Bericht über einen Tagesausflug nach Graz (Mittwoch, 05.08.2026).

Auch 2026 stand wieder ein Ausflug nach Graz auf dem Programm. So trafen wir uns am Mittwoch, dem 5. August 2026, beim Infopoint im Hauptbahnhof Linz.

 

Martin hatte auch diesmal alles bestens organisiert, sodass das Team des ÖBB-OS (ÖBB-Operative Services – ehemals MUNGOS) pünktlich am Treffpunkt bereitstand. Sie begleiteten uns direkt zum Waggon mit unseren reservierten Plätzen.

 

Diesmal benötigten wir keinen Hebelift, da wir erstmals mit dem InterRegio (IR) unterwegs waren. Diese Züge bieten barrierefreie Niederflur-Ein- und -Ausstiege. Zudem gibt es an Board eine Snack-Zone.

 

Pünktlich rollten wir aus dem Hauptbahnhof Linz und machten uns auf den Weg über die Südstrecke Richtung Graz. Auf dem Abschnitt zwischen Linz und Spital am Pyhrn bummelt der Zug noch gemütlich durch die Landschaft, da er an fast allen Bahnhöfen hält.

 

Die oberösterreichische Landeshauptstadt bildet den nördlichen Ausgangspunkt der Pyhrnbahn, während Spital am Pyhrn der südlichste Haltepunkt in Oberösterreich vor dem Bosrucktunnel zur Steiermark ist.

 

Nachdem wir den alten Bosrucktunnel hinter uns gelassen hatten, passierten wir Selzthal und anschließend Trieben. Ab hier nahm der Zug ordentlich Fahrt auf: Auf den meisten Abschnitten der Schoberpass-Strecke ging es mit 160 km/h Richtung Leoben. Ab Frohnleiten war ich wieder in meiner steirischen Heimat, und kurz darauf erreichten wir pünktlich den Hauptbahnhof Graz.

 

Auch dort erwartete uns bereits der Begleitdienst der ÖBB am Bahnsteig und brachte uns direkt zur Straßenbahnhaltestelle der Holding Graz. Da dieser Haltestellenbereich sehr lang ist, steuerten wir direkt das Aufmerksamkeitsfeld für Menschen mit Behinderung an. Wie wir es von der Holding Graz gewohnt sind, hielt die nächste Straßenbahn genau auf unserer Höhe. Die Tür öffnete sich, und das Fahrpersonal klappte sogleich die Rampe für den Rollstuhl aus. Auch bei unserem Ziel am Südtirolerplatz war das Fahrpersonal sofort zur Stelle und unterstützte uns beim Aussteigen.

 

Vom Südtirolerplatz spazierten wir durch die Mariahilfer Straße Richtung Lendplatz. Unser Ziel war das Tag.Werk in der Mariahilfer Straße 13.

 

Das Projekt Tag.Werk der Caritas Steiermark in Graz ist ein Beschäftigungsprojekt für Jugendliche und junge Erwachsene in schwierigen Lebenslagen.

 

In den Werkstätten fertigen die Jugendlichen unter fachlicher Anleitung kreative Upcycling-Produkte wie Taschen, Notebook-Hüllen und Wohnaccessoires aus wiederverwerteten Materialien an.

 

Die hergestellten Unikate werden im eigenen Tag.Werk-Shop verkauft.

 

Die Produkte des Projekts Tag.Werk werden überwiegend aus gespendeten Altmaterialien und Ausschussware hergestellt. Im Sinne des Upcyclings kommen vor allem folgende Rohstoffe zum Einsatz:

 

LKW-Planen und Werbebanner: Robuste, wetterfeste Kunststoffe dienen als Hauptmaterial für Laptopschutzhüllen, Tragetaschen und Geldbörsen.

 

Alttextilien und Stoffreste: Ausgefallene Vorhänge, Tischtücher, Jeans oder Bekleidungsstoffe werden zu Taschen, Kissenbezügen oder Accessoires verarbeitet.

 

Sicherheitsgurte: Ausrangierte Autogurte finden als stabile Trageriemen für Rucksäcke und Umhängetaschen Verwendung.

 

Leder- und Kunstlederreste: Kleinere Verschnitte werden für Accessoires oder Verzierungen genutzt.

