Alfons organisiert auch die Montagswanderungen für Blinde und Sehbehinderte in Linz und Umgebung.

Diese Eisbahn liegt idyllisch am Waldrand, ist mit Flutlicht für Abendturniere ausgestattet und hat natürlich die Holzhütte, um sich mit Tee aufzuwärmen. Diese Eisbahn wird in PrivatInitiative betrieben und wird bestens betreut.

Wir waren 12 Blinde, Sehbehinderte und Begleiter. Die Eisstöcke der Blinden und Sehbehinderten bekamen eine Glocke umgehängt. Dann wurden 2 Mannschaften gebildet. Was natürlich wichtig war, wir befestigten uns Spikes an den Schuhen. Schließlich will man ja stehend schießen.

Nachdem die Daube aufgelegt war, konnte es losgehen. Die Blinden und Sehbehinderten wurden durch ihre Mitspieler eingewiesen. Ein wenig nach rechts, ein wenig nach links, stärker antauchen, passt. Natürlich aus sicherer Entfernung. Und mit dieser Hilfe wurden von den Blinden und Sehbehinderten auch sehr gute Treffer gelandet. Obwohl es im laufe des Nachmittags immer kühler wurde, vergnügten wir uns einige Stunden am Eis. Natürlich mit einer Teepause dazwischen.

Nach unserer Eisstockpartie saßen wir noch in der warmen Holzhütte bei Tee und einer Jause zusammen und genossen die Gemütlichkeit. Einige fuhren anschließend ins Dorf Pieberschlag um dort im Gasthaus zum Waldlehrpfad die heimische Küche zu genießen.

Dieser nette und tolle Sonntagnachmittag wurde bei Kaffee und selbstgebackenen Mohn- und Nusskuchen abgeschlossen.

Solche Veranstaltungen sind ohne kompetente Begleiter nicht durchzuführen. Diese Begleiter bringen die entsprechende Geduld auf und übertragen diese auf die Blinden und Sehbehinderten. Deshalb ein großes Danke an die Betreiber der Eisbahn für die gute und tolle Unterstützung.

Und auch ein Danke an Alfons A. für seine Initiative. Natürlich auch ein großes Danke an die Gastfreundlichkeit der Familie A. aus Spörbüchl.

Ich freue mich auf das nächste Eisstockschießen.

 

Eine Woche im  Erholungszentrum des BSV V in Schwarzach – Ein Reisebericht. 29.08.2020 bis 05.09.2020

Auf dem Weg ins Ländle – Samstag 29.08.2020

Zum dritten Mal machte sich eine Gruppe der Blindenpastoral Linz auf dem Weg Richtung Westen ins Ländle. Alfons, Gerhard, Martin, Christian, Inka, Hans, Monika, Erika, Anni, Brigitte und Maria waren wieder eine Woche im Erholungszentrum des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Vorarlberg im „Haus Ingrüne“ in Schwarzach zu Gast.

Die Zugfahrt am Samstag, 29.08.2020 verlief, abgesehen von der Mund- und Naseschutzmaßnahme, problemlos. Bei der Ankunft in Dornbirn schüttete es extrem und dieses Wetter sollte noch länger anhalten. Wir wurden am Bahnhof von Moni, Elias und Robert abgeholt und zum „Haus Ingrüne“ chauffiert. Da wir uns ja schon auskannten, ging das Einchecken sehr schnell von statten und so konnten wir es uns bei Kaffee und Kuchen gemütlich machen und ankommen. Abends genossen wir das gemütliche Zusammensitzen.

Ankommen im Ländle – Sonntag, 30.08.2020

Für Sonntag war kein Programm von Elias (Leiter Erholungszentrum „Haus Ingrüne“ geplant und somit stellten wir das Programm individuell zusammen. Einige spazierten oder fuhren zur Wallfahrtskirche Bildstein (Seehöhe 659 m) hoch und nahmen dort am Gottesdienst teil. Die Anderen blieben im Erholungszentrum und genossen deren Annehmlichkeiten.

Nachmittags wellnesten wir und nach Kaffee und Kuchen trafen wir uns im gemütlichen Aufenthaltsraum. Da in unserer Gruppe 2 Musikanten waren, machten wir einen Musiknachmittag daraus. Christian und Martin spielten auf der Gitarre und am Akkordeon. Von den roten Lippen, die man küssen soll, über das Kufsteinlied bis drunten in der grünen Au war da schon einiges dabei. Auch Pirron und Knapp mit dem Tröpferlbad und dem Campingurlaub kamen nicht zu kurz.

Reise in die Vergangenheit – Montag, 30.08.2020

Da das Wetter am Vormittag besser war, spazierten wir nach Schwarzach (Seehöhe 433 m) runter und besichtigten den Ort und die Pfarrkirche Hl. Sebastian. Natürlich mussten wir den steilen Weg auch wieder zurückgehen.

Der Ort Schwarzach zählt zu den Gemeinden im Bezirk Bregenz und hat rund 3.840 Einwohner. In der Zeit von 1804 bis einschließlich 1814 gehörte Schwarzach zu Bayern und wurde dann wieder Österreich zugeordnet.

Nachmittags machten wir uns nach Hohenems auf und besuchten dort das Schuhmachermuseum von Karl Nachbauer. Es war ein Besuch in der Vergangenheit. Nicht der Letzte in dieser Woche.

Werkzeug, Geräte, spezielle Nähmaschinen, dutzende Holzleisten für alle Schuhgrößen und das notwendige Rohmaterial erinnern an ein Handwerk, das mittlerweile beinahe ausgestorben ist, nachdem es vor langer Zeit noch alltäglich war.

Daneben konnten wir Dokumente, verschiedene Werkzeuge und alte Haushaltsgeräte angreifen und begreifen. Es lag auch noch der Geruch der alten Zeit in der Luft. Faszinierend war ein Fernseher aus dem Jahr 1957.

Ein Hauch von Salzbergwerk – Dienstag 01.09.2020

Dienstag war noch immer Regen angesagt. Ein geplanter Ausflug ist buchstäblich ins Wasser gefallen. Aber das Erholungszentrum „Ingrüne“ ist für solches Wetter sehr gut ausgestattet.

Einige fuhren ins größte Einkaufszentrum Vorarlbergs. In den Messepark in Dornbirn. Die anderen genossen wieder die Annehmlichkeiten des Hauses. Dazu gehören eine Infrarot- und eine finnische Sauna, ein Fitnessraum (Ruderbank, Laufband, Ergometer, Crosstrainer, Massagetisch), ein Erholungsraum, ein gemütlicher Aufenthaltsraum, eine Blindenschießanlage, ein Showdowntisch (Tischball oder Blindentischtennis) und eine Kegelbahn für Blinde und Sehbehinderte. Außerdem  standen uns auch ein Getränke und Kaffeeautomat zur Verfügung. Natürlich alles mit Braille beschriftet und somit barrierefrei..

Nachmittags ging es, wie bereits in den beiden Jahren zuvor, zum Durchatmen und zum Entspannen in die Salzgrotte nach Lindau.

Angenehme Entspannungsmusik in Verbindung mit der warmen Atmosphäre der beleuchteten Salzkristalle sowie das große Gradierwerk (die Saline) ließen uns bald in einen entspannten Schlaf fallen. Nach dem sanften Wecken genossen wir noch ein Kristallsalz Peeling.

Abends war Kegeln angesagt. Dazu kamen Manfred und Herta ins Erholungszentrum. Auch Dietmar und Elias gesellten sich dazu.

Nachdem wir uns locker eingeschossen hatten, kam es natürlich zum Wettkampf zwischen 2 Gruppen. Zum Abschluss gab es eine Fuchsjagd. Eine sehr interessante und tolle Variante beim Kegeln. Diese Kegelvariante kannten die Oberösterreicher noch nicht.

Saubirne und Goebbel´s-Schnauze – Mittwoch 02.09.2020

Endlich war auch das schöne Wetter bei uns in Schwarzach angekommen. Nach dem Frühstück fuhren wir in die Marktgemeinde Hörbranz und tauchten in die Welt das Schnapsbrennens ein. In der Schnapsbrennerei Prinz wurde uns die traditionelle Brennkunst erklärt und vorgestellt.

Mitte des 16. Jahrhunderts wurde das Schnapsbrennen in Österreich erstmals urkundlich erwähnt. Waren es damals noch die Mönche, die sich in den Klöstern mit diesem Handwerk beschäftigten, so wurde es im Laufe der Zeit auch von den Bauern erlernt und betrieben. Zur Zeit der österreich-ungarischen Monarchie kam es dann zu einer regelrechten Hochblüte des Schnapsbrennens, infolgedessen das „Schnapsbrenn-Monopol“ durch Kaiserin Maria Theresia an besonders fleißige und rechtschaffende Bauern verliehen wurde.

So kam es, dass der Fein-Brennerei (damals noch Gasthaus und Bauernhof mit angeschlossener Hausbrennerei) das Brennrecht urkundlich durch Kaiserin Maria Theresia verliehen wurde – ein Meilenstein für die damals noch junge Geschichte der Fein-Brennerei.

In weiterer Folge wurde die Hausbrennerei in Verschlussbrennerei (Man kann Tag und Nacht brennen) umgewandelt, die einer strengen Kontrolle durch den Zoll unterliegt. Über 340 Plomben stellen sicher, dass der Zoll jeden Monat die Destillats-Menge kontrollieren kann. (Für die #Brandweinsteuer).

In der Schnapsbrennerei Prinz werden im Jahr zwischen 8.000 und 10.000 Tonnen verschiedener Obstsorten zu Schnäpsen verarbeitet. Das Obst (Saubirne, Williamsbirne, Marille, Kirsche, Zwetschke) wird in 27 Tanks (110.000 Liter) zur Maische vergoren. Pro Tag werden etwa 30 Tonnen Maische verarbeitet. Aus 100 Kg Williamsbirne bekommt man etwa 2,5 Liter Schnaps heraus.

Es gibt 3 Sorten von Destillaten: Schnaps, Edelbrand, Likör und natürlich gab es entsprechende Kostproben der einzelnen Destillate.

Nachmittags gab es die nächste Reise in die Vergangenheit und unserer Jugendzeit. Wir besuchten das Radiomuseum Herbert Rauch in Lustenau.

