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Diskriminierung von Blinden und Sehbehinderten im neueröffneten Passage-Kaufhaus! Von Inklusion keine Spur.

Zwei Monate nach der Eröffnung – und noch immer keine Anzeichen von Verbesserungen für die blinde und sehbehinderte Community im Passage.

 

Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch ganz natürlich dazu gehört. Es spielt keine Rolle, wie man aussieht, welche Sprache man spricht oder ob man eine Behinderung hat.

 

In einer inklusiven Welt muss sich nicht der Einzelne an die Umwelt anpassen, sondern die Umwelt ist von vornherein so gestaltet, dass alle überall mitmachen können. Niemand wird ausgegrenzt.

 

Was bedeutet Inklusion speziell für blinde und sehbehinderte Menschen?

Für blinde Menschen oder mit Sehbeeinträchtigung bedeutet Inklusion vor allem Barrierefreiheit und selbstbestimmte Teilhabe.

 

Dazu gehört besonders die Mobilität. Es gibt Leitsysteme am Boden (Rippen- und Noppenstrukturen), akustische Signale an Ampeln und Ansagen in Bus und Bahn. Lifte mit taktiler Beschriftung und Sprachausgabe. Taktile Lagepläne oder in Braille in Geschäften.

 

Inklusion ermöglicht es blinden und sehbehinderten Menschen, ihr Leben unabhängig von fremder Hilfe zu gestalten. Es geht nicht um Mitleid, sondern um das Recht, den Alltag, den Beruf und die Freizeit genau wie sehende Menschen zu erleben.

 

Am 04.11.2025 wurde im Neuen Rathaus in Linz der 1. Tag der Inklusion begangen. Zahlreiche Vereine, die vermutlich von der Stadt Linz und dem Land Oberösterreich gefördert werden, nahmen daran teil. Auffällig war jedoch, dass einige wichtige Vereine gar nicht eingeladen wurden – was bereits eine Form der Diskriminierung durch die Stadt Linz und eine Partei aus dem Gemeinderat darstellt. Diese Inklusionsveranstaltung wirkte eher wie eine Selbstbeweihräucherung der Stadt Linz und der teilnehmenden Einrichtungen..

 

Zwei Tage später, am 06.11.2025, wurde das umgebaute Passage-Kaufhaus in der Linzer Landstraße eröffnet.

 

Für bestimmte Gruppen ist dieser neue „Verkaufstempel“ zweifellos eine Bereicherung im Alltag. Menschen im Rollstuhl, mit Rollator, Eltern mit Kinderwägen sowie andere körperlich eingeschränkte Personen profitieren von der barrierefreien Gestaltung. Es gibt keine Stufen oder Hindernisse, alle Bereiche sind zugänglich. Auch die Lifte sind problemlos nutzbar, sodass diese Gruppen ohne fremde Hilfe jedes Stockwerk und jedes Geschäft erreichen können.

 

Barrierefreiheit scheint für Architekten, Bauherren und Verantwortliche bei Stadt und Land jedoch bereits dann erfüllt zu sein, wenn keine Stufen oder Kanten vorhanden sind – und wenn die Rollstuhllobby zufrieden ist. Eine solche Lobby existiert in Linz und ganz Oberösterreich allerdings kaum.

 

Dabei gibt es in Linz und Oberösterreich eine Gruppe von Menschen, die immer wieder vergessen wird. Für die Verantwortlichen dieser Stadt, für sehr viele Einrichtungen und Geschäften  und für viele Architekten scheint sie schlicht nicht zu existieren. Schon 2024 zeigte sich dies beim neuen Zugang zum Schlossmuseum sowie 2025 beim Primärversorgungszentrum (PVZ) in Linz/Ebelsberg.

 

Im neuen Passage-Kaufhaus wurde diese Gruppe erneut übergangen – oder möchte man diese Community gar nicht als Kundschaft?

 

Dabei war die Vertretung dieser Community beim Inklusionstag durchaus präsent und stellte dort ihre Arbeit für mehr Teilhabe vor. Offensichtlich waren ihre Vertreter jedoch nicht im Passage-Kaufhaus selbst anzutreffen. Und wenn sie dort erscheinen, dann wohl nur mit Assistenz. Und dann haben diese Personen ja keine Probleme mit fehlender Barrierefreiheit.

 

Gemeint ist die Gruppe der Blinden und Sehbehinderten. Für diese Personen ist das neue Kaufhaus eine Katastrophe: Ohne Begleitung ist es kaum noch nutzbar. Eine derart blinden- und sehbehindertenfeindliche Umsetzung im Jahr 2025 grenzt an „Inkompetenz im Umgang mit Menschen mit Behinderung“ – man könnte auch von „schwerer Diskriminierung“ sprechen. Aber im Linzer Rathaus wird die Inklusion bejubelt.

 

Besonders störend ist, dass auf Hinweise zur mangelnden Barrierefreiheit für Blinde und Sehbehinderte meist die Ausrede folgt: „Das ist sicher noch nicht fertig!“ Doch wenn ein Gebäude offiziell eröffnet wurde, gilt es auch als fertig. Solche Ausreden sind nicht akzeptabel. Und wie man nach zwei Monaten sieht, ist dieses Kaufhaus offenbar immer noch nicht vollständig fertiggestellt. Zumindest für die Blinden und Sehbehinderten.

 

Eine weitere häufige Ausrede lautet: „Das hat der Architekt so geplant!“ Mag sein, dass der Architekt wenig Erfahrung mit barrierefreiem Bauen hat. Doch in den meisten Fällen setzt er lediglich das um, was ihm aufgetragen wurde.

Genau diese Antwort erhielt ich am 06.11.2025 von der Centerleiterin des Passage-Kaufhauses, Frau K.

 

Wer trägt eigentlich die Verantwortung für die unten angeführten Mängel im Umgang mit blinden und sehbehinderten Menschen im Passage-Kaufhaus?

 

Das neue Passage-Kaufhaus stellt für blinde und sehbehinderte Personen eine massive Barriere dar und ist ohne Assistenz kaum nutzbar. Viele der Maßnahmen, die für eine barrierefreie Nutzung selbstverständlich sein sollten, wurden schlicht nicht umgesetzt. Und das im Jahr 2025 – einer Zeit, in der man erwarten dürfte, dass Barrierefreiheit längst zum Standard gehört.

 

Was wurde für die blinde und sehbehinderte Community nicht umgesetzt?

 

Glasflächen:

 

Im gesamten Kaufhaus befinden sich zahlreiche Glasflächen, die für blinde und sehbehinderte Menschen ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen. Viele dieser Flächen werden gar nicht oder erst sehr spät wahrgenommen – bereits bei den Eingangstüren beginnt dieses Problem.

Es fehlen normgerechte Markierungen, die Glasflächen klar erkennbar machen würden. Dadurch kann es passieren, dass man zwar eine Schaufensterpuppe erkennt, aber nicht bemerkt, dass sich bereits einen Meter davor eine Glaswand befindet. Zusätzlich ragen an mehreren Stellen unmarkierte Glaskanten in den Raum, was die Gefahr von Verletzungen weiter erhöht.