 

Papier und Kartonagen: Werden teilweise für Notizblöcke, Verpackungen oder Deko-Elemente weiterverarbeitet.

 

Dieses Projekt gibt es seit 25 Jahren und ein Besuch im Verkaufsladen lohnt sich immer.

 

Was sind Upcycling-Produkte?

 

Upcycling-Produkte sind Gegenstände, die aus gebrauchten oder scheinbar nutzlosen Materialien hergestellt werden und dadurch eine völlig neue, höherwertige Funktion erhalten. Anders als beim gewöhnlichen Recycling wird das Ausgangsmaterial nicht eingeschmolzen oder zerkleinert, sondern in seiner ursprünglichen Form kativ umgestaltet – etwa wenn aus einer alten Lkw-Plane eine strapazierfähige Tasche wird. Man erkennt diese Produkte oft an ihren besonderen, spürbaren Texturen, da Materialspuren der früheren Nutzung als einzigartiges Designelement erhalten bleiben.

 

Nachdem wir uns im Shop umgesehen und auch Produkte haben zeigen lassen traten wir wieder auf die Mariahilfer Straße. Im Umfeld befindet sich ein moderner  Trinkbrunnen mit frischen, kühlen sprudelnden steirischen Wasser.

 

Hier gibt es ein Hörbeispiel des fließenden Trinkbrunnens: https://www.hojas.co.at/extern/audio/Trinkbrunnen_Graz.MP3

 

Wir gingen durch die kurze Lendgasse Richtung Lendkai und vorbei am Mursteg zu einm bestimmten Highlight von Graz..

 

Der Mursteg beim Lendkai ist eine Fußgänger- und Fahrradbrücke über die Mur, die den Lendkai mit dem linken Murufer verbindet. Er wurde 1992 als schlichte, funktionale Stahlkonstruktion für den Alltagsverkehr errichtet und diente lange Zeit als einfache Querung nahe dem Schlossbergplatz. Im Jahr 2003 wurde er zu Ehren des Grazer Gemeinderats Erich Edegger in Erich-Edegger-Steg umbenannt.

 

Hörbild – beim Überqueren des Murstegs lässt sich das Rauschen der Mur hören:

 

https://www.hojas.co.at/extern/audio/Stromschnellen_Mursteg

 

Unser Ziel war die bekannte Murinsel mit ihrem barrierefreien Zugang auf der rechten Murseite. Über den schönen, schattigen Weg gelangten wir schließlich auf das Bauwerk.

 

Die Murinsel ist vollständig barrierefrei zugänglich und befahrbar. Vom rechten Murufer aus führt eine asphaltierte Rampe mit moderater Steigung (ca. 6–10 %) zur Insel. Vom linken Ufer ergänzt eine Kombination aus Rampe (ebenfalls ca. 6–10 % Steigung) und Aufzug den Zugang. Dadurch können Rollstuhlfahrer, Personen mit Kinderwagen oder Gehschwierigkeiten die Stege und die Plattform problemlos nutzen.

 

Was gibt es über die Murinsel in Graz zu erzählen?

 

Entworfen wurde das schwimmende Bauwerk von dem New Yorker Künstler Vito Acconci anlässlich des Kulturhauptstadtjahres 2003 in Graz. Ursprünglich nur als temporäre Installation geplant, entwickelte sich die Insel schnell zu einem beliebten Treffpunkt und dauerhaften Wahrzeichen der Stadt.

 

Die Murinsel ist keine klassische Insel, sondern eine 47 Meter lange und 16 Meter breite muschelförmige Stahlkonstruktion, die auf der Mur schwimmt. Verankert ist sie flussaufwärts an einem Betonpfahl durch zwei mächtige Stahlseile mit einer Tragkraft von jeweils 135 Tonnen.

 

Im Inneren der geschwungenen Muschel befinden sich ein beliebtes Café sowie ein Bereich für Veranstaltungen und Ausstellungen. Das offene Amphitheater dient als Treffpunkt im Freien. Zudem verbindet die Insel die beiden Flussufer miteinander und fungiert so als Fußgängerbrücke zwischen der historischen Altstadt und dem modernen Bezirk Lend.

