Monatliches Archiv: August 2026

Bericht über einen Tagesausflug nach Graz (Mittwoch, 05.08.2026).

Auch 2026 stand wieder ein Ausflug nach Graz auf dem Programm. So trafen wir uns am Mittwoch, dem 5. August 2026, beim Infopoint im Hauptbahnhof Linz.

 

Martin hatte auch diesmal alles bestens organisiert, sodass das Team des ÖBB-OS (ÖBB-Operative Services – ehemals MUNGOS) pünktlich am Treffpunkt bereitstand. Sie begleiteten uns direkt zum Waggon mit unseren reservierten Plätzen.

 

Diesmal benötigten wir keinen Hebelift, da wir erstmals mit dem InterRegio (IR) unterwegs waren. Diese Züge bieten barrierefreie Niederflur-Ein- und -Ausstiege. Zudem gibt es an Board eine Snack-Zone.

 

Pünktlich rollten wir aus dem Hauptbahnhof Linz und machten uns auf den Weg über die Südstrecke Richtung Graz. Auf dem Abschnitt zwischen Linz und Spital am Pyhrn bummelt der Zug noch gemütlich durch die Landschaft, da er an fast allen Bahnhöfen hält.

 

Die oberösterreichische Landeshauptstadt bildet den nördlichen Ausgangspunkt der Pyhrnbahn, während Spital am Pyhrn der südlichste Haltepunkt in Oberösterreich vor dem Bosrucktunnel zur Steiermark ist.

 

Nachdem wir den alten Bosrucktunnel hinter uns gelassen hatten, passierten wir Selzthal und anschließend Trieben. Ab hier nahm der Zug ordentlich Fahrt auf: Auf den meisten Abschnitten der Schoberpass-Strecke ging es mit 160 km/h Richtung Leoben. Ab Frohnleiten war ich wieder in meiner steirischen Heimat, und kurz darauf erreichten wir pünktlich den Hauptbahnhof Graz.

 

Auch dort erwartete uns bereits der Begleitdienst der ÖBB am Bahnsteig und brachte uns direkt zur Straßenbahnhaltestelle der Holding Graz. Da dieser Haltestellenbereich sehr lang ist, steuerten wir direkt das Aufmerksamkeitsfeld für Menschen mit Behinderung an. Wie wir es von der Holding Graz gewohnt sind, hielt die nächste Straßenbahn genau auf unserer Höhe. Die Tür öffnete sich, und das Fahrpersonal klappte sogleich die Rampe für den Rollstuhl aus. Auch bei unserem Ziel am Südtirolerplatz war das Fahrpersonal sofort zur Stelle und unterstützte uns beim Aussteigen.

 

Vom Südtirolerplatz spazierten wir durch die Mariahilfer Straße Richtung Lendplatz. Unser Ziel war das Tag.Werk in der Mariahilfer Straße 13.

 

Das Projekt Tag.Werk der Caritas Steiermark in Graz ist ein Beschäftigungsprojekt für Jugendliche und junge Erwachsene in schwierigen Lebenslagen.

 

In den Werkstätten fertigen die Jugendlichen unter fachlicher Anleitung kreative Upcycling-Produkte wie Taschen, Notebook-Hüllen und Wohnaccessoires aus wiederverwerteten Materialien an.

 

Die hergestellten Unikate werden im eigenen Tag.Werk-Shop verkauft.

 

Die Produkte des Projekts Tag.Werk werden überwiegend aus gespendeten Altmaterialien und Ausschussware hergestellt. Im Sinne des Upcyclings kommen vor allem folgende Rohstoffe zum Einsatz:

 

LKW-Planen und Werbebanner: Robuste, wetterfeste Kunststoffe dienen als Hauptmaterial für Laptopschutzhüllen, Tragetaschen und Geldbörsen.

 

Alttextilien und Stoffreste: Ausgefallene Vorhänge, Tischtücher, Jeans oder Bekleidungsstoffe werden zu Taschen, Kissenbezügen oder Accessoires verarbeitet.

 

Sicherheitsgurte: Ausrangierte Autogurte finden als stabile Trageriemen für Rucksäcke und Umhängetaschen Verwendung.

 

Leder- und Kunstlederreste: Kleinere Verschnitte werden für Accessoires oder Verzierungen genutzt.

 

Papier und Kartonagen: Werden teilweise für Notizblöcke, Verpackungen oder Deko-Elemente weiterverarbeitet.

 

Dieses Projekt gibt es seit 25 Jahren und ein Besuch im Verkaufsladen lohnt sich immer.

 

Was sind Upcycling-Produkte?

 

Upcycling-Produkte sind Gegenstände, die aus gebrauchten oder scheinbar nutzlosen Materialien hergestellt werden und dadurch eine völlig neue, höherwertige Funktion erhalten. Anders als beim gewöhnlichen Recycling wird das Ausgangsmaterial nicht eingeschmolzen oder zerkleinert, sondern in seiner ursprünglichen Form kativ umgestaltet – etwa wenn aus einer alten Lkw-Plane eine strapazierfähige Tasche wird. Man erkennt diese Produkte oft an ihren besonderen, spürbaren Texturen, da Materialspuren der früheren Nutzung als einzigartiges Designelement erhalten bleiben.

 

Nachdem wir uns im Shop umgesehen und auch Produkte haben zeigen lassen traten wir wieder auf die Mariahilfer Straße. Im Umfeld befindet sich ein moderner  Trinkbrunnen mit frischen, kühlen sprudelnden steirischen Wasser.

 

Hier gibt es ein Hörbeispiel des fließenden Trinkbrunnens: https://www.hojas.co.at/extern/audio/Trinkbrunnen_Graz.MP3

 

Wir gingen durch die kurze Lendgasse Richtung Lendkai und vorbei am Mursteg zu einm bestimmten Highlight von Graz..

 

Der Mursteg beim Lendkai ist eine Fußgänger- und Fahrradbrücke über die Mur, die den Lendkai mit dem linken Murufer verbindet. Er wurde 1992 als schlichte, funktionale Stahlkonstruktion für den Alltagsverkehr errichtet und diente lange Zeit als einfache Querung nahe dem Schlossbergplatz. Im Jahr 2003 wurde er zu Ehren des Grazer Gemeinderats Erich Edegger in Erich-Edegger-Steg umbenannt.

 

Hörbild – beim Überqueren des Murstegs lässt sich das Rauschen der Mur hören:

 

https://www.hojas.co.at/extern/audio/Stromschnellen_Mursteg

 

Unser Ziel war die bekannte Murinsel mit ihrem barrierefreien Zugang auf der rechten Murseite. Über den schönen, schattigen Weg gelangten wir schließlich auf das Bauwerk.

