Unterwegs

Internationale Funkausstellung  IFA Berlin 2016

Von der Hochleistungswaschmaschine bis zum intelligenten Kühlschrank: Auf der internationalen Funkausstellung „IFA“ 2016 in Berlin wurden  reihenweise moderne Gerätschaften vorgestellt. Die Grenze vom Nutzen zur technischen Spielerei ist manchmal fließend. Die Industrie zeigte, dass Geschirrspüler und Herde, Kühlschränke und Wäschetrockner noch sparsamer, schneller, leistungsfähiger und einfacher zu bedienen sind. Doch etwa 1,2 Millionen Menschen in Deutschland oder etwa 320.000 Menschen in Österreich können davon nicht profitieren. So viele Blinde und Sehbehinderte gibt es nämlich, und die haben mit vielen Produkten massive Schwierigkeiten.

Die fortschreitende Digitalisierung elektronischer Geräte, umfangreiche Funktionspakete und der zunehmende Einsatz von Touchscreens schaffen Barrieren, denn sie erfordern in zunehmendem Maße visuelle Kontrolle. Die Bedienbarkeit von z. B. Waschmaschinen, TV-Geräten und Herden in privaten Haushalten ist aber eine Grundvoraussetzung für die selbstbestimmte Alltagsbewältigung.

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO) organisierten auf der IFA 2016 eine Sonderausstellung sowie eine Fachveranstaltung zum Thema „Nutzbarkeit und Barrierefreiheit von Haushalts- und Unterhaltungselektronik“.

Ich war mit meiner Begleitung Julia für freiraum-europa auf der diesjährigen internationalen Funkausstellung in Berlin und wir besuchten die verschiedenen Firmen,an deren Stände man „barrierefreie Elektrogeräte“ besichtigen und ausprobieren konnten.

Die Produktpalette reichte von aufklebbaren Folien in Brailleschrift für einen Backofen mit Drehreglern von Küppersbuschüber Saugrobotern mit einer Steuerung mit einer App bis hin zu einer Waschmaschine von Miele mit einen optimalen Drehregler und einen Touchscreen mit Sprachausgabe. Dieser Waschvollautomat soll im Frühjahr 2017 auf den Markt kommen. Er wurde von einer blinden Mitarbeiterin von Miele mitentwickelt und wird von ihr noch ständig weiter verbessert. Auf diese Waschmaschine freue ich mich, da sie aus der Produktfamilie W1 Classic kommt und daher mit etwa Euro 800,– auch erschwinglich ist. Weiters gab es noch die Fernseher von Samsung und Panasonic mit einer Menüführung mit Sprachausgabe.

Zu bemerken war, dass die Firmen verschiedene Zugänge zum Thema „barrierefrei“ einschlagen. DeLonghi hat vor einigen Jahren Kaffeeautomaten für Blinde mit Brailleschrift ausgestattet. Ist von dieser Produktpalette aber wieder abgekommen, weil der Markt nicht vorhanden war oder ist. Und ist wieder auf Drehregler und taktile Tasten umgestiegen. Man sieht hier wieder die unterschiedlichen Unternehmensphilosophien. Die Küppersbusch Hausgeräte GmbH will Küchengeräte  mit Brailleschrift kennzeichnen. Es gibt aber nun

Aber es ist schon einmal ein Anfang, dass sich viele Unternehmen Gedanken darüber machen ob ihre Produkte auch von allen bedient und benutzt werden können oder ob bestimmte Gruppen von der Benützung solcher Geräte von vornherein schon ausgeschlossen werden.

Ich bin der Meinung, dass nicht alle Geräte sprechen müssen. Ich brauche keine Kaffeemaschine mit einer Appsteuerung sondern eine Kaffeemaschine mit gut fühlbaren taktilen Tasten und einen optimalen Drehregler. Das Gleiche gilt für Elektroherde und Backöfen. Genauso wenig brauche ich einen sprechenden Kühlschrank. Wenn die Tür offen ist reicht ein akustisches Signal und keine Ansprache.

Es sollte ein „Design for all“ sein, damit niemand sagen muss: „In Deiner Welt bin ICH der Beeinträchtigte“.

freiraum-europa und ich werden die verschiedenen Neuheiten von der IFA in weiteren Berichten genauer vorstellen.

Ich bedanke mich bei meiner tollen Begleitung Julia, die mich durch das U-Bahnsystem von Berlin und die riesengroßen Messehallen geführt hat. Sie ist sich kein einziges Mal verfahren oder vergangen. Und sie war und ist eine tolle Reiseleiterin.

Weiters bedanke ich mich beim deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) für seine schriftliche Unterstützung.

Gerhard Hojas

Einmal Ungarn und retour 2017.

 

Ein Reisebericht über die Ungarnreise 2017 der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs.

Los ging die Reise nach Ungarn am Sonntag 20.08.2017 um 06:00 Uhr in Wien. Startpunkt war der Franz Jonas Platz. Da stiegen die ersten Reisefreudigen in den Bus. Bis 07:20 waren dann  alle eingesammelt und es ging los Richtung Grenze.

An der Grenze machten wir den ersten Stopp. Erstens, um die WC Anlagen zu inspizieren und zweitens, um Euro in Forint zu verwandeln. Der Wechselkurs ist so grob umgerechnet 1 Euro für 300 Forint. Ich habe nichts umgewandelt und bin sehr gut mit den Euros ausgekommen. Die Ungarn nehmen eben gerne die Euros.

Dann ging es weiter nach Balaton wo wir das Mittagessen einnahmen. Da lernte ich eine besondere Suppe kennen. Eine Erdbeersuppe. Sie hat sehr gut gemundet und hat den Durst gelöscht. Ist so ähnlich wie eine Gurkensuppe. Nur eben rot und ohne Gurkengeschmack. Anschließend machten wir einen Spaziergang entlang des Balaton. Auf der einen Seite des Weges saßen die Fischer und warfen ihre Angeln aus und einige Meter entfernt gab es den üblichen Lärm auf einem Markt. Markt ist untertrieben. Der 20. August ist zu Ehren des Staatsgründers Stefan (István) des Heiligen der offizielle Staatsfeiertag. Und da war am Markt schon einiges los.

Anschließend fuhren  wir Richtung Eger, wo unser Hotel Flora war. Die Fahrt bis Eger verlief ganz ruhig und wir kamen in unserem Zeitrahmen an. Das Einchecken verlief Dank der gemeinsamen Unterstützung auch Problemlos und wir freuten uns schon auf das Abendessen.

Obwohl es beim Abendessen und dem Frühstück ein Buffet gab war es durch die Unterstützung – EIGENTLICH ALLER – kein Problem seinen Magen zu füllen. Das war das Faszinierende und Wunderschöne an dieser Reise: Da hat Jede(r) – Jede(n) unterstützt.

Beim Abendessen fielen uns orange bekleidete Sportler auf. Orange, das können nur Holländer sein. Es waren die amtierenden Europameister im „Unterwasserhockey“. In Eger fand zwischen 21.08.2017 und 27.08.2017 die Europameisterschaft im Unterwasserhockey statt. Bis 20.08.2017, 20:00 Uhr hatte ich noch nie von einer solchen Sportart gehört.

Hier 2 Links zur Erklärung Unterwasserhockey:

Link zu Welt der Hobbys: http://welt-der-hobbys.de/unterwasserhockey/

Link zu einem Youtubevideo über Unterwasserhockey: https://www.youtube.com/watch?v=eCv9Ux-HF0o

Und zum Abschluss des ersten Tages gab es auch noch ein tolles Feuerwerk zu hören.

Der 2. Tag

Beim Frühstück um 07:30 Uhr wirkten wir Alle schon frisch und munter. Da auch das Frühstücksbuffet wieder sehr reichlich und sehr gut war werde ich von den einzelnen Speisen nichts mehr erzählen. Die ungarische Küche ist hervorragend und unsere Verköstigung während unseres Aufenthaltes war einfach super und mehr als ausreichend.

Im Hotel stieß dann unsere Reiseleiterin für die nächsten 3 Tage zu uns. Ihr Name ist Tünde und sie hat den richtigen tollen ungarischen Akzent. Unser Ziel war die Hortobagy-Puszta.  Bis zu unserer Ankunft um 11:30 Uhr in Mata erfuhren wir durch Tünde sehr viel über die ungarische Geschichte. Das es auch in Ungarn Lipizzaner gibt und zwar im Bük Gebirge und gehört zum Bük Nationalpark.

Link zum Bük Nationalpark: http://www.urlaub-ungarn.at/sightseeing/nationalparks-und-naturschutzgebiete-ungarn/nationalpark-buekk.html

Und wir zogen am Mátra Gebirge vorbei. Dieses Gebirge ist die höchste Erhebung in Ungarn. Der höchste Punkt: Kékestetö (1014m).

Link zum Mátra Gebirge: http://www.urlaub-ungarn.at/regionen/gebirge-ungarn/matra-gebirge.html

Im Mata Gestüt bekamen wir eine Führung durch die großen Pferdeställe und konnten die Riesenrösser hautnah erleben. Und was in Ställen sofort auffällt ist das Gezwitscher der Schwalben. Und Schwalben habe ich schon lange keine mehr gehört.

Link zum Mata Gestüt: http://at.gotohungary.com/reiten1/-/netaview/49434/%7B0%7D

Anschließend ging es zur Kutschenfahrt (offener Planwagen) in die Weite der Puszta. Wir fuhren an Hütten vorbei, die bis zum Boden mit Stroh eingedeckt waren, vorbei an den für diese Gegend typischen Brunnen und vorbei an Ställen mit den Zackelschafen. Die Hortobágy ist die größte, zusammenhängende, natürliche Grasheide Europas. Das zähe, anspruchslose Zackelschaf und das Graurind gibt es in dieser Gegend. Das Graurind hat extrem große Hörner. Und sie werden als Zugtiere eingesetzt.