 

Kontraste:

 

Beim Betreten der Passage erleben sehbehinderte Menschen einen regelrechten „Blend-Schock“. Der extrem helle Boden bietet keinerlei Orientierungspunkte. Auch die weißen Wände tragen dazu bei, dass keine klaren Übergänge zwischen Boden, Wand und Raumstruktur erkennbar sind.

Besonders problematisch sind die weißen, eckigen Säulen, die mitten im Raum stehen. Da sie kaum Kontrast zum Hintergrund haben, besteht die Gefahr, dass man mit dem Blindenstock vorbeipendelt und direkt in eine Kante läuft.

 

Warum wurde hier nicht auf ausreichende Kontraste geachtet?

 

Ein Vergleich zeigt, dass es auch anders geht: In der BAWAG-Filiale in der Linzer Landstraße gibt es ebenfalls helle Böden und weiße Säulen. Dort sind die Säulen jedoch rund – und vor allem gibt es eine taktile Bodenführung vom Eingang bis zu einem Infopoint. Ab diesem Punkt unterstützt das Personal weiter. Ein solches System fehlt in der Passage vollständig.

 

Taktile Bodeninformationen:

 

Im gesamten Gebäude fehlen taktile Leitlinien, die Blinden und Sehbehinderten Orientierung bieten könnten. Es gibt keinerlei Bodeninformationen, die zu Liften, Rolltreppen, Geschäften oder zum barrierefreien WC im Untergeschoss führen.

 

Für ein Einkaufszentrum, das im Jahr 2025 modernisiert wurde, wäre ein taktiles Leitsystem das absolute Minimum – selbst wenn es nur bis zu einem zentralen Infopoint führen würde.

 

Lifte ohne Sprachausgabe und taktile Beschriftung:

 

Auch in den Liften wurde die Barrierefreiheit für blinde und sehbehinderte Menschen nicht berücksichtigt. Es gibt keine Sprachausgabe, die die Stockwerke ansagt, und die Bedienelemente wurden weder mit tastbaren Symbolen noch mit Brailleschrift ausgestattet.

 

Fehlende taktile und digitale Informationen:

 

Weder im Gebäude noch in den Liften existieren taktile Hinweise oder Beschriftungen in Braille. Besucherinnen und Besucher mit Sehbehinderung sind daher gezwungen, ständig andere Menschen um Hilfe zu bitten.

Ebenso fehlen digitale Lagepläne, die über QR-Codes abrufbar wären – ein einfach umsetzbarer Service, der die Orientierung erheblich erleichtern würde.

 

Fehlende visuelle Bodenmarkierungen für Sehbehinderte:

 

Vor dem Umbau gab es gut sichtbare Bodenmarkierungen, die den Verlauf der Rolltreppen klar erkennbar machten. Diese hilfreichen Orientierungshilfen wurden ersatzlos entfernt. Gerade für sehbehinderte Menschen wären solche Markierungen wichtig, um sicher und selbstständig den Weg aus dem Gebäude zu finden.

 

Keine Normgerechte Stufenmarkierungen:

 

Auch die Stufenmarkierungen in den Stiegenhäusern  entsprechen nicht der Norm für die Sicherheit.

 

Notausgänge:

 

Für Menschen mit Behinderung – insbesondere für blinde und sehbehinderte Personen – ist nicht erkennbar, wo sich die Notausgänge befinden. Es fehlen klare, tastbare oder akustische Hinweise, die im Ernstfall lebenswichtig wären.

 

Mein Resümee:

 

In einer Zeit, in der Barrierefreiheit und Inklusion längst selbstverständlich sein sollten, gibt es in Österreich noch immer eine Stadt, in der diese Begriffe offenbar nicht angekommen sind. Es hat seine Gründe, warum Linz häufig als die *behindertenfeindlichste Stadt Österreichs* bezeichnet wird – und diese Gründe liegen maßgeblich bei den handelnden Akteuren.

 

Beim Umbau des Passage-Kaufhauses in der Linzer Landstraße treten die bestehenden barrierefeindlichen Mängel besonders deutlich zutage. Hier haben aus meiner Sicht alle Verantwortlichen versagt. Dieses Versagen lässt sich nicht auf eine einzelne Person oder Institution reduzieren.

 

Zu den Verantwortlichen zählen für mich:

 

Die Leitung und Verantwortlichen des Passage-Kaufhauses;

Die Architektinnen und Architekten, die den Umbau geplant haben;

Die Stadt Linz mit ihren zuständigen Behindertensprecherinnen und -sprechern;

Die politischen Parteien, die zwar Inklusion predigen, aber in der Praxis wenig davon verstehen und umsetzen;

Der Blinden- und Sehbehindertenverband Oberösterreich, der ebenfalls gerne von Inklusion spricht, aber wenig Engagement zeigt.

 

Bemerkenswert ist, dass der BSV OÖ laut Auskunft nach dem Informationsfreiheitsgesetz von der Stadt Linz jährlich Fördermittel erhalten hat und erhält. Dennoch scheint er sich nicht ausreichend für die Interessen seiner eigenen Klientel in Oberösterreich einzusetzen. Wofür wurden diese Gelder eigentlich vergeben? Und wo war die Expertise des Verbandes beim Umbau der Passage?

 

Vor diesem Hintergrund habe ich auch kein Verständnis dafür, dass das Land Oberösterreich weiterhin Zahlungen an den Dachverband BSVÖ leisten sollte. Zuletzt handelte es sich um rund 35.000 Euro pro Jahr (Quelle: Förderdatenbank Land OÖ). Aber diese Zahlungen werden hoffentlich eingestellt. Für solche Geldleistungen sollte sich der BSVOÖ mehr für ihre Klientel anstrengen“

 

Ich erwarte mir als betroffene Person von allen Verantwortlichen und Beteiligten ein rasches und entschlossenes Handeln, damit dieses traurige Kapitel der mangelnden Inklusion und Barrierefreiheit in Linz doch noch ein positives Ende findet.

 

Blinde und sehbehinderte Menschen erwarten eine zielorientierte und zeitgerechte Umsetzung eines wirklich barrierefreien Zugangs im neuen Passage-Kaufhaus in der Linzer Landstraße.

 

Fotos dazu gibt es auf meiner Facebookseite:

 

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=pfbid054po6LUzpFG6cmGVNdSgHmTNaeMUkAaEkbXLzNwZF3BUQ3avSdh3QTKRjCrCWFHLl&id=1798185567

 

© Jänner 2026 by Gerhard Hojas, Linz / Ebelsberg

Technik für Blinde und Sehbehinderte: Bluetooth-Transmitter

Was ist ein Bluetooth‑Transmitter?