 

Wir wurden von sehr freundlichen und hilfsbereiten Angestellten der Insel empfangen und bekamen einen gemütlichen und schattigen Platz auf der Murinsel und genossen unsere ersten Getränke am heutigen Tag in Graz. Dieses einzigartiges Gebilde auf der Mur hat seinen eigenen Charme und Gemütlichkeit.

 

Nach einiger Zeit mussten wir dieses gemütliche Ambiente leider verlassen und da der Lift auf der Schloßbergseite außer Betrieb war gingen und fuhren wir auf der Rampe wieder zum Lendkai und machten uns dort auf dem Weg zur Erzherzog-Johann-Brücke. (umgangssprachlich wird diese Brücke von vielen Grazerinnen und Grazern weiterhin einfach Hauptbrücke genannt).

 

Ich bin diesen Weg vor sehr langer Zeit oft gegangen und kann mich deshalb noch immer sehr genau an die Geländer entlang dess Murufers erinnern. Schließlich hält Beton fast ewig. Da wurden früher immer die Fahrräder angekettet. An eine Begebenheit kann ich mich noch sehr gut erinnern:

 

Da hat auch Jemand sein Fahrrad mit dem Vorderrad am Betongeländer fest gemacht. Das Vorderrad war noch fest angekettet. Alles andere war verschwunden.

 

Wir bewegten uns weiter Richtung Erzherzog-Johann-Brücke. Dort angekommen ging es nach links Richtung Hauptplatz.

 

Beim Überqueren der Erzherzog-Johann-Brücke  fallen uns am Brückengeländer die vielen Vorhängeschlösser auf. Sie sind auf beiden Seiten der Brücke und über die gesamte Länge am Geländer befestigt. Diese Schlösser haben die unterschiedlichsten Größen, Formen und Farben.

 

Die Vorhangschlösser an der Erzherzog-Johann-Brücke  in Graz sind sogenannte Liebesschlösser. Dieser Brauch stammt ursprünglich aus Italien und verbreitete sich weltweit. Verliebte Paare befestigen ein Vorhängeschloss an einem Brückengeländer und werfen den Schlüssel ins Wasser, um ihre ewige Verbundenheit zu symbolisieren

 

In Graz ist die Erzherzog-Johann-Brücke  dicht mit diesen Schlössern behängt, was sie zu einem beliebten Ort für Paare macht, um ihre Liebe zu bekunden. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass das Gewicht der Schlösser die Brücken belasten kann, und daher regelmäßig einige entfernt werden.

 

Verliebte Pärchen, die nach Graz kommen, sollten sich vorher im Baumarkt entsprechende Vorhangschlösser besorgen.

 

Neben den vielen Vorhangschlössern kann man auch die Murinsel von der Brücke aus sehen. Besonders Nachts ist der Blick auf Die Murinsel ein Blickfang. Schließlich wird sie farbenfroh beleuchtet und bietet ein faszinierendes Schauspiel, was sie zu einem beliebten Fotospot macht.

 

Wenn man über die Erzherzog-Johann-Brücke schlendert bekommt man den stetigen Betrieb der Straßenbahnen mit. Schließlich  Führen Über diese Brücke 4 reguläre Hauptlinien der Grazer Straßenbahn.

 

Nach der Brücke ging es durch die schmale Murgasse und schon waren wir am Hauptplatz. In dieser schmalen Gasse hat man sehr engen Kontakt mit den Straßenbahnen und deshalb ist es immer ein besonderes Feeling hier durchzugehen.

 

Den Hauptplatz ließen wir jetzt einmal rechts liegen Und wir steuerten die Sporgasse an. Die Sporgasse in Graz ist eine historische Straße, die älter ist als die Stadt selbst. Sie führt vom Hauptplatz hinauf zum Schlossberg und ist heute eine beliebte Fußgängerzone. Sie ist auch bekannt für ihre steilen Anstiege und historischen Gebäude.

 

Die Straße hat ihren Namen von den Sporenmachern und Waffenschmieden, die hier im Mittelalter ansässig waren. Heute würde man sie vielleicht Strudelgasse nennen.  Vor längerer Zeit gab es in der Sporgasse ein Lokal, dass nur Strudel auf jede erdenkliche Art auf der Speisekarte hatte. Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise, alles Strudel.