Wir wurden von den Cowboys des Ostens erwartet. Den ungarischen Schafhirten auf ihren Pferden. Sie zeigten ihre Reitkunst und den Umgang mit der Peitsche. Die Pferde spielten dabei eine große Rolle. Sie legten sich auf den Boden und die Hirten stellten sich auf sie und ließen die Peitschen knallen. Dann zog noch ein Graurindergespann mit Wagen gemächlich an uns vorbei. Man kann sich vorstellen, weit und breit keine Abgase, kein Dünger. Hier ist alles Natur und reinstes BIO.

Dieser Teil der Puszta besteht aus einem Salzboden. Das heißt, wenn es regnet kann das Wasser nicht so schnell versickern und dann gibt es keine Ausflüge. Die Saison geht nur über den Sommer. Im Winter hat es bis zu Minus 20 Grad und im Sommer kann es bis zu 40 Grad Plus werden.

Es war ein tolles Erlebnis.

Link zum Hortobagy Nationalpark: http://www.urlaub-ungarn.at/sightseeing/nationalparks-und-naturschutzgebiete-ungarn/nationalpark-hortobagy.html

Anschließend ging es zum Mittagessen in die Hortobagy-Csarda. Da wir nach dem Mittagessen noch Zeit hatten, besuchten wir wieder einen Markt. Das Schöne an diesen Märkten ist, dass jedes Land, jede Region seine spezifischen Märkte hat. Es wäre ja fad wenn Alle das Gleiche hätten. Und so rätseln noch Alle aus der Gruppe wozu ich eine Peitsche gekauft habe. Ich habe schon bei Amazon geschaut. Die Peitsche aus Eurer Fantasie schaut anders aus. (Großes Grinsen).

Dann ging es zurück ins Hotel.

  1. Tag.

Abfahrt um 08:30 nach Tokaj. Bekannt durch das Anbaugebiet von Wein und ganz besonders des Tokajers.

Die Stadt Tokaj, berühmt von seinen Weinen (Tokajer), liegt am Zusammenfluss von Tisza (Theiß) und Bodrog.  Der Theiß hat hier eine Breite von über 150 m und fließt mit einer Geschwindigkeit von ca. 2 km/h. Der Bodrog ist etwa 70 m breit und fließt etwas noch langsamer. Das Gebiet zwischen Bodrog und Tisza, nördlich von Tokaj, ist eine Polderlandschaft: Die Dämme der Flüsse verhindern, dass das Frühjahrhochwasser zu schnell abklingt. Ein ca. 30 km langer und mehrere km breiter Landstrich ist etwa für drei Monate unter Wasser.

Wir machten auf der Theiß eine gemütliche Panoramafahrt und genossen die Aulandschaften. Und auch hier war wieder die Hilfsbereitschaft der Reisemitglieder untereinander bewundernswert!

Durch Tünde erfuhren wir wieder einiges über die Gegend, den Flüssen und den Weinen.

Anschließend ging es zum Mittagessen.

Link zu Tokaj: http://www.urlaub-ungarn.at/regionen/staedte-ungarn/staedte-nordungarn/tokaj.html

Link zu Wikipedia Tokaj: https://de.wikipedia.org/wiki/Tokaj

Nach dem Mittagessen hatten wir Zeit uns Tokaj etwas anzusehen und um 15:00 Uhr gab es eine Weinverkostung in einem urigen Weinkeller. Für mich war es wie ein Besuch in der steirischen Weinstraße. Die Gewölbe, die Akustik, der typische Kellergeruch. Es wurden 6 verschiedene Weine kredenzt. Und das Lachen aus verschiedenen Richtungen wurde immer lauter.

Es wurden zu den Weinen auch verschiedene Käsesorten zum zwischenknabbern angeboten. Da ich keinen Alkohol trinke habe ich mir gleich ein Teller mit Käse gesichert und jetzt bin ich Käsekenner.

Wenn ich also als alter Weinkenner erzähle:

„Mein Importeur hat mir neulich einen rassigen Rotwein vom Balkan empfohlen. Ein einfacher Wein, aber zu Kurzgebratenem gut trinkbar.“

Dann meinte ich:

Ich habe bei Hofer einen billigen mazedonischen Rotwein im Tetrapack um Euro 2,80 für die Grillparty erstanden.

Die Rückfahrt nach Eger verlief in lockerer Stimmung und es machten Witze die Runde die man als über 18 einstuft.

  1. Tag

Am vorletzten Tag unserer Reise ging es um 09:00 Uhr nach Debrecen. Wir hatten mit einer örtlichen Reiseleiterin eine tolle Stadtführung mit anschließenden Besuch der Reformierten Kirche.

Noch dazu ist dieses Wahrzeichen so riesig und beeindruckend, dass es nur schwer übersehbar ist. Es handelt sich hierbei um die Große Reformierte Kirche in Debrecen. Im Ungarischen heißt sie Református Nagytemplom und ist ein nationales Symbol für den protestantischen Glauben in Ungarn. Sie liegt mitten im Stadtzentrum zwischen dem Kossuth Platz und dem Calvin Platz und ist in ganz Ungarn die größte reformierte Kirche des Landes.

Link zu Debrecen: http://www.urlaub-ungarn.at/regionen/staedte-ungarn/staedte-noerdliche-grosse-tiefebene/debrecen.html

Link zur Reformierten Kirche: http://www.urlaub-ungarn.at/sightseeing/sehenswuerdigkeiten-debrecen/grosse-reformierte-kirche.html

Nach dem Mittagessen ging es zurück nach Eger. Da wir diesmal schon früher zurück kamen, hatten wir auch die Gelegenheit uns Eger noch etwas anzusehen.

Es gibt in Ungarn zahlreiche Städte die den Titel „Stadt des Barocks“ verdienen und einige weitere die den Titel „Stadt des Weines“, doch den Titel „Stadt des Barocks und des Weines“ verdient wahrlich nur eine ungarische Stadt, nämlich Eger. Die historische Stadt im Norden des Landes ist seit Jahrzehnten für seine wunderschöne Innenstadt und die vielfältigen Sehenswürdigkeiten bekannt und der hier erzeugte ungarische Wein war schon im Mittelalter an adeligen Tischen eine oft genossene Spezialität. Obwohl Eger nur die zweitgrößte Stadt Nordungarns ist, haben bereits viele Menschen gesagt, dass diese Stadt inmitten der ungarischen Gebirge ein Ambiente besitzt, welches landesweit einzigartig ist.

Link zu Eger: http://www.urlaub-ungarn.at/regionen/staedte-ungarn/staedte-nordungarn/eger.html

  1. und letzter Tag

Wir verluden unser Gepäck noch vor dem Frühstück im Autobus und konnten dann ohne Stress und Hektik das gute Frühstück in Eger genießen. Tünde kam noch vorbei und wir konnten uns nochmals von ihr verabschieden. Sie war für uns für die 3 Tage eine tolle Reiseführerin. Man hat richtig gemerkt wie sie im Umgang mit uns Blinden und Sehbehinderten immer besser und lockerer wurde.

Um 08:30 Uhr ging es Richtung Budapest, wo eine weitere Reiseleiterin zustieg. Es ist wunderbar, wenn man einen Busfahrer wie Fritz hat. Er hat eine 35 jährige Buserfahrung und war in dieser Zeit etwa 500 Mal in Budapest. Der braucht keinen Stadtplan. Dann ging es weiter ins barocke Künstlerstädtchen Szentendre.

Die wunderschöne ungarische Stadt Szentendre liegt etwa 20 Kilometer nördlich von Budapest und 20 Kilometer südlich von Vác. Mit ihren rund 23.000 Einwohnern gehört sie zwar nicht zu den großen Städten Ungarns, aber dafür verzaubert die malerische Stadt seit Jahren die immer häufiger kommenden Touristen. Da Szentendre direkt am Ufer eines Seitenarmes der Donau gegründet wurde, ergibt sich ein harmonisches Bild einer Kleinstadt mit der Natur des Donauufers. Szentendre kann auch als Stadt der Kirchen bezeichnet werden, immerhin entdeckt man 7 Kirchen in den freundlichen Passagen der Stadt.

Bei der Stadtführung durch Szentendre (St. Andrä) ist wieder ein ganz, ganz alter Mythos auferstanden. Die Reiseleiterin erzählt uns etwas, ein Viertel der Golden Girls aus unserer Gruppe entdeckt einen Laden mit Handtaschen und Husch Husch weg waren alle. Die Reiseleiterin und die Männer standen irgendwie verloren herum. Also, wie bringt man eine Gruppe von Frauen am schnellsten in einen Bus? Handtasche hinein werfen!

Das Mittagessen nahmen wir über den Dächern von Szentendre ein. Danach schlenderten wir ganz gemütlich durch die malerischen Gassen zurück zum Bus und fuhren weiter nach Esztergom.

In Esztergom hatten wir noch eine Führung durch den Dom und eine Führung durch die Schatzkammer. Und dann ging es zurück nach Wien.

Wenn es durch eine Baustelle und durch die Kontrollen an der österreichischen Grenze zu keinen Verzögerungen gekommen wäre. Dann wären wir wie angekündigt um 20:00 Uhr in Wien gewesen. So war es eben 21:00 Uhr.

Link zu Szentendre (St. Andrä): http://www.urlaub-ungarn.at/regionen/staedte-ungarn/staedte-mittelungarn/szentendre.html

Link zu Esztergom: http://www.urlaub-ungarn.at/regionen/staedte-ungarn/staedte-mitteltransdanubien/esztergom.html

Link zur Basilika in Esztergom: http://www.urlaub-ungarn.at/sightseeing/weitere-sehenswuerdigkeiten-ungarn/basilika-von-esztergom.html

Da wir auch beim einzigartigen Donauknie vorbeikamen, hier ein Link: http://www.urlaub-ungarn.at/sightseeing/natuerliche-sehenswuerdigkeiten-ungarn/donauknie.html

Der Zug nach Linz ging um 21:55 Uhr vom Hauptbahnhof in Wien ab und so ging eine wunderbare Reise zu Ende.