Nicht weniger als 550 Radios gibt es in Rauch’s Radiomuseum zu bestaunen. “In einem Lagerraum gibt es  nochmal so viele Geräte. Die werden auch immer wieder als Ersatzteillager benutzt. Unter anderem findet man Geräte der Marken Ingelen, Philips, Grundig, Blaupunkt, Jura, Minerva, Nora, Braun, Bang & Olufsen, Saba und einige längst vergessene Marken.

Ein beeindruckendes und zeitgeschichtliches Ausstellungsstück ist die „Goebbel´s-Schnauze“. Der Volksempfänger aus der Nazizeit.

Dazu kommen noch Fernseher, Tonbandgeräte, Grammophone, Plattenspieler, Kassettenrekorder, Jukebox, Leierkasten und eine Schallplattensammlung von 13.000 Singles und hunderten Langspielplatten.

Das wertvollste Stück im Museum ist für Rauch zweifelsohne der österreichische Ingelen Geographic US537W aus dem Jahr 1937: “Das ist das Stück, von dem jeder Radiosammler träumt. In den 90ern wurde so ein Exemplar auf einer Auktion in Wien für 42.000 Schilling verkauft. Das Besondere am Ingelen ist seine Frequenzanzeige. Jeder ausgewählte Sender entspricht einer Stadt auf der Europakarte.

Die Ausstellungsstücke kommen aus der ganzen Welt. Hauptsächlich sind die Radios aber aus der Schweiz. Fabriziert wurden sie in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Frankreich, England, Holland, Schweden, den Vereinigten Staaten von Amerika, Japan, Russland, Tschechien und der ehemaligen DDR.

So nebenbei gab es auch noch andere Ausstellungstücke wie Schreibmaschine, Registrierkasse oder ein altes Wandtelefon.

Wir konnten viele Ausstellungstücke anfassen und einige sogar ausprobieren. ‚Bei den Hits aus den Fünfzigern und Sechzigern, die manche auch mit Begeisterung mitsangen, wurden wir wieder jung.

Es war eine Reise in die Vergangenheit und in unsere Jugendzeit. Viele solcher Geräte haben wir selbst noch benutzt.

Auf der Rückfahrt fuhren wir nach Lauterach und einige besuchten einem Hofladen. Den kannten wir schon von unserer Urlaubswoche aus dem Jahr 2019.  Sie holten sich einen Riebel (Vollkorngriess). Auch eine handgeschmiedete Eisenpfanne (Riebelpfanne mit Doppelgriff) war bei der Rückfahrt dabei.

Da wir Zeit hatten,  machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Jannersee. Einen Badesee in Lauterach. Im See wurde auch nach Opfern von Jack Unterweger gesucht.

Abend spazierten wir nach Bildstein hoch und konnten einen grandiosen Blick über das Rheintal mit traumhaften Sonnenuntergang genießen. In Bildstein befindet sich auch eine Erscheinungskapelle.

Schweizer Wasserspiele – Donnerstag 03.09.2020

Heute war ein Ganztagesausflug angesagt. Nach dem Frühstück fuhren wir in die Schweiz und besuchten ein Highlight unweit des Bodensees. Nach etwa 1 ½ Stunden fahrt kamen wir nach Schaffhausen, zum Rheinfall. Einer der größten Wasserfälle Europas

Auf dem Weg vom Bodensee nach Basel stellen sich dem Hochrhein mehrfach widerstandsfähige Gesteine in den Weg, die das Flussbett verengen und die der Fluss in Stromschnellen und einem Wasserfall, dem Rheinfall, überwindet.

Wir hörten schon von weitem das gewaltige Rauschen des Wasserfalls.

Der Rheinfall hat eine Höhe von 23 Metern und eine Breite von 150 Metern. Der Kolk (Wassergefüllte Vertiefung, Aushöhlung  am Fuß von Wasserstürzen) in der Prallzone hat eine Tiefe von 13 Metern. Bei mittlerer Wasserführung des Rheins stürzen im Rheinfall 373 Kubikmeter Wasser pro Sekunde über die Felsen.  Die höchste Abflussmenge wurde im Jahr 1965 mit 1250 Kubikmetern, die geringste Abflussmenge im Jahr 1921 mit 95 Kubikmetern pro Sekunde gemessen.

Der Rheinfall wird in der Mitte durch einen Felsen geteilt.

Wir fuhren mit einem Ausflugsboot dicht an den Rheinfall heran. Da wir einen Audioguide bekammen, hatten wir immer die entsprechenden Infos zu unserer Fahrt.

Auf dieser Rundfahrt erlebten wir die hinabstürzenden Wassermassen aus nächster Nähe. Der Kapitän steuerte das Boot schon so, dass wir auch etwas vom herabstürzenden Wasser abbekammen. Natürlich schaukelte das Boot auch etwas heftiger. Was einiges Kreischen unter dem Bootsinsassinnen und Bootsinsassen auslöste.

Bei anderen Rundfahrten kann man sich auch am mittleren Felsen absetzen lassen. Die Besteigung der Aussichtsplattform mit naher Sicht auf den Fall erfolgt über schmale und steile Treppen.

Nachdem wir wieder das Ufer erreicht hatten, suchten wir uns einen gemütlichen Platz zum Jausenen. Wir hatten ein gut gefülltes Lunchpaket mitbekommen. Diesen Platz fanden wir auch, mit direktem Blick auf den Rheinfall und immer das Rauschen im Hintergrund. Die Preise in den Restaurants waren nicht ohne. Wiener Schnitzel Euro 27,–, Frankfurter Euro 15,–, eine Kugel Eis 4 Fränkli (Euro 3,50).

Anschließend spazierten wir über viele Stufen am Rande des Rheinfalls bis zur Gemeinde Dachsen hoch. Immer begleitet vom gewaltigen Rauschen des Wasserfalls, der nur wenige Meter neben uns in die Tiefe stürzte.

Den Abend ließen wir im Erholungszentrum sehr gemütlich, und da es das Wetter zuließ, im Freien ausklingen.

Die Perle der Alpen – Freitag 04.09.2020

Auch am letzten Tag unserer Aktivitäten im Ländle war ein Ganztagesausflug angesagt. Wir fuhren ins Brandnertal. Auf einer kurvenreichen Bergstraße und einer traumhaft schönen Gegend fuhren wir auf eine Seehöhe von 1558 m. Unser Ziel war die Talstadion der Lünerseebahn in Brand bei Bludenz.

Die Lünerseebahn ist eine Luftseilbahn und Pendelbahn. Sie verbindet die Talstation am Talende im Gemeindegebiet von Brand mit der Bergstation bei der Staumauer des Lünersees im Gemeindegebiet von Vandans auf 1983 m Seehöhe.

Die neue Lünerseebahn ist seit dem Juli 2020 wieder im Betrieb. Die Bahn ist komplett barrierefrei und somit auch mit Rollstühlen, Rollatoren oder Kinderwägen zu nutzen.

Mit der Lünerseebahn erreichten wir einen der schönsten Alpseen innerhalb einer 5-minütigen Seilbahnfahrt. Bequemer geht es nicht mehr, um einen hoch gelegenen Alpensee zu erreichen. Am Seeufer liegt die voll bewirtschaftete „Douglashütte“ des Alpenvereins.

Oben angekommen hatten wir einen traumhaften Blick auf den türkisblauen See und das Rätikongebirge, das sich im See spiegelten.

Hier begann auch unsere Wanderung um den See. Der Lünersee ist der Startpunkt für zahlreiche Wanderungen unter anderem zur Schesaplana, dem höchsten Berg im Rätikon. Das hatten wir aber nicht vor.

Wir wandten uns nach rechts und wanderten auf einem Schotterweg dahin. Wir wurden von 2 Rollstuhlwanderen (Elektrisch) überholt. Etwa zur Hälfte des Weges machten wir bei der Alpe Lünersee Hütte (Südseite des Sees) Rast. Zwischen Hühnern und Ziegen sowie anderen Wanderern verzehrten wir unsere Jause. 4 von unserer Gruppe wollten es wissen und vollendeten den Rundweg. Die anderen gingen den Weg zurück.

Man kann den Lünersee, mit Rast, gemütlich in 3 Stunden umrunden. Start- und Zielpunkt ist die Douglashütte bei der Bergstadion. Der Rundweg ist auch für Menschen mit Behinderung zu meistern. Für Blinde und Sehbehinderte, die gut zu Fuß sind, sollte der Lünerseerundweg kein Problem darstellen.

Die einzigartige Natur des Rätikon, die frische Bergluft und ein atemberaubendes Bergpanorama machte diese Wanderung zum Erlebniss. Wir sind 2020 deswegen erst im September ins Erholungszentrum gefahren. Wir wollten unbedingt zum Lunersee und im Mai/Juni liegt dort noch Schnee.

Um wieder ins Tal und somit zu unseren Büssli´s zu gelangen, hätten wir über den „Bösen Tritt“ absteigen können. Alternativ wählten wir aber doch wieder die Seilbahn um sicher ins Tal zu gelangen.

Zurück im Erholungszentrum wurde am Abend gegrillt und wir wurden mit Vorarlberger Köstlichkeiten verwöhnt. Der Abschluss unserer Woche war aber das Lagerfeuer. Christian und Martin nahmen wieder Gitarre und Akkordeon in die Hände und unterhielten uns mit ihrem umfangreichen Musikrepertoire. Nachdem auch Bobbe Jaan´s „Ich steh an der Bar und habe kein Geld“ verklungen war wurde auch das Team vom Erholungszentrum aktiv und versuchte mit dem Hit „Vo Mello bis ge Schoppornou bea i glofo“ uns noch etwas typisch vorarlbergerisches mitzugeben.

Heimreise – Samstag, 05.09.2020

Die Woche im Erholungszentrum des BSV V ist natürlich wieder zu schnell vergangen. Die Blinden und Sehbehinderten bedanken sich bei ihren Begleiterinnen und Begleitern (Maria, Anni, Brigitte, Inka und Hans/Scheiti). Sowie für die tolle Organisation und Unterstützung des Teams des BSV V (Elias, Bruno, Tanja, Anna, Ramona, Moni, Zenep, Belinda, Robert, Benny, Dietmar, Manfred, Herta).

Wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen im Jahr 2021. Schließlich haben wir den Termin schon fixiert.