 

Ein **Bluetooth‑Transmitter ist ein kleines Gerät, das Töne drahtlos** an Bluetooth‑Kopfhörer oder Bluetooth‑Lautsprecher sendet. Er macht also Geräte „Bluetooth‑fähig“, die selbst kein Bluetooth** haben – zum Beispiel Fernseher, Radios oder Computer.

 

Ein Bluetooth‑Transmitter ist ein kleiner Adapter, meist so groß wie eine Streichholzschachtel. Er hat einen Anschluss für ein Audiokabel (3,5 mm Klinkenstecker)und sendet den Ton per Funk an kabellose Kopfhörer oder Lautsprecher.

 

Wie funktioniert der Adapter?

 

Die Funktionsweise ist einfach: – Der Transmitter wird **mit einem Audiokabel** an ein Gerät angeschlossen, z. B. Fernseher, PC oder Stereoanlage. – Er **wandelt das Tonsignal** in ein Bluetooth‑Signal um. – Dieses Signal wird **drahtlos** an Bluetooth‑Kopfhörer oder Lautsprecher gesendet. – Beide Geräte müssen einmal **gekoppelt** werden, ähnlich wie beim Verbinden eines Smartphones mit Bluetoothkopfhörern.

 

Anmerkung Gerhard Hojas: Ich habe mir einen Bluetooth Transmitter zugelegt. Er kostete 16,35 Euro bei Amazon. Zuerst habe ich mir per KI-Assistenten „Copilot“ eine sehr genaue Anleitung für Blinde und Sehbehinderte erstellen lassen. Mit dieser Schritt für Schritt-Anweisung war die Inbetriebnahme des Transmitters sehr einfach. Ich habe ihn mit meinen AirPods gekoppelt und mit dem Milestone ausprobiert. Das hat sofort funktioniert. Fernseher oder Echo Dot ist auch kein Problem. Man kann diese Transmitter mit anderen Bluetooth-Kopfhörern genauso koppeln.

 

Bluetooth Transmitter Empfänger,Bluetooth 5.3 Adapter 2 in 1 Blue-Tooth Sender Klinke,Blue-Tooth Splitter für 2 Kopfhörer wie Airpods,Bl

 

Smartreceiver Transmitter

 

Preis am 21.12.2025 16,35 Euro

Link zu Amazon: https://www.amazon.de/dp/B0FJFGP474?ref=ppx_yo2ov_dt_b_fed_asin_title

© Jänner 2026 by Gerhard Hojas, Linz / Ebeslberg

Die Zeichen der Blindenschrift als Audiodateien

Hier findet ihr eine Sammlung der Blindenschrift‑Zeichen (Braille) als Audiodateien. Alle Dateien sind übersichtlich aufgelistet und enthalten jeweils eine Beschreibung der Braillezeichen.

 

Die Audiodateien umfassen:

  • die Braille‑Grundzeichen in alphabetischer Reihenfolge, jeweils mit Punktebezeichnung und zugehörigem Buchstaben
  • ein- und zweiformige Wortkürzungen
  • Kommakürzungen
  • Lautgruppenkürzungen
  • Vor- und Nachsilben
  • Satzzeichen

 

Jede dieser Kategorien liegt in einer eigenen Datei vor.

 

Hinweis zum Download:

 

Die Datei „Braillezeichen.zip“ ist eine komprimierte ZIP‑Datei. Zum Herunterladen einfach den angegebenen Link auswählen und entweder die Eingabetaste drücken oder einen Doppelklick mit der Maus ausführen.

Die Datei wird anschließend im Ordner „Downloads“ gespeichert – sofern auf dem Computer kein anderer Download‑Ordner festgelegt wurde.

 

Um die ZIP‑Datei zu entpacken, kann man sie in einen beliebigen Ordner verschieben und dort per Doppelklick oder mit der Eingabetaste öffnen. Nach dem Entpacken stehen die einzelnen Ordner mit den jeweiligen MP3‑Dateien bereit.

 

Falls diese Datei am iPhone oder iPad geöffnet wird, wird sie im Ordner „Dateien“ gespeichert und man kann dort die ZIP-Datei öffnen.

 

Link zum Download:

 

http://www.hojas.co.at/extern/braille/Braillezeichen.zip

 

Hinweis: Diese akustische Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität!

 

© Jänner 2026 by Gerhard Hojas, Linz / Ebelsberg

App Der Braille-Trainer

Der 4. Januar ist „Welt-Braille-Tag“

Mit neuer App können auch Sehende die Brailleschrift lernen!

Mit nur sechs tastbaren Punkten hat der 16-jährige Franzose Louis Braille blinden Menschen vor über 200 Jahren die Welt des Lesens und Schreibens eröffnet. An diese bahnbrechende Erfindung, die bis heute nichts von ihrer Bedeutung verloren hat, wird an seinem Geburtstag, dem 4. Januar, mit dem „Welt-Braille-Tag“ erinnert. Ein besonderes Geburtstagsgeschenk macht in diesem Jahr die Deutsche Blindenstudienanstalt e. V. (blista) in Marburg. Die App „Braille-Trainer“ zum Erlernen der Blindenschrift wurde von dem Hamburger Programmierer Martin Gertz entwickelt sowie in Zusammenarbeit mit dem bundesweiten Zentrum für Bildung und Barrierefreiheit an der blista kontinuierlich verbessert.

 

Links:

 

Apple AppStore:

https://apps.apple.com/de/app/braille-trainer/id1464977255

 

Google PlayStore:

https://play.google.com/store/apps/details?id=com.martingertz.brailletrainer

Quelle: blista Marburg

Computertipp für Menschen mit Behinderung: Kostenlose Softwareprodukte!

Kostenlose Softwarepakete für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentation (Obenoffice, LibreOffice, iWorks, Googel, Microsoft). Alle mit NVDA und Vo zu bedienen.

 

Einleitung:

 

Auf dieser Seite findet ihr eine Übersicht über die verschiedenen kostenlosen Softwarepakete für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentation. Es gibt nicht nur Microsoft mit den kostenpflichtigen Produkten. Auch diese Firma bietet diese Software kostenlos an. Dazu kommen noch Apple mit iWorks, Google mit ihren kostenlosen Softwareprodukten, sowie OpbenOffice und LibreOffice.

 

Alle angeführten Produkte werden unten mit den entsprechenden Downloadlinks angeführt. Alle diese Produkte habe ich installiert und ausprobiert. Sie sind alle mit dem kostenlosen Screenreader NVDA zu nutzen. Die installierten Apps funktionieren auf den IOS Geräten sehr gut mit Voice Over.

 

Anmerkung: Jedenfalls ist es und wäre es von Hilfsmittelfirmen unfair und unseriös nicht auf diese kostenlosen Angebote hinzuweisen. Schließlich brauche ich als Privatanwender sicher keinen teuren Screenreader sondern man kommt mit NVDA sehr gut klar. Und ich brauche auch keine Bezahlversion von Microsoft Office. Da diese Programme nichts kosten könnte man sie ja einmal Probeweise installieren und man merkt dann beim ‚Arbeiten ob ich mit dieser Lösung zurechtkomme. Und ich hätte mir sehr viel Geld erspart. Oder die Steuerzahler. Schließlich werden solche Lösungen sehr oft von der öffentlichen Hand finanziert.