Ich bedanke mich beim Reiseleiter Gerhard Bruckner von der Hilfsgemeinschaft und seinem Mitorganisator Fritz – unser Busfahrer und Hans Dampf in allen Gassen für die tollen 5 Tage.

Es war wirklich eine kleine Familie. Alle haben zusammengeholfen. Und wenn man nur jemanden angerempelt oder angeschrien hat, nur damit der sich wie zu Hause fühlt. (ggg). Es gab keine Gruppenbildungen wie bei anderen Vereinen.

Gerhard und Fritz brauchen kein Reisebüro um solche Reisen zusammen zu stellen. Fritz hat seine Erfahrung als Busfahrer und Globetrotter und Gerhard weiß als Betroffener was man den Blinden und Sehbehinderten zumuten und zutrauen kann. Die 2 machen diese Reisen für die Blinden und Sehbehinderten schon 18 Jahre. Jetzt, nach 18 Jahren wieder in Ungarn aber ein anderes Gebiet. Die Zeiten waren sehr gut abgestimmt, es gab keine Hetzerei, es waren immer alle dabei und alle hatten ihren Spaß. Wir waren 5 Tage unterwegs und hatten 5 Tage Programm. Hier ging es um die Qualität und nicht um die Quantität. Ich hätte eine sehr gute Reiseleiterin für euch und uns.

Das war eine Reise, zusammengestellt von Betroffenen für Betroffene!

Ich habe solche Reisen für Blinde und Sehbehinderte auch schon anders erlebt. Die werden von Reisebüros vorgeschlagen und dann bestimmen Sehende, was sich Blinde und Sehbehinderte zum ansehen haben. Die 5 Tage teilen sich auf in 2 Tage An- und Abreise und 3 Tage Hetzerei. Keine Organisation des Mittagessens. Man soll sich als Blinder und Sehbehinderter in einer fremden Umgebung und in möglichst kurzer Zeit zu recht finden. Am letzten Tag  waren viele kaputt. Und was schlimm war, die Gruppenbildungen. Alles wurde und wird unter den Namen Kulturreise verkauft. Obwohl die, die von Kulturreise reden, gar nicht mitfahren. Und da kann die Reiseleiterin auch nichts anderes machen. Sie bekommt das Reiseprogramm vom Reisebüro und wenn sie es nicht einhält hat dann natürlich sie die Probleme. Es gibt natürlich auch Blinde und Sehbehinderte, die laut schreien: „Hallo, ich weiß da etwas, wir haben nicht alles durchgemacht“!

Was ich auch schon erlebt habe und das ist erst 2 Jahre her. Blinde werden Watschen angedroht wenn sie sich vom Platz bewegen. Cholerische Sehbehinderte sollen sich nicht als Begleitpersonen anbieten, nur um sich den Einbettzimmerzuschlag zu ersparen!

Ein Danke an alle Ehrenamtlichen, die Mitgefahren und Mitgeholfen haben und die Linzer und Oberösterreicher sind da in eine kleine Familie hineingekommen. Vielleicht fahren dann bei der nächsten Reise noch mehr Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher mit. Man ist keinen bestimmten Verein verpflichtet. Und bei der Hilfsgemeinschaft zahlt man als Mitglied keinen Mitgliedsbeitrag. und hat ein größeres Angebot an Veranstaltungen. Die Hörbücherei ist auch kostenlos und greift auf die Bücher der Hörbücherei des BSV Ö zu. Und was ganz wichtig ist. Die Beratung ist auch um einiges besser. Ich kann und darf das sagen, weil ich habe es selber erlebt.

Zur Info: Das ist kein offizieller Reisebericht der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen sondern ich habe meine persönlichen Eindrücke niedergeschrieben. Die „Hallo, hallo ich habe da etwas gelesen und das möchte ich gerne melden“ können das Telefon wieder aus der Hand legen!

Ich freue mich auf die nächste Reise mit der Hilfsgemeinschaft und dort klärt sich vielleicht das Rätsel um die Peitsche.

Genusswoche 05.05.2018 bis 12.05.2018 – Ein Genussbericht

Vom Blinden-  und Sehbehindertenverband Vorarlberg (BSV V) wurde vom 05.05.2018 bis 12.05.2018 eine Genusswoche organisiert. Die Teilnehmer dieser Genusswoche, 9 Blinde, Sehbeeinträchtigte und Begleiter aus Oberösterreich, waren im eigenen Ferienhaus „Haus im grüne“ untergebracht.

Es gab für jeden Tag ein Genussprogramm!

Sonntag, nach unserem ersten Frühstück im „Haus im grüne“ spazierten wir zur Wallfahrtskirche Bildstein und nahmen dort am Gottesdienst teil. Anschließend hatten wir die Gelegenheit uns die Kirche erklären zu lassen. Nach dem Mittagessen fuhren wir ins Hopfenmuseum Tettnang in Deutschland. Dort erlebten wir den Hopfen vom Anbau bis zum Bier. Im Hopfengut Museum konnten wir neben der modernen Technik auch eine spannende Reise in die wilde Hopfenbrocker- Zeit der 50er Jahre unternehmen. Und wer wissen will „wer oder was“  die „Hopfensau“ ist, sollte bei der nächsten Genusswoche des BSV V dabei sein.

Montags besuchten wir eine Imkerei & Schaubrennerei in Alberschwende. Nach einen „Begrüßungsschnäpsle“ wurden wir in das großzügig aus Holz und Glas erbaute Bienenhaus geführt. Dort erfuhren wir einiges über die Imkerei und über die Wichtigkeit der Bienen für die menschliche Existenz. Anschließend lernten wir bei der Führung durch die Schaubrennerei den Werdegang der edlen Brände von der Maische bis zur Destillation kennen.

Am Dienstag gab es eine Führung im Weindorf Nonnenhorn am bayrischen Bodensee. Wir erfuhren von der Geschichte des Weinanbaues in dieser Gegend und wurden in eine alte Weinpresse geführt. Während der Unterhaltung wurden uns Käse- und Weinschmankerln gereicht und wir konnten so das Erzählte und das Ambiente der alten Weinpresse auf uns wirken lassen. Wir kennen jetzt auch den Unterschied zwischen Prosecco und Secco.

Mittwochs hatten wir gleich 2 Genussveranstaltungen. Zuerst besuchten wir die Salzgrotte in Lindau und konnten bei Entspannungsmusik und salziger Luft etwas gutes für unsere Atemwege tun. Anschließend besuchten wir in Bregenz einen Wein und Tee Sommelier. Die  Weindegustation war auch für Anwesende, die keinen Wein tranken ein Vergnügen und Geografisch lehrreich.

Da Donnerstag ein Feiertag war wanderten wir am Vormittag nochmals zur Wallfahrtskirche Bildstein. Am Nachmittag waren wir im Bregenzerwälder Käsehaus und konnten beim Schaukäsen dabei sein und mitmachen. Während im Sennkessel die Milch langsam erwärmt wurde, erzählte uns die Sennerin einiges über die Käseproduktion im Bregenzerwald. Es ist ein interessanter und erlebnisreicher Weg von der Milch bis zur „Käsegeburt“. Einige von uns rührten auch im Sennkessel oder arbeiteten mit der Käseharfe. Interessant ist auch, dass Senner oder Sennerin ein Lehrberuf ist.

Mich persönlich erinnerte diese Käseproduktion an die im Freilichtmuseum Stübing bei Graz aufgestellte Alphütte von der Mittelargenalpe (Vorarlberg).Dort wurden täglich 750 Liter Milch zu Käse verarbeitet. Dazu wurden 60 Kühe 2 Mal täglich gemolken.

Am vorletzten Tag der Genusswoche hatten wir den Schokoladegenuss. Wir besuchten eine Schokolademanufaktur in Hohenems. Ausgewählte Edelkakaos aus Kleinkooperativen werden in dieser Manufaktur in Hohenems schonend geröstet. Der „Maitre Chocolatier“ produziert mit seinem kreativen Team edle Schokoladen von der Bohne bis zur fertigen Schokolade – also „Bean to Bar“.

Abends hatten wir unserem Spaß in der Hauseigenen Kegelbahn. Der ehemalige Obmann des BSV V, Manfred Schuler, der seit Mittwoch dabei war, zeigte den Oberösterreichern wie richtig gekegelt wird. Aber irgendwann wird es zur Revanche kommen!

Wir hatten zwischendurch auch schöne Spaziergänge und genossen die Abende entweder vor dem Haus oder in den gemütlichen Aufenthaltsräumen. Ich versuchte mich an der Schießanlage und musste feststellen, es gibt Bessere, viel Bessere. Da beim „Haus im grüne“ eine Kapelle in der Nähe ist, besuchten einige der Gruppe auch die Maiandachten. Und so verging diese Woche wie im Flug!

Wir haben nette, hilfsbereite und tolle Menschen kennen gelernt und wir bedanken uns beim Team von „Haus im grüne“, allen Begleitern, die auch Sonn- und Feiertags für uns da waren und uns gut betreuten. Und ganz besonders bedanken wir uns bei den 2 Buam!

Wir genossen diese Genusswoche bis zur letzten Minute und wir werden sicher wiederkommen!

Gesammelte Links zu den einzelnen Veranstaltungen unter: http://www.hojas.co.at/extern/Freizeit/Genusswoche.htm

Bericht Wallfahrt Stadl Paura am 16.06.2018

Am 16.06.2018 organisierte die Blindenpastoral Linz eine Wallfahrt zur einzigartigen Dreifaltigkeitskirche nach Stadl Paura.

22 Wallfahrer trafen sich am Bahnhof in Linz und fuhren dann gemeinsam mit dem Zug bis nach Lambach. Dort wurden wir vom Blindenseelsorger Mag. Franz Lndorfer erwartet und begrüßt. Wer wollte, konnte mit Franz im Auto nach Stadtl Paura mit fahren. Die anderen marschierten durch stille und kühle Gassen und entlang der Traun bis zur Dreifaltigkeitskirche in Stadl Paura.