Linkliste:

Link zu einem Filmbeitrag über das Schuhmachermuseum: https://www.youtube.com/watch?v=Bl1HYz4bpHs

Rauchs Radiomuseum – Herbert Rauch im Interview

Link : https://www.youtube.com/watch?v=j_tJkWCYgzA

Link zum Imagefilm vom „Haus Ingrüne“

Blinde und Sehbehinderte auf den Spuren einer Sage – 09.10.2020

„…In der Früh ein Nebelmeer, mittags ein Häusermeer, abends ein Lichtermeer und in der Nacht gar nichts „Meer“. Dies war die Antwort vor vielen, vielen Jahren, eines armen Bäuerleins an den Teufel am Hexenstein – heute Weltstein – bei Schwertberg, als dieser ihm Gold versprach und dafür seine Seele wollte, außer er könne das Rätsel der 4 Weltmeere lösen. So bekam der arme Bauer das Gold, aber seine Seele durfte er behalten.

Die Spuren dieser Sage erkundeten am Freitag, den 09.10.2020 Blinde, Sehbehinderte und deren Begleitpersonen aus Oberösterreich. Bei sonnigen und angenehmen Herbstwetter begann die Wanderung beim  Steg bei der Freizeitwiese an der Aist in Schwertberg.

Die Weltstoarunde führte durch das wildromantische Josefstal, entlang der Aist. Über schattige Wald- und Wiesenwege ging es zur Burgruine Windegg.

Die Burgruine Windegg wurde im 13. Jahrhundert errichtet und 1980 vom damals gegründeten Arbeitskreis in zahlreichen Arbeitsstunden restauriert. Mit der Burgruine Windegg hat OÖ wohl das schönste Beispiel einer romanischen Burg.

Von dort führte die Wanderung weiter zum höchsten Punkt der Marktgemeinde Schwertberg – dem Weltstein (478 m) – der der „Weltstoarunde“ auch ihren Namen verleiht.

Nach dem sehr steilen Aufstieg konnten wir uns bei einer gemütlichen Rast auf den Bänken und einer guten Jause entspannen und Kräfte für den Abstieg sammeln. Natürlich hielten wie  unsere Eindrücke der Wanderung auch im Gipfelbuch fest.

Weiter gings auf wunderschönen Waldwegen bis zur Ortschaft Lina. In dieser Umgebung hat man eine tolle Aussicht. An schönen Tagen bis Traunstein, Großer Priel, Spitzmauer usw…,

Wir konnten auch 2 Bussarde beobachten und in der Ferne glänzte silberfarben das riesige Automeer der Firma Hödlmayr. Hödlmayr beliefert alle Autohändler in Österreich und hat in Schwertberg seine globale Fahrzeuglogistik. Somit stehen hier tausende Autos zur Auslieferung bereit.

Nachdem wir die Wälder von Lina hinter uns hatten, kamen wir in Winden bei einem Biohof mit Streichelzoo vorbei. Hier konnten wir auch riesige Kürbisse anschauen und ertasten. Außerdem war die Luft erfüllt von dem endlosen Schnattern zahlloser Gänseschnäbel. So ein lautes und aufgeregtes Schnattern wurde ja auch dem heiligen Martin von Tours zum Verhängnis.

Die letzte Etappe unserer Weltsteinwanderung führte uns durch ein sehr steiles Waldstück nach unten, direkt zum Ausgangspunkt unserer Wanderung. Zum Steg bei der Freizeitwiese an der Aist.

Den sonnigen und warmen Nachmittag ließen wir beim „Schwertberger Bräu“, einer kleinen Privatbrauerei in Schwertberg, bei Maurerforellen, Verhackertbroten und Mohnzelten im Gastgarten ausklingen.

Ein Danke gilt den Begleiterinnen und Begleitern der Blinden und Sehbehinderten. Ohne deren Engagement wäre ein solches Vorhaben nicht möglich.

Tour und Routeninformation:

Start- und Zielort: 4311 Schwertberg

Ausgangs- und Zielpunkt: Steg bei der Freizeitwiese an der Aist

Dauer: Ungefähr 3 bis 4 Stunden (Mit Rast)

Länge: Ungefähr 11 Kilometer

Höhenmeter (aufwärts): 318 Meter

Höhenmeter (abwärts): 318 Meter

Niedrigster Punkt: 253 Meter

Höchster Punkt: 475 Meter

Gutes Schuhwerk wird empfohlen!

Blinde und Sehbehinderte kommen hoch hinaus. Ballonfahren im Mühlviertel am 20.10.2020

Der Start des Heißluftballons wurde wegen Corona und wegen widriger Wetterverhältnisse (Wind, wenig bis keine Sicht etc.) bereits sechs Mal verschoben.  Am Dienstag, 20.10.2020 war es dann aber doch soweit und der Heißluftballon konnte abheben.

Das Abenteuer Ballonfahrt begann für einige Blinde und Sehbehinderte mit der Zugfahrt von Linz nach Schwertberg.

Beim Startplatz des Heißluftballons in Wartberg ob der Aist war bereits alles vorbereitet und aufgerüstet. Mit der Ballonhülle, Brenner, Gebläse, Korb, Verfolgerfahrzeugen und Anhängern kommt ein entsprechendes Equipment zusammen. Der Ballon mit Brenner und Korb für 16 Passagiere hat einen Wert von 100.000,– Euro.

Der geflochtene, rechteckige Korb mit Propan-Gasbrenner lag auf der Seite. Die Ballonhülle war auf der Wiese in ganzer Länge ausgelegt. Wir bekamen eine kleine Führung und konnten alles angreifen und abtasten. So konnten wir feststellen, dass die Ballonhülle aus verschiedenen Materialien besteht. Außerdem konnten wir auch die Seile, die den Ballon am Korb halten, anfassen. Während wir die Hülle abschritten, konnten wir uns deren Ausmaße vorstellen. Die Grüße des Ballons ist beeindruckend. Er hat eine Höhe von 33 Metern. Er ist der größte Heißluftballon in Österreich. Der Korb ist innen vollständig gepolstert und mit Haltegriffen ausgestattet. Diese werden bei der Landung noch sehr wichtig sein.

Freiwillige halfen beim Aufrichten des Ballons. Sie hielten die Öffnung des Ballons, während ein lautes Gebläse Luft in den Ballon blies. Durch die eingeblasene Luft richtete sich der Ballon immer weiter auf und zum Schluss wurde der Korb automatisch aufgestell.

Jetzt war es Zeit zum Einsteigen. Da der Korb sehr stabil gebaut ist, gibt es logischerweise keine Türen zum Ein- und Aussteigen. Man muss in den Korb klettern. Mit der fachkundigen Anweisung und Hilfe der Balloncrew meisterten wir auch dieses Hindernis. Der Korb war in Vierer-, Dreier- und Zweierabteilen aufgeteilt.  Laut Homepage des Veranstalters darf  eine mitfahrende Person maximal 120 Kg  haben. Ein Paar sollte nicht nehr als 200 Kg haben. Das muss man bereits beim Buchen der Fahrt angeben. Außerdem sollten Kinder unter 8 Jahren auch nicht mitfahren. Man sollte doch aus dem Korb sehen können.

Nachdem alle 15 Ballonfahrer im Korb verstaut waren wurde vom Piloten der, doch sehr laute, Brenner gezündet. Wenn man in der Nähe des Brenners steht, fühlt man die Wärme der Flammen und man kann sich in luftiger Höhe die Kopfbedeckung sparen. Man spürt nicht, wenn der Ballon vom Boden abhebt und langsam in die Höhe schwebt. Der Pilot kann den Korb durch Luftdüsen in der Luft in jede Richtung drehen. Aber auch das kann man nur visuell erkenne. Oder man spürt es durch den Wind.

Interessant war auch die Kommunikation des Piloten mit dem Flughafen Hörsching. Er musste immer seine Genehmigungen zum Steigen oder Sinken des Ballons einholen. So nebenbei unterhielt er sich auch mit dem Verfolgertross am Boden und beantwortete unsere Fragen. Da diesmal 2 Fallschirmspringeran Bord waren, stiegen wir auf eine Höhe von 7000 Fuß (2130 Meter). Als wir diese Höhe erreicht hatten, stellten sich die 2 Fallschirmspringer auf dem Korb und ließen sich rücklinks vom Korb fallen und waren sehr schnell verschwunden.

In der Höhe von 2100 Metern war die Temperatur angenehmer als in niederen Bereichen. Dort spürte man mehr den Wind. Aber in dieser Höhe gab es eine traumhafte Fernsicht in alle Richtungen. Unter uns zog langsam das herbstliche Mühlviertel vorbei. Man sah die verschiedensten Verfärbungen des Laubwaldes. Dann sah man nur die grünen Nadelwälder, die Wiesen, die Äcker, die Dörfer und die feinen Linien, die diese Dörfer irgendwie verband. Die Traktoren erschienen als Miniaturfahrzeuge.

In der Ferne sah man den Dachstein, den Schneeberg, die Rax, die Windräder vom Windpark  Spürbichl und ironischerweise dahinter die Türme vom Kernkraftwerk Temelin in Tschechien.

Dann holte sich der Pilot vom Flughafen Hörsching die Genehmigung zum Sinken ein und nur vom Wind getrieben schwebten wir der Erde entgegen. Je tiefer wir kamen, desto intensiver vernahmen wir die Umweltgeräusche von dort unten. Insider konnten auch die Pumpe eines Jauchenfasses ausmachen und man hoffte, dass man nicht auf einer frischgedüngten Wiese landet.

Wir wurden instruiert, wie wir uns bei der Landung richtig hinstellen und verhalten müssen. Jetzt kamen auch die Haltegriffe zum Einsatz. Die Ballone landen immer, wenn alles gut geht, in Fahrtrichtung. Deshalb kann man die Körbe in der Luft in jede Richtung drehen. Der Ballon setzte auf, hob wieder kurz ab, setzte wieder auf, hob noch einmal kurz ab und stand dann still. Das war absichtlich, da der Ballon Schwung hatte und abgebremst werden musste. Wir landeten beim Sportplatz in Neumarkt im Mühlviertel. Die Verfolger am Boden hielten dann den Korb fest, sodass nichts mehr passieren konnte. Es wird darauf geachtet, dass bei der Landung so wenig Flurschaden wie möglichentsteht.