 

Die Murinsel ist vollständig barrierefrei zugänglich und befahrbar. Vom rechten Murufer aus führt eine asphaltierte Rampe mit moderater Steigung (ca. 6–10 %) zur Insel. Vom linken Ufer ergänzt eine Kombination aus Rampe (ebenfalls ca. 6–10 % Steigung) und Aufzug den Zugang. Dadurch können Rollstuhlfahrer, Personen mit Kinderwagen oder Gehschwierigkeiten die Stege und die Plattform problemlos nutzen.

 

Was gibt es über die Murinsel in Graz zu erzählen?

 

Entworfen wurde das schwimmende Bauwerk von dem New Yorker Künstler Vito Acconci anlässlich des Kulturhauptstadtjahres 2003 in Graz. Ursprünglich nur als temporäre Installation geplant, entwickelte sich die Insel schnell zu einem beliebten Treffpunkt und dauerhaften Wahrzeichen der Stadt.

 

Die Murinsel ist keine klassische Insel, sondern eine 47 Meter lange und 16 Meter breite muschelförmige Stahlkonstruktion, die auf der Mur schwimmt. Verankert ist sie flussaufwärts an einem Betonpfahl durch zwei mächtige Stahlseile mit einer Tragkraft von jeweils 135 Tonnen.

 

Im Inneren der geschwungenen Muschel befinden sich ein beliebtes Café sowie ein Bereich für Veranstaltungen und Ausstellungen. Das offene Amphitheater dient als Treffpunkt im Freien. Zudem verbindet die Insel die beiden Flussufer miteinander und fungiert so als Fußgängerbrücke zwischen der historischen Altstadt und dem modernen Bezirk Lend.

 

Wir wurden von sehr freundlichen und hilfsbereiten Angestellten der Insel empfangen und bekamen einen gemütlichen und schattigen Platz auf der Murinsel und genossen unsere ersten Getränke am heutigen Tag in Graz. Dieses einzigartiges Gebilde auf der Mur hat seinen eigenen Charme und Gemütlichkeit.

 

Nach einiger Zeit mussten wir dieses gemütliche Ambiente leider verlassen und da der Lift auf der Schloßbergseite außer Betrieb war gingen und fuhren wir auf der Rampe wieder zum Lendkai und machten uns dort auf dem Weg zur Erzherzog-Johann-Brücke. (umgangssprachlich wird diese Brücke von vielen Grazerinnen und Grazern weiterhin einfach Hauptbrücke genannt).

 

Ich bin diesen Weg vor sehr langer Zeit oft gegangen und kann mich deshalb noch immer sehr genau an die Geländer entlang dess Murufers erinnern. Schließlich hält Beton fast ewig. Da wurden früher immer die Fahrräder angekettet. An eine Begebenheit kann ich mich noch sehr gut erinnern:

 

Da hat auch Jemand sein Fahrrad mit dem Vorderrad am Betongeländer fest gemacht. Das Vorderrad war noch fest angekettet. Alles andere war verschwunden.

 

Wir bewegten uns weiter Richtung Erzherzog-Johann-Brücke. Dort angekommen ging es nach links Richtung Hauptplatz.

 

Beim Überqueren der Erzherzog-Johann-Brücke  fallen uns am Brückengeländer die vielen Vorhängeschlösser auf. Sie sind auf beiden Seiten der Brücke und über die gesamte Länge am Geländer befestigt. Diese Schlösser haben die unterschiedlichsten Größen, Formen und Farben.

 

Die Vorhangschlösser an der Erzherzog-Johann-Brücke  in Graz sind sogenannte Liebesschlösser. Dieser Brauch stammt ursprünglich aus Italien und verbreitete sich weltweit. Verliebte Paare befestigen ein Vorhängeschloss an einem Brückengeländer und werfen den Schlüssel ins Wasser, um ihre ewige Verbundenheit zu symbolisieren

 

In Graz ist die Erzherzog-Johann-Brücke  dicht mit diesen Schlössern behängt, was sie zu einem beliebten Ort für Paare macht, um ihre Liebe zu bekunden. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass das Gewicht der Schlösser die Brücken belasten kann, und daher regelmäßig einige entfernt werden.

 

Verliebte Pärchen, die nach Graz kommen, sollten sich vorher im Baumarkt entsprechende Vorhangschlösser besorgen.

 

Neben den vielen Vorhangschlössern kann man auch die Murinsel von der Brücke aus sehen. Besonders Nachts ist der Blick auf Die Murinsel ein Blickfang. Schließlich wird sie farbenfroh beleuchtet und bietet ein faszinierendes Schauspiel, was sie zu einem beliebten Fotospot macht.

 

Wenn man über die Erzherzog-Johann-Brücke schlendert bekommt man den stetigen Betrieb der Straßenbahnen mit. Schließlich  Führen Über diese Brücke 4 reguläre Hauptlinien der Grazer Straßenbahn.

 

Nach der Brücke ging es durch die schmale Murgasse und schon waren wir am Hauptplatz. In dieser schmalen Gasse hat man sehr engen Kontakt mit den Straßenbahnen und deshalb ist es immer ein besonderes Feeling hier durchzugehen.

 

Den Hauptplatz ließen wir jetzt einmal rechts liegen Und wir steuerten die Sporgasse an. Die Sporgasse in Graz ist eine historische Straße, die älter ist als die Stadt selbst. Sie führt vom Hauptplatz hinauf zum Schlossberg und ist heute eine beliebte Fußgängerzone. Sie ist auch bekannt für ihre steilen Anstiege und historischen Gebäude.

 

Die Straße hat ihren Namen von den Sporenmachern und Waffenschmieden, die hier im Mittelalter ansässig waren. Heute würde man sie vielleicht Strudelgasse nennen.  Vor längerer Zeit gab es in der Sporgasse ein Lokal, dass nur Strudel auf jede erdenkliche Art auf der Speisekarte hatte. Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise, alles Strudel.

 

Nach einigen Minuten Anstieg bogen wir rechts in die Hofgasse.

 

Diese Gasse verband einst die Residenz der Habsburger mit dem Stadtzentrum und beherbergt bedeutende historische Bauwerke:

 

: Gleich zu Beginn der Gasse sticht uns auf der rechten Seite das reich geschnitzte Holzportal der ehemaligen k.u.k. Hofbäckerei ins Auge, die bereits seit Jahrhunderten hier ihr Handwerk betreibt.

 

Etwas weiter öffnet sich die Gasse kurz zum Freiheitsplatz, an dem das Schauspielhaus Graz liegt. Direkt dahinter ragt der mächtige Grazer Dom samt dem kaiserlichen Mausoleum auf.