Blindenseelsorger Franz zelebrierte in seiner angenehmen, ruhigen und unnachahmlichen Art für uns die Heilige Messe. Unterstützt wurde er von Josef Vorderderfler und an der Orgel faszinierte uns Benedikt Felbermayr mit seinen Klängen.

Nach der Heiligen Messe erfuhren wir von Kaplan Elias einiges über die Geschichte dieser Dreifaltigkeitskirche.

Geschichte der Dreifaltigkeitskirche Stadl Paura.

Im Jahr 1713 herrschte in Österreich eine Pestepidemie. Maximilian Pagl, der in Stadl-Paura geboren war und zu der Zeit Abt von Stift Lambach war, gelobte, er würde eine ganz besondere Kirche bauen lassen, sollte man von dieser Seuche verschont bleiben. Die Barockkirche wurde von 1714 bis 1724 mit dem Linzer Baumeister Johann Michael Prunner auf dem Pauraberg erbaut. Die Kirche wurde mit dem Passauer Fürstbischof Johann Philipp von Lamberg am 29. Juli 1725 geweiht.

Die Drei als Symbol der Dreifaltigkeit beherrscht die Architektur. Die Kirche hat drei Türme, drei Altäre, drei Orgeln, drei Halbkuppeln, drei Marmorportale – und der Grundriss selber ist dreieckig.

Es werden alle drei Altäre genutzt – dreimal im Jahr wechselt die Sitzordnung, das Eingangsportal und die Blickrichtung der Gläubigen. Dies richtet sich nach dem jeweiligen Festkreis.

Auch der Pfarrhof wurde von Prunner erbaut. Die ursprüngliche Nutzung war ein Waisenhaus, dann als Heim für behinderte Kinder und später noch als Internat für Priesterstudenten.

Da wir Nachmittags eine Führung im Benediktinerstift Lambach hatten, gingen wir gemütlich den gleichen Weg zurück nach Lambach. Während des Mittagessens unterhielten wir uns über das bisher gehörte, gesehene und erlebte. Außerdem konnten wir uns bei dieser Gelegenheit besser kennenlernen.

Mit großer Erwartung begannen wir dann auch die Führung durch das Benediktinerstift Lambach.

Durch die kompetente Führung erhielt man einen Einblick zu den romanischen Fresken, Sommerrefektorium, Stiftskirche, Stiftsbibliothek und weiteren Räumlichkeiten. Besonders angetan waren wir vom Barocktheater Lambach und der Geschichte dazu. Es ist das einzig erhaltene Klostertheater Österreichs.

Etwas zur Geschichte des  Benediktinerstiftes Lambach

Das Stift und die Stiftskirche wurde im Jahre 1056 von dem Hl. Adalbero, Graf von Wels und Lambach, Bischof von Würzburg gegründet. Die Stiftskirche wurde 1233 nach Zerstörung wieder instandgesetzt und von 1422 bis 1436 als zweischiffige Hallenkirche umgebaut.

Der Kirchenbau in seinem heutigen Bestand geht auf die Bautätigkeit der Äbte Placidus Hieber (1640–1678), Severin Blasz (1678–1705) und Maximilian Pagl (1705–1725) zurück und ist Ausdruck der österreichischen Klosterarchitektur des 17. Jahrhunderts.

In dieser Zeit wurde die Kirche von 1652 bis 1656 nach einem Entwurf von Filiberto Lucchese als einschiffige Anlage mit dreijochigem und zweijochigem, gerade geschlossenem Chor neu eingerichtet.

Die Stuckdekoration von 1655 wird dem Stuckateur Thomas Zaisel aus Linz zugeschrieben.

Von Christoph Abraham Walther aus Regensburg stammen die ein Jahr später entstandenen lebensgroßen Nischenfiguren zwischen den Doppelpilastern.

Der Hochaltar nach einem Entwurf vermutlich von Antonio Beduzzi, 1716–1717 (Vorbild Mariazell von Johann B. Fischer von Erlach), besteht aus Salzburger Marmor.

Zur weiteren Innenausstattung gehören das schmiedeeiserne Abschlussgitter unter der Orgelempore von 1662, der Bildteppich von 1712 (eventuell aus Antwerpen), die Deckplatte des Stiftergrabes von 1659 und die Kanzel von 1756.

So verging der Tag und mit all dies erlangten Wissen traten wir am Abend unsere Heimreise an und wir hatten das Gefühl einen besonderen Tag verbracht und erlebt zu haben.

Gerhard Hojas

Der Baumwipfelpfad auf dem Grünberg in Gmunden. Eröffnung 28. Juli 2018

Die Natur aus einer anderen Perspektive erleben

Eröffnung 28. Juli 2018

Projektbeschreibung

Am 28. Juli 2018 öffnet auf dem Grünberg in Gmunden der Baumwipfelpfad Salzkammergut seine Pforten. Höhepunkt des 1400 Meter langen und mit erlebnis- und lehrreichen Stationen versehenen Pfads ist der 39 Meter hohe, architektonisch einmalige Aussichtsturm mit integrierter Tunnelrutsche (ab Saison 2019). Die barrierearme Gestaltung des Pfads ermöglicht auch Familien mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrern ein unbeschwertes Naturerlebnis!

Auf der obersten Plattform des Turms angekommen bietet sich ein einzigartiger Blick vom Traunsee bis zum Dachstein.

Barrierearm & familienfreundlich.

Baumwipfelpfad und Aussichtsturm sind bei einer maximalen Steigung von 6% auch mit Rollstuhl und Kinderwagen befahrbar. Die Netzkonstruktion des Geländers gewährt hierbei uneingeschränkte Sicht. Rollstühle und Rollatoren können kostenfrei am Eingangsbereich ausgeliehen werden.

Erlebnis- und Spielstationen auf dem Baumwipfelpfad lassen nicht nur kleine Entdeckerherzen höher schlagen.

Grünberg-Seilbahn

Schon seit dem Jahr 1957 befördert die Grünberg-Seilbahn Einheimische wie Gäste auf den Gmundner Hausberg. Seit ihrem Neubau 2014 bieten zwei moderne, barrierefreie Großkabinen jeweils Platz für bis zu 60 Personen. An der Talstation der Grünberg-Seilbahn sind Kombitickets für Bahn und Baumwipfelpfad erhältlich. www.gruenberg.info

Gastronomie

In nächster Nähe zum Baumwipfelpfad befindet sich die Grünbergalm mit gutbürgerlicher Küche auf hohem Niveau. Nach einer Wanderung zum Laudachsee bietet die Ramsaualm ein besonderes Ambiente und kulinarische Köstlichkeiten zum Verweilen und Genießen.

Aufenthaltsdauer & Einlass

Für den Besuch des Pfads sollten Sie etwa eineinhalb Stunden einplanen. Bis eine Stunde vor Ende der Öffnungszeiten können Sie an unserer Kasse Eintrittskarten erwerben.

Zahlen / Daten / Fakten

Turmhöhe: 39 Meter

Pfadhöhe: bis zu 21 Meter

Pfadlänge: 1.400 Meter

max. Steigung: 6%

Tunnelrutsche: 55 Meter Länge (ab Saison 2019)

Link zur Infoseite Baumwipfelweg Gmunden: http://www.baumwipfelpfad-salzkammergut.at/

Reise 2018 der Hilfsgemeinschaft nach Slowenien

Auch im Jahr 2018 gab es bei der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen wieder eine 5 Tagesreise. Diesmal ging es nach Slowenien.

Am Samstag, dem 01.09.2018 war es dann wieder so weit. Ich habe zum ersten Mal den Umsteige- und Begleitservice der ÖBB in Anspruch genommen. Und es hat alles reibungslos funktioniert. Ich fuhr von Linz bis Wien Meidling. Dort  wurde ich bereits  erwartet und zum Taxistand gebracht. Von dort ging es zum Treffpunkt zur Haltestelle U4 Meidling.

Nachdem die letzten Mitreisenden in den Bus zugestiegen sind und „fast“ alle Koffer und Taschen verstaut waren, ging unsere Mehrtagesreise nach Slowenien los.

Beim ersten Halt bei der Raststation Loipersbach genossen wir ein gemeinsames Frühstück. Nach dieser ersten, größeren Begrüßungs – und Kennenlernphase fuhren wir weiter Richtung Süden. Ein ständiger Begleiter an diesem Samstag war der Regen. Wir fuhren an Graz vorbei Richtung Steirisch/Slowenische Grenze. Nachdem hier alle Formalitäten (Maut) erledigt waren ging es zum berühmten Trojani Pass.

Als es noch keine durchgehende Autobahn zwischen Maribor und Ljubljana in Slowenien gab, mühten sich die Urlauberkolonnen Richtung Istrien auf einer Bergstraße über den Trojanepass. Die Mühsal der kurvenreichen Strecke wurde bei einer Rast aber belohnt. Ziemlich üppig sogar. Dieser Pass ist nämlich für seine Krapfen bekannt. Hier werden pro Tag nicht unter 5000 Krapfen verkauft. Im Fasching bis zu 8000 Stück.

Nach dem Mittagessen am Trojani Pass weiterfahrt in die slowenische Hauptstadt Ljubljana (Grüne Hauptstadt Europas 2016). Hier hatten wir eine lehrreiche, informative und besonders regenreiche  Führung durch die Altstadt.

Je näher wir anschließend der slowenischen Adriaküste kamen, desto besser wurde das Wetter. Und beim Eintreffen bei der Hotelanlage in Ankaran schien sogar die Sonne.

Nach einer kreativen und ungewöhnlichen Zimmerverteilung genossen wir unser erstes gemeinsames Abendessen.