 

Es wäre eigentlich die Aufgabe der Blindenverbände ihre Mitglieder auf diese Möglichkeiten hinzuweisen um die Kosten für ihre Mitglieder so gering als möglich zu halten. Aber da müsste man sich ja wieder auskennen und von etwas eine Ahnung haben!

 

Microsoft Office:

 

Microsoft stellt schon länger ein klar abgegrenztes kostenloses Angebot für einige Produkte zu Verfügung.

Warum gibt es Microsoft 365 (Office) jetzt auch gratis?

Microsoft bietet kostenlose Web‑Versionen von Word, Excel, PowerPoint & Co. an, um:

den Einstieg in Microsoft 365 zu erleichtern.

 

Natürlich darf man die Gratissoftware von Google und Apple nicht vergessen. Das könnte sicher auch ein Anreiz sein einige Produkte gratis anzubieten.

 

Eine Übersicht der einzelnen Microsoftprodukte und eine gute Beschreibung findet ihr auf der Youtubeseite von Jakob Neubauer:

 

https://www.youtube.com/watch?v=jvibUgDx2w4

 

Anmerkung: Es gibt mehrere Youtubekanäle, wo auf diese Möglichkeiten hingewiesen wird.

 

Libreoffice:

 

Hier gibt es den direkten Download‑Link zu LibreOffice auf Deutsch.

https://de.libreoffice.org/download/?lang=de

 

ObenOffice:

 

Download‑Link zur deutschen Version von OpenOffice

 

https://www.openoffice.org/de/download/index.html

 

Google Docs und Google Sheets:

Auch   Google bietet zwei kostenlsose Programme im Browser an:

 

Google Docs Textverarbeitung (ähnlich wie Microsoft Word);

Google Sheets  Tabellenkalkulation (ähnlich wie Excel);

 

Beide Programme laufen direkt im Browser – du musst nichts installieren. Du musst aber bei Google angemeldet sein.

 

Wie ruft man Google Docs oder Google Sheets auf?

 

Direktlinks:  Google Docs:  https://docs.google.com

Google Sheets: https://sheets.google.com

 

Über Google Drive: Öffne https://drive.google.com

Melde dich mit deinem Google‑Konto an.

 

Apple iWorks:

 

Auch Apple bietet seine Programme für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentation kostenlos an.

Die drei Programme von Apple für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationen heißen zusammen iWork‑Suite.

 

Die einzelnen Apps sind:

 

Pages (Textverarbeitung);

Numbers (Tabellenkalkulation);

Keynote (Präsentation).

 

Diese Apps stehen am iPhone, iPad oder Mac kostenlos zur Verfügung.

 

Screenreader NVDA;

 

Link zum kostenlosen Screenreader NVDA:

 

Diese Seite bietet:

eine deutsche NVDA‑Version,

deutsche Dokumentation,

Befehlsreferenzen,

sowie Hinweise zu Add-ons und Neuerungen.

 

Link zu NVDA;  https://nvda.bhvd.de/index.

 

© Jänner 2026 by Gerhard Hojas

Was ist in Österreich mit den Blindenverbänden los?

Das Ende der Ferien- und Erholungshäuser für Blinde und Sehbehinderte in Österreich.

 

Am 24.12.2025 kam die Nachricht aus Vorarlberg, dass jetzt auch das letzte Ferien- und Erholungszentrum Ingrüne für Blinde und Sehbehinderte in Schwarzach endgültig geschlossen wird.

 

Und am 27.12.2025 wurde per einer Mailaussendung verkündet, dass der Blinden- und Sehbehindertenverband Vorarlberg finanzielle Probleme hat. Hat nur dieser Blindenverband finanzielle Probleme?

 

Vor 20 Jahren konnten blinde und sehbehinderte Menschen in Österreich noch auf ein Netz von rund sieben spezialisierten Ferienhäusern mit etwa 400 Betten zurückgreifen. Diese Einrichtungen, von Blindenverbänden betrieben, boten Barrierefreiheit, geschultes Personal und Gemeinschaft – eine unverzichtbare Infrastruktur für diese Personengruppe und ihre Begleiter. Im Jahr 2025 ist diese Ära vorbei: Österreich verfügt über kein einziges dieser dedizierten Ferienhäuser mehr.

 

Die Schließung der Waldpension am Hochegg bei Grimmenstein und das Aus des Ferienhauses Ingrüne des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Vorarlberg in Schwarzach sind die letzten prominenten Beispiele für diesen beunruhigenden Trend.

 

Diese Entwicklung wirft die dringende Frage auf, warum ein solches Angebot in Österreich scheitert, während es in Nachbarländern wie Deutschland oder Südtirol offensichtlich erfolgreich betrieben werden kann.

 

Mögliche Ursachen des Scheiterns:

 

Mögliche Gründe für den drastischen Rückgang der Blinden-Ferienhäuser in Österreich sind komplex und dürften in einer Mischung aus wirtschaftlichen, strukturellen und verbandsinternen Faktoren liegen.

 

Wirtschaftliche Herausforderungen und Auslastung:

 

Die wichtigste und unmittelbarste Ursache ist die mangelnde Wirtschaftlichkeit. Hohe Fixkosten: Spezialisierte Einrichtungen erfordern hohe Standards an Barrierefreiheit und oft auch an Betreuungspersonal, was zu hohen Betriebskosten führt.

 

Geringe Auslastung:

 

Womöglich sind die Häuser nicht rentabel ausgelastet. Dies kann mehrere Gründe haben:

 

Veränderte Reisebedürfnisse: Die Zielgruppe ist mobiler und sucht vielleicht vermehrt nach individuellen, inklusiven Lösungen statt nach traditionellen Heimen.

 

Konkurrenz durch Inklusion: Der allgemeine Tourismus wird zwar barrierefreier, kann die speziellen Bedürfnisse (taktile Leitsysteme, Vorlesedienste, geschultes Begleitpersonal) aber oft nicht vollständig abdecken, was zu einem Dilemma führt.

 

Unflexibles Verhalten der blinden und Sehbehinderten Community- Man will anscheinend nicht die Komfortzone verlassen.

 

Die Verbandslandschaft in Österreich

 

In Österreich gibt es eine föderale Struktur der Selbsthilfeorganisationen: den Blinden- und Sehbehindertenverband Österreich (BSVÖ) als Dachorganisation, die sieben Landesorganisationen (Landesverbände, z.B. BSV Wien, NÖ und Burgenland, BSV Tirol, etc.) und die Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs in Wien. Mit Standorten in Linz und Graz.

 

Anmerkung Gerhard Hojas: Der Blinden- und Sehbehindertenverband Kärnten ist anscheinen vom Dachverband ausgetreten.