 

Nach einigen Minuten Anstieg bogen wir rechts in die Hofgasse.

 

Diese Gasse verband einst die Residenz der Habsburger mit dem Stadtzentrum und beherbergt bedeutende historische Bauwerke:

 

: Gleich zu Beginn der Gasse sticht uns auf der rechten Seite das reich geschnitzte Holzportal der ehemaligen k.u.k. Hofbäckerei ins Auge, die bereits seit Jahrhunderten hier ihr Handwerk betreibt.

 

Etwas weiter öffnet sich die Gasse kurz zum Freiheitsplatz, an dem das Schauspielhaus Graz liegt. Direkt dahinter ragt der mächtige Grazer Dom samt dem kaiserlichen Mausoleum auf.

 

Am Ende der Hofgasse liegt der Eingang zur Grazer Burg, dem heutigen Sitz der steirischen Landesregierung. Ein Blick in den Innenhof lohnt sich besonders, um die berühmte spätgotische Doppelwendeltreppe (auch „Versöhnungsstiege“ genannt) zu besichtigen, deren zwei Steinwenden sich auf jedem Stockwerk zusammenfügen und wieder trennen.

 

Am östlichen Ende der Hofgasse passierten wir das  historische , das letzte erhaltene Stadttor des inneren Befestigungsrings.

 

Nachdem wir dieses Tor durchschritten hatten, veränderte sich die Kulisse und wir traten direkt in den weitläufigen Park ein. Die schattigen Alleen, alten Baumbestände, Wiesenflächen und der große Stadtparkbrunnen bieten den perfekten Ort, um den Spaziergang entspannt ausklingen zu lassen.

 

Auch diesen friedlichen und ruhigen Platz mussten wir wieder verlassen und wir machten uns auf den Rückweg. Auch hier gab es das unebene Straßenpflaster

Und es beutelte Martin in seinem elektrischen Rollstuhl ordentlich durch und wir befürchteten schon, dass er jetzt sicher ganz verschwommen sehen wird.

 

Wir kamen aber alle wieder wohlbehalten am Hauptplatz an und drehten eine Runde um den Platz und besuchten das Rathaus. Die imposante, neobarocke Fassade des Rathauses bildet den südlichen Abschluss des Hauptplatzes. Im Rathaus nahmen wir das Tastmodell des Rathauses in Augenschein und natürlich wurde es auch ertastet.

 

Das Tastmodell des Grazer Rathauses ist Teil der sogenannten „Graz-Miniaturen“, die von blinden, sehbehinderten und sehenden Menschen gleichermaßen genutzt werden, um Bauwerke taktil zu erfassen.

 

Das Modell steht im Innenbereich des Rathauses überdacht im Eingangsbereich (Glockenspiel- bzw. Hauptplatz-Durchgang), direkt gegenüber der Portiersloge und ist an einem taktilen Bodenleitsystem angebunden.

 

Das Modell besteht aus Bronze (Legierung aus Kupfer und Zinn. Eine Legierung aus Kupfer und Zink heißt Messing). Es handelt sich um ein maßstabsgetreues Miniaturmodell (Länge/Breite betragen meist etwa 50 bis 80 cm, damit die Proportionen und Details mit beiden Händen gut erfasst werden können).

 

Nachdem wir das Rathaus verlassen hatten, traf uns das hektische Treiben am Hauptplatz wieder. Hier wird das geschäftige Treiben von vorbeifahrenden Straßenbahnen und  Passanten geprägt. Prägend für das Bild sind die charakteristischen, fest installierten Imbiss- und Verkaufshäuschen, die Einheimischen wie Touristen gleichermaßen als beliebter Treffpunkt dienen.

 

Auf der Suche nach unserem Stammwürstlstand kamen wir direkt beim Erzherzog-Johann-Brunnen vorbei, der mitten am Grazer Hauptplatz steht. Wir besuchen immer den gleichen Würstelstand da dort das Leben spielt. Zwischen den Obst-, Gemüse- und Blumenständen findet man die Nummer 12. So war bei unserem letzten Besuch im Jänner 2025 gerade ein Fernsehteam von ATV anwesend und drehte eine Dokumentation über beliebte Würstelstände.