Der 2: Tag in Slowenien begrüßte uns mit viel Sonne und angenehmen Temperaturen. Und unsere Reiseleiterin für die nächsten 3 Tage stieß  zu unserer Gruppe. unser Ausflug führte uns in die slowenische Hafenstadt Koper. Auf der Fahrt nach Koper fielen uns die vielen Autos auf riesigen Abstellplätzen auf. Des Rätsels Lösung ist, dass Koper, nach Bremerhaven, der Zweitgrößte Hafen Europas für die Ein- und Ausfuhr von Autos ist.

Koper liegt nur rund 10 km von der Grenze zu Italien entfernt.

Der Spaziergang durch die malerischen, engen Gassen der Altstadt war ein Highlight in Koper. Die zwei wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Koper sind die Kathedrale von Koper und der Prätorenpalast nebenan, direkt am Hauptplatz. Der Hauptplatz trägt den Namen des ehemaligen jugoslawischen Staatschefs Tito ((Titoplatz oder slowenisch Tito Trg)).

Nachmittags ging es ins Karstgebiet und besuchten dort eine Schinkenproduktion. Natürlich konnten wir auch die lokalen kulinarischen Spezialitäten dieser Einrichtung verkosten.

Der Karst, von slowenisch kras, was etwa „steiniger und unfruchtbarer Boden“ bedeutet. Die Landschaft ist namensgebend für das geologische Phänomen Karst, das hier von Wissenschaftlern der Habsburgermonarchie erstmals eingehend erforscht wurde.

Am 3. Tag unserer Reise stand Triest am Programm. Vormittags gab es eine kompetente Stadtführung durch die Hafenstadt mit dem alt-österreichischen Flair.

Die Altstadt von Triest ist eine Mischung aus Wiener Pracht und mediterranem Lebensstil. es gibt große und prächtige Paläste und viele Kirchen. Dennoch besteht die Altstadt aus einer kleinen Anzahl von schmalen Sträßchen und engen Durchgängen. Antikes trifft auf Relikte der KuK Monarchie und der Gegenwart mit modernen Modegeschäften.

Und am Nachmittag fuhren wir zum bekannten Schloss Miramare (ein Traumschloss auf einer Felsenklippe der Bucht von Grignano) und bewunderten die herrlichen Räumlichkeiten und die Parkanlage.

Errichtet wurde es von Kaiser Franz Josephs Bruder Maximilian, der ab 1864 als Kaiser in Mexiko regiert. 1867 wird er dort hingerichtet. Nach dem Tod von Maximilian und der Rückkehr der geistig verwirrten Charlotte nach Belgien wurde das Schloss Castello di Miramare zu einer Sommerresidenz der Habsburger.

Der 4. Tag begann mit Freizeit. Nach dem Frühstück hatten wir den Vormittag zur freien Verfügung. Einige machten einen Strandspaziergang. Andere schlenderten in Ankaran herum und besuchten die Märkte. Und andere wiederrum genossen den Vormittag auf der Terrasse des Hotels.

Nach dem Mittagessen, dass wir im Hotel einnahmen, ging es in die Stadt des Salzes. Diese Küstenstadt ist auf dem Salz erwachsen. In den Salinen von Piran, wird noch heute nach den alten Verfahren erstklassige Salzblüte gewonnen. Piran ist unumstritten die schönste Stadt an der kurzen Küste von Slowenien. Die Altstadt gehört zu den größten Sehenswürdigkeiten, die Slowenien zu bieten hat.

Piran liegt im Grenzgebiet zu Kroatien. Noch immer ist der genaue Verlauf der Grenze, vor allem in der Bucht von Piran, zwischen den beiden Staaten umstritten.

. Dort besuchten wir eine Weinkellerei und erfuhren einiges über die Weinproduktion in dieser Gegend. Während der Führung  konnten wir die vielen und besonders großen ‚Weinfässer bestaunen. Nach dem Rundgang durch die Kellergewölbe wurden wir zur Weinverkostung geladen.

Danach ging es auf ein Piratenschiff zur Panoramafahrt über das slowenische Meer und wir konnten den schönsten Teil der slowenischen Küste besichtigen.

Wer nach der Schifffahrt und anschließenden Stadtrundgang nicht müde war, suchte noch nach Souvenirs in den kleinen Läden. Zum Rückweg zu unserem Bus machte es sich bezahlt, dass wir eine einheimische Reiseleiterin hatten. Diejenigen, die zum gehen schon zu müde waren, fuhren mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück.

Der 5. Tag begann etwas früher. Es war der Tag der Heimreise. Nachdem alles im Bus verstaut war ging es Richtung Heimat. Die Rückfahrt führte über Krain nach Begungje, wo wir das Avsenik Oberkrainer Museum besuchten.

Begunje liegt im Oberkrainer Oberland mit Blick auf die Julischen Alpen und ist ein beschauliches kleines Dörfchen mit ca. 1000 Einwohnern.

Nach der gemütlichen Mittagsrast ging es über den Loiblpass (1368 hoher Alpenpass über die Karawanken zwischen Kärnten und der Oberkrain) Richtung Norden. In der Nähe von Graz genossen wir noch eine kleine Nachmittagsrast und dann ging es durch bis nach Wien. Dort  trafen wir auch fast genau nach Zeitplan ein.

So vergingen 5 wunderbare Tage wie im Fluge.

Das Schöne bei Reisen und Ausflügen der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen ist, dass immer freiwillige und ehrenamtliche Helfer dabei sind. So können auch Blinde und Sehbehinderte ohne eigener Begleitperson bei solchen Veranstaltungen teilnehmen. Und den Begleitern fällt kein Zacken aus der Krone, auch wenn sie beim Frühstück zum fünften Mal aufstehen und etwas für die Blinden oder Sehbehinderten zum Essen holen. Genauso ist es bei Führungen. Der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft untereinander ist grandios. Das habe ich leider schon anders erleben müssen.

So bedanken wir uns bei Fritz, Petra, Helli und allen anderen freiwilligen Helfern, die für uns da waren. Ohne deren Engagement wären solche Reisen nicht möglich. Und wir warten schon mit Spannung auf das Ziel von Fritz´s zwanzigster Reise für die Hilfsgemeinschaft.

Und ein großes Danke an die Reiseleitung von Gerhard Bruckner von der HG.

Besuch im Haus der Musik

Am Dienstag, 11.09.2018 besuchte ich mit Begleitung das „Haus der Musik“ in Wien.

Wir fuhren mit der Westbahn von Linz bis zum Praterstern in Wien. Von dort mit der U1 bis zum Stephansplatz und dann noch ein gemütlicher Fußweg von 10 Minuten bis zur Seilerstraße 30.

Das Haus der Musik ist ein interaktives Klangmuseum und bietet neue, innovative Zugänge zum Thema Musik.

Über die musikalische Treppe „STAIRPLAY“ begann die Museumstour.

Wir ließen die  Highlights des Neujahrskonzertes Revue passieren und er würfelten einen eigenen Walzer beim Walzerwürfel-Spiel.

Dann konnten wir Nachhören, was man selbst im Mutterleib gehört hat. Und das waren sehr unheimliche Geräusche. Anschließend konnten wir mit außergewöhnlichen Experimenten in die Welt der Klänge eintauchen:

Man hatte verschiedene Monitore mit Steuereinheiten (Drehregler, Joystick, etc) und immer zwei Kopfhörer. Man konnte z. B. in einer virtuellen Umgebung verschiedene Klänge zu- oder abschalten. Bei einer anderen Stadion sprach man in ein Mikrofon und hörte es erst einige Sekunden später im Kopfhörer. In der Zwischenzeit spricht man aber schon wieder etwas anderes. Es kommt alles zeitlich verzögert an. Wir konnten bei zwei Schuhplattlern die Geschwindigkeit ändern und skurrile Klangmuster hören. Und noch  vieles mehr.

In einen anderen Raum konnten wir sehr viele Umweltgeräusche durch Hörmuscheln, oder Rohre hören. (Die Geräusche vom Broadway, die Geräusche in einer japanischen U-Bahn, das innere einer Rakete beim Start, die Geräusche auf einer Raumstation und sehr viel mehr) In dieser Klangstadion ist alles in Braille beschriftet.

In der 3. Etage haben wir die großen Komponisten der klassischen Musikangetroffen. Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Strauss, Mahler sowie die Begründer der Zweiten Wiener Schule sind hier in individuell gestalteten Räumlichkeiten zu sehen.

Am Virtuellen Dirigenten freuen sich hier die Wiener Philharmoniker, von Dir geleitet zu werden! Man kann sich hier als Dirigent probieren. Das Ergebnis deines Versuches wird dir von einer bekannten Person virtuell mitgeteilt. Das schlimmste Ergebnis: Wenn die Aufführung während deines Dirigierens abgebrochen wird.

Das Haus der Musik muss man genießen und sich Zeit lassen. Man kann dieses Museum während des Besuches verlassen und später wiederkehren. Es ist barrierefrei und es gibt auch spezielle Führungen für Blinde und Sehbehinderte.

Ich kann dieses Museum allen Blinden und Sehbehinderten empfehlen. Die Klangeindrücke sind enorm. Außerdem gibt es für IOS und Android eine entsprechende App dazu.

Und wenn man schon in Wien ist, dann darf das Beste Eis der Welt nicht fehlen. (Mein subjektives Empfinden). Das Eis beim „Tichy“ (Erfinder der Eismarillen-Knödel) am Reumannplatz 13. Für das Studieren  der Eiskarte sollte man ein wenig Zeit einplanen, denn der Eissalon bietet mehr als 70 Eiscoups an. Und für die Marillen-Hasser unter Euch ein kleiner Tipp: Auf der Karte gibt es auch Himbeer-Eisknödel mit Mohn.

Was mir in Wien noch aufgefallen ist, sind die vielen aufgeklebten und gut wahrnehmbaren Blindenleitsysteme. Auch über die Fahrbahn. Und die vielen Verkehrslichtsignalanlagen mit Blindenakustik.