Eine Landung eines Heißluftballons ist immer ein kleines Volksfest. Aus Nah und Fern kamen die Leute an und die Kinder hatten ihre Freude. Nachdem alle ausgestiegen waren, kam ein Bauer mit Mostkrügen und verteilte sie unter den wagemutigen Ballonfahrern. Bevor es zur Ballonfahrertaufe ging, wurde noch zusammengeräumt.

Es ist erstaunlich, wie schnell alles eingepackt und verstaut ist. Die Hülle des Ballons wurde zusammengelegt und dann auf einem Wagen aufgerollt. Das kann man sich als motorisierten Schlauchwagen (wie im Garten) vorstellen. Anstelle der Räder waren, wie bei einem Panzer, Raupen montiert. Damit man im weicheren Gelände fahren kann. Der Ballon war in einigen Minuten aufgerollt und der Wagen fuhr dann auf dem Anhänger.

Beim Verladen des Korbes halfen alle zusammen und schoben ihn mit mehreren „Ho Rucks“  auf dem Anhänger. Deshalb sind auch Griffe außerhalb des Korbes montiert.

Im Anschluss fand die Ballonfahrertaufe statt. Hierbei werden alle Erstfahrer in den Ballonadelstand aufgenommen und erhalten Ihren ganz eigenen Adelstitel. Diesen Titel sollte man sich merken und wenn man andere Ballonfahrer trifft, sollte man sich damit vorstellen. Wenn man seinen Titel nicht kennt, kostet es eine Runde. Genauso muss man eine Runde bezahlen, wenn man vom „FLIEGEN“ und nicht vom „FAHREN“ spricht.

Nachdem alle Feierlichkeiten beim Landeplatz abgeschlossen waren wurden wir mit dem Verfolgerfahrzeugen zum Ausgangspunkt der Ballonfahrt zurückgebracht. Und führ uns endete dieser wunderbare Tag bei einem gemütlichen Abschluss mit dem größten Käsekrainern und Bosnern von ganz Oberösterreich in Pregarten, bevor es zurück nach Linz ging.

Fliegen oder Fahren:

Wer sich über Luftfahrtschiffe oder Heißluftballons unterhält, tritt schnell ins Fettnäpfchen. Und zwar dann, wenn es darum geht, wie man die Bewegung bezeichnet. Denn ein Luftschiff fährt. Ein Flugzeug hingegen fliegt. Aber warum? Die Erklärung liegt in der Physik: Das Luftschiff fliegt mit Materialien, die leichter sind als die umgebende Luft (Helium oder heißere Luft). Die Physiker haben also definiert, dass alles, was leichter als Luft ist, fährt. Flugzeuge sind schwerer und fliegen daher.

Audioaufnahmen:

Audioaufnahme des Gebläses, mit dem der Ballon aufgeblasen wurde:

http://www.hojas.co.at/extern/audio/Geblaese.MP3

Audioaufnahme des Brenners: http://www.hojas.co.at/extern/audio/Brenner.MP3

Ein danke an die Begleitpersonen (Die Scheiti und den Scheiti). Ohne denen wäre so ein toller Tag nicht möglich gewesen.

Salzkammergut – Herbstwanderung  rund um den Altausseer See am 22.10.2020.

Salzkammergut – Herbstwanderung  rund um den Altausseer See

Das schöne Wetter ausnutzend, ging es am Donnerstag, 22.10.2020 für einige Blinde und Sehbehinderte und deren Begleitpersonen zu einer Wanderung in das steirische Altaussee.  Die Zugfahrt ging von Linz über Gmunden, Ebensee in die Kaiserstadt Bad Ischl. Von dort ging es dann in etwa 25 Minuten mit dem Auto weiter nach Altaussee.

Eingebettet in die Bergwelt des Toten Gebirges zählt der Altausseer See i(Seehöhe 712 Meter) m steirischen Salzkammergut zweifelsohne zu den schönsten Alpenseen. Den man auf dem herrlich angelegten Seerundweg erkunden kann. Der See ist in etwa 3 km lang und 1 km breit und misst an seiner tiefsten Stelle 53 Meter. Das glasklare Wasser gelangt durch das Karstgebiet des Toten Gebirges über unterirdische Zuflüsse in den See. Vom Seeufer aus kann man unzählige Forellen und Saiblinge beobachten, welche im Altausseer See in reichen Mengen vorkommen.

Ausgangspunkt für unsere Seerunde ist einer der öffentlichen Parkplätze im Zentrum von Altaussee. Wir parken direkt bei der Kirche und starten dort im Uhrzeigersinn unsere Wanderung um den Altausseer See.

Wir folgen den Wegmarkierungen und wandern entlang einer Uferstraße an einigen Hotels und Villen vorbei. Bald mündet die breite Forststraße in einen schmalen Seerundweg, der direkt unter den Felswänden des Loser in östlicher Richtung zur Seewiese führt. Dabei genießt man herrliche Ausblicke auf das schneebedeckte Dachsteinmassiv und den markaten Sarstein.

An der Jausenstation Seewiese angekommen, diese befindet sich am nördlichsten Teil des Sees, genießen wir den herrlichen Blick über den Altausseer See. Wir stärken uns mit hausgemachten Strudeln, Kaffee und kühlen Getränken für die weitere Seeumrundung. Hier besteht auch die Möglichkeit per Schiff zurück an das Westufer zu gelangen.

James Bond (Daniel Craig) fährt Plätte.

Die Aufregung war groß, als das beschauliche Altaussee im Jänner 2015 zur Filmlocation für den James Bond Film “Spectre” wurde. Wesentliche Aufnahmen fanden auf dem winterlichen See, und der Seewiese statt.

Doch in Altaussee war der Geheimagent auf einer traditionellen Plätte unterwegs und machte sich auf die Jagd nach dem Bösen. Die Plätte , das handgefertigte Holz Boot im Ausseerland, das früher zum Transport von Salz und anderen Gütern verwendet wurde, dient heute dem bewusst langsamen vorankommen am See. Das für das Salzkammergut typische Holzboot wurde somit zum Hauptdarsteller. Im idyllischen Jagdhaus auf der Seewiese kam es dann zum Showdown.

Kurz nach der Seewiese passieren wir am östlichen Ufer den kleinen Ostersee und ein verlassenes Haus und gelangen zu einigen Buchten mit Bademöglichkeit. Wir befinden uns unter den steil aufragenden Felswänden der Trisselwandn

Der Weitermarsch am Südufer führt unter schattenspendenden Bäumen beim  Strandcafe vorbei. Auch wir bekamen eine Plätte zu sehen. Sie wurde lautlos und sehr gemächlich entlang des Seeufers gesteuert. Etwas später erreichen wir den Ausfluss des Altausseer Sees. Da sich hier auch das Hotel Seevilla befindet, braucht man sich nicht wundern, wenn einem ein Rolls Roys entgegenkommt. Von hier war es dann nicht mehr weit zum Ausgangspunkt  unserer Seewanderung.

Der Abschluss dieses schönen Herbsttages fand auf dem Pötschenpass statt. Der Pötschenpass, meist nur kurz Pötschen genannt, ist ein 993 Meter hoher Pass im Salzkammergut an der oberösterreichisch-steirischen Grenze. Die Pötschenhöhe liegt in den nördlichen Kalkalpen und verbindet Bad Goisern in Oberösterreich und das Ausseerland in der Steiermark. Umgebende Berge sind der Hohe Sarstein (1975 Meter) im Süden und der Sandling (1717 Meter) im Norden. Von den Auffahrten hat man jedoch auch gute Blicke zum Hohen Dachstein (2995 Meter).

Nachdem wir die letzten Sonnenstrahlen, die der Pötschenpass hergab,  in uns aufnahmen, ging es wieder nach Bad Ischl und von dort mit der Bahn zurück nach Linz.

Ein großes danke an unsere Begleitpersonen.

Tipp für Menschen im Rollstuhl. Die Wanderung rund um den Altausseer See ist auch für Menschen im Rollstuhl machbar. Die Wege sind breit, gut gewartet und es ist fast alles eben. Für Blinde und Sehbehinderte, die gut bei Fuß sind, stellt diese Wanderung überhaupt kein Problem dar.

Almsommer am Hochgründeck. Die Fußwallfaht 2021 der Blindenpastoral Linz.

Nach fast genau 5 Jahren (02.07.2016) war es wieder so weit. Monika Aufreiter, Leiterin der Blindenpastoral in Linz, organisierte zusammen mit tatkräftiger Unterstützung von Alfons Aufreiter die Fußwallfahrt auf das Hochgründeck in St. Johann im Pongau (Salzburg).

Am Samstag, 10.07.2021 trafen sich 14 gutgelaunte Pilger beim Treffpunkt für Blinde und Sehbehinderte am Hauptbahnhof Linz. Sie fuhren mit dem Zug bis nach Salzburg und stiegen dort in die Zuggarnitur nach St. Johann um. Dort erwartete uns schon eine fünfköpfige Pilgergruppe aus der Steiermark (Graz und Leoben) die mit auf das Hochgründeck marschierte. Außerdem erwartete uns Robert und seine Freunde von der Bergrettung St. Johann im Pongau, die uns die 2 Tage kräftigst unterstützten.

Es ist die Fußwallfahrt 2016 auf das Hochgründeck noch allen in Erinnerung. Damals attackierte beim Abstieg eine Mutterkuh 5 Teilnehmer der Pilgergruppe und verletzte dem Blindensellsorger Franz.

Nachdem das Gepäck für das Heinrich Kiener Haus am Hochgründeck im Fahrzeug der Bergrettung verstaut war und sie uns einige Höhenmeter nach oben fuhren, konnte die Wanderung beginnen. Zwischen St. Johann im Pongau und den Heinrich Kiener Haus besteht doch ein Höhenunterschied von ungefähr 1.200 Meter.

Der Wettergott meinte es am Samstag sehr gut mit uns und wir hatten den ganzen Tag Sonnenschein. Die Strecke ist doch sehr anspruchsvoll. Aber auf dem Forststraßen und sschattenspendenden Waldpassagen war das Marschieren keine so große Anstrengung.

Außerdem wartete Robert immer bei Ausstiegen aus Waldpassagen auf die Gruppe um zu sehen, ob alles in Ordnung ist und ob vielleicht einige ein Stück des Weges fahren möchten.

Nachdem alle das Heinrich Kiener Haus am Hochgründeck, ein Grasberg, erreicht hatten war eine gemütliche Rast angesagt. Und man konnte die grandiose Aussicht auf 300 Berggipfel oder in die sehr tief untenliegenden Täler genießen.