 

Beim Würstelstand 12 mit dem Namen „Weil’s wurscht is“ gibt es eine große Auswahl – vom klassischen Imbiss bis zum steirischen Hotdog. Sogar die Grazer Bürgermeisterin holt sich hier gerne ihre Jause. Nebenbei erfahren wir etwas über die VinziWerke und das VinziDorf, die Obdachlosen ein Zuhause bieten.

 

Zudem stellt sich heraus, dass Robert, der uns bedient, aus meiner steirischen Nachbargemeinde stammt. Ich muss ihm erst einmal erklären, dass ich kein Graf bin und er mich mit dem bekannten Islandpferdehof Hoyos in Semriach verwechselt – außerdem wird mein Name ganz anders geschrieben. Aber das kenne ich schon aus meiner Hauptschulzeit. Immer wenn ich beim Wirt im Ort ein Tüteneis holte kam die Meldung: „Oh, der Herr Graf will ein Eis um zwei Schilling“. Der Wirt wollte mich nur auf die Schaufel nehmen.

 

Während unserer Unterhaltung machte sich Martins Begleitung auf die Suche nach einer vegetarischen Mahlzeit und wurde beim Würstelstand 5 fündig. Dieser trägt den treffenden Namen „Wurscht is mei Business“. Im Vergleich dazu klingt der Würstelstand 3 namens „Heiße Würstel Messner“ schon fast bescheiden.

 

Nachdem wir uns gestärkt hatten und Martin wieder einen „klaren Blick“ hatte, machten wir uns über die Murgasse und die Erzherzog-Johann-Brücke auf den Rückweg zum Südtirolerplatz.

 

Wirft man einen Blick zurück, sieht man die prachtvolle Franziskanerkirche. Auf der anderen Seite der Mur und somit am Südtirolerplatz angekommen, war es Zeit für einen gemütlichen Abschiedskaffee. Ein taktiles Leitsystem für Blinde und Sehbehinderte führte uns hier direkt zum Eingang des Kunsthauscafés.

 

Das Kunsthauscafé ist seit März 2015 ein beliebter Treffpunkt im Herzen des Lendviertels. Es gehört zum Kunsthaus Graz – auch bekannt als „Friendly Alien“ –, das im Kulturhauptstadtjahr 2003 eröffnet wurde.

 

Nach dieser entspannten Kaffeepause war es Zeit für den Aufbruch Richtung Bahnhof. Die Straßenbahnhaltestelle liegt direkt vor dem Café; so stellten wir uns wieder auf das Aufmerksamkeitsfeld und warteten auf die nächste Straßenbahn. Auch diesmal war das Fahrpersonal der Holding Graz sehr freundlich und hilfsbereit. Ebenso beim Aussteigen bei der Haltestelle am Bahnhof.

 

Im Bahnhof warteten wir beim neuem Infopoint Auf das ÖBB OS damit sie uns wieder sicher in dem Zug nach Linz setzen können. Auch das klappte Problemlos und

Um 16:45 Uhr rollten wir schließlich in Richtung Oberösterreich davon. Diesmal verlief die Rückfahrt nach Linz vollkommen ruhig, entspannt und kurzweilig. Bei der letzten Fahrt sah das noch ganz anders aus: Damals wurde ein Fahrgast direkt beim ersten Halt in Leoben vom Zugbegleiter aus dem Zug geworfen. Der Passagier hatte sich nicht an das Rauchverbot gehalten, woraufhin der Zugbegleiter ihn kurzentschlossen mit den Worten verabschiedete: „In meinem Zug wird nicht geraucht!“ Der so vor die Tür Gesetzte dürfte wohl etwas länger nach Linz gebraucht haben.

 

In Linz angekommen stand die ÖBB-Ausstiegshilfe bereits am Bahnsteig bereit, als wir mit leichter Verspätung einfuhren. Dank des tadellosen Service hatten wir wenig später wieder festen Linzer Boden unter den Füßen – und Rädern.

 

Kurz nach 20:00 Uhr an diesem Mittwochabend neigte sich ein spannender, erlebnisreicher Tag dem Ende zu, als wir mit der Straßenbahn in den Linzer Süden unterwegs waren, die vielen neuen Eindrücke im Gepäck.

 

Gedanklich wird allerdings schon die nächste Reise nach Graz geplant – schließlich gibt es in dieser Stadt noch so einiges zu entdecken.