Aber davon können wir in Linz nur träumen! Hauptsache wir haben 3D-Zebrastreifen und bekommen 3 gefährliche Kreuzungen. (Rechtsabbiegen bei Rot). Und die meisten Blindenleitsysteme sind auch noch durch Schanigärten zugestellt.

Link zum Haus der Musik: http://www.hausdermusik.com/

Gerhard Hojas

Rund um Kirchschlag am 01.05.2019

Am Mittwoch, 01.05.2019 machte sich eine Gruppe Wanderer von Linz aus auf und fuhr mit Autos nach Kirchschlag. Dort wurden sie schon von weiteren Teilnehmern der Wandergruppe erwartet.

Als alle bereit waren, machten sich 17 Blinde, Sehbehinderte und deren Begleiter, zur Tour, „Rund um Kirchschlag“  im oberen Mühlviertel, auf. Am Beginn der Tour besuchte die Gruppe das Grab von Christian Packler, der in Kirchschlag seine letzte Ruhestätte gefunden hat.

Nach diesen besinnlichen Minuten und bei besonders freundlichen Wetter ging die ‚Wanderung los. Durch die Niederschläge der Vortage konnte man die Natur so richtig riechen und die gute Luft genießen. Die Wanderung führte von Obergeng nach Untergeng. Und es konnten fast alle Bodenbeschaffenheiten unter den Füßen gespürt werden. Asphalt, Wald, Wiese, Schotter, Sand und Stein.

Durch die Regenfälle war eine Waldpassage, die Abwärts führte etwas anstrengend. Glitschige und hohe Wurzeln, herabgefallene Baumwipfel mussten überstiegen werden und man musste unter umgestürzten Bäumen durch oder darübersteigen. Aber durch die tollen Begleiterinnen und Begleiter wurden auch diese Hindernisse gemeistert.

Nach einer Stärkung mit sehr gutem Essen und lustiger Unterhaltung am Wirtshaustisch ging es dann zurück nach Kirchschlag. Auch dieser Teil der Wanderung führte wieder durch Wiese, Wald und Flur bis zum Ausgangspunkt der Wanderung. Die noch nicht „Müden“ bestiegen noch den Aussichtsturm in Kirchschlag.

Ein Danke für die tolle Organisation und Führung der Gruppe geht an Angelika Pachler. Und ein großes Danke geht auch an die tollen Begleiterinnen und Begleiter der Blinden und Sehbehinderten. Ohne deren Unterstützung wären solche Unternehmungen nicht möglich.

Ein Bericht einer Woche im „Haus Imgrüne“ des BSV V 2019

Nachdem eine Gruppe von 9 Blinden, Sehbehinderten und deren Begleitpersonen bereits im Vorjahr die Genusstage, die im Mai 2018, vom Blinden- und Sehbehindertenverband Vorarlberg organisiert und durchgeführt wurde, genießen konnten, machten sie sich auch im Mai 2019 auf dem Weg in den Westen. Diesmal waren wir schon zu Zehnt!

Wir hatten eine Gruppenbuchung und konnten unsere Ausflugsziele selbst festlegen. Diese Gruppenwoche fand vom 18.05.2019 bis 25.05.2019 statt.

Nachdem wir am Samstag pünktlich am Bahnhof Dornbirn angekommen waren, wurden wir von den Zivildienern des BSV V (Marco und Aaron) abgeholt und zum „Haus Imgrüne“ chauffiert. Den Rest des Tages verbrachten wir mit „ankommen“.

Sonntag, nach dem Frühstück, spazierten wir zur Wallfahrtskirche  Bildstein. Bei dieser Kirche in der Gemeinde Bildstein hat man einen grandiosen Blick über das Rheintal. Dann spazierten wir Richtung Oberbildstein weiter und am Rückweg besuchten wir die Erscheinungskapelle in Bildstein.

Sonntag Nachmittag ging es nach Bregenz. Und dort zuerst mit der Pfänderbahn  auf den Hausberg der Bregenzer, den Pfänder. Der Pfänder (1064 m) ist mit seiner einzigartigen Aussicht auf den Bodensee und auf 240 Alpengipfel der berühmteste Aussichtspunkt der Region. Bei klarem Wetter reicht der Dreiländer-Blick von den Allgäuer- und Lechtaler Alpen im Osten über den Bregenzerwald, die steilen Gipfel des Arlberggebietes und der Silvretta, weiter über den Rätikon bis zu den Schweizer Bergen und den Ausläufern des Schwarzwaldes im Westen. Zu unseren Füßen liegt der Bodensee, eingerahmt vom Rheintal und dem oberschwäbischen Hügelland.

beim Berghaus Pfänder begannen wir unseren Rundgang durch den Alpenwildpark. Gleich zu Beginn gab es die Lieblinge der Kinder, die Zwergziegen und die Hasen. Etwas weiter konnten wir die Steinböcke beim Klettern bewundern. Weiter ging es zu den Wildschweinen, den Mufflons. Die Mufflonwidder erkennt man an den geschwungenen Hörnern. Das weitläufigste Gehege beherbergt ein stolzes Rothirschrudel.

Im letzten Teil des Rundgangs beobachteten wir die Murmeltiere. In ihrem weitverzweigtem Höhlensystem halten sie von Mitte Oktober bis Mitte März ihren Winterschlaf.

Nachdem wir mit der Pfänderbahn wieder im Tal angekommen waren, machten wir einen gemütlichen Spaziergang entlang des Bodensees. Er hat sein eigenes Flair. Das Highlight dieses Spazierganges war der Besuch der Seebühne der Festspiele Bregenz. Rigoletto von Giuseppe Verdi mit der bekannten Arie „La donna è mobile“ ist kommenden Sommer erstmals auf der Seebühne zu sehen und hören.

Den Abschluss des Tages genossen wir in einen gemütlichen Gastgarten.

Der Montag begann verregnet. Und das wird bis Mittwoch so bleiben. Daher mussten auch wir unsere Outdoor-Aktivitäten einschränken und unser Programm entsprechend ändern.

Montag Vormittag fanden wir uns in der Hauseigenen Kegelbahn ein und versuchten „verzweifelt“ eine „Sau“ zu scheiben. Das Mittagessen erlöste uns.

Nachmitttags besuchten wir, wie bereits im Vorjahr, die Salzgrotte in Lindau und konnten bei Entspannungsmusik und salziger Luft etwas gutes für unsere Atemwege tun.

Am Dienstag regnete es noch immer und daher besuchten wir die inatura. Die Innatura ist eine Erlebnisausstellung in Dornbirn. Denn im Mittelpunkt stehen das Ausprobieren, Spielen, Erleben und Begreifen. Vom Elch bis zum Frosch, verschiedene Waldböden und vieles mehr konnte man in der Innatura Ertasten und Begreifen. Die Ausstellung verließen wir durch den menschlichen Körper.

Dienstag Nachmittag hatten wir die Gelegenheit uns mit Vorarlberger Köstlichkeiten einzudecken. Andere aus unserer Gruppe genossen den Wellnessbereich im „Haus Imgrüne“ und besuchten die Sauna.

Auch am Mittwoch regnete es noch immer. Daher besuchten wir eine Ölmühle in Lochau. Hier hatten wir die Gelegenheit, verschiedene Öle zu kosten. Pistazienöl, Haselnussöl, Mandelöl, Leindotteröl, Kokusöl, Erdnussöl, Hanföl, Borretschöl, Schwarzkümmeöl, Sesamöl, Walnussöl… .

Wir verputzten auch die „Presslinge“, also das, was beim Ölpressen übrig bleibt. Da auch die Presslinge noch sehr viele gesunde Inhaltsstoffe enthalten und fein schmecken, macht die Ölmühle  daraus Mehle, die als Mehlersatz zum Kuchen backen etc. verwendet werden können.

Mittwoch Nachmittags war es endlich mit dem Regen vorbei.  Und bevor wir einen Hofladen in Lauterach besuchten um deren regionale und kleinbetriebliche Produktion  kennenzulernen, machten wir noch einen Spaziergang in Lauterach.

Den Abend ließen wir wieder im „Haus Imgrüne“ gemütlich ausklingen.

Donnerstag Vormittag war wieder ein Spaziergang nach Bildstein angesagt und nach dem Mittagessen ging es zur Insel Mainau. Tulpen im Frühling, Rosen im Sommer und Dahlien im Herbst. Diese Blumeninsel ist ein Meer an Blumen, Gerüchen, Geräuschen und anderen Einflüssen, denen man sich nicht entziehen kann. Man könnte sich auf dieser Insel tagelang aufhalten.

Und auch am Donnerstag genossen wir den Tagesausklang nach einen stätem Abendessen am gemütlichen Stammtisch im „Haus Imgrüne“.

Am Freitag war im „Haus Imgrüne“ einiges los. Die Vorbereitungen für das Familienfest- anlässlich 30 Jahre „sehsam“ (Pädagogische Sehfrühförderstelle) fingen bereits sehr früh an. Man sieht, was man mit Ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sowie Sponsoren alles machen kann.

Für uns ging es nicht zur Feier sondern in die Rappenlochschlucht.

Vom Gütle aus erreicht man in 10 Minuten den Einstieg zur Rappenlochschlucht. Die Schlucht ist eine der größten Schluchten Mitteleuropas. Seit einem Felssturz im Mai 2011 ist der alte Weg nicht mehr begehbar. Ein neuer führt am Rande der Rappenlochschlucht entlang. Wir genossen  atemberaubende Ausblicke in die Schlucht und auf den Felssturz. Das Getöse der Wasserfälle und das Rauschen des Wildbaches waren einmalig. Wir marschierten über viele Stufen und Stege und das Wasser schoss unter und neben uns vorbei. Am Ende der Schlucht liegt der Staufensee der umrundet werden kann.

Abends nahmen wir dann wieder am Stammtisch platz und waren doch ein wenig traurig, dass diese Woche schon wieder vorbei war.