 

Am Ende der Hofgasse liegt der Eingang zur Grazer Burg, dem heutigen Sitz der steirischen Landesregierung. Ein Blick in den Innenhof lohnt sich besonders, um die berühmte spätgotische Doppelwendeltreppe (auch „Versöhnungsstiege“ genannt) zu besichtigen, deren zwei Steinwenden sich auf jedem Stockwerk zusammenfügen und wieder trennen.

 

Am östlichen Ende der Hofgasse passierten wir das  historische , das letzte erhaltene Stadttor des inneren Befestigungsrings.

 

Nachdem wir dieses Tor durchschritten hatten, veränderte sich die Kulisse und wir traten direkt in den weitläufigen Park ein. Die schattigen Alleen, alten Baumbestände, Wiesenflächen und der große Stadtparkbrunnen bieten den perfekten Ort, um den Spaziergang entspannt ausklingen zu lassen.

 

Auch diesen friedlichen und ruhigen Platz mussten wir wieder verlassen und wir machten uns auf den Rückweg. Auch hier gab es das unebene Straßenpflaster

Und es beutelte Martin in seinem elektrischen Rollstuhl ordentlich durch und wir befürchteten schon, dass er jetzt sicher ganz verschwommen sehen wird.

 

Wir kamen aber alle wieder wohlbehalten am Hauptplatz an und drehten eine Runde um den Platz und besuchten das Rathaus. Die imposante, neobarocke Fassade des Rathauses bildet den südlichen Abschluss des Hauptplatzes. Im Rathaus nahmen wir das Tastmodell des Rathauses in Augenschein und natürlich wurde es auch ertastet.

 

Das Tastmodell des Grazer Rathauses ist Teil der sogenannten „Graz-Miniaturen“, die von blinden, sehbehinderten und sehenden Menschen gleichermaßen genutzt werden, um Bauwerke taktil zu erfassen.

 

Das Modell steht im Innenbereich des Rathauses überdacht im Eingangsbereich (Glockenspiel- bzw. Hauptplatz-Durchgang), direkt gegenüber der Portiersloge und ist an einem taktilen Bodenleitsystem angebunden.

 

Das Modell besteht aus Bronze (Legierung aus Kupfer und Zinn. Eine Legierung aus Kupfer und Zink heißt Messing). Es handelt sich um ein maßstabsgetreues Miniaturmodell (Länge/Breite betragen meist etwa 50 bis 80 cm, damit die Proportionen und Details mit beiden Händen gut erfasst werden können).

 

Nachdem wir das Rathaus verlassen hatten, traf uns das hektische Treiben am Hauptplatz wieder. Hier wird das geschäftige Treiben von vorbeifahrenden Straßenbahnen und  Passanten geprägt. Prägend für das Bild sind die charakteristischen, fest installierten Imbiss- und Verkaufshäuschen, die Einheimischen wie Touristen gleichermaßen als beliebter Treffpunkt dienen.

 

Auf der Suche nach unserem Stammwürstlstand kamen wir direkt beim Erzherzog-Johann-Brunnen vorbei, der mitten am Grazer Hauptplatz steht. Wir besuchen immer den gleichen Würstelstand da dort das Leben spielt. Zwischen den Obst-, Gemüse- und Blumenständen findet man die Nummer 12. So war bei unserem letzten Besuch im Jänner 2025 gerade ein Fernsehteam von ATV anwesend und drehte eine Dokumentation über beliebte Würstelstände.

 

Beim Würstelstand 12 mit dem Namen „Weil’s wurscht is“ gibt es eine große Auswahl – vom klassischen Imbiss bis zum steirischen Hotdog. Sogar die Grazer Bürgermeisterin holt sich hier gerne ihre Jause. Nebenbei erfahren wir etwas über die VinziWerke und das VinziDorf, die Obdachlosen ein Zuhause bieten.

 

Zudem stellt sich heraus, dass Robert, der uns bedient, aus meiner steirischen Nachbargemeinde stammt. Ich muss ihm erst einmal erklären, dass ich kein Graf bin und er mich mit dem bekannten Islandpferdehof Hoyos in Semriach verwechselt – außerdem wird mein Name ganz anders geschrieben. Aber das kenne ich schon aus meiner Hauptschulzeit. Immer wenn ich beim Wirt im Ort ein Tüteneis holte kam die Meldung: „Oh, der Herr Graf will ein Eis um zwei Schilling“. Der Wirt wollte mich nur auf die Schaufel nehmen.

 

Während unserer Unterhaltung machte sich Martins Begleitung auf die Suche nach einer vegetarischen Mahlzeit und wurde beim Würstelstand 5 fündig. Dieser trägt den treffenden Namen „Wurscht is mei Business“. Im Vergleich dazu klingt der Würstelstand 3 namens „Heiße Würstel Messner“ schon fast bescheiden.

 

Nachdem wir uns gestärkt hatten und Martin wieder einen „klaren Blick“ hatte, machten wir uns über die Murgasse und die Erzherzog-Johann-Brücke auf den Rückweg zum Südtirolerplatz.

 

Wirft man einen Blick zurück, sieht man die prachtvolle Franziskanerkirche. Auf der anderen Seite der Mur und somit am Südtirolerplatz angekommen, war es Zeit für einen gemütlichen Abschiedskaffee. Ein taktiles Leitsystem für Blinde und Sehbehinderte führte uns hier direkt zum Eingang des Kunsthauscafés.

 

Das Kunsthauscafé ist seit März 2015 ein beliebter Treffpunkt im Herzen des Lendviertels. Es gehört zum Kunsthaus Graz – auch bekannt als „Friendly Alien“ –, das im Kulturhauptstadtjahr 2003 eröffnet wurde.

 

Nach dieser entspannten Kaffeepause war es Zeit für den Aufbruch Richtung Bahnhof. Die Straßenbahnhaltestelle liegt direkt vor dem Café; so stellten wir uns wieder auf das Aufmerksamkeitsfeld und warteten auf die nächste Straßenbahn. Auch diesmal war das Fahrpersonal der Holding Graz sehr freundlich und hilfsbereit. Ebenso beim Aussteigen bei der Haltestelle am Bahnhof.

 

Im Bahnhof warteten wir beim neuem Infopoint Auf das ÖBB OS damit sie uns wieder sicher in dem Zug nach Linz setzen können. Auch das klappte Problemlos und

Um 16:45 Uhr rollten wir schließlich in Richtung Oberösterreich davon. Diesmal verlief die Rückfahrt nach Linz vollkommen ruhig, entspannt und kurzweilig. Bei der letzten Fahrt sah das noch ganz anders aus: Damals wurde ein Fahrgast direkt beim ersten Halt in Leoben vom Zugbegleiter aus dem Zug geworfen. Der Passagier hatte sich nicht an das Rauchverbot gehalten, woraufhin der Zugbegleiter ihn kurzentschlossen mit den Worten verabschiedete: „In meinem Zug wird nicht geraucht!“ Der so vor die Tür Gesetzte dürfte wohl etwas länger nach Linz gebraucht haben.