 

Fehlende Synergien:

 

Einzelne Landesverbände müssen die Last des Betriebs und der Finanzierung alleine tragen, anstatt Ressourcen und Know-how zentral zu bündeln und überregional zu nutzen.

 

Wettbewerb um Spenden:

 

Mehrere Organisationen in einem kleinen Land konkurrieren um limitierte Spendenmittel, anstatt diese für ein nationales Kernprojekt (wie Ferienhäuser) zu bündeln.

 

Unterschiedliche Finanzkraft:

 

Die finanzielle Stärke der Landesverbände variiert stark, was zu ungleichen Möglichkeiten beim Erhalt oder bei Investitionen in Immobilien führt.

 

Frage der Verbandsführung (Unqualifizierte Vorstände?)

 

Die Vermutung, dass die Schließungen an unqualifizierten Vorständen liegen könnten, ist ein häufig geäußerter Kritikpunkt bei gemeinnützigen Organisationen.

 

Ehrenamt vs. Professionalität:

 

Die Leitung von Vereinen geschieht oft ehrenamtlich, während der Betrieb großer Immobilien und touristischer Angebote betriebswirtschaftliche und touristische Expertise erfordert. Ein Mangel an professionellem Management-Know-how (Finanzierung, Marketing, Immobilienverwaltung) kann schnell zu Schieflagen führen.

 

Fehlende Investitionsbereitschaft:

 

Wenn die Entscheidungsträger nicht die notwendigen (und oft unpopulären) Investitionen in Modernisierung, Marketing oder in ein neues, zeitgemäßes Konzept durchführen, führt dies unweigerlich zum Rückstand gegenüber der Konkurrenz.

 

Der Vergleich: Warum funktioniert es in Deutschland/Südtirol?

 

Der Erfolg in den Nachbarregionen könnte auf folgende Unterschiede hindeuten:

 

Größere Zielgruppe und Markt: Deutschland hat eine wesentlich größere Bevölkerung und damit eine größere potenzielle Nutzerbasis für solche spezialisierten Angebote, was die Auslastung erleichtert.

 

Anmerkung Gerhard Hojas: Vorarlberg wäre eigentlich zur Nähe an die Schweiz und nach Deutschland für die blinde und sehbehinderte Community sehr gut aufgestellt gewesen. Da müssen andere Gründe für das Scheitern vorliegen.  Das sollte man vielleicht auch analysieren anstatt zur Tagesordnung überzugehen.

 

Zentrale Strukturen/Finanzierung:

 

Möglicherweise gibt es in Deutschland oder Südtirol zentralere oder besser abgestimmte Förder- oder Finanzierungsmechanismen der Blindenverbände, der Sozialversicherungen oder der öffentlichen Hand für Rehabilitation und Erholung.

 

Professionelleres Management:

 

Die Ferienhäuser dort könnten eher als professionelle Sozial-Tourismus-Betriebe mit zeitgemäßem Marketing und Konzept (z.B. barrierefreie Erlebnisse) geführt werden.

 

Lösungsansätze:

 

Wie können Ferienhäuser in Österreich wieder möglich werden?

 

Die Wiederherstellung eines flächendeckenden Angebots erfordert radikales Umdenken und eine nationale Kraftanstrengung der Blindenverbände:

 

Fusion oder Zentralisierung des Ferienangebots:

 

Anstatt dass jeder Landesverband ein eigenes Haus betreibt, müsste ein zentrales „BSVÖ-Tourismus- oder Reha-Fonds“ geschaffen werden.

 

Ein nationales Haus: Man konzentriert die Ressourcen auf den Ankauf oder die Pacht eines einzigen, strategisch günstig gelegenen und modern ausgestatteten Hauses und betreibt dieses unter zentraler, professioneller Geschäftsführung (mit touristischem Know-how).

 

Synergien nutzen: Alle Landesverbände bewerben und unterstützen dieses Haus aktiv, um eine hohe Auslastung zu gewährleisten.

 

Professionalisierung der Führung und des Konzepts.

 

Der Betrieb muss nach modernen betriebswirtschaftlichen Grundsätzen erfolgen, nicht nur ehrenamtlich:

 

Geschäftsführung: Einstellung einer professionellen, auf den Sozial-Tourismus spezialisierten Leitung.

 

Neues Konzept: Abkehr vom reinen „Heim“-Charakter hin zu einem inklusiven, modernen Erholungs- und Kompetenzzentrum. Das Haus sollte nicht nur Urlaub anbieten, sondern auch Reha-Wochen, Kochkurse, PC-Schulungen oder Sportprogramme für blinde und sehbehinderte Menschen.

 

Anmerkung: Man sollte sich nicht nur auf Blinde und Sehbehinderte konzentrieren.

 

Finanzierung durch Kooperationen.

 

Die Finanzierung muss auf eine breitere Basis gestellt werden:

 

Öffentliche Hand: Intensive Lobbyarbeit beim Bund und den Ländern, um die Ferienhäuser als integralen Bestandteil der sozialen Rehabilitation anzuerkennen und eine dauerhafte Basisförderung zu sichern.

 

Sozialversicherungen: Sondierungsgespräche, um Kur- und Erholungsaufenthalte von blinden und sehbehinderten Menschen über die Sozialversicherungen fördern zu lassen.

 

Inklusive Nutzung: Das Haus könnte in der Nebensaison auch für andere inklusive Zielgruppen (z.B. Menschen mit kognitiven Behinderungen oder Senioren) oder für inklusive Tagungen geöffnet werden, um die Auslastung zu erhöhen.

 

Fazit

 

Die Schließung der Blinden-Ferienhäuser in Österreich ist ein dramatischer Verlust für die betroffene Gruppe und Ausdruck struktureller und wirtschaftlicher Versäumnisse. Die Fragmentierung der österreichischen Blindenverbandslandschaft und der Mangel an zentralem, professionellem Management scheinen die Hauptursachen zu sein. Nur durch eine Bündelung der Kräfte, eine Professionalisierung der Führung und die Entwicklung eines zeitgemäßen, inklusiven Konzepts kann eine solche unverzichtbare soziale Infrastruktur in Österreich wieder etabliert werden.

 

Mein Wunschdenken:

Leider sind die oben beschriebenen Vorstellungen in Österreich längst nur mehr Wunschdenken. Die einzelnen Blindenverbände schaffen es nicht einmal, sich auf ein gemeinsames Ferien- oder Hotelprojekt für ihre Community zu einigen. Selbst eine einheitliche Einkaufsstrategie für die Hilfsmittel ihrer Klientel bekommen sie anscheinend nicht zustande.

 

Ein weiteres Beispiel sind die ATAS-Anlagen (akustisch-taktile Signalanlagen). In Österreich hat jedes Bundesland sein eigenes System, und innerhalb der Bundesländer pochen wiederum Städte, Gemeinden und Verkehrsbetriebe auf ihr Mitspracherecht. Von Einheitlichkeit kann also keine Rede sein. Warum sollte dann ausgerechnet diese Gruppen ein einziges Erholungszentrum auf die Beine stellen können?