 

Einige Infos über Graz zum Abschluss::

 

Erzherzog Johann:

 

Erzherzog Johann von Österreich (1782–1859) war ein bedeutender Habsburger, der als moderner Reformer und Förderer der Steiermark in die Geschichte einging. Nach seiner militärischen Laufbahn in den Napoleonskriegen wandte er sich vom Wiener Hof ab und widmete sein Leben der wirtschaftlichen wie kulturellen Entwicklung des Landes. Er gründete prägende Institutionen wie das Landesmuseum Joanneum, die Montanuniversität Leoben und die Steiermärkische Sparkasse. Bekannt für seine Volksnahheit und die Liebe zur Natur, setzte er sich stark für Landwirtschaft, Bergbau und Eisenbahninfrastruktur wie die Südbahn ein. Seine bürgerliche Hochzeit mit der Ausseer Postmeisterstochter Anna Plochl galt für die damalige Zeit im Kaiserhaus als skandalös, untermauerte aber seine tiefe Verbundenheit mit der Bevölkerung. Im Reichenbach-Jahr 1848 wurde er kurzzeitig als Reichsverweser an die Spitze einer angestrebten deutschen Nationalregierung gewählt, ehe er als geliebter „steirischer Prinz“ seine letzten Jahre in Graz verbrachte.

 

Es gibt auch den bekannten Erzherzog Johann Jodler

 

Erzherzog Johann Brunnen am Hauptplatz:

 

Der Erzherzog-Johann-Brunnen bildet als imposantes Monument das historische und geografische Zentrum des Grazer Hauptplatzes. Im Mittelpunkt der 1878 enthüllten Anlage steht eine überlebensgroße Bronzestatue von Erzherzog Johann, dem bedeutenden Förderer der Steiermark. Er wird in traditioneller Tracht dargestellt, was seine tiefe Verbundenheit mit dem Volk unterstreicht. Zu seinen Füßen sitzen vier Frauenfiguren, die allegorisch die vier Hauptflüsse der damaligen Steiermark – Mur, Enns, Drau und Sann – verkörpern. Reliefs am Sockel illustrieren wichtige Stationen sowie Pionierleistungen aus dem Leben des Erzherzogs. Heute ist das kunstvolle Ensemble nicht nur ein zentrales Wahrzeichen der Stadt, sondern auch einer der beliebtesten Treffpunkte für Einheimische und Gäste.

 

Grazer Uhrturm:

 

Der Grazer Uhrturm ist das weltbekannte Wahrzeichen der steirischen Landeshauptstadt und thront weithin sichtbar auf dem Grazer Schlossberg. Seine größte Besonderheit liegt in der ungewöhnlichen Funktion der Zeiger: Die Rollen von Minuten- und Stundenzeiger sind vertauscht. Ursprünglich besaß die Uhr im 16. Jahrhundert nur einen einzigen, großen Zeiger, der den Menschen im Tal auch aus großer Entfernung die Stunden anzeigte. Als man später zusätzlich den kleineren Minutenzeiger ergänzte, ließ man den großen Stundenzeiger aus praktischen Gründen einfach unverändert. Bis heute weist deshalb der lange Zeiger die Stunden und der kurze Zeiger die Minuten aus, was bei Touristen regelmäßig für Verwirrung sorgt.

 

Wie erreicht man den Uhrturm?

 

Den Uhrturm auf dem Schlossberg kann man auf verschiedene Arten erreichen:

 

Zu Fuß über die Felsentreppe:

 

Vom Schlossbergplatz führen 260 Stufen im Zickzack direkt hinauf zum Uhrturm (oft wird fälschlicherweise die Gesamtzahl von 655 Stufen im gesamten Wegenetz genannt).

 

Zu Fuß über die Spazierwege:

 

Über sanfter ansteigende Fußwege und Serpentinen (z. B. den Weldenweg von der Karmeliterplatz-Seite oder die Wege vom Stadtpark aus).

 

Mit der Schlossbergbahn:

 

Eine historische Standseilbahn, die vom Kaiser-Franz-Josef-Kai hinauf auf den Berg fährt.