 

In Linz angekommen stand die ÖBB-Ausstiegshilfe bereits am Bahnsteig bereit, als wir mit leichter Verspätung einfuhren. Dank des tadellosen Service hatten wir wenig später wieder festen Linzer Boden unter den Füßen – und Rädern.

 

Kurz nach 20:00 Uhr an diesem Mittwochabend neigte sich ein spannender, erlebnisreicher Tag dem Ende zu, als wir mit der Straßenbahn in den Linzer Süden unterwegs waren, die vielen neuen Eindrücke im Gepäck.

 

Gedanklich wird allerdings schon die nächste Reise nach Graz geplant – schließlich gibt es in dieser Stadt noch so einiges zu entdecken.

 

Einige Infos über Graz zum Abschluss::

 

Erzherzog Johann:

 

Erzherzog Johann von Österreich (1782–1859) war ein bedeutender Habsburger, der als moderner Reformer und Förderer der Steiermark in die Geschichte einging. Nach seiner militärischen Laufbahn in den Napoleonskriegen wandte er sich vom Wiener Hof ab und widmete sein Leben der wirtschaftlichen wie kulturellen Entwicklung des Landes. Er gründete prägende Institutionen wie das Landesmuseum Joanneum, die Montanuniversität Leoben und die Steiermärkische Sparkasse. Bekannt für seine Volksnahheit und die Liebe zur Natur, setzte er sich stark für Landwirtschaft, Bergbau und Eisenbahninfrastruktur wie die Südbahn ein. Seine bürgerliche Hochzeit mit der Ausseer Postmeisterstochter Anna Plochl galt für die damalige Zeit im Kaiserhaus als skandalös, untermauerte aber seine tiefe Verbundenheit mit der Bevölkerung. Im Reichenbach-Jahr 1848 wurde er kurzzeitig als Reichsverweser an die Spitze einer angestrebten deutschen Nationalregierung gewählt, ehe er als geliebter „steirischer Prinz“ seine letzten Jahre in Graz verbrachte.

 

Es gibt auch den bekannten Erzherzog Johann Jodler

 

Erzherzog Johann Brunnen am Hauptplatz:

 

Der Erzherzog-Johann-Brunnen bildet als imposantes Monument das historische und geografische Zentrum des Grazer Hauptplatzes. Im Mittelpunkt der 1878 enthüllten Anlage steht eine überlebensgroße Bronzestatue von Erzherzog Johann, dem bedeutenden Förderer der Steiermark. Er wird in traditioneller Tracht dargestellt, was seine tiefe Verbundenheit mit dem Volk unterstreicht. Zu seinen Füßen sitzen vier Frauenfiguren, die allegorisch die vier Hauptflüsse der damaligen Steiermark – Mur, Enns, Drau und Sann – verkörpern. Reliefs am Sockel illustrieren wichtige Stationen sowie Pionierleistungen aus dem Leben des Erzherzogs. Heute ist das kunstvolle Ensemble nicht nur ein zentrales Wahrzeichen der Stadt, sondern auch einer der beliebtesten Treffpunkte für Einheimische und Gäste.

 

Grazer Uhrturm:

 

Der Grazer Uhrturm ist das weltbekannte Wahrzeichen der steirischen Landeshauptstadt und thront weithin sichtbar auf dem Grazer Schlossberg. Seine größte Besonderheit liegt in der ungewöhnlichen Funktion der Zeiger: Die Rollen von Minuten- und Stundenzeiger sind vertauscht. Ursprünglich besaß die Uhr im 16. Jahrhundert nur einen einzigen, großen Zeiger, der den Menschen im Tal auch aus großer Entfernung die Stunden anzeigte. Als man später zusätzlich den kleineren Minutenzeiger ergänzte, ließ man den großen Stundenzeiger aus praktischen Gründen einfach unverändert. Bis heute weist deshalb der lange Zeiger die Stunden und der kurze Zeiger die Minuten aus, was bei Touristen regelmäßig für Verwirrung sorgt.

 

Wie erreicht man den Uhrturm?

 

Den Uhrturm auf dem Schlossberg kann man auf verschiedene Arten erreichen:

 

Zu Fuß über die Felsentreppe:

 

Vom Schlossbergplatz führen 260 Stufen im Zickzack direkt hinauf zum Uhrturm (oft wird fälschlicherweise die Gesamtzahl von 655 Stufen im gesamten Wegenetz genannt).

 

Zu Fuß über die Spazierwege:

 

Über sanfter ansteigende Fußwege und Serpentinen (z. B. den Weldenweg von der Karmeliterplatz-Seite oder die Wege vom Stadtpark aus).

 

Mit der Schlossbergbahn:

 

Eine historische Standseilbahn, die vom Kaiser-Franz-Josef-Kai hinauf auf den Berg fährt.

 

Mit dem Schlossberglift:

 

Ein gläserner Aufzug im Inneren des Berges, der direkt beim Schlossbergplatz startet und oberhalb in unmittelbarer Nähe des Uhrturms ankommt.

 

Wie steil ist die Bergbahn (Schlossbergbahn)?

 

Die Schlossbergbahn (Standseilbahn) hat eine maximale Steigung von 60 % (bzw. rund 61 %). Die Strecke überwindet auf einer Länge von 212 Metern einen Höhenunterschied von etwa 108 bis 110 Metern.

Wann fuhren Formel 1-Autos auf dem Schloßberg?

 

Anmerkung: Das hängt mit der Person von Dr. Helmut Marko zusammen. Er war von 2005 bis Ende 2025 als Motorsportberater für den Red Bull Konzern sowie für das Formel-1-Team Red Bull Racing tätig.

 

Er wurde in Graz geboren und ist dort bis heute zuhause. In Graz besitzt und betreibt er 4 Hotels (Schlossberg-hotel, Augartenhotel, Lendhotel, (Kai 36) .

 

Showrun im Juni 2019:

 

Im Rahmen des Formel-1-Wochenendes am Red Bull Ring (Spielberg) fuhr Max Verstappen im Juni 2019 mit einem Red Bull Racing F1-Boliden bei einem spektakulären Showrun die Wege auf den Grazer Schlossberg hinauf.

 

Weitere F1-Aktionen: Red Bull nutzte den Schlossberg bereits mehrfach für Promo-Aktionen (u. a. hängte das Team 2012 ein F1-Auto an die Trasse der Schlossbergbahn). 2021 gab es im Rahmen des „Showrun Graz“ weitere F1-Demos durch die Grazer Innenstadt.