 

Hinzu kommen die sehr unterschiedlichen Persönlichkeitsstrukturen der jeweiligen Obmänner, Obfrauen, Präsidentinnen und Präsidenten – oder wie auch immer sie sich gerne nennen möchten. Meiner Ansicht nach sollten Führungspersonen in solchen Verbänden zumindest einen psychologischen und wirtschaftlichen Befähigungsnachweis erbringen müssen, bevor sie ein derart verantwortungsvolles Amt übernehmen. Doch offenbar reicht es aus, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Das Ergebnis sehen wir in Österreich sehr deutlich.

 

Wir – eine Gruppe Blinder, Sehbehinderter und deren Begleitpersonen aus Oberösterreich – waren von 2018 bis 2024 regelmäßig im Ferienhaus Ingrüne des BSVV. Wir kennen die Geschichte und die Problematik rund um dieses Haus sehr genau. Natürlich sind uns auch die Befürworter und Gegner der Anlage bekannt. Menschen aus beiden Lagern bekannt. Eine der Gegnerinnen bzw. einer der Gegner sagte einmal zu mir, man hätte das Haus schon vor 20 Jahren zusperren sollen. Da dieses Thema vor 20 Jahren für die Blindenverbände sicher noch kein Problem dargestellt hat, gehe ich davon aus, dass solche Aussagen eher auf persönlichen Befindlichkeiten beruhen – und nicht auf den tatsächlichen Anliegen und Interessen blinder und sehbehinderter Menschen. Das war erst vor 4 Wochen.

 

Für mich ist und war die fehlende Unterstützung der einzelnen Blindenverbände für ein gemeinsames Erholungszentrum für ihre eigene Klientel ausschlaggebend für das endgültige Ende dieser Ära.

Natürlich tragen auch viele Blinde und Sehbehinderte selbst Verantwortung für diese Entwicklung – durch Untätigkeit und dadurch, dass sie ihre Wohlfühlzonen nicht verlassen. Anscheinend reicht manchen bereits ein Gratisessen bei der Generalversammlung oder bei der Weihnachtsfeier. Ob andere vielleicht gerne etwas unternehmen oder Neues kennenlernen möchten, scheint vielen egal zu sein. Ich muss leider immer wieder feststellen, dass die Solidarität unter Menschen mit Behinderungen oft erschreckend gering ist.

 

Forderung:

 

Unterstützung für Begleitpersonen von blinden und sehbehinderten Menschen bei Urlaubsreisen durch ihre Landesverbände:

 

Wenn diese Einrichtungen durch das vermutlich eigene Versagen schon nicht mehr vorhanden sind, sollten die Landesverbände ihre Mitglieder zumindest finanziell unterstützen. Da viele Betroffene (mit einigen Ausnahmen) nicht ohne Begleitperson verreisen können, wäre es sinnvoll, diese Begleitpersonen finanziell zu entlasten – etwa durch Zuschüsse zu Übernachtungskosten.

 

Ich kenne die Situation der Blinden und Sehbehinderten in Oberösterreich sehr gut. Aus meiner Sicht sollte das in die Jahre gekommene Blindenzentrum in der Makartstraße so rasch wie möglich verkauft werden. Immer wieder gelangen Meldungen über dringende Reparaturen an die Öffentlichkeit. Es wäre sinnvoll, die Kosten des Hauses *Ingrüne* in Schwarzach mit den Reparatur- und Erhaltungskosten des Hauses des BSV OÖ zu vergleichen. Wie viele Spendengelder fließen in die Erhaltung dieses Gebäudes? Und welchen Nutzen haben die Mitglieder davon? Hier könnte man längst etwas schaffen, das der eigenen Klientel direkt zugutekommt.

 

Auch die Finanzierung von Blindenführhunden durch die Verbände ist ein großer Kostenfaktor. Diese Tiere sind sehr teuer. Mit den dafür aufgewendeten Mitteln könnte man auch für jene blinden und sehbehinderten Menschen, die keinen Blindenführhund haben oder benötigen, wertvolle Angebote schaffen. — In Oberösterreich kenne ich zudem Personen, die einen Blindenführhund besitzen, bei denen ich mich frage: Warum haben diese Personen überhaupt einen Blindenführhund? Manche führen den Hund eher selbst, statt vom Hund geführt zu werden. Andere verfügen offenbar noch über einen guten Sehrest. Wieder andere haben gesundheitliche oder persönliche Probleme, bei denen die Haltung eines Tieres eigentlich nicht sinnvoll erscheint. Eine genauere Überprüfung der Anspruchsberechtigung könnte erhebliche Kosten einsparen – Mittel, die man beispielsweise zur Unterstützung des Hauses *Ingrüne* hätte nutzen können. Doch solche Entscheidungen sind unpopulär, und wer sie trifft, riskiert bei der nächsten Obmann- oder Obfrauwahl wohl seine Position. Schließlich handelt es sich nicht um das eigene Geld.

 

Was viele ebenfalls nicht wissen: Es gibt Verbände, die an Firmen beteiligt sind – Beteiligungen, die vermutlich ebenfalls mit Spendengeldern finanziert wurden. Hier sollten blinde und sehbehinderte Menschen aufmerksam werden, recherchieren und die richtigen Fragen stellen. Ich persönlich konnte bisher keinen erkennbaren Mehrwert dieser Firmenbeteiligungen für die Community feststellen. Die dafür eingesetzten Mittel hätte man auch in ein gemeinsames Erholungszentrum investieren können.

 

Auch diese Vergabe finanzieller Mittel durch die Verbände gehört kritisch hinterfragt. Es hat wohl Gründe, warum solche Beteiligungen und Ausgaben bei Generalversammlungen kaum thematisiert werden.

 

Meiner Ansicht nach könnte auch der Dachverband seine Tätigkeit einstellen. Immerhin finanzieren die einzelnen Landesverbände – mit Ausnahme von Kärnten? – eine Einrichtung, die aus meiner Sicht kaum Wirkung zeigt. Statt eines zentralen Dachverbandes könnten die Landesorganisationen diese Aufgaben im Rotationsprinzip übernehmen. Jeder Landesverband würde für drei Jahre die Verantwortung tragen. Dadurch wäre sichergestellt, dass bei mangelnder Kompetenz ein Wechsel nach überschaubarer Zeit erfolgt, anstatt über viele Jahre hinweg mit ungeeigneten Vorständen leben zu müssen. Zudem blieben die finanziellen Mittel in den jeweiligen Landesverbänden, anstatt nach Wien abzufließen.

 

Die einzelnen Landesverbände sollten ihre Mitglieder bei Urlaubs- oder Erholungsreisen finanziell unterstützen. So sollten die Begleitpersonen, die ja unabkömmlich sind, für Übernachtungen einen finanziellen Zuschuss erhalten. Schließlich sind genau das die Personen, die uns Blinden und Sehbehinderten das Leben etwas einfacher und lebenswerter machen. Ich persönlich denke da einen Betrag von 25 bis 35 Euro pro Tag. Das wäre angemessen.