Das Heinrich-Kienerhaus liegt auf 1.800 m Seehöhe umgeben von Almweiden auf dem Hochgründeck, das zu den am höchsten bewaldeten Bergen Europas und den schönsten Aussichtsbergen Österreichs zählt.

Es ist weithin bekannt für seinen überwältigenden Panoramarundblick. Über das Salzachtal mit Hochkönig ,Tennengebirge und Berchtesgadener Alpen, den Hohen Tauern mit dem Großglockner,dem Dachsteingebirge bis zu den Kärntner Gipfeln erfasst das Auge über dreihundert Bergspitzen.

Ein besonderes Erlebnis sind hier die Sonnenauf und -untergänge.

Jetzt hieß es auch Abschied nehmen vom Komfort von zu Hause. Jetzt war kaltes Wasser zum Waschen, Stockbetten und ökologisches Plumsklo, ohne Herzerl in der Tür, angesagt. Schließlich waren wir ja eine Pilgergruppe und 2 Tage Schlichtheit sollte uns nicht schaden. .

Das Heinrich Kiener Haus zählt zu den ökologischsten Häusern in den Alpen.

Der Strom wird nicht, wie zumeist auf Schutzhütten üblich, von einem Stromaggregat, sondern mittels Solaranlagen, Fotovoltaikanlagen und einem Windkraftwerk gewonnen. Der so erzeugte Strom wird in Batterien gespeichert. Somit ist auch in Schlechtwetterzeiten die Hütte stets bestens versorgt.

Mittels Solarluftkollektoren wird das Haus stets mit Frischluft versorgt. Im Winter wird so die Hütte vor starkem Ausfrieren geschützt, im Sommer das Raumklima in Gaststube und Küche verbessert.

Im Dachboden befindet sich ein 500-Liter-Hygienepuffer, der für hygienisches Heißwasser sorgt. Eine weitere Energiequelle ist der Küchenheizungsherd. Die überschüssige Wärme, die beim Arbeiten in der Küche entsteht, wird in den Puffer gespeist. Erreicht der Puffer die Höchsttemperatur, so geht die Wärme in den Heizkreislauf. So sind auch die Zimmer und Lager stets beheizt.

Eine bahnbrechende Erfindung des Hüttenwirtes sind die „Komposttoiletten“ in der Hütte und zusätzlich im Freien. Die Komposttoilette ist eine Toilettenanlage, die sich im Haus befindet und in der auch Küchenabfälle mitkompostiert werden können. Die Rotte, die in der Anlage entsteht, wird als Dünger für die Forstkulturen verwendet und als Schutz für die Bäume vor Verbiss von Schafen und Wild. Außerdem entwickelte der Wirt eine „Grauwasseranlage“, in der die Abwässer aus Küche und Waschraum in sieben Stufen gereinigt werden.

Später versammelten sich alle beim Gipfelkreuz (1.827 m) und der Blindenseelsorger Franz hielt eine Andacht, die zum Nachdenken anregte. Es war ein besonderes Erlebnis am Gipfel zu stehen und Franz zuzuhören. Umgeben von Almweiden auf dem Hochgründeck, das zu den am höchsten bewaldeten Bergen Europas und den schönsten Aussichtsbergen Österreichs zählt. Dazu kam noch die wunderbare Stille der Alpen.

Abends, in der gemütlichen und geheizten Stube der Schutzhütte wurden 3 Sechziger nachgefeiert. 1961 scheint ein guter Jahrgang gewesen zu sein. Bis Jahresende kommen noch weitere Sechziger dazu. Und wer diese Gruppe kennt, der weiß auch, wer das Licht abgedreht hat.

Das Wetter meinte es am Sonntag nicht so gut mit uns. Das merkten schon die Frühaufsteher, die den Sonnenaufgang am Gipfel miterleben wollten. Sie marschierten um 04:40 Uhr los und waren nach 15 Minuten schon wieder zurück. Jedenfalls konnten sie es sich bis zum Frühstück um 8 Uhr im Bett noch gemütlich machen.

Im leichten Regen marschierten wir zur St. Vinzenz Friedenskirche. Sie ist die Privatkapelle des Heinrich-Kiener-Hauses und liegt unweit des Gipfels oberhalb der Hütte auf 1.808 m Seehöhe. Dort wurde um 10:00 Uhr mit Blindenseelsorger Franz die Eucharistie gefeiert. Dabei wurde auch an die Gedacht, die nicht mehr dabei sein konnten. Anschließend erzählte der Erbauer der Holzkirche, Hermann Hinterhölzl sen. Die Geschichte seiner Kirche und man spürte, dass man einen besonderen Menschen vor sich hat.

Die Geschichte der St. Vinzenz Friedenskirche am Hochgründeck.

Gleich oberhalb der Hütte steht auf dem Westgipfel, einem geomantischen Kraftplatz die baulich interessante Friedenskirche. Bis ins Detail symbolisch gestaltet soll diese Kirche die Vision umfassenden Friedens zwischen Menschen aller Völker und Religionen in Harmonie mit der Schöpfung sichtbar machen.

Im Sommer 2003 begann der Hüttenwirt des Heinrich Kiener Hauses, Hermann Hinterhölzl sen. mit dem Bau der Friedenskirche am Hochgründeck. Sie wurde von ihm in Eigenarbeit nach eigenem Entwurf, ganz aus Holz in Ständerbauweise errichtet. Das Holz, als Symbol der Schöpfung, stammt aus der unmittelbaren Umgebung. Der Bau entstand aus einem Miteinander vieler Menschen, die durch Arbeitsleistung oder Spenden zur Errichtung beitrugen.

Am 5. September 2004 wurde die Kirche von Erzbischof Alois Kothgasser im Rahmen einer feierlichen Bergmesse dem heiligen Vinzenz, dem Patron der Forstleute, geweiht.

Die Kirche ist bis ins kleinste Detail der Form und der Maße symbolisch gestaltet. Sie hat den Grundriss in Form eines gleichseitigen Kreuzes. Diese Kreuzesform hat, zählt man Innen- und Außenwinkel, zwölf Eckpunkte. Die Zahl zwölf steht für die zwölf Apostel als Fundamentsteine der christlichen Gemeinschaft. Ihre Namen sind in die Wände eingeschnitzt. Ebenso steht die Zahl zwölf für die zwölf Stämme Israels, deren Namen in die tragenden Außensäulen der Kirche eingekerbt sind.

Die Mitte des Raumes öffnet sich nach oben in den mit einem Kreuz gekrönten Turm. Hier hängt eine der größten Glocken des Salzburger Landes mit einem Gewicht von 1.040 kg.

Der Altar besteht aus einer 365 kg. schweren Granitplatte, die auf drei Granitfindlingen ruht. In den Altar eingelassen ist eine Reliquie der Heiligen Edith Stein.

Die Bestuhlung ist aus fünf verschiedenen Hölzern, als Symbol für die Bewohner der fünf Erdteile und Hautfarben, gefertigt. Das rötliche Apfelbaumholz für die Ureinwohner Amerikas, die braune Eiche für die Aborigines Australiens, der dunkle Nussbaum für die Afrikaner, die gelbliche Bergulme für die Asiaten, der weiße Ahorn für die Europäer.

Die Kirche steht an einem Platz mit einem außergewöhnlichen Panoramarundblick. Sie steht immer offen und wird von vielen Gästen und Einheimischen besucht. Sie ist Station des St. Rupert Pilgerweges.

Leider ist die Kirche auch Ziel von Menschen, die nichts Gutes im Schilde führen. Es wurden schon einige Gegenstände aus der Kirche gestohlen.

Dann begann der große Aufbruch und die Pilger machten sich auf dem Heimweg. Die guten Marschierer gingen direkt vom Schutzhaus Richtung Vogei Hütte los und die anderen wurden ein Stück nach unten gefahren. Es kamen alle durchnässt aber glücklich und zufrieden bei der Vogei Hütte an. Die Vogei Hüttn befindet sich an der Bergstation des ehemaligen Hahnbaum-Sesselliftes auf 1 130 m Seehöhe.

Bei der Vogei Hütte wartete bereits Robert und nach einer kleinen Rast wurden die Pilger zurück zum Bahnhof in St. Johann im Pongau gefahren. Die Fußwallfahrt endete am Sonntag mit der Ankunft am Linzer Hauptbahnhof um 19:28 Uhr.

Ein ganz großes Lob gebührt Elisabeth aus Graz. Die mit 84 Lebensjahren diese Wallfahrt mitgemacht und sehr viel positives in die Gruppe gebracht hat.

Ein großes Danke an die Begleitpersonen, ohne denen ein solches Unternehmen nicht möglich wäre.

Weiters ein großes Danke an Robert und seinen Freunden von der Bergrettung St. Johann im Pongau. Ohne deren Unterstützung wäre eine solche Wallfahrt für einige nicht möglich gewesen. Sie hatten immer ein Auge auf uns.

Ein großes Danke an das tolle Team vom Heinrich-Kiener-Haus mit Hermann Hinterhölzl jun. als Chef.

Und natürlich auch an Monika und Alfons ein großes Danke. Ohne deren Engagement wäre ein solches Unternehmen nicht zustande gekommen.

Die Pilger freuen sich schon auf ein Wiedersehen am Hochgründeck. Schließlich wollen sie das Hüttenfeeling genießen und einige haben die Hoffnung nicht aufgegeben, doch noch den Sonnenaufgang am Hochgründeck zu erleben.

© Juli 2021 Gerhard Hojas

Unsere Woche 2021 im  Erholungszentrum des BSV V in Schwarzach – Ein Reisebericht. 28.08.2021 bis 04.09.2021

Samstag, 28.08.2021 – Ländle, wir kommen. Aber auf Raten.

Sie waren auch 2021 unterwegs. Bereits zum vierten Mal machte sich eine Gruppe der Blindenpastoral Linz auf dem Weg nach Vorarlberg. Ziel war auch diesmal wieder das Erholungszentrum des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Vorarlberg im „Haus Ingrüne“ in Schwarzach.

Die Teilnehmer Alfons, Gerhard, Anni, Christian, Hermine, der und die Scheiti, Monika, Erika, Veronika, Brigitte und Maria kamen diesmal in Raten in Dornbirn an. Man sollte sich nicht auf die Wagenstandsanzeige am Bahnsteig und der tatsächlichen Wagenreihung verlassen. Und wenn die Türen beim Zug geschlossen sind, dann bleiben sie auch geschlossen. Jedenfalls waren wir am Sonntag aber komplett.