 

Wie ist das mit der Rutsche nach unten?

 

Die Schlossbergrutsche („The Slide“) ist eine der Hauptattraktionen im Inneren des Berges:

 

Weltrekord: Sie gilt mit 64 Metern Höhe als die höchste Underground-/Indoor-Rutsche der Welt.

 

Länge & Dauer:

 

Die Rutsche ist 175 Meter lang und die Fahrt dauert ca. 40 Sekunden.

 

Geschwindigkeit:

 

Man erreicht eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 25 km/h.

 

Ablauf:

 

Gerutscht wird auf Spezialmatten durch eine geschlossene Röhre (teilweise mit Bullaugen/Lichteffekten) im Stollensystem des Schlossbergs. Der Einstieg befindet sich oben beim Lift/Oberdeck.

 

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Die Weikhard-Uhr:

 

Am Hauptplatz befindet sich ein bekanntes und traditionsreiches Juwelier- und Uhrenfachgeschäft. Weikhard kann man bis ins Jahr 1680 zurückverfolgen. Die Weikhard-Uhr vor dem Geschäft ist ein bekanntes Wahrzeichen in Graz. Wenn man sich in Graz einen Treffpunkt ausmacht , dann ist es bei der Weikhard-Uhr oder beim Erzherzog Johann Brunnen, der sich in der Nähe befindet In Linz wären  es die 2 Löwen am Bahnhof oder die 3 Faltigkeitssäule am Hauptplatz.

 

Tastmodelle für Blinde in Graz:

 

n Graz gibt es an mehreren markanten Punkten im öffentlichen Raum und vor Sehenswürdigkeiten taktile

Modelle bzw. Reliefs:

 

Grazer Uhrturm:

 

An der Nordseite des Uhrturms auf dem Schlossberg.

 

Oper Graz:

 

Im Außenbereich nahe dem Haupteingang der Grazer Oper.

 

Kunsthaus Graz:

 

Im Außenbereich nahe dem Nebeneingang (auf der Murseite).

 

Grazer Landhaus & Zeughaus:

 

Im Eingangsbereich des Innenhofs (Renaissancehof) des Landhauses.

 

Graz Museum Schlossberg:

 

Ein Modell steht direkt vor dem Eingang zum Museum; zudem befindet sich in der Kanonenhalle ein taktiles Relief der Aussicht auf die Stadt.

 

Grazer Murinsel:

 

Ein Tastmodell der Murinsel wurde 2004 aufgestellt.  Dieses Modell wurde in der Vergangenheit gestohlen.

 

© August 2026 by Gerhard Hojas, Linz / Ebelsberg

Tipps zum Abkühlen Deines Körpers und der Wohnung.

Hier sind einige effektive Tipps, wie du deinen Körper zuhause sicher und angenehm abkühlst:

 

Das „Kühl-Tuch“ richtig anwenden:

 

Feucht statt gefroren: Lege ein Handtuch nicht komplett nass in die Kühltruhe, sonst wird es steinhart. Mache es leicht feucht, lege es für 10–15 Minuten ins Gefrierfach (oder in den Kühlschrank) und lege es dir dann auf den Nacken, die Handgelenke oder die Waden.

 

Verdunstungskälte nutzen:

 

Ein einfach feuchtes (nicht eiskaltes) Tuch auf der Haut in Kombination mit einem leichten Luftzug (z. B. vom Ventilator) kühlt durch die Verdunstung extrem effektiv down.

 

Puls- und Kühlpunkte gezielt nutzen:

 

Kühle deinen Körper an den Stellen ab, an denen die Adern dicht unter der Haut verlaufen:

 

Handgelenke: Halte deine Unterarme für 30–60 Sekunden unter kaltes fließendes Leitungswasser. Das kühlt das Blut ab, das durch den ganzen Körper fließt.

 

Nacken & Schläfen: Ein kühles Kühlpack (immer in ein dünnes Tuch gewickelt!) im Nacken oder auf den Schläfen wirkt Wunder.

 

Die gute alte Wärmeflasche:

 

Man kann auch eine Wärmeflasche mit kalten Wasser füllen und Eiswürfel dazugeben und damit den Körper kühlen.

 

Melissengeist:

 

Auch der Melissengeist hilft zur Abkühlung. Man reibt den Melissengeist auf die Schläfen oder Unterarme und durch die Verdunstung des Alkohols entsteht eine sehr angenehme Kühlung. Der Melissengeist hat einen sehr hohen Alkoholgehalt der rasch auf der Haut verdunstet..

 

Lauwarmes Fußbad:

 

 

Ein Gefäß mit kühlem bis lauwarmem Wasser für die Füße ist oft wirkungsvoller als eine eiskalte Dusche. Die Füße geben extrem viel Wärme ab. Wenn das Wasser zu kalt ist, schließen sich die Poren – lauwarmes Wasser sorgt dagegen für eine anhaltende Abkühlung.

 

Sprühflasche + Ventilator:

 

Fülle eine Sprühflasche mit kaltem Wasser und besprühe Gesicht, Arme und Beine mit einem feinen Sprühnebel. Wenn du dich dann vor einen Ventilator setzt, entsteht sofort eine spürbare Frische auf der Haut.

 

Anmerkung Gerhard Hojas: Vor einigen Jahren konnte man in Apotheken solche Sprühdosen kaufen. Sie waren mit Wasser gefüllt und kosteten etwa 10 Euro. Ein sehr gutes Geschäft.

 

Richtig trinken (nicht eiskalt!):

 

Auch wenn Eistee oder Eiswasser verlockend sind: Trinke lieber lauwarmen Tee (z. B. Pfefferminztee) oder Wasser auf Zimmertemperatur. Eiskalte Getränke muss der Magen erst unter Energieaufwand auf Körpertemperatur erwärmen – dadurch kommst du nur noch mehr ins Schwitzen.

 

Aufpassen bei Kühlakkus:

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Kühlakkus oder gefrorene Handtücher direkt auf die Haut zu legen ist mit Vorsicht zu genießen: Wenn etwas zu kalt ist, verengen sich die Blutgefäße blitzartig, der Körper schüttet Wärme aus, um dagegen anzufeuern, und dir wird danach noch heißer. Zudem drohen Kälteverbrennungen.

 

Anmerkung: Man sollte ein Tuch dazwischen legen. Dann wirkt diese Kühlung auch sehr gut.

 

Wohnung ohne Klimaanlage:

 

Um die Wohnung ohne Klimaanlage kühl zu halten, geht es vor allem um zwei Dinge: Hitze gar nicht erst reinlassen und vorhandene Wärme gezielt rausbefördern.