 

Ich weise darauf hin, dass ich davon nicht profitieren würde, da ich kein Mitglied dieser Vereine bin. Somit steckt kein Eigennutz dahinter!

 

Wenn manche Blindenverbände sich bei gewinnorientierten Unternehmen beteiligen oder in anderen Bundesländern Niederlassungen aufbauen oder ihre Spenden in marode Häuser stecken können, dann könnten sie auch etwas für ihre Blinden und Sehbehinderten tun. Hier würde man auch einen Mehrwert erkennen..

 

Aber das ist sicher nur mein Wunschdenken! Auch weil viele Menschen mit Behinderung auch noch danke sagen wenn man ihnen in den Hintern tritt.

 

Zum Abschluss noch etwas über die Meinungsfreiheit: Scheint bei bestimmten Blindenverbänden noch nicht bekannt zu sein. Schließlich reagieren sie sehr hysterisch und unsozial auf kritische Meldungen in der Öffentlichkeit.

 

In Österreich ist die Meinungsfreiheit in Artikel 13 des Staatsgrundgesetzes über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger (StGG) geregelt. Das ist einer der zentralen Grundrechtsartikel und gilt bis heute.

 

„Jedermann hat das Recht, durch Wort, Schrift, Druck oder durch bildliche Darstellung seine Meinung innerhalb der gesetzlichen Schranken frei zu äußern. Die Presse darf weder unter Censur gestellt, noch durch das Concessions-System beschränkt werden. Administrative Postverbote finden auf inländische Druckschriften keine Anwendung.“

 

Wie in allen Demokratien gilt die Freiheit nur „innerhalb der gesetzlichen Schranken“ (z. B. Schutz der Ehre, Sicherheit, Jugendschutz).

 

Somit sollten auch kritische Aussendungen über Newsletter keine Nachteile nach sich bringen. Sollte aber Jederzeit zu einer Diskussion anregen!

 

© Dezember 2025 by Gerhard Hojas, Linz / Ebelsberg

Online Musikkurse – Das musikalische Projekt To it.

 

Das Projekt wird vom Fördervereins „Freunde des barrierefreien Lesens e.V.“ in Zusammenarbeit mit dem „Deutschen Zentrum für barrierefreies Lesen“ (dzb lesen) realisiert.

 

Im Projekt „Do it!“ entwickeln wir kosten- und barrierefreie Online-Musikkurse, die sich besonders an sehbehinderte und blinde Menschen richten. Auch wollen wir Lehrenden aufzeigen, worauf beim Erlernen eines Instrumentes geachtet werden sollte und wollen sensibilisieren. Unser Motto „Do it!“ steht für einen voraussetzungslosen und selbstständigen Einstieg, jederzeit und bequem von zu Hause aus. Das Projektteam besteht aus blinden und sehenden Musikbegeisterten, die ihre Erfahrungen und ihr Wissen miteinander teilen.

 

 

Was ist das Projekt „Do it“?

 

Im Projekt „Do it!“ entstehen barrierefreie Video-Kurse, die blinden und sehbehinderten Menschen einen Einstieg in das Erlernen von Gitarre, Bass, Klavier, Schlagzeug und Gesang bieten. Für jedes Instrument haben unsere Musikpädagog*innen im Austausch mit blinden und sehbehinderten Testpersonen einen Basis- und einen Aufbaukurs erarbeitet. Ein ergänzender Audiokurs für Gehörbildung soll das musikalische Verständnis zusätzlich stärken. Die Videoaufnahmen sind schlicht und kontrastreich und ermöglichen durch detaillierte Erklärungen eine vollständige Nachvollziehbarkeit der Bildinhalte. Auch wollen wir Lehrenden aufzeigen, worauf beim Erlernen eines Instrumentes geachtet werden sollte und wollen sensibilisieren.

 

Link zu To it: https://do-it-musik.de/

DVBS e. V. – Leitfäden zur Barrierefreiheit  – Quick Guides.

Die DVBS -Leitfäden zur Barrierefreiheit.

 

Barrierefreie Dokumente sind ein zentraler Baustein für echte Teilhabe.

 

Der DVBS hat seine Reihe der Quick Guides weiter ausgebaut, neu erschienen ist nun die Kurzanleitung für barrierefreie Excel-Dokumente.

 

Die Quick Guides erklären kompakt:

 

wie Word-, PowerPoint- und Excel-Dateien so gestaltet werden, dass Screenreader sie strukturiert ausgeben können

 

welche Schritte zur Prüfung und PDF-Konvertierung nötig sin

 

Link zur Originalseite mit den Downloads: https://dvbs-online.de/veroeffentlichungen/leitfaeden

 

Quelle: DVBS e.V. (Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V.)

Graz – Zivilschutz-Broschüre für Menschen mit Behinderung.

Neu und einzigartig in Österreich: die Zivilschutzbroschüre des Sicherheitsmanagements der Stadt Graz für Menschen mit Behinderung.

 

Es gibt eine schier unüberschaubare Vielzahl von Publikationen, gedruckt oder online, die sich mit der richtigen Vorbereitung auf eine Krise und dem richtigen Verhalten während einer solchen Notsituation beschäftigen. Bislang ist aber noch keine dieser Zivilschutz-Infos auf die Menschen eingegangen, die besondere Bedürfnisse haben und deshalb auch besondere Vorbereitungen für eine Krise treffen sollten.

 

Auf Anregung des Behindertenbeauftragten der Stadt Graz, Mag. Wolfgang Palle, hat sich das Referat Sicherheitsmanagement und Bevölkerungsschutz der Stadt Graz des Themas angenommen, mit dem Schwerpunkt auf ein mögliches Blackout. Die 32-seitige Broschüre „Zivilschutz für Menschen mit Behinderung“ erläutert, warum Zivilschutz so wichtig ist, welche Auswirkungen ein länger anhaltender Stromausfall haben kann und welche Lebensmittel man immer auf Vorrat daheim haben sollte. Es folgen Informationen über die elf Krisen-Leuchttürme und 26 Krisen-Infopunkte, die die Stadt Graz eingerichtet hat.

 

Link zur Infobroschüre:

 

https://www.sicherheit.graz.at/cms/dokumente/10448767_12224769/631109c8/Blackout%20-%20Menschen%20mit%20Behinderung_Web.pdf

 

Link zur Seite der Stadt Graz: https://www.sicherheit.graz.at/cms/beitrag/10448767/12224769/Zivilschutz_Broschuere_fuer_Menschen_mit.html?fbclid=IwY2xjawOtBxVleHRuA2FlbQIxMABicmlkETBFWURFWktGRGo5RldlSU1Mc3J0YwZhcHBfaWQQMjIyMDM5MTc4ODIwMDg5MgABHu3lSKJDCFyjtm08QpmeHPfSYXYF-7rUBz1lWxDDKZnRp3BG1l1uR9pAHO6a_aem_E7Rb13GolTstAxtSKXV4qw

KI‑Assistenten – Sehr viele Vorteile für Blinde und Sehbehinderte.