Bei der Ankunft in Dornbirn hatten wir ein regnerisches Wetter wie 2020. Und auch diesmal sollte die Schlechtwetterperiode noch etwas anhalten.

Da wir die Gegebenheiten im Haus schon kannten, brauchten wir beim Einchecken keine Unterstützung und so konnten wir es uns bis zum Abendessen gemütlich machen. Abends genossen wir das gemütliche Zusammensitzen. Oder wie es im Ländle heißt: Zusammenhocken.

Sonntag, 29.08.2021 – Leider doch kein Déjà vu.

Leider hatten wir am Sonntag kein Déjà vu. Es war das Gleiche Wetter wie im Jahr zuvor. Somit ergab sich auch ein ähnliches Sonntagsprogramm wie 2020. Einige marschierten oder fuhren zur Wallfahrtskirche Bildstein (Seehöhe 659 m) hoch und nahmen dort am Gottesdienst teil.

Die anderen entspannten sich im Haus und genossen die Ruhe und die Annehmlichkeiten.

Nachmittags versammelten wir uns im großem Aufenthaltsraum und da wir mit Hermine und Christian 2 sehr gute Musikanten dabei hatten klangen unsere Lieder bald durchs Haus. Mit Gitarre und Akkordeon wurden Volks- und Heimatlieder, sowie alte Schlager zum Besten gegeben. Jede und Jeder wie sie konnten!

Montag, 30.08.2021 – Ein 60er und Nachmittags wurde es süß..

Wegen des starken Regens wurde Montagvormittag ein 60er (Regenschicht) gemacht.

Nachmittags wurde es aber süß. Es ging zur Schokolademanufaktur Gunther Fenkart in Hohenems.

Einige von uns waren bereits 2018 zu Besuch beim „Maitre Chocolatier“. Und weil es ihnen so gut gefallen hat, kamen sie 2021 wieder.

Der „Maitre Chocolatier“ produziert edle Schokoladen von der Bohne bis zur fertigen Schokolade – also „Bean to Bar“.

Auf Tellern vorbereitet lagen vor uns Schokoladen, Pralinen, Nüsse in Schokolade getunkt und noch weitere Köstlichkeiten. Bei interessanten Erzählungen von Kaokaoanbau, Ernte, Transport, Lagerung und das Rösten der Kaokaobohnen bis zum fertigen Endprodukt konnten wir zwischendurch die Teller leeren.

Anders als ein Confiseur, Konditor oder die meisten Chocolatiers produziert  die Schokolademanufaktur Fenkart sämtliche Schokoladen selbst.

Ein Confiseur ist jemand, der fertige Schokolade weiter veredelt. Ob er nun daraus eine veredelte Schokoladentafel oder Konfekt in jeglicher Form herstellt, spielt dabei keine Rolle.

Ein Pâtissier ist nichts anderes als ein Konditor, er kann gleichzeitig auch ein Confiseur sein. Er stellt jegliche Art von Konditoreiprodukten her, worunter natürlich Konfekt fällt, aber auch Desserts etc. Hierbei ist es unerheblich, ob er eine klassische Konditorenausbildung genossen hat oder sein Handwerk als Pâtissier in der Gastronomie gelernt hat. In den seltensten Fällen ist ein Pâtissier auch ein Chocolatier.

Ein Chocolatier (aus dem Französischen) stellt Schokoladenprodukte her. Er ist ein Konditor oder Confiseur, der auf Schokolade spezialisiert ist und fertigt Süßigkeiten aus Schokolade. Chocolatiers arbeiten handwerklich mit vorgefertigter Schokoladenmasse und sind daher von den industriellen Schokoladenherstellern zu unterscheiden.

Es ist ein langer Weg von der Kaokaobohne bis zur echten Schokolade. Und Schokolade ist nun mal nicht Schokolade.

So ist weiße Schokolade keine Schokolade.

Bei der Herstellung der weißen Schokolade wird gänzlich auf die Verwendung der Kakaomasse verzichtet, da diese für die dunkle Farbe verantwortlich ist. Für die weitere Produktion wird nur die Kakaobutter benötigt. Ihr werden weitere Zutaten, wie beispielsweise Zucker, Milchpulver oder Vanille, hinzugefügt.

Auch die Nougatschokolade ist keine Schokolade.

Nougat oder Noisette ist im eigentlichen Sinne keine Schokolade, denn es besteht fast ausschließlich aus Haselnüssen, Zucker und Fett. Das Haselnussmehl wird dann mit Puderzucker, Vanillin, Fett, Kakaobutter und Milchpulver in eine feste Masse gebracht.

Mit dieser Erkenntnis und viel gekaufter Schokolade kehrten wir in unser Quartier zurück.

Dienstag, 31.09.2021 – Schlafen in der Salzgrotte und Städtetouren.

Am Dienstag wurde das Wetter schon besser und wir konnten unsere Ausflüge und Touren starten. Vormittags teilten wir uns in 2 Gruppen auf. Eine Gruppe besuchte die Salzgrotte in Lindau und die anderen schauten sich die Stadt Lindau am Bodensee an.

Lindau ist die südwestlichste Stadt Bayerns und befindet sich im Dreiländereck Deutschland/Österreich/Schweiz. Der größere Teil der Stadt liegt auf dem Festland, die Altstadt hingegen auf der Insel im Bodensee. Dort befindet sich auch der Kopfbahnhof. Somit in unmittelbarer Nachbarschaft des Lindauer Hafens.

Lindau hat die schönste Hafeneinfahrt am Bodensee und ist somit

weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. Vor einem beeindruckenden Alpen- und Bodenseepanorama prangen majestätisch der Bayerische Löwe und der Neue Leuchtturm.

Der sechs Meter hohe, aufmerksam über den See hinweg schauende Löwe ist ein Werk des Münchner Professors Johann von Halbig. Er besteht aus Kehlheimer Sandstein und wiegt etwa 50 Tonnen. Auf dem Sockel des Löwens sind die römischen Ziffern “MDCCCLVI” festgehalten – sie geben Aufschluss über das Jahr der Fertigstellung des Bauwerkes: 1856.

Der Neue Leuchtturm ist 36 Meter hoch und misst einen Sockelumfang von 24 Metern. Er ist eines der wenigen Bauwerke seiner Art, die eine Uhr in der Fassade haben.

Wenn man die 139 Stufen nach oben zur Aussichtsplattform erklimmt, kann man auf den 5 Etagen amüsante Anekdoten und wissenswerte Fakten über Lindau und den Bodensee erfahren

Was man in Lindau nicht versäumen darf, ist das Flanieren über die Uferpromenade.

Nachmittags besuchten wir die Stadt Feldkirch.

Feldkirch beeindruckt mit der bezaubernden Altstadt, den mittelalterlichen Laubengängen und verwinkelten Gassen. Über der Stadt thront die Schattenburg. Von ihrem Bergfried öffnet sich ein wunderschöner Blick über die Stadt.

Feldkirch hat sehr viel zu bieten. Unter anderem ein buddhistisches Kloster, die Frauenkirche Vorarlberg, die Heiligkreuzkapelle, die Johanniterkirche, das Kapuzinerkloster, der Marktplatz Feldkirch, das Schloss Amberg und die Schattenburg,

Die Schattenburg ist eine Höhenburg oberhalb der Stadt Feldkirch, mit welcher sie durch die ehemalige Stadtmauer verbunden ist. Graf Hugo, der Stadtgründer Feldkirchs, ließ die Burg um 1200 erbauen. Bis 1390 war sie Stammburg der Grafen von Montfort. Später verwalteten die Habsburger die Anlage bis sie 1825, halb verwahrlost, von der Stadt Feldkirch gekauft wurde. Der 1912 gegründete Heimatpflege- und Museumsverein Feldkirch konnte die Burg wiederbeleben und seit 1917 beherbergt die Schattenburg das Schattenburgmuseum mit 18 Museumsräumen.

Die hochmittelalterliche Burg stellt eine der besterhaltenen Burganlagen Mitteleuropas dar. Wie vielfach angenommen wird, geht der Name Schattenburg auf die Wehrvorrichtungen der Burg (schaten = Schutz) zurück. Die Burg verfügt über eine der bedeutendsten historischen Waffensammlungen

Abends kam es dann schon zum traditionellen Kegelscheiben in der Hauseigenen Kegelbahn. Manfred, Herta, Gabi und Moni ließen es sich nicht nehmen, sich mit uns zu messen. Und wie bereits die Jahre zuvor machte es wieder sehr viel Spaß und der Abend dauerte etwas länger.

Mittwoch, 01.09.2021 – Wandern, relaxen und massieren.

Das Wetter war herrlich und so erkundigten wir Dornbirn. Unter der Führung von Moni machten wir einen Spaziergang entlang der Dornbirner Arch.

Die Dornbirner Ach (auch Dornbirnerach oder Dornbirner Ache) ist neben der nördlicher verlaufenden Bregenzer Ach einer der wichtigsten Abflüsse für die kleineren Bäche des westlichen Bregenzerwaldgebirges und des unteren Rheintals in Vorarlberg. Bis zur Rheinregulierung mündete die Dornbirner Ach bei Fußach in den Bodensee. Heute fließt der rund 30 Kilometer lange Fluss bei Hard östlich vom und einige Kilometer parallel zum Rhein in den Bodensee und durchquert zuvor das Gemeindegebiet der Stadt Dornbirn.

Man könnte auch der Dornbirner Ach entlang und durchs Lauteracher Ried zum Jannersee wandern. Am Jannersee waren wir 2020.

Nach dem Mittagessen besuchten wir die hauseigene Kapelle und gedachten unseren Verstorbenen und Kranken.

Das Programm für dem Nachmittag war dann wieder indivituell. Einige besuchten das Radiomuseum Herbert Rauch in Lustenau und andere nutzten das schöne Wetter um die Umgebung zu erkundigen. Bis nach Bildstein und weiter bis zum Schneiderkopf ging für einige die Wanderung.