 

Hier sind effektive Tricks für eine kühle Wohnung:

 

  1. Richtig lüften: Das Timing entscheidet Aber das ist sicher schon bekannt:

 

Nur lüften, wenn es draußen kälter ist als drinnen: Das ist meistens spät abends, nachts und früh morgens. Sobald die Außentemperatur die Innentemperatur übersteigt, bleiben alle Fenster komplett geschlossen.

 

Durchzug schaffen:

 

Öffne gegenüberliegende Fenster gleichzeitig, um einen schnellen Luftaustausch zu erzwingen.

 

Ventilator am Fenster: Stelle nachts einen Ventilator kurz vor das offene Fenster, der nach außen zeigt. So bläst er die warme Raumluft aktiv nach draußen und zieht die kühle Nachtluft durch andere Fenster nach drinnen.

 

Der wichtigste Schutz: Aussperren der Sonne:

 

Außenbeschattung ist King: Rollos, Jalousien oder Läden an der Außenseite der Fenster blockieren bis zu 75 % der Hitze. Sind die Sonnenstrahlen erst einmal durch das Glas gedrungen, ist die Wärme im Raum gefangen.

 

Innen-Lösung (wenn außen nichts geht):

 

Schließe helle Vorhänge oder Plissees. Dunkle Stoffe heizen sich selbst auf und wirken wie kleine Heizkörper.

 

Lege Vorhänge so, dass die Fensterbänke keiner direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt sind. Somit bleiben auch diese Wärmespeicher kühl.

 

Rettungsdecken:

 

Wenn du Dachfenster oder direkte Süd-Fenster hast, klebe eine günstige Rettungsdecke (aus dem Erste-Hilfe-Kasten) mit der silbernen Seite nach außen von außen ans Fenster. Das reflektiert die Sonnenstrahlen extrem effektiv.

 

Anmerkung: : Ich habe mir eine solche Folie bei der Apotheke im HBF Linz besorgt. Sie kostete 2,30 Euro. Man hät die Folie zum Ausmessen an die Scheibe und steckt die Grüße mit Büroklammern ab. Dann faltet man die Folie bei den Büroklammern und schneidet sie mit dem Messer zurecht. Ruhig 1 bis 2 cm mehr berechnen. Anschließend befeuchtet man die Scheibe auf der Außenseite und klebt die Folie mit der silbernen Seite nach außen somit an.  Kann man mit der gleichen Folie öfter wiederholen.

 

Wärmequellen im Haushalt ausschalten:

 

Elektrische Geräte geben dauerhaft Wärme ab – oft mehr, als man denkt:

 

Standby meiden: Schalte Fernseher, PCs, Spielekonsolen und Musikanlagen komplett aus (Steckerleiste mit Schalter nutzen).

 

Küche kalt lassen: Vermeide an heißen Tagen den Backofen und den Herd. Mikrowelle oder kalte Gerichte sparen enorm viel Raumhitze.

 

Wäsche drinnen trocknen?

 

Besser nicht: Nassee Wäsche in der Wohnung erhöht die Luftfeuchtigkeit. Schwüle Luft fühlt sich deutlich heißer und drückender an als trockene Luft.

 

Teppiche rollen & Oberflächen nutzen:

 

Teppiche weg: Wenn du Parkett, Laminat oder Fliesen hast, rolle Teppiche für den Sommer ein. Blanke Böden nehmen nachts Kälte auf und geben sie tagsüber ab.

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Keine feuchten Tücher im Raum aufhängen: Der Mythos, feuchte Laken im Raum aufzuhängen, funktioniert nur bei sehr trockener Luft. Oft steigert es nur die Luftfeuchtigkeit und macht die Hitze unerträglicher.

 

© August 2026 by Gerhard Hojas, Linz / Ebelsberg

Antwort der Stadt Linz nach einer Anfrage bezüglich des Informationsfreiheitsgesetzes wegen eigenartiger akustischer Ampelschaltungen für Blinde und Sehbehinderte in Linz.

Aufgrund sonderbarer und nicht nachvollziehbarer akustischer Ampelschaltungen für Blinde und Sehbehinderte habe ich eine Anfrage gemäß Informationsfreiheitsgesetzes an die Stadt Linz geschickt. Die Anfrage und die Antworten findet ihr nachfolgend.

 

Anmerkung: Im Text kann man mit den Navigationstasten von Screenreadern navigieren.

 

Auskunft gemäß Informationsfreiheitsgesetz: Steuerung und Signalphasen akustisch-taktiler Signalanlagen (ATAS) für blinde und sehbehinderte Menschen im Stadtgebiet Linz

 

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Verantwortliche!

 

unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz – IFG) richte ich ein höfliches Auskunftsbegehren an die zuständigen Stellen der Stadt Linz. Dieses betrifft die spezifische technische Umsetzung und softwareseitige Steuerung von akustisch-taktilen Signalanlagen (ATAS) an mehreren Kreuzungen im Linzer Stadtgebiet.

 

Sachverhalt und Problemstellung:

 

Im Zuge der Nutzung des Handfunksenders zur Aktivierung der akustischen und taktilen Signalanlagen an Fußgängerampeln lässt sich an ausgewählten Kreuzungen eine systemtechnische Besonderheit beobachten. Nach der Aktivierung der Anlage erhalten blinde und sehbehinderte Verkehrsteilnehmer abweichende Signalphasen im Vergleich zu sehenden Fußgängern.

 

Während für die visuelle Signalisierung regulär die Grünphase freigegeben wird – sodass sehende Personen die Fahrbahn unmittelbar queren können –, verbleibt das akustisch-taktile Signal für blinde und sehbehinderte Menschen in der Sperrphase (Rot). Dies führt dazu, dass die betroffene Personengruppe gezwungen ist, einen weiteren Signalumlauf abzuwarten, um ein akustisches Freigabesignal zu erhalten.

Diese zeitlich versetzte bzw. verzögerte Freigabe betrifft nachweislich unter anderem folgende Kreuzungsbereiche im Stadtgebiet Linz:

 

  • Kreuzung Garnisonstraße – Prinz-Eugen-Straße
  • Kreuzung Bahnhofstraße – Wiener Straße (Bereich Musiktheater)
  • Kreuzung Mozartstraße – Eisenhandstraße
  • Kreuzung Gruberstraße – Weißenwolfstraße (Bereich ÖGK / SMS)

 

Die beschriebenen Abweichungen in den Ampelschaltungen wurden dokumentiert und stehen zur Veranschaulichung des Sachverhalts unter der folgenden Webadresse zur Verfügung:

 

Anmerkung: Aus Datenschutzgründen sind diese Videos hier nicht abrufbar!