Für Blinde und Sehbehinderte bieten sie große Vorteile, weil sie Texte vorlesen, Inhalte erklären und den Alltag barrierefreier machen.

 

Die verschiedenen KI-Assistenten:

 

Copilot (Microsoft), ChatGPT (OpenAI) und Gemini (Google) sind KI‑Assistenten, die Sprache verstehen und Antworten geben. Sie unterscheiden sich vor allem durch die Unternehmen dahinter und ihre Integration in verschiedene Produkte.

 

Kurze Beschreibung der drei Systeme:

 

Copilot (Microsoft) Ein KI‑Assistent, der in Windows, Microsoft 365 und Bing integriert ist. Er hilft beim Schreiben, Analysieren von Daten, Erstellen von Texten oder Bildern und unterstützt direkt im PC‑Alltag

 

ChatGPT (OpenAI) Ein Chatbot, der seit 2022 verfügbar ist. Er kann Texte verfassen, Fragen beantworten, programmieren oder Inhalte zusammenfassen. ChatGPT ist besonders bekannt für seine natürliche Gesprächsführung

 

Gemini (Google/DeepMind) Früher „Google Bard“. Seit 2023 verfügbar. Es ist ein multimodaler Assistent, der nicht nur Text, sondern auch Bilder, Audio und Video versteht. Er ist eng mit Google‑Diensten wie Android, Chrome und Google Suche verbunden

  • .

Unterschiede:

 

Unternehmen:

 

Copilot → Microsoft

ChatGPT → OpenAIGemini → Google (DeepMind)

 

Integration:

 

Copilot ist tief in Windows und Office eingebaut.

ChatGPT läuft als eigenständige Web‑App oder App.

Gemini ist mit Google‑Produkten wie Android, Chrome und Gmail verknüpft.

 

Fähigkeiten:

 

Copilot: Starke Produktivitäts‑Integration.

ChatGPT: Sehr flexibel für kreative Texte und Programmierung.

Gemini: Multimodal (Text, Bild, Audio, Video).

 

Anmerkungen Gerhard Hojas:

 

Ich habe mit allen drei KI-Modellen sehr positive Erfahrungen gemacht. Schon nach kurzer Zeit wurde mir klar, dass diese Technologie für Menschen mit Behinderungen – insbesondere für uns Blinde und Sehbehinderte – eine völlig neue Welt eröffnet. Was mich im Zusammenhang mit KI-Assistenten überhaupt nicht interessiert, ist eine endlose Diskussion über Datenschutz. Wer davor Angst hat, soll das für sich akzeptieren. Aber diese Personen sollten dann nicht bei KI-Nutzern anklopfen und darum bitten, ob man für sie etwas nachschauen könnte – denn in diesem Moment hätten sie selbst keinerlei Probleme mit dem Datenschutz. Leider habe ich solche Situationen bereits erlebt.

 

KI-Assistenten als Unterstützung für Blinde und Sehbehinderte:

 

Ich habe mir einen neuen Geschirrspüler zugelegt. Mit Hilfe von Copilot konnte ich mir eine sehr genaue Anleitung erstellen. Durch die richtige Fragetechnik und präzise Anweisungen erhielt ich eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  • Die Form der Tasten und ihre Anordnung von links nach rechts wurden detailliert beschrieben.

 

Die Programme wurden vollständig aufgelistet.

 

Ich bekam genaue Hinweise, wie oft ich welche Taste drücken muss, um die Programme weiterzuschalten.

 

Darüber hinaus wurde mir die Anleitung sogar in Blindenschrift erstellt.

 

Ich habe sie in Schwarzschrift ausgedruckt, laminiert und zusätzlich eine Version mit Sprachausgabe auf meinem Smartphone gespeichert.

 

Auch für meine Kaffeemaschine habe ich eine sehr genaue Anleitung zum Entkalken erstellt, die speziell für Blinde und Sehbehinderte geeignet ist.

 

Für die Arbeit am Computer lassen sich ebenfalls präzise Anleitungen erstellen.

  • Beispielsweise für Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation mit Tastenkombinationen unter Screenreadern.
  • Ebenso für das Einrichten von Mailkonten.

 

KI-Assistenten wissen zudem, wie man eine Braillezeile mit dem Smartphone koppelt oder mit welchen Nummern auf der Fernbedienung die einzelnen Fernsehprogramme bei LIWEST abrufbar sind.

 

Mit den entsprechenden Apps für unterwegs eröffnen sich viele weitere Möglichkeiten, sich barrierefrei im öffentlichen Raum zu bewegen. Man kann gezielt nach bestimmten Punkten fragen und sich dorthin navigieren lassen.

 

Ich habe mir außerdem sehr genaue Schritt-für-Schritt-Anleitungen für verschiedene Blindenhilfsmittel erstellen lassen. Dadurch könnten teure Schulungen in vielen Fällen überflüssig werden.

 

Die Möglichkeiten für Menschen mit Behinderungen, ein barrierefreieres Leben zu führen, sind durch KI-Assistenten um ein Vielfaches gestiegen. Erschreckend ist jedoch, dass diese Entwicklung bei vielen Betroffenen offenbar noch nicht angekommen ist.

 

Besonders bei den Blinden- und Sehbehindertenverbänden scheint man diese Chancen zu verschlafen. Dabei wäre es die ideale Gelegenheit, die Community stärker in Richtung Unabhängigkeit zu führen.

 

Doch ist das von den Verbänden überhaupt gewünscht? Mein subjektives Empfinden sagt etwas anderes: Man hält die Klientel klein, denn genau das sichert das eigene Überleben und die Arbeitsplätze.

 

Links zu den einzelnen KI-Assistenten:

 

Microsoft Copilot:

 

Internet: https://copilot.microsoft.com/

 

Appstore: https://apps.apple.com/de/app/microsoft-copilot/id6472538445

 

Google Play: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.microsoft.copilot&hl=de_AT

 

Google Gemini:

 

Internet: https://gemini.google.com/app?hl=de

 

Appstore: https://apps.apple.com/at/app/google-gemini/id6477489729

 

Google Play: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.google.android.apps.bard&hl=de_AT

 

ChatGPT: OpenAI:

 

Internet: https://chatgpt.com/

 

Appstore: https://apps.apple.com/de/app/chatgpt/id6448311069

 

Google Play: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.openai.chatgpt&hl=de_AT

 

Tipps: Es gibt auf Youtube sehr viele Videos mit sehr guten Anleitungen. Weiters könnte man eine Verknüpfung der einzelnen KI-Assistenten für den PC auf den Desktop legen.

© Dezember 2025 by Gerhard Hojas

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