Samstags traten wir die Rückreise nach Linz an. Marco und Aaron brachten uns zum Bahnhof Dornbirn und so ging eine schöne und erlebnisreiche Woche zu Ende

Das „Haus Imgrüne“ des BSV V kann man allen Blinden und Sehbehinderten empfehlen. Man kann auch ohne Begleitung hier seinen Urlaub oder einfach nur entspannte Tage verbringen. Das Haus ist renoviert und Blindengerecht adaptiert. Es gibt eine Sauna, eine Kegelanlage, einen Fitness- und Entspannungsraum, eine Schießanlage für Blinde, eine Bibliothek und ganz wichtig, einen großen Pool. Der Kaffee- und der Getränkeautomat sind mit Braille beschriftet.

Ein großes Danke an das Team vom „Haus Imgrüne“ für die tolle Unterstützung und Bewirtung in dieser Woche.

Ein Reisebericht über die 5 Tagesreise  2019 der Hilfsgemeinschaft der Blinden und ‚Sehschwachen Österreichs.

 

Zu den Franken und zurück!

Am Dienstag, 20.08.2019, ab 06:00 wurden die ersten Mitreisenden in Wien beim Franz Jonas Platz eingesammelt. Als um 07:15 Uhr bei der U4 Bushaltestelle Meidling die Letzten zugestiegen waren, fehlten nur noch drei aus Oberösterreich. Aber da es zu den Bayern ins Land der Franken ging, wurden sie in Ansfelden bei Linz abgeholt.

Dann ging es rasche weiter nach Passau, in die drei Flüsse Stadt. Die Stadt liegt am Zusammenfluss der drei Flüsse Donau, Inn und Ilz. Das Dreiflüsseeck ist weltweit die einzige Stelle, wo drei Flüsse aus drei Himmelsrichtungen kommend sich vereinen und gemeinsam in die vierte weiterfließen: von Norden die Ilz, von Westen die Donau und von Süden der Inn, als Donaustrom ziehen sie gegen Osten weiter.

Das Wasser des aus den Alpen kommenden Inns ist grün, die Donau, durch Bodensubstanzen aus Äckern und Feldern, erscheint braun und die Ilz, die aus einem Moorgebiet kommt, ist schwarz, so dass die Donau ein längeres Stück nach dem Zusammenfluss drei Wasserfarben (grün/braun/schwarz) aufweist. Auffallend ist dabei, wie stark das grüne Wasser des Inns das Wasser der Donau beiseite drängt.

(In den Monaten Mai und Juni 2013 kam es in der Stadt zu den schwersten Überschwemmungen seit fünfhundert Jahren, als am Pegel Passau/Donau die historische Marke von 12,89 m erreicht wurde. Die Trinkwasserversorgung musste vorübergehend eingestellt werden, an Schulen und der Universität setzte der Lehrbetrieb aus).

Nach einem verspäteten Mittagessen, da wir eine falsche Adresse bekommen hatten, ging es mit einer sehr interessanten Stadtführung in Passau weiter. Während wir durch die engen Gassen von Passau schlenderten erfuhren wir sehr viel von der Geschichte dieser Stadt. Und im Dom St. Stephan konnten wir die größte Domorgel der Welt bewundern. (17.974 Pfeifen und 233 Register erklingen zur Ehre Gottes).

Der prunkvolle Dom steht am höchsten Punkt der Passauer Altstadt. Nach dem verheerenden Stadtbrand im Jahre 1662, als er fast völlig abgebrannt war, fand der Dom in dem berühmten Architekten C. Lurago seine Wiederauferstehung.

Während der Stadtführung erwischte uns noch der Ausläufer des Schlechtwetters und wir kamen in den Regen. Aber das nahmen wir alle nicht so tragisch. Anschließend fuhren wir zu unserem Zielort „Rothenburg ob der Tauber“ weiter, wo wir so gegen 19:30 Uhr ankamen. Da es schon spät war, nahmen wir zuerst das Abendessen ein und bezogen anschließend die Zimmer.

Der zweite Tag.

Nach dem Frühstück ging es in zwei Gruppen zur Stadtführung durch Rothenburg ob der Tauber. (Die Gruppen gelb und grün wurden bereits während der Busfahrt festgelegt und diese Gruppen blieben die ganze Zeit gleich. Somit kam es zu keinen unnötigen Diskussionen!).

Wenn man in Rothenburg ob der Tauber angekommen ist, dann ist man auch im Mittelalter angekommen. Hier ist die Zeit stehen geblieben. Rothenburg ob der Tauber liegt im romantischen Franken, am Rande des Taubertals. Es hat eine gut erhaltene Altstadt aus dem Mittelalter und gilt als eine der romantischsten Städte Deutschlands.

Unsere Stadtführung führte uns über die mit Steinen gepflasterten Straßen  zu den bekanntesten Punkten in Rothenburg. Der historische Stadtkern ist von einer begehbaren Stadtbefestigung umgeben und in die weitgehend unverbaute Landschaft des Flusstals der Tauber eingebettet. Wir konnten die Fachwerkshäuser mit dem steilen Dächern, die engen Gassen, die Geschäfte und die Ursprünglichkeit dieser Stadt bewundern. Der Stadtführer erzählte uns vom leben im Mittelalter, das kein sehr angenehmes war. Vom leben auf der Straße und wenn in der Nacht der Inhalt des Nachtopfes auf die Gasse geflogen kam. Wir erfuhren auch von vielen Redewendungen, die aus dem Mittelalter kommen. Vom Pechvogel, Lockvogel, den Galgenvögeln, warum die Dächer der Häuser so steil waren und noch vieles mehr.

Außerdem gibt es Rothenburg auch zum Anfassen und Befühlen. Die Stadt hat ein bronzenes Blindenstadtmodell der Rothenburger Altstadt, das vom Künstler Egbert Broerken gestaltet wurde.

Die großen und kleinen Strukturen, dicht bebaute Straßenzüge und offene Flächen dahinter, die Größenverhältnisse der Gebäude zueinander, all das kann mit Hilfe des Stadtmodells rasch erfasst werden. Durch die Beschriftung, auch in Blindenschrift und die anschmiegsame und doch detaillierte Gestaltung des Stadtmodells bietet es besonders für uns Blinde und Sehbehinderte eine neue Möglichkeit, die Altstadt Rothenburgs kennenzulernen und sich zu orientieren.

Nach dem Mittagessen, dass wir im Hotel einnahmen ging es nach Creglingen. Dort besuchten wir das Fingerhutmuseum. Dieses kleine Privatmuseum beherbergt über 3500 Exponate. Die „Fingerhüter“ vergangener Zeiten haben unglaubliche Kunstwerke im Miniaturbereich hergestellt.

In anschaulicher Weise werden Fingerhüte, Werkzeuge und Nähutensilien (wie Nähzeuge, Nadelbehälter, Fingerhutbehälter, Maßbänder und vieles um die Handarbeiten) aus allen Erdteilen; vom Altertum bis zur Neuzeit, gezeigt. Vom einfachen Gebrauchs- bis zum wertvollen Zierfingerhut, in vielfältigsten Formen und unterschiedlichsten Materialien, wird für den Betrachter eine eigene Welt offenbart.

In der Nachbarschaft zum Fingerhutmuseum gibt es eine weitere einmalige Sehenswürdigkeit. Die Herrgottskirche, im fränkisch gotischen Stil erbaut, mit dem berühmten Riemenschneideraltar. Einige von uns gingen zu Fuß und die anderen fuhren mit dem Bus zur Kirche. Das letzte Stück, bis zur Kirche, mussten aber alle zu Fuß zurücklegen.

Der Marienaltar steht mitten im Schiff der Herrgottskirche von Creglingen und ist der Jungfrau Maria gewidmet. Es ist eines der bekanntesten Werke von Tilman Riemenschneider. Der Stil der figürlichen Ausführung spricht für eine Ausführung in den Jahren nach der Fertigstellung des Rothenburger Heiligblut-Retabels um 1505 bis 1508.

Der Altar ist 9,20 Meter hoch und 3,68 Meter breit. Er besteht aus der Predella, dem Mittelschrein, zwei Seitenflügeln und dem Gesprenge.

In der Predella sind in drei gleich großen Nischen die Anbetung der Weisen, das Reliquienfach (die Monstranz mit der Hostie ging verloren) und die außerbiblische Erzählung, wie der fünfjährige Jesus von einer Kanzel aus vor Erwachsenen eine Rede hält, zu sehen.

Im Altaraufsatz ist die Himmelfahrt Mariens dargestellt. Links und rechts finden sich die zwölf Apostel. Das Gesprenge in der Höhe des Altars zeigt die Krönung Mariens. Links sitzt Gottvater und rechts der Sohn auf seinem Thron. Im linken Seitenflügel sieht man oben die Heimsuchung, unten die Verkündigung an Maria und im rechten Flügel oben die Geburt Jesu, unten die Darstellung Jesu im Tempel.

Jedes Jahr am 25. August fällt das Licht durch die Westrosette so auf den Altar, dass der Betrachter die Himmelfahrt Mariens mit eigenen Augen nachvollziehen kann. Ursprünglich war dieses Datum der 15. August: Das Fest Maria Himmelfahrt. Durch die Kalenderreform Ende des 16. Jahrhunderts hat sich dieser Tag nach hinten verschoben.

Nach diesen beiden interessanten Besichtigungen ding es zurück nach Rothenburg, wo wir um 20:00 Uhr eine Führung mit dem Nachtwächter hatten. In seinem wallenden Umhang, den Hut, der Laterne und der Hellebarde machte er seinem Berufsstand alle Ehre. Mit erhabenen Schritt führte er uns durch das mittelalterliche Rothenburg und nach seinen Erzählungen aus dem Mittelalter waren wir froh, heute zu leben. . Und um 21:00 Uhr konnten wir den mechanischen Meistertrunk bei der Ratstrinkstube erleben.

Zwischen 10:00  und 22:00 Uhr kommt immer zur vollen Stunde die Kunstuhr an der Fassade mit General Tilly und Altbürgermeiter Nusch zum Vorschein.