 

Aus Sicht der Betroffenen ist diese programmierte Verzögerung weder verkehrstechnisch nachvollziehbar noch barrierefrei. Sie führt im Alltag zu erheblichen Einschränkungen und Irritationen:

 

  1. Soziale Stigmatisierung und Benachteiligung: Blinde und sehbehinderte Menschen sind gezwungen, grundlos länger am Fahrbahnrand zu verbleiben, während der übrige Fußgängerverkehr (einschließlich Personen mit Mobilitätshilfen wie Rollatoren oder Rollstühlen) die Kreuzung bereits quert. Dies erzeugt fälschlicherweise den Eindruck von Hilflosigkeit und führt zu wiederholten, gut gemeinten, aber unnotwendigen Interventionsversuchen durch Passanten.
  2. Irritation des Individualverkehrs: Rechtsabbiegende Fahrzeugführer (Pkw, Busse sowie Lkw), welche die visuelle Grünphase der Fußgänger wahrnehmen, halten korrekterweise an, um Fußgängern Vorrang zu gewähren. Das Stehenbleiben der blinden Person trotz freier Gegenfahrbahn führt zu Unklarheiten und potenziellen Gefahrensituationen im Kreuzungsbereich.
  3. Fehlannahmen zur Mobilität: Die separate Schaltung impliziert fälschlicherweise eine generell verminderte Gehgeschwindigkeit blinder und sehbehinderter Menschen, was einer sachlichen Grundlage entbehrt und als diskriminierend (Ableismus) wahrgenommen wird.

 

Vor diesem Hintergrund und zur Klärung der verkehrsplanerischen sowie rechtlichen Grundlagen dieser Schaltungslogik bitte ich im Rahmen des gesetzlichen Auskunftsanspruchs um die Beantwortung der folgenden Fragen:

Gemäß den Bestimmungen des Informationsfreiheitsgesetzes sehe ich einer zeitnahen Erteilung der Auskunft entgegen.

 

Entsprechend § 6 Abs. 1 des Allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetzes (AVG) ist jede Behörde verpflichtet bei ihr eingehende Informationen an die zuständige Behörde (dem zuständigen Magistrat / Bezirkshauptmannschaft) zur Bearbeitung weiterzuleiten.

 

Für Ihre Unterstützung und die Bereitstellung der Informationen danke ich Ihnen im Voraus und stehe für Rückfragen gerne zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Anmerkung: Ab hier findet Ihr die Fragen zu meiner Anfrage und anschließend die jeweilige Antwort der Stadt Linz.

 

Gerhard Hojas

Steuerung und Signalphasen akustisch-taktiler Signalanlagen

für blinde und sehbehinderte Menschen

Informationsbegehren

 

Sehr geehrter Herr Hojas!

 

Wir haben den Antrag auf Zugang zu Information zur Steuerung von akustisch-taktilen

Signalanlagen an mehreren Kreuzungen im Stadtgebiet am 22. Juni 2026 erhalten.

 

Wir kommen Ihrem Antrag innerhalb der gesetzlichen Frist von vier Wochen nach (§ 8 Abs. 1 IFG)

 

Die Fragen beziehen sich in erster Linie auf die Ampelschaltungen an folgenden Kreuzungen:

 

Prinz-Eugen-Straße – Garnisonstraße, Wiener Straße – Blumauerstraße (Musiktheater),

Mozartstraße – Eisenhandstraße und Gruberstraße – Weissenwolffstraße.

 

1. Welche verkehrstechnischen, sicherheitsrelevanten oder softwareseitigen Gründe und Kriterien führen dazu, dass an den genannten Kreuzungen die akustisch-taktile Grünphase nicht

synchron mit der visuellen Grünphase für Fußgänger freigegeben wird?

 

Antwort: Gemäß ÖNORM V 2101 ist das Freigabesignal für akustisch-taktile Grünphasen so zu schalten, dass Fußgänger die gesamte Fahrbahnbreite mit einer Gehgeschwindigkeit von 1,0 m/s überqueren können. Gemäß RVS 05.04.32 sollte die Mindestfreigabezeit so bemessen sein, dass

während der Freigabezeit das Überschreiten der ganzen Fahrbahn möglich ist.

 

Zur Berücksichtigung dieser Vorgaben und da es sich in Linz bewährt hat, aus Sicherheitsgründen parallel geführte Schutzwege mit gleichen Akustiken zu versehen, werden, falls notwendig, eigene Sonderprogramme geschaltet. In den Sonderprogrammen wird die akustisch-taktile Grünphase synchron mit der visuellen Grünphase freigegeben. Der Umstieg in die Sonderprogramme ist vom jeweiligen Programmablauf abhängig.

 

2. Liegen dieser asynchronen Schaltung spezifische Richtlinien, Verordnungen oder Richtlinien für den Straßenverkehr (RVS) zugrunde, die eine solche Verzögerung vorschreiben oder

begründen?

 

Antwort: s. Pkt. 1.

 

Anmerkung Gerhard Hojas: RVS steht für Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen

 

 

3. Wurden die Interessenvertretungen der blinden und sehbehinderten Menschen (z. B. der Blinden- und Sehbehindertenverband OÖ, die Hilfsgemeinschaft oder freiraum-europa) in die Planung und Programmierung dieser spezifischen Ampelsteuerungen eingebunden? Wenn ja, wie gestaltete sich diese Abstimmung?

 

Antwort: In die direkten Ampelsteuerungen werden keine Interessensvertretungen eingebunden. Neuplanungen oder Umplanungen von Blindenakustiken werden in der Regel mit dem BSVOÖ abgestimmt.

 

4. Wenn der BSVOÖ diesen besonderen Ampelschaltungen zugestimmt hat, mit welchen Begründungen? Wer war für dem BSVOÖ die zuständige und verantwortliche Person bei diesen Projekten?

 

Antwort: Ist nicht zu beantworten, da keine Zustimmung seitens der BSVOÖ erfolgte.

 

5. Wurden bei der Planung und Umsetzung dieser Ampelschaltungen auch Mobilitätstrainer für Blinde und Sehbehinderte eingebunden? Wenn nein, warum wurden diese Experten, von denen es in Linz durch das RISS einige gibt nicht eingebunden? Schließlich sind das die Experten, die Täglich mit ihren blinden und sehbehinderten Klienten zu Fuß in Linz Unterwegs sind.

 

Antwort: Es wurden keine Mobilitätstrainer eingebunden, da dies nicht üblich ist. Spezifische Anforderungen

können über den Bürgerservice eingemeldet werden.

 

6. Gibt es seitens der Stadt Linz beziehungsweise der zuständigen Verkehrsbehörde Pläne, diese Schaltungen zu überprüfen und eine synchrone Freigabe für alle Fußgänger – unabhängig von einer Sehbehinderung – einzurichten, um eine vollständige Barrierefreiheit im Sinne des Bundes-Behindertengleichstellungsgesetzes (BGStG) zu gewährleisten? Oder sind weitere Kreuzungen mit derartigen Ampelschaltungen in der Stadt Linz geplant? Falls ja, welche?