Am Ende des Schneiderkopfweges genießt man beim Bergkreuz knapp unter dem Gipfel (971 m) den wunderschönen Ausblick in den Bregenzerwald und zu den Schweizer Bergen. Über den Aussichtspunkt Schneider zieht sich der Wanderweg auf Bildsteiner Gebiet durch eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft hinunter nach Grub und mit geringem Höhenunterschied durch waldiges Gelände hinab zur Wallfahrtskirche Bildstein. Von dort sind es nur mehr 15 Minuten zum Erholungszentrum des BSV V.

Und wer Lust hatte konnte sich anschließend massieren lassen.

Donnerstag, 02.09.2021 – Über die schönste Gebirgsstraße der Alpen.

Am Donnerstag war ein Ganztagesausfug angesagt. Es ging über die #Silvrettahochalpenstraße zum Silvretta-Stausee auf 2.030 Meter Seehöhe..

Die Silvretta ist eine Gebirgsgruppe in den zentralen Ostalpen. Anteil haben Österreich mit den Bundesländern Tirol und Vorarlberg und die Schweiz mit dem Kanton Graubünden.

Silvretta-Hochalpenstraße:

Die Silvretta-Hochalpenstraße ist eine der schönsten und beliebtesten Gebirgsstraßen der Alpen. Nicht ohne Grund nennt man sie auch „Traumstraße der Alpen für Genießer“. Die spektakuläre Bergkulisse und die direkt am Wegesrand liegenden Seen Vermunt und Silvretta ziehen Besucher mit und ohne Fahrzeug in ihren Bann.

Sie führt vom Vorarlberger Montafon über das Vermunt und die Bielerhöhe durch die Berge der Silvretta ins Tiroler Paznaun, das Tal der Trisanna. Die 22,3 km lange mautpflichtige Straße zwischen Partenen und Galtür ist mit 400.000 Benutzern eine der beliebtesten Gebirgsstraßen der österreichischen Alpen.

Die westliche Anfahrt mit 32 Kehren beginnt am Ortsende von Partenen und ist bis zur Bielerhöhe bzw. bis zum Silvretta-Stausee etwa 15 Kilometer lang. Die maximale Steigung beträgt 12 Prozent.

Der östlich vom See liegende Teil der Silvretta-Hochalpenstraße liegt in Tirol, beginnt im Galtürer Ortsteil Wirl an der Mautstelle auf 1725 m Höhe im Paznaun, besitzt nur zwei Kehren und ist zum selben Ziel etwa zehn Kilometer lang.

Auf dem höchsten Punkt der Straße (2.032 Metern über dem Meer) befindet sich der Silvretta-Stausee. Auf einem gut ausgebauten Wanderweg kann man den See umrunden.

Die Silvretta-Hochalpenstraße entstand während der Stausee- und Kraftwerksbautätigkeiten durch die Vorarlberger Illwerke. Diese ließen bereits 1925, nach dem Baubeschluss für das Vermuntwerk, einen alten unbefestigten Karrenweg von Partenen hinauf zum Vermuntsee als Transportweg verbreitern, damit Zement- und Kieslastwagen ihre Fracht bis zur Baustelle der Vermunt-Staumauer bringen konnten. Nach der Fertigstellung 1930 tat sich nicht mehr viel.

Erst ab 1938, beschleunigt durch den „Anschluss“ Österreichs an Deutschland, wurde die Strecke bis auf die Bielerhöhe verlängert, um dort die Silvretta-Staumauer anzulegen. Im weiteren Verlauf der Bauarbeiten wurden vermehrt Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, oft unter unmenschlichen Bedingungen, eingesetzt. Mit dieser Ausbauphase verlor der historisch bedeutsame Übergang am Zeinisjoch endgültig seine Bedeutung. Über den Umweg der Silvrettastraße rückten nun auch die Ortschaften Partenen und Galtür weiter auseinander.

Die endgültige Fertigstellung der Verbindung zwischen Partenen und Galtür und somit der Hochalpenstraße war gewissermaßen ein Produkt des Zufalls: Sämtliche angefragten Baufirmen trauten sich den Bau der kurvenreichen Straße vom Vermuntsee durch schwieriges Gelände nach Partenen nicht zu. Zudem fanden die Verantwortlichen sich mit dem Problem, dass aus der Zeit des Staumauerbaus sich auf der Bielerhöhe noch ein übergroßer Bagger befand, konfrontiert. Anstatt ihn für den Rücktransport ins Tal zu zerlegen und per Seilbahn nach Partenen zu schaffen, so wie er auch Jahre davor heraufbefördert worden war, bahnte sich der Bagger in den Jahren 1951 bis 1954 aus eigener Kraft seinen Weg durch das steil abfallende Tal nach Partenen, womit die Grundlage für die heutige Trasse geschaffen war.

Damit war eine durchgehende Straße geschaffen, die 1954 für den öffentlichen Verkehr freigegeben und bis 1961 auf ihrer gesamten Länge zweispurig ausgebaut wurde.

Silvretta-Stausee:

Der Silvretta-Stausee ist der höchstgelegene Stausee der illwerke vkw AG. Im Jahr 1938 wurde mit dem Bau der drei Absperrbauwerke begonnen. Der erste Teilstau erfolgte 1943, der erste Vollstau 1951. Beim Bau in der NS-Zeit waren viele Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter eingesetzt. Oberhalb des Stausees steht eine kleine Kapelle (Barbarakapelle) mit Gedenktafeln für die beim Bau Verunglückten.

Der 1,31 km² große Stausee liegt knapp unterhalb der Bielerhöhe auf einer Seehöhe von 2030 m in einer Senke der Silvretta, dem ehemaligen Ochsenboden. Über den östlichen Staudamm verläuft die Grenze zum Bundesland Tirol. Das Klostertal und das Ochsental liegen südlich, die Lobspitzen westlich (höchste Lobspitze ist die Hintere Lobspitze, 2.873 m) und die Vermuntalpe westlich des Sees. Die Ill entspringt dem nahe gelegenen Ochsentalgletscher und dem Vermuntgletscher, durchfließt das Ochsental und ergießt sich in den Stausee. Der das Klostertal durchfließende Bach mündet ebenfalls in den See. Weiters wird das Wasser des Tiroler Bieltalbaches im Bieltal gefasst und unter dem Massiv des den Stausee östlich begrenzenden Hohen Rads hindurch in den Silvretta-Stausee geleitet.

Die Hauptmauer mit Hochwasserentlastung, Grundablass und Umlaufstollen hat eine maximale Höhe von 80 m und einer Kronenlänge von 432 m. Sie hat 407.000 m³ Betoninhalt.

Gespeist wird der See primär durch die Ill, die dem nahe gelegenen Ochsentalgletscher entspringt.

Um den See führt ein gut befestigter Wanderweg, der über die Staumauer, den Bielerdamm und über die großen Zuflüsse führt. Für eine Runde um den See braucht man etwas mehr als zwei Stunden.

Fakten zum Silvretta-Stausee:

Länge: 2,47 Km,

Breite : 690 m,

Tiefe: 251 m

Fläche: 1,31 Km²

Wassertemperatur: Durchschnittlich 10 Grad Celsius

Bei der Wanderung um den Stausee kann es schon vorkommen, dass Pferde die Straße oder den Gehweg blockieren und man ausweichen muss. Und man bekommt das Rauschen der herabstürzenden Wassermassen aus einigen Metern Entfernung sehr gut mit.

Aufgrund des regen Weidebetriebs an der Straße ist auch mit Tieren auf der Fahrbahn und Schäden an Fahrzeugen zu rechnen. Die Kühe mit Kälbern sind uns auf dem Heimweg nach unten begegnet.

Den Abend konnten wir im Erholungszentrum noch im Freien genießen.

Freitag. 03.09.2021 – Mit der „Vorarlberg“ unterwegs am Bodensee.

Am vorletzten Tag wagten wir uns auf das Wasser und machten eine Bodenseefahrt. In Lindau gingen wir auf das Motorschiff „Vorarlberg“ und schipperten bis Meersburg.

Die Plätze am Schiff waren schnell belegt und so saßen einige draußen am Deck und die anderen unter Deck bei Kaffee.

Motorschiff Vorarlberg:

Das Motorschiff Vorarlberg ist ein Passagierschiff auf dem Bodensee mit dem Heimathafen Bregenz. Sie wurde am 12. August 1965 in Dienst gestellt und wird seither in der Kursschifffahrt und für Sonder- und Ausflugsfahrten eingesetzt. Eigner sind seit 2005 die Vorarlberg Lines-Bodenseeschifffahrt (VLB) in Bregenz. Der Name des Schiffes war Auslöser der Fußachaffäre.

Um die Namensgebung des Schiffes entspann sich ein monatelanger und heftiger Streit zwischen der österreichischen Bundesregierung (die den Namen Karl Renner vorgesehen hatte) und dem Land Vorarlberg und seiner Bevölkerung (die auf dem von Anfang an vorgeschlagenen Namen Vorarlberg beharrte). Der Streit gipfelte am 21. November 1964 in einem Eklat: Tausende Demonstranten verhinderten die offizielle Schiffstaufe und tauften das Schiff mit einer Flasche Bodenseewasser auf den Namen Vorarlberg. Der Vorfall schlug hohe politische Wellen und der Disput um die Namensgebung wurde erst im Juli 1965 beigelegt. Am 30. Juli 1965 wurde die Vorarlberg von Korneuburg aus „ferngetauft“.

Nach einer Stunde und 40 Minuten hatten wir unser Ziel „Meersburg“ erreicht und gingen von Bord. Die Gruppe teilte sich auf und erkundigte getrennt die Stadt.

Meersburg soll  die schönste Kleinstadt des Bodensees sein. Die mittelalterliche Stadt Meersburg liegt am nördlichen Ufer des Bodensee am Übergang vom Obersee zum Überlinger See auf einer Höhe von 400 bis 500 Metern.

Meersburg besteht aus einer Unterstadt und Oberstadt. Allein zwischen Unter- und Oberstadt besteht ein Höhenunterschied von 40 Metern.

Zur Stadt Meersburg gehört eine richtige Stadtmauer. Darum gibt es das Unterstadttor direkt nach dem Hafen. Zunächst bestand Meersburg nur aus der jetzigen Oberstadt sowie einer Stadtmauer, die 1260 erbaut wurde. Da die Stadt schnell wuchs, wurde das Gebiet der Unterstadt zum See hin größtenteils künstlich aufgeschüttet. Das Zentrum bildete die Marktstraße, welche heute den Namen Unterstadtstraße trägt. Die Stadtmauer umschloss schon immer die Unter- und Oberstadt in der sich die meisten historischen Gebäude befinden.