 

Mit dem Schlossberglift:

 

Ein gläserner Aufzug im Inneren des Berges, der direkt beim Schlossbergplatz startet und oberhalb in unmittelbarer Nähe des Uhrturms ankommt.

 

Wie steil ist die Bergbahn (Schlossbergbahn)?

 

Die Schlossbergbahn (Standseilbahn) hat eine maximale Steigung von 60 % (bzw. rund 61 %). Die Strecke überwindet auf einer Länge von 212 Metern einen Höhenunterschied von etwa 108 bis 110 Metern.

Wann fuhren Formel 1-Autos auf dem Schloßberg?

 

Anmerkung: Das hängt mit der Person von Dr. Helmut Marko zusammen. Er war von 2005 bis Ende 2025 als Motorsportberater für den Red Bull Konzern sowie für das Formel-1-Team Red Bull Racing tätig.

 

Er wurde in Graz geboren und ist dort bis heute zuhause. In Graz besitzt und betreibt er 4 Hotels (Schlossberg-hotel, Augartenhotel, Lendhotel, (Kai 36) .

 

Showrun im Juni 2019:

 

Im Rahmen des Formel-1-Wochenendes am Red Bull Ring (Spielberg) fuhr Max Verstappen im Juni 2019 mit einem Red Bull Racing F1-Boliden bei einem spektakulären Showrun die Wege auf den Grazer Schlossberg hinauf.

 

Weitere F1-Aktionen: Red Bull nutzte den Schlossberg bereits mehrfach für Promo-Aktionen (u. a. hängte das Team 2012 ein F1-Auto an die Trasse der Schlossbergbahn). 2021 gab es im Rahmen des „Showrun Graz“ weitere F1-Demos durch die Grazer Innenstadt.

 

Wie ist das mit der Rutsche nach unten?

 

Die Schlossbergrutsche („The Slide“) ist eine der Hauptattraktionen im Inneren des Berges:

 

Weltrekord: Sie gilt mit 64 Metern Höhe als die höchste Underground-/Indoor-Rutsche der Welt.

 

Länge & Dauer:

 

Die Rutsche ist 175 Meter lang und die Fahrt dauert ca. 40 Sekunden.

 

Geschwindigkeit:

 

Man erreicht eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 25 km/h.

 

Ablauf:

 

Gerutscht wird auf Spezialmatten durch eine geschlossene Röhre (teilweise mit Bullaugen/Lichteffekten) im Stollensystem des Schlossbergs. Der Einstieg befindet sich oben beim Lift/Oberdeck.

 

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Die Weikhard-Uhr:

 

Am Hauptplatz befindet sich ein bekanntes und traditionsreiches Juwelier- und Uhrenfachgeschäft. Weikhard kann man bis ins Jahr 1680 zurückverfolgen. Die Weikhard-Uhr vor dem Geschäft ist ein bekanntes Wahrzeichen in Graz. Wenn man sich in Graz einen Treffpunkt ausmacht , dann ist es bei der Weikhard-Uhr oder beim Erzherzog Johann Brunnen, der sich in der Nähe befindet In Linz wären  es die 2 Löwen am Bahnhof oder die 3 Faltigkeitssäule am Hauptplatz.

 

Tastmodelle für Blinde in Graz:

 

n Graz gibt es an mehreren markanten Punkten im öffentlichen Raum und vor Sehenswürdigkeiten taktile

Modelle bzw. Reliefs:

 

Grazer Uhrturm:

 

An der Nordseite des Uhrturms auf dem Schlossberg.

 

Oper Graz:

 

Im Außenbereich nahe dem Haupteingang der Grazer Oper.

 

Kunsthaus Graz:

 

Im Außenbereich nahe dem Nebeneingang (auf der Murseite).

 

Grazer Landhaus & Zeughaus:

 

Im Eingangsbereich des Innenhofs (Renaissancehof) des Landhauses.

 

Graz Museum Schlossberg:

 

Ein Modell steht direkt vor dem Eingang zum Museum; zudem befindet sich in der Kanonenhalle ein taktiles Relief der Aussicht auf die Stadt.

 

Grazer Murinsel:

 

Ein Tastmodell der Murinsel wurde 2004 aufgestellt.  Dieses Modell wurde in der Vergangenheit gestohlen.

 

© August 2026 by Gerhard Hojas, Linz / Ebelsberg

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