 

Antwort: Alle Ampelschaltungen in Linz werden in regelmäßigen Abständen überprüft. Die Möglichkeit einer direkten, synchronen Freigabe ist abhängig von der jeweiligen Ampelschaltung, die von den örtlichen Gegebenheiten abhängt. Die örtlichen Gegebenheiten sind auch bei Neuplanungen zu berücksichtigen, wodurch jede Ampelschaltung individuell zu planen ist. Derzeit sind keine Neuplanungen von Blindenakustiken bekannt.

 

Freundliche Grüße

Der Direktor:

Dr. HansXXXXXX

 

Mein Resümee:

 

Die bisherigen Antworten lassen nicht erkennen, warum es in Linz diese sonderbaren akustischen Ampelschaltungen für die blinde und sehbehinderte Community überhaupt gibt. Es drängt sich der Eindruck auf, dass hier lebensfremde und lebensferne sehende Ingenieure der Stadt Linz den blinden und sehbehinderten Menschen vorschreiben wollen, wie sie sich im öffentlichen Raum zu verhalten haben.

 

Wohlgemerkt: Dies betrifft nur diese eine Gruppe. Für mich ist das ein Lehrbeispiel für eine schwere Diskriminierung aufgrund einer Behinderung.

 

Ein Beispiel:

 

Ich überquere häufig die Blumauerstraße beim Musiktheater, um in Richtung Herz-Jesu-Kirche zu gehen. Ich aktiviere die ATAS mit meinem Handfunksender. Das akustische Signal weist mich an zu warten. Links von mir steht eine Person mit einem Fahrrad, rechts von mir sammeln sich einige Fußgänger an, darunter auch Kinder. Auch sie haben das visuelle Rotsignal und müssen warten.

Plötzlich bemerke ich, dass sich die Personen um mich herum in Bewegung setzen und die Straße überqueren. Die Fußgängerampel ist für sie auf Grün gesprungen. Nur ich als blinde bzw. sehbehinderte Person stehe alleine am Ampelmast, weil das akustische Signal noch immer auf Rot geschaltet ist. Von der anderen Seite kommt mir sogar ein Fußgänger entgegen und ruft mir zu, dass die Ampel bereits grün zeigt und ich doch gehen könne.

 

Nach einer weiteren Grünphase an der anderen Querung der Wiener Straße bin schließlich auch ich an der Reihe und darf die Bahnhofstraße überqueren. Von einer längeren oder speziell angepassten Grünphase ist dabei jedoch nichts zu bemerken. Ich erreiche gerade einmal die Mitte der fünfspurigen Straße, als die Ampel bereits zu blinken beginnt – was ich auch am akustischen Signal feststelle. Mich persönlich stört das zwar nicht allzu sehr, da man ohnehin eine längere Räumphase hat und im Zweifelsfall die Autos, Busse und Lkw eben warten müssen, aber ideal ist es nicht.

 

Eine weitere Situation:

 

Ich warte an der Wiener Straße. Das akustische Signal zeigt Rot, während die visuelle Fußgängerampel bereits auf Grün geschaltet hat. Autofahrer aus der Bahnhofstraße, die rechts in die Wiener Straße einbiegen, bleiben ordnungsgemäß stehen, weil ja laut der visuellen Ampel ein Fußgänger die Straße überqueren möchte. Die Autofahrer wissen natürlich nicht, dass die blinde oder sehbehinderte Person noch gar keine Grünphase hat. Ich will mir gar nicht ausmalen, was diese Verkehrsteilnehmer über jemanden denken, der scheinbar völlig orientierungslos am Zebrastreifen stehen bleibt.

 

Fazit:

 

Was unterscheidet Blinde und Sehbehinderte eigentlich von allen anderen Verkehrsteilnehmern? Bis auf diese Gruppe dürfen nämlich alle anderen Menschen bei der ersten Grünphase für Fußgänger gehen:

 

die Jungen, die Älteren, die Dame mit dem Rollator, der Herr mit dem Stock, die Frau mit den zwei Einkaufswägen, der Zuhälter mit seinem Dobermann, der Achtjährige auf seinem Scooter, die Person im Rollstuhl, kognitiv eingeschränkte Menschen, schwer Alkoholabhängige oder auch Drogenabhängige. Und auch Mandy, der schwer Gehbehinderte, den ich in der Linzer Landstraße immer überhole, darf gehen. .

Alle dürfen sie die Straße überqueren – nur der blinde und sehbehinderte Mensch muss stehen bleiben.

 

Warum? Sind wir für die für mich vermutlich lebensfernen und lebensfremden aber sehenden  Verkehrsplaner der Stadt Linz vielleicht die „dummen und unmündigen Hascherl“, die nichts auf die Reihe bekommen und denen wir sagen müssen wann und wie sie im Leben zurechtkommen müssen??

 

Wie auf der Homepage des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Oberösterreich ersichtlich, ist ihnen diese wahrscheinliche Diskriminierung ihrer Mitglieder auch bekannt. Vermutlich ist ihnen das aber egal.

 

Auch bei der auf der Internetseite angegebenen Kreuzung Garnisonstraße – Prinz-Eugen-Straße steht man als blinde und sehbehinderte Person minutenlang herum während alle anderen Fußgänger die Straße queren dürfen.

 

Link zur Verkehrsseite des BSVOÖ: https://www.blindenverband-ooe.at/aktuelles/akustische-verkehrsampeln-in-linz/

 

Beschämend ist für mich auch die Untätigkeit der zweiten Einrichtung für Blinde und Sehbehinderte in Linz. Die haben anscheinend noch gar nichts mitbekommen! Schließlich haben sie vermutlich zur Zeit andere Probleme in Linz.

 

Ein Klugschiss zum Schluss:

 

Unterschied Lebensfern und lebensfremd

 

Obwohl beide Begriffe den fehlenden Bezug zur Alltagswirklichkeit beschreiben, unterscheiden sie sich in ihrer Intensität.

 

„Lebensfern“ beschreibt Dinge, die sehr theoretisch oder abstrakt sind und deshalb im praktischen Alltag kaum eine Rolle spielen.

 

„Lebensfremd“ geht einen Schritt weiter und bezeichnet Einstellungen oder Regeln, die den eigentlichen Bedürfnissen der Menschen und dem gesunden Menschenverstand völlig widersprechen.

 

Zusammenfassend fehlt dem Lebensfernen lediglich die praktische Anwendbarkeit, während das Lebensfremde die eigentliche Natur des Lebens ignoriert.

 

© August 2026 by Gerhard Hojas, Linz / Ebelsberg