In der Oberstadt befindet sich die älteste bewohnte Burg Deutschlands: Die Meersburg. In der mittelalterlichen Burg bekommt man  in 30 eingerichteten Räumen einen Einblick, wie das Leben früher gewesen sein muss. Waffenhalle, Rittersaal, Stall oder Burgverlies. Ein Highlight sind die Wohnräume von Annette von Droste-Hülshoff. Deutschlands bekannte Dichterin verbrachte viel Zeit hier.

Die mittelalterliche Alte Burg war seit Mitte des 13. Jahrhunderts im Besitz der Konstanzer Fürstbischöfe. Der amtierende Konstanzer Bischof verlegte seine Residenz von Konstanz nach Meersburg, als sich die Bürger in der Stadt der Reformation anschlossen. Danach war dieser Ort für 200 Jahre lang der Sitz der Bischöfe.

Wenn man durch die kleinen Gassen der Ober- und Unterstadt schlendert, kann man die tollen Fachwerkhäuser, kleine Shops und Cafés erkunden. Besonders die alten Bauwerke rund um den Marktplatz, Winzergasse, Steigstraße und Kirchstraße sollte man besuchen.

Die Stadt hat den Flair des Mittelalters. Eine Stadt zum Verlieben.

Am späten Nachmittag trafen wir uns wieder am Hafen, genossen ein gutes Eis und gingen dann wieder auf die Vorarlberg und es ging zurück nach Lindau. Am Bahnhof in Lindau wurden uns von einer Straßenmusikantin noch ein paar Ständchen gespielt.

Nach unserer Rückkehr wurde gegrillt und wir bekamen ein wunderbares Abend- und Abschiedsessen. Und beim anschließenden Lagerfeuer und Musik bekamen wir Besuch von Gabi und Birgit. Hermine und Christian gaben noch einmal ihr Bestes und griffen in die Saiten und Tasten und ließen die Klänge über das Tal klingen. Die, die es dann noch länger am Lagerfeuer ausgehalten haben, konnten noch einen Fuchs wahrnehmen, der um das Lager schlich.

So ging die Woche in Vorarlberg wieder zu schnell vorbei.

Samstag, 04.09.2021 – Zurück nach Linz und eine neue Gruppe war schon da.

Nach einer Woche hieß es wieder einmal „Abschied nehmen“. Aber wir haben schon für 2022 reserviert. Da merkt man erst, wie schnell die Zeit vergeht. Bis September 2022 werden sich neue Ausflugsziele auftun, wie zum Beispiel im Bregenzer Wald oder eine Fahrt mit der Bregenzer Wälderbähnle, eine Schmalspurbahn und, und, und…

Samstag in der Früh kam bereits eine „neue Gruppe“ aus der Steiermark, Wien und Niederösterreich an. Sie waren im Nachtzug aus Graz unterwegs. Wir wünschen ihnen genauso viel Spaß und Unterhaltung, wie wir es die letzten 4 Jahre schon hatten.

Solche Unternehmungen wären ohne unsere treuen Begleitern nicht so einfach möglich. Deshalb gilt ein großes Danke an: Den und die Scheiti, Brigitte, Anni, Maria, Hermine.

Auch wieder ein großes Danke an das Team im Erholungszentrum „Haus Ingrüne“ des BSV V in Schwarzach. Elias, Belinda, Ramona, Anika, Moni, Martin und  Stefan.

Sowie die, die uns Besucht haben: Manfred, Herta, Gabi, Birgit und Zeyneb.

Wir kamen alle Pünktlich und zufrieden Samstagnachmittag am Linzer HBF an.

Wir freuen uns auf 2022!

Quelle: Mit Unterstützung von Wikipedia

© September 2021 G. Hojas

Herbstwanderung des Oberösterreichischen Blindensportclubs über das Mühlviertler Hochplateau.

Am Samstag, 09.10.2021 trafen sich Mitglieder, Begleitpersonen und Freunde des Oberösterreichischen Blindensportclubs bei herrlichem Herbstwetter in Linz. Der Grund dieser Zusammenkunft war eine geplante Wanderung im Mühlviertel. Der Spartenleiter für Bergsteigen und wandern, Alfons Aufreiter hatte zusammen mit seiner Begleitung Anni  diese Wanderung geplant und mitorganisiert.

Nachdem alle die 3 G-Kontrolle problemlos bestanden hatten und die Teilnehmer noch auf einige Coronamaßnahmen wie Registrierung, Maskenpflicht im Auto hingewiesen wurden, konnte es losgehen und der Konvoi startete Richtung Forellenhof in Mitterbach.

In Mitterbach stieg die Wandergruppe auf 24 Personen an. Was aber sofort auffiel, war der Temperaturunterschied zwischen Linz und Mitterbach. Dazwischen liegen doch einige Höhenmeter. Nachdem auch hier alles organisatorische Erledigt war setzten sich Alfons und Anni in Bewegung und alle hielten sich brav hintan.

Der erste Teil der Wanderung führte durch die herbstliche Landschaft vom Forellenwirt durch Wald und Wiese bis zur Anhöhe von Spörbichl zu Freddy und Charly. So werden die beiden Windkraftanlagen des Windparks Spörbichl genannt. Die beiden Windräder wurden im Oktober 1999 auf einer Seehöhe von 950 Metern errichtet und haben eine Narbenhöhe von 65 Meter und einen Rotordurchmesser von 47 Meter. 2020 wurden Spörbichls Windräder bei einem Fotowettbewerb zum schönsten Platz in Windhaag bei Freistadt gewählt. Es handelte sich um ein Wintermotiv der Windräder. Diesmal waren Freddy und Charly akustisch kaum wahrnehmbar, obwohl sie sich langsam im Wind drehten. Freddy und Charly sind die Grundbesitzer, auf denen sich die beiden Windräder befinden.

Eine erste Rast wurde bei der Kapelle in Spörbichl (904 Meter Seehöhe), wo sich auch das Ortszentrum befindet, eingelegt. Jedenfalls wurden die Wanderer schon mit einer Stärkung erwartet, die natürlich gerne angenommen wurde. Die Spender der flüssigen Nahrungsergänzungsmittel waren der ehemalige Bürgermeister von Spörbichl, Alfred Klepatsch und seine Frau Marianne. Andere nützten die Gelegenheit und besichtigten die Kapelle.

Nach der Überraschenden Stärkung konnte die Wandergruppe nun nichts mehr aufhalten und sie marschierten weiter Richtung Posthöf, wo ein Steinbruch charakteristisch für diese Gegend ist. Noch dazu, wo es nun leicht bergab ging.

Der Steinbruch in Spörbichl wird im Tagebau betrieben. Was im Steinbruch in Terrassenform (Geländeform) abgebaut wird, ist Granit. Die Terrassen werden durch  Sprengungen am Berg erzeugt und das gewonnene Material wird durch sogenannte Brecher (Zerkleinerungsmaschine) in die entsprechenden Größen gebracht. Hier wird ein mobiler Brecher eingesetzt. Mobile Brecher können sich nicht nur auf der Baustelle bewegen, sondern sind insgesamt mobil. Sie können aufgrund des relativ geringen Transportgewichts zum Ort der Aufbereitung gebracht werden, um dort direkt das Material zu recyceln. Im umgekehrten Fall ist das gesamte Material von der Baustelle zur stationären Aufbereitungsanlage zu transportieren, was mit Transportkosten verbunden ist und vermehrtes Lkw-Verkehrsaufkommen verursacht.

Hier wird der Granit nicht nur abgebaut und gebrochen, sondern auch weiterverarbeitet. Vom Pflasterstein über die Arbeitsplatte in der Küche bis zum Denkmal kann man alles aus Granit anfertigen. Dieser heimische Rohstoff aus Spörbichl wird international verwendet und verarbeitet. Man kann sämtliche Produkte in der „lebenden Galerie“ im Werk Oberwindhaag besichtigen.

Das Wetter lud direkt dazu ein In dieser Umgebung die nächste Rast einzulegen und die Jause auszupacken. Wie es sich für diese Umgebung gehört, mit Granitblöcken als Sitzgelegenheit. Man konnte über die Natur staunen, da man sah, dass Fichten sich am steinigen Untergrund am Berg halten und gedeihen. Das ist der Vorteil der Flachwurzler. Der Nachteil ist, dass sie nicht sturmresistent sind.

Nachdem uns Anni interessante Geschichten über und aus den Steinbruch erzählt hat, machte sich die Gruppe wieder auf die Beine und marschierte weiter. Zwischendurch konnte man verschiedene Granitblöcke und gebrochene Steine anfassen und ertasten. Vorbei ging es beim alten Bier- und Sprengstofflager. Eine eigenartige Kombination, die es heute so sicher nicht mehr gibt.

Weiter ging es Richtung Riemetschlag, Elmberg und Heinrichschlag. Hier konnte man das Mühlviertler Hochplateau richtig erleben und genießen. Vorbei ging es in der sanften Hügellandschaft an Bauernhöfen und an Weiden mit Kühen, Pferden, Schafen und Ziegen mit besonders großen Hörnern. Ein Stück des Weges wurden die Wanderer auch von einer Kuhherde begleitet. Jedenfalls waren die Kühe sehr erstaunt als sie die Gruppe ankommen sah. Wahrscheinlich hatten sie noch nie eine so große Gruppe Zweibeiner gemütlich dahintrotten gesehen.

Gemütlich, nach 4 Stunden Gehzeit näherten sich die Wanderer dem Ziel des Rundweges. Das war der Forellenwirt. Hier nahm die gelungene und gut organisierte     Herbstwanderung des Oberösterreichischen Blindensportklubs sein gemütliches und kulinarisches Ende.

Ein großes Danke gebührt wieder einmal den Begleitpersonen für ihr Engagement, ohne denen ein solches Vorhaben nicht möglich wäre. Das gilt auch für alle Begleitpersonen,, die mit dem Privatfahrzeugen für die Blinden und Sehbehinderten unterwegs sind.

Ein Danke auch an Wolfgang für sein professionelles Coronamanagement.

Ein Danke gilt auch für Alfons und Anni für das Erkunden der Wanderoute und das anschließende Organisieren der Wanderung.

Jedenfalls freuen sich alle schon auf die nächste Wanderung.

© Oktober 2021 Gerhard Hojas