Der dritte Tag.

Heute, Donnerstag, fuhren wir in die zweitgrößte Stadt Bayerns, nach Nürnberg. Die Stadt liegt im Norden des Bundeslandes. Nachdem wir uns wieder auf die gelben und grünen Gruppen aufgeteilt hatten, konnten wir mit der Stadtführung beginnen.

Das Stadtbild ist von mittelalterlicher Architektur wie den Festungsmauern und Türmen der Altstadt geprägt. Am Nordrand der Altstadt erhebt sich über den roten Ziegeldächern die Kaiserburg (Wahrzeichen). Auf dem Hauptmarkt im Stadtzentrum befinden sich der teilweise vergoldete, mehrstufige Schöne Brunnen und die gotische Frauenkirche aus dem 14. Jahrhundert. Auch das geschichtsträchtige Gebäude wie das Albrecht-Dürer-Haus standen bei uns am Programm.

Wie wir alle wissen, sind die bekanntesten Produkte von Nürnberg Lebkuchen, handgefertigtes Spielzeug und die Bratwürstel. In der Weihnachtszeit werden sie auf dem Christkindlesmarkt (auf dem Hauptmarkt) oder ganzjährig im Handwerkerhof angeboten, wo sich verschiedene Kunsthandwerksstätten in historischem Ambiente angesiedelt haben.

Das Mittagessen nahmen wir auf der Kaiserburg ein. Den Anstieg bis dorthin schafften wir fast alle zu Fuß und hatten uns somit das Essen redlich verdient. Den Nachmittag hatten wir zur freien Verfügung und konnten durch Nürnberg spazieren und das eine oder andere in den Einkaufskorb legen.

Auch die Nürnberger Altstadt können Blinde und Sehbehinderte ertasten und fühlen. Das Bronzemodell steht am Fuße des Burgbergs auf dem Rathausplatz. Hier ist die Altstadt als Relief nachgebildet – mit maßstabsgetreuen Strukturen, wie zum Beispiel Höhe und Lage der Gebäude. Zudem sind sämtliche Straßennamen in Brailleschrift vorhanden. Das Modell wurde vom Künstler Egbert Broerken geschaffen und hat die Abmessungen von ca. 170 x 110 cm. Der Maßstab: 1:700.

Der vierte Tag.

Am Freitag, 23.08.2019 stand die Kaiser- und Bischofstadt Bamberg am Programm. Nachdem wir uns wider in Gelb und Grün aufgeteilt hatten konnten wir mit unseren Stadtführern die Tour durch Bamberg starten. Natürlich gehören die entsprechenden Infos zur Stadt dazu.

Die Stadt Bamberg im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken hat ungefähr 73.000 Einwohner. Da Bamberg auch noch eine große Universitätsstadt ist, kommen nochmal knapp 13.000 Studenten dazu. Pro Jahr besuchen über 2 Millionen Touristen aus aller Welt die Weltkulturerbestadt. Bamberg liegt 262 m über dem Meeresspiegel und hat eine Fläche von 54,58 km². Bamberg liegt am Main-Donaukanal auf dem immer mehr Flusskreuzfahrtschiffe verkehren.

Bamberg wurde wie Rom auf sieben Hügeln erbaut und wird daher auch als das Fränkische Rom bezeichnet. Die Regnitz teilt sich in der Stadt auf zwei Seitenarme auf, dazwischen liegt eine Insel, die die Altstadt von Bamberg bildet

Die Altstadt Bambergs wurde 1993 als der größte unversehrt erhaltene historische Stadtkern Deutschlands als Weltkulturerbe in die Liste der UNESCO aufgenommen. In der historischen Altstadt gibt es zahlreiche Monumentalbauten aus dem 11. bis 18. Jahrhundert, aber auch unzählige barocke Bürgerhäuser sowie Fachwerkhäusern in engen Kopfsteinpflaster-Gässchen. Zu den sehenswertesten Gebäuden zählen der Bamberger Dom, die neue Residenz, das Kloster Michelsberg sowie das alte Rathaus. Eine Augenweite ist auch Klein-Venedig, eine ehemalige Fischersiedlung direkt an der Regnitz.

Wie der Name schon vermuten lässt, liegt Klein Venedig direkt an der Regnitz, die in den Main mündet. Ein kleines Häuschen reiht sich am Ufer an das andere und in der Tat hat man das Gefühl, als würde dieser Teil Bambergs Venedig entsprungen sein. Die Häuser sind Pfahlbauten und stehen unter Denkmalschutz.

‚Wir hatten Glück und konnten auch das  bekannte Bamberger Sommerfest, der beliebten Sandkerwa kurz kennenlernen. Dabei findet auf der Regnitz das Fischerstechen statt. Ähnlich einem Rittertournier. Nur halt mit Wasser. Die Stadt war dementsprechend abgesperrt und es gab überall Umleitungen!

Nachdem wir die Stadtführung beendet hatten und die Eindrücke noch frisch waren fuhren wir zum Mittagessen. Dort kosteten einige das Historisches Schlenkerla Rauchbier. Es soll angeblich so schmecken wie es heißt. Angeblich nach „Geselchtem“. Bamberg bezeichnet sich selbst als heimliche Hauptstadt des Bieres. Der erste Bierausschank ist für das Jahr 1093 urkundlich belegt. Insgesamt soll es über 50 Bierspezialitäten in Bamberg geben, die aus den 11 Brauereien in der Stadt kommen. Rund 60 Brauereien soll es im Umland geben. Na, dann Prost!

Noch etwas über die Zwiebeltreter von Bamberg.

Die Einwohner Bambergs tragen den Spitznamen „Bamberger Zwiebeltreter“. Das kam daher dass die Gärtner das Zwiebelkraut umtreten mussten, damit das Kraut nicht zu weit in die Höhe schoss und die Nährstoffe für die Zwiebeln erhalten blieben.

Anschließend fuhren wir  noch Rothenburg zurück und ließen den letzten Tag in dieser schönen Stadt gemütlich ausklingen.

Der fünfte Tag.

Der fünfte Tag unserer Reise war der Tag der Heimfahrt. Um 09:00 Uhr fuhren wir los Richtung Regensburg, wo wir um 12:00 Uhr eine Stadtrundfahrt mit dem Bummelzug gehabt hätten. Da wir aber auf der Autobahn in einem Stau kamen, vertauschten wir Mittagessen und die Fahrt mit dem Cityzug und widmeten uns zuerst der Kulinarik von Regensburg.

Anschließend gab es die Stadtrundfahrt durch die einzigartige Geschichte der UNESCO Welterbestadt Regensburg.

Vom Dom über das alte Rathaus vorbei an der Steinerne Brücke bis zum Schloss von Thurn und Taxis, von den Patriziertürmen über die Donau bis zur historischen Wurstkuchl, kann man alles bequem von der Bahn aus bestaunen. So nebenbei erfuhren wir Witziges und Wissenswertes, Altertümliches und Aktuelles, Glanzvolles und Grausames, Romantisches und Rasantes von Regensburg und seinen Bewohnern.

Regensburg liegt am nördlichsten Punkt der Donau und an den Mündungen der linken Nebenflüsse Naab und Regen. Im Stadtgebiet liegen zwei Donauinseln, der Obere Wöhrd (mit dem östlichen Zipfel Jahninsel unterhalb der Steinernen Brücke) und der Untere Wöhrd. Der Stadtteil Stadtamhof gehörte ursprünglich zum nördlichen Uferbereich der Donau, er wurde durch den Bau des Europakanals, einer Schifffahrtsumgehung der Altstadt, ebenfalls zu einer Insel. Im Stadtgebiet stoßen vier sehr unterschiedliche Natur-Großräume aneinander:

Die Oberpfälzer Bezirkshauptstadt bietet eine mittelalterliche Altstadt und eine besonders reichhaltige Denkmallandschaft aus der Zeit des Königreichs Bayern. Neben der Steinernen Brücke und dem gotischen Dom gibt es eine einzigartige mittelalterliche Kirchenlandschaft. Bedeutend ist zudem die über die Jahrhunderte erhaltene Bausubstanz eines politischen Machtzentrums: der Immerwährende Reichstag, zwei Kaiserpfalzen, der Bischofshof Sankt Emmeram sowie das Goldene Kreuz als Kaiserherberge.

Auch Regensburg ist eine drei Flüsse Stadt (Donau, Regen und Naab). Und wer kennt sie nicht, die von Wolfgang von Regensburg gegründeten Regensburger Domspatzen.

Nach diesem schönen Eindrücken ging es nach Hause. Diesmal ließen wir Passau links liegen und ohne Unterbrechung ging es bis nach Ansfelden bei Linz, wo drei Oberösterreicher ausgeladen wurden. Nach einer Rast in St. Valentin erreichte die Reisegruppe der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs pünktlich das Ziel in Wien.

Natürlich gab es auch die „Pleiten, Pech und Pannen“. Ohne die kommt keine größere Gruppe aus. Aber Gemeinsam wurden, wie immer, alle Hindernisse überwunden.

Dafür bedanke ich mich bei Gerhard Bruckner (Reiseleiter der HG).,Bei  Fritz, der wie schon seit 20 Jahren, den Bus mit Blinden, Sehbehinderten und Begleitpersonen sicher durch Europa chauffiert. Außerdem ist Fritz eine sehr große Stütze und Hilfe für uns Blinde und Sehbehinderte. Mit seiner ruhigen Natur meistert er „eigentlich“ alles. Wenn er mit uns Unterwegs ist, bekommt er selten ein warmes Essen! Auch ohne Helli (Helene) und Petra wären wir nur eine halbe Partie. Sie waren immer die Nachhut und passten auf, dass niemand verlorenging.

Ich habe wieder sehr nette Menschen kennergelernt und freue mich schon auf die Reise 2020. Und es waren diesmal schon 4 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Oberösterreich dabei.

(Quellen: Wikipedia, Wikivojager)

© Gerhard